Der Trost des Nachthimmels (eBook, ePUB) - Karahasan, Dzevad
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  • Format: ePub


Mit epischer Kraft, den Scharfsinn und die Ohnmacht seiner Protagonisten im Blick, schildert der große bosnische Schriftsteller Dzevad Karahasan, wie der heraufziehende religiöse Fundamentalismus eine blühende, von geistiger Vielfalt und Toleranz geprägte Epoche zerstört. Isfahan im 11. Jahrhundert: Unerwartet stirbt ein hochangesehener Mann und der Sohn des Verstorbenen fordert Aufklärung. An den Ermittlungen nimmt auch der Hofastronom Omar Chayyam teil, der zu dem Schluss kommt