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Der junge Barnum wird in eine Welt hineingeboren, die von Frauen geprägt ist und von alten Familiengeheimnissen. Sein Leben wird immer wieder überschattet von seinem Halbbruder Fred. Bis dieser eines Tages spurlos verschwindet und damit das Leben aller unwiderruflich in neue Bahnen lenkt ...

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  • Größe: 1.27MB
Produktbeschreibung
Der junge Barnum wird in eine Welt hineingeboren, die von Frauen geprägt ist und von alten Familiengeheimnissen. Sein Leben wird immer wieder überschattet von seinem Halbbruder Fred. Bis dieser eines Tages spurlos verschwindet und damit das Leben aller unwiderruflich in neue Bahnen lenkt ...

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  • Produktdetails
  • Verlag: Random House ebook
  • Seitenzahl: 768
  • Erscheinungstermin: 31.03.2014
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783641141189
  • Artikelnr.: 40669999
Autorenporträt
Lars Saabye Christensen, 1953 in Oslo geboren, ist einer der bedeutendsten norwegischen Autoren der Gegenwart. Seine Bücher sind in 36 Sprachen übersetzt und wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Nordischen Literaturpreis, mehrmals mit dem Norwegischen Kritikerpreis, dem Preis des Norwegischen Buchhandels sowie dem Preis des Norwegischen Verlegerverbandes.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 21.10.2004

Besteigung eines Achthunderters
Salzig eingelegtes Schicksal: Lars Saabye Christensen sorgt vor

Solche Literatur bleibt gerne mal liegen. Ziegeldick ruht sie im Fundament einer Lesehalde, läßt einen Winter zerschmelzen, einen Sommer verstreichen, läßt Blätter stürzen, Vögel ziehen, Winde buhen - und ist sich selbst genug: siebenhundert Seiten tief und mehr, angefüllt mit Schicksalsschlägen, bittersüßer Jugendwehmut, Alkoholismus, Scham und Toden, daß es dem Leser eine Freude ist. Denn der will ja solcherlei sturmgepeitschte Wasser der Imagination befahren, gerade jetzt, wo man sich wieder in Decken einrollt, die Sonntage zu Regentagen werden, man sich einkuschelt ins gefühlte Skandinavien; kalt und dunkel und wohlig. Ein Erzähler erzählt uns: wie er mal ein kleiner Junge war. Ein ganz besonders kleiner sogar. Ein geprügelter, unterdrückter, verdruckster, ein salzig eingelegtes Schicksal mit groß geschriebenem "hicks". Endlich mal wieder!

Laßt Krüppel und Säufer und Versterbende um uns sein, laßt uns eine Menschlichkeit verspüren, die keine Konsequenzen verlangt als das teeselige Weitererzählen und Weiterempfehlen, wie es mittlerweile im Fernsehen seinen Platz hat: "Also mein Lieblingskapitel ist ja das, wo Barnum sich nachts in die Hose macht und ihm die Plateausohlen abgeknickt werden und er wegen dieser einen, total peinlichen Kußszene aus der Tanzstunde fliegt." Dieses Kapitel gibt es natürlich nicht. Das wäre ja Verdichtung. Die herzschnurrenden Peinlichkeiten müssen über einen gigantischen, dunklen Seitenwald verstreut werden, durch den wir großäugig tapern und dann und wann haltmachen, um die schummrig beleuchteten Szenen des kleinen Elends zu beschauen. Wer will, kann natürlich auch joggen, das geht schneller, empfiehlt sich aber nur bei Ausleihe. Der Buchkäufer möchte verständlicherweise etwas länger etwas vom Erstandenen haben, möchte sich durch- und einarbeiten, jedes Seitenhundert vertieft die Empfindsamkeit, veredelt etwas in uns - und gibt vor allem auch den ansonsten so gebeutelten Figuren das unbestimmte Gefühl, an etwas Großem und Wichtigem mitgewirkt zu haben.

