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Der Held Candide wird aus dem westfälischen Heimatschloss verbannt, nachdem er mit der traumhaft schönen Prinzessin Kunigunde in flagranti ertappt worden ist. Die Verbannung gleicht der Vertreibung aus jenem Paradies, das nach der Leibnizsche Theorie die "beste aller Welten" zu sein scheint. Auf der anschließenden Reise wird die Theorie des Optimismus zusehends ad absurdum geführt. Denn was ihm auf den Irrwegen quer durch Europa und nach Übersee widerfährt, ist durch eine Kette zufälliger Unglücke, Katastrophen und unwahrscheinlicher Rettungen gekennzeichnet ... Nach enttäuschenden…mehr

Produktbeschreibung
Der Held Candide wird aus dem westfälischen Heimatschloss verbannt, nachdem er mit der traumhaft schönen Prinzessin Kunigunde in flagranti ertappt worden ist. Die Verbannung gleicht der Vertreibung aus jenem Paradies, das nach der Leibnizsche Theorie die "beste aller Welten" zu sein scheint. Auf der anschließenden Reise wird die Theorie des Optimismus zusehends ad absurdum geführt. Denn was ihm auf den Irrwegen quer durch Europa und nach Übersee widerfährt, ist durch eine Kette zufälliger Unglücke, Katastrophen und unwahrscheinlicher Rettungen gekennzeichnet ... Nach enttäuschenden Aufenthalten in Paris, Portsmouth und Venedig erreicht er schließlich Konstantinopel. Dort findet er nicht nur seinen längst totgeglaubten Lehrer Pangloss, sondern auch Kunigunde wieder, letztere allerdings grauenvoll verstümmelt. Resigniert beschließt Candide, sie dennoch zu heiraten. Er kauft ein Landgut, auf dem er sich mit seinen Begleitern niederlässt und Landwirtschaft betreibt. Kunigunde wird eine gute Köchin und Lehrer Pangloß predigt wie eh und je einen ungetrübten Optimismus. So bietet Voltaire in seinem negativen Märchen, das die unausrottbare Unverbesserlichkeit des Menschen zum Thema hat, in der Beschränkung auf die gemeinsame, banale häusliche Arbeit letztlich doch noch einen Ausweg.
  • Produktdetails
  • Verlag: Boer
  • Der Text des Neusatzes folgt der Ausgabe von 1913, erschienen im Insel Verlag, Leipzig.
  • Seitenzahl: 160
  • Erscheinungstermin: 4. Januar 2018
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 140mm x 16mm
  • Gewicht: 311g
  • ISBN-13: 9783946619789
  • ISBN-10: 3946619789
  • Artikelnr.: 50520002
Autorenporträt
Der ÜbersetzerErnst Hardt (1876-1947) , deutscher Schriftsteller, Übersetzer, Theater- und Rundfunkintendant. Literarische Beiträge von ihm erschienen im »Simplicissimus«, wo er aus einem Novellen-Wettbewerb als Sieger hervorging, und in Stefan Georges »Blättern für die Kunst«. 1898 übernahm er die Stelle eines Feuilletonredakteurs der Dresdner Zeitung . Bis 1907 lebte Hardt als freier Schriftsteller abwechselnd in Berlin und Athen. 1907 zog er nach Weimar und gehörte bald zum Mittelpunkt einer Künstlergemeinde am Hof des Großherzogs Wilhelm Ernst. Bei Beginn des Ersten Weltkriegs wurde er Vorstandsmitglied des »Bundes deutscher Gelehrter und Künstler« in Berlin. Nach dem Krieg wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden der »Deutschen Schillerstiftung« gewählt und 1919 Generalintendanten des Hoftheaters. Hardt trat in Weimar außerdem entschieden für die Errichtung des »Staatlichen Bauhauses« unter Walter Gropius ein. 1924 legte er die Leitung des Nationaltheaters nieder. 1925 wurde
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 11.05.1998

1776
Voltaire - Wezel "Candide" - "Belphegor"

Ein Jubeljahr für Menschenhasser und Liebhaber der Literatur, und das vereinigt sich ja oft, ein wundervolles Jahr für diese also, dieses Jahr 1776, fast, als wären Pest und Cholera gemeinsam ausgebrochen. In Frankreich war im Jahre 57, aus der Feder des großen Voltaire (der, fast zweiundachtzigjährig, tatsächlich noch lebte), "Candide" erschienen, das lakonischste und brillanteste Buch zur Heilung aller, die immer noch glaubten, es sei Vernunft in der Welt außer in solchen Romanen - und dieses Buch erschien jetzt, 1776, erstmals deutsch, übersetzt und in Riga herausgebracht von einem gewissen Philippi, der sich als Übersetzer Ralph nennt. Und im selben Jahr, und der Autor war erst elf, als Voltaires Buch in Frankreich erschien, kommt, gleich auf deutsch, ganz original, "Belphegor" heraus, von Johann Karl Wezel, der wenige Jahre danach dann "Herrmann und Ulrike" herausbrachte. Sicher kannte Wezel Voltaire, er hat selber auch aus dem Französischen übersetzt, Theaterstücke. Aber Voltaire, als er seinen Candide durch die vernunftlose Welt schickt, war alt, häßlich und entsetzlich abgebrüht; Wezel, Sohn eines fürstlichen Kochs und wer weiß wessen noch, war jung, und schöner sicher - keine Kunst das aber auch - als Voltaire, und eher verzweifelt als abgebrüht, und das heißt, nicht ganz und gar ohne Hoffnung auf Besserung - aber wer auf Besserung hofft, der schiebt ja einen wenigstens halben Haß nur noch ein bißchen auf. Einmal hören sie hinter undurchsichtigen Hecken in Wezels Roman herrliche Musik, aber sie kommen nie dorthin, wo sie spielen müßte und das Glück wäre. Bei Voltaire hat am Ende Candide seine westfälische Kunigunde gefunden, sie ist nicht mehr ganz frisch, aber er ist ihr durch die halbe Welt nachgejagt, nun nimmt er sie eben, wie sie ist, und sie werden nun ihren kleinen Garten bebauen; die Welt hat sie beide belehrt. Den Belphegor Wezels tritt am Anfang seine Geliebte in den Hintern, so beginnt seine Reise durch die Welt, sein Freund Medardus bleibt ewig einfältig fromm (E.T.A. Hoffmanns "Elixiere des Teufels" der so wunderbar zweideutige Held heißt auch Medardus), die tretende Liebste hat längst einer umgebracht, mit Recht wohl, man hätte das viel früher tun sollen, sagt Belphegor, bebaut ein bißchen Land, sogar ein paar schwarze Sklaven hat er, aber das gibt ja auch zu denken - also nun entscheiden Sie: wer wären Sie lieber? Und wer hat den Menschen mehr geliebt? (Voltaire: "Candide oder der Optimismus". Mit Zeichnungen von Paul Klee. Insel Verlag, Frankfurt am Main 1972. 192 S., br., 14,80 DM; Wezels Buch, früher ebenfalls bei Insel, ist nicht mehr im Handel.) R.V.

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»Ein ironisches und sarkastisches Meisterwerk der Weltliteratur.«
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