Und jetzt raffen wir das mal. Dies ist die Geschichte-von-Barnum-to-go. An eins: heißt er Barnum, schon mal schlecht, selbst für einen Norweger. An zwei: hat er eine Familiengeschichte voller Gewalt und Elend im Nacken, immer verschwinden die Männer, wenden die Frauen sich Johnny Walker und den Seinen zu. Arg traurig das, aber doch irgendwie auch rührend, in einer Rezension standen dicht gedrängt die subsumierenden Worte "beschädigte Akteure", "liebenswert", "Schicksale", "bewältigen", "menschenfreundliches Credo". (Und unter dem Strich natürlich: Begeisterung.) An drei: hat Barnum diesen gewaltbereiten, unruhigen Halbbruder (der, ohje, einer Vergewaltigung entstammt). An vier: bleibt Barnum kleinwüchsig. Kann fünftens keine Kinder zeugen oder glaubt das zumindest. Wird, sechstens, trunksüchtig und nachhaltig unannehmbar im Umgang. Hat siebtens keinen Erfolg, obwohl er doch möglicherweise ein hochbegabter Drehbuchautor ist. Hat achtens bis pp. eine derart gründlich verkorkste Jugend erlebt, daß er heute noch schinkentief daraus berichten kann und will.

Denn Barnum ahnt, wie es um den Leser bestellt ist: Einen knappen Achthunderter hat der erstanden und mit ihm den unverbrüchlichen Anspruch, tief zwischen Sesselohren und Tränenwogen zu versinken; er will regredieren ins wonnige Kindgefühl hinein, will am liebsten eine verschluchzte Jugend erleben sowie auch sein Herz für die Schwachen und zu kurz Gebliebenen - mag aber kein Jugendbuch kaufen. Jugendbücher kommen nicht gut.

Die Mehrheit will den Schinken. Der Schinken ist die Literatur. Schön dick und gut gesalzen soll er sein, und damit auch diejenigen, deren Hirn vom Innendruck philologischer Allgemeinbildung geplagt wird, sich ein wenig erleichtern können, sollten erkennbare Anspielungen etwa auf Hamsun oder die Filmgeschichte in Maßen eingefügt werden, sollte vielleicht auch die Form dann und wann ein wenig ins Postmodernere hineinspielen, wenn zum Beispiel ein Drehbuchmanuskript von Barnum direkt eingefügt wird; auch machen sich Kapiteltitel in Kleinschreibung und mit Klammern drumherum gut, etwa: "(der leberfleck)" oder "(die wohnung)".

Der Schinken sollte konsumierbar sein, nicht zu verstörend, er sollte eine freundlich plaudernde Erzählstimme enthalten und Figuren, deren Schicksalen man die Träne nicht versagen kann; schneeraupengleich sollte er im Original alles an Preisen abgeräumt haben, was abzuräumen ging. Lars Saabye Christensen hat das Seinige erledigt, und hätte die Übersetzung Christel Hildebrandts nicht die klare, gelenke Originalsprache mit einem feinen Staubschleier überzogen, wäre dies der perfekte Schinken. Auf den aber gibt es nur eine passende Antwort: den Buchtip, zehn Zeilen. Er enthält die Begriffe "episch", "anrührend", "groß" und "zutiefst menschlich". Jetzt schon an Weihnachten denken!

KLAUS UNGERER

Lars Saabye Christensen: "Der Halbbruder". Roman. btb, München 2003. 767 S., geb., 24,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 04.12.2004

Aufgetaut und eingefroren
Lars Saabye Christensens Norwegen-Epos „Der Halbbruder”
Lars Saabye Christensen, 1953 in Oslo geboren, hat mit „Der Halbbruder” ein Buch geschrieben, das von seiner Konzeption her dazu taugt, seinen Autor als Staatsschriftsteller zu etablieren. Es ist ein episches Panorama Norwegens, in dem die Geschichte des Landes mit dem Schicksal einer Familie verflochten ist, womit die Voraussetzungen für die Beantwortung der Frage, was es bedeutet, ein Norweger zu sein, gegeben wären. Was die Umsetzung dieses ehrgeizigen Vorhabens anbelangt, muss man aber sagen, dass es doch eher bei einer professionell geschriebenen Schwarte geblieben ist.
Vier, zum Ende hin gar fünf Generationen sind es, von denen „Der Halbbruder” berichtet. Der Held und Drehbuchschreiber Barnum Nilsen ist das Kind Arnold Nilsens, der von den Lofoten nach Oslo kam, und Veras, die in den letzten Tagen des zweiten Weltkriegs vergewaltigt wurde und daraufhin Barnums Halbbruder Fred zur Welt brachte. Vera wurde geboren von Boletta, die den Vater des Kindes verschweigt. Die alte Boletta wiederum ist das Kind der „Alten”, eines einstigen Stummfilm-Stars, und Wilhelms, der auf einer Expedition nach Grönland im Eis verscholl, bevor sein Kind zur Welt kam. So rutscht Christensens Epos immer weiter ab in die Vergangenheit. Und immer sind es die Männer, die verschwinden, während die Frauen Hüterinnen von Geheimnissen sind.
Wer war es, der Vera auf dem Trockenboden vergewaltigte? Und wer ist Veras Vater? Warum wächst Barnum nicht? Woher stammt Freds Hass auf Arnold Nilsen? Ist es Zufall, dass Freds Diskus Nilsen am Kopf trifft? Warum verschwinden die Männer in dieser Familie, schon seit Generationen? War alles vorherbestimmt? Und war Barnum dazu vorherbestimmt, die Chronik seiner Familie aufzuschreiben und sie in Form eines Drehbuchs der Welt zu präsentieren? Das sind Fragen, die Christensen im „Halbbruder” stellt, um sie nach Dutzenden von Absätzen, die sich manchmal über zehn Seiten erstrecken, zu beantworten.
Dabei kommt es zu einem eigentümlichen Stillstand der Zeit. Man kann die Zeit anhalten, indem man sie wiederholt. So kommen zwar etliche Geschehnisse aus der norwegischen Geschichte im „Halbbruder” vor, aber der Fortgang der Historie ändert nichts daran, dass Frauen bluten, dass Männer von Frauen geboren werden, dass die Menschen in Schweigen fallen, dass die Menschen lieben und sterben und dass sie begraben werden wollen, wo sie herkommen. Die Zeit kann das nicht erklären, wohl aber der Anfang der Geschichte, aus dem sich hier fast alles erklärt. Deshalb folgt der „Halbbruder” einem Regressionsschema immer weiter zurück in die Vergangenheit und ins Archaische, bis ins Eis Grönlands, in dem der älteste Urahn Wilhelm eingefroren liegt, tot, aber als junger Mann. Aus Wilhelm könnte die Geschichte vom „Halbbruder” immer neu entstehen, wollte ihn nur jemand auftauen.
Im Eis bleibt die Zeit stehen
Christensens Erzähler Barnum tut es - in guter drehbuchschreiberischer Hoffnung. Seine Geschichte verdankt sich den Qualitäten des Eises, in dem die Zeit nicht vorankommt. Aber Eis kann auch schmelzen, in ihm ist aufbewahrt, was nach dem Schmelzen noch wachsen kann. Dazwischen hält sich die Hoffnung - Barnums Hoffnung, eine große Geschichte erzählen zu können.
Doch wie bringt man diese Fahrt ins Eis zum Klingen? Christensen hat keine befriedigende Antwort auf diese Frage gefunden. Nicht nur am Gesetz der Wiederholung liegt es, dass „Der Halbbruder” wie ein Musikstück wirkt, in dem man immer schon den nächsten Ton ahnt und ihn dann bekommt. Christensen erzeugt gefühlsintensive Momente am laufenden Band. Er erzählt solide, streut seine Rätsel routiniert und löst sie dann meist in melodramatischen Szenen auf. Doch wenn ein alter Schiffsarzt beim Anblick des Säuglings Barnum in rätselhafte Tränen ausbricht; wenn just im Moment einer Todesnachricht die Nachricht von der Schwangerschaft der Gattin eintrifft; wenn der Vater einen Schwächeanfall bekommt und zwischen Gräbern wankt, als er auf dem Friedhof den Grabstein der Großmutter zurechtrücken will - dann greift man sich nicht ans Herz und seufzt „ach”, allein schon deshalb, weil allzu klar ist, dass man es tun soll. Epen berichten davon, was zum Leben gehört, davon, dass der Haushalt der Welt nicht größer, nicht kleiner wird, höchstens komplizierter. Der epische „Halbbruder” legt bloß nahe, dass das Leben aus den zählbaren Tränen der Rührung besteht.
Und aus der Angst vor mythischen Kräften. Das Märchen vom an sich Bösen wird von Christensens Epos ernsthaft wiederholt. Undenkbar, dass die Deutschen in diesem Buch noch eine andere Seite haben könnten als die des schlechten Menschen. Und Barnums Halbbruder Fred ist wohl vor allem deshalb von Anfang an ein so finsterer Geselle, weil er durch eine Vergewaltigung gezeugt wurde. Christensens Buch will verzaubern, es ist dezidiert antiaufklärerisch und verkauft immer wieder Ideologie als wunderbare, ursprüngliche Kraft. Man muss schon bereit sein, treu und viel zu glauben, um sich vom „Halbbruder” und den ewigen Gesetzen, die er formuliert, fesseln zu lassen.
KAI WIEGANDT
LARS SAABYE CHRISTENSEN: Der Halbbruder. Roman. Aus dem Norwegischen von Christel Hildebrandt. btb Verlag, München 2003. 768 S., 24,90 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Eine Dienstleistung der DIZ München GmbH
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

"Offensichtlich unter seinem Niveau hat sich Rezensent Klaus Ungerer von diesem fast achthundertseitigen Schmöker unterhalten gefühlt. Der Rezensent in ihm verreißt diesen Roman zwar ziemlich gnadenlos als "über einen gigantischen dunklen Seitenwald" verstreute herzschnurrende Peinlichkeiten. Er fühle sich verurteilt, großäugig durch diesen Wald zu tapern, um dann und wann halt zu machen und "die schummrig beleuchteten kleinen Szenen des Elends" zu beschauen, die der Roman aus dem Leben eines gewissen Barnum biete. Auf der anderen Seite lässt sich zwischen den zynischen Zeilen des Rezensenten auch heimlicher Genuss am Kitsch und am Versinken "zwischen Sesselohren und Tränenwogen" spüren - die mit einiger Hingabe zelebrierte Regression ins "wonnige Kindgefühl", als man noch wirklich ein Herz für die Schwachen und zu kurz gebliebenen haben durfte. Deswegen empfiehlt er diesen gut gesalzenen Schinken auch für den weihnachtlichen Gabentisch, wenngleich die Übersetzung seinem Eindruck zufolge diesen Schinken mit einer feinen Staubschicht überzogen hat.

© Perlentaucher Medien GmbH"
"Mit seinen 760 Seiten gehört 'Der Halbbruder' zu den grossen Zeitepen, die von Autoren wie Jan Kjaerstadt und Erik Fosnes Hansen geschaffen wurden und von einem bemerkenswerten Aufschwung der norwegischen Prosa zeugen." (NZZ vom 28.09.03)
"Eigenwillig und wortgewaltig: Der norwegische Schriftsteller Lars Saabye Christensen brilliert mit der melancholisch-wundersamen Familiensage 'Der Halbbruder' (...) Mit seinem außerordentlichen Einfallsreichtum und komödiantischen Talent versteht der Autor es meisterhaft, seine verschlungenen Handlungsfäden irgendwann wieder zusammenzuführen beziehungsweise zu entwirren. Er hat einen warmherzigen Blick auf seine Helden, die sich mühevoll durchs Leben wurschteln, dabei keine Angst vor Pathos und Poesie, vor grimmigem Humor und derbem Witz. In seinen grotesken Details erinnert der Roman manchmal an die wundersamen Geschichten von John Irving. Selten hat ein Schriftsteller so klug, feinfühlig und liebevoll von den Mühen des Erwachsenwerdens, von Geschwisterliebe, Freundschaft, Tod und der Kraft der Vergebung erzählt." (Angela Gatterburg im SPIEGEL special Bücher)
"Um alle Details und Finessen dieses grandios komponierten Romans zu erfassen, für den Christensen den Nordischen Literaturpreis erhielt, ist wohl ein zweiter Lesedurchgang nötig. 'Der Halbbruder' ist eines jener Bücher, bei denen man bereits zur Hälfte bedauert, dem Schluss schon so nah zu sein." (Hamburger Abendblatt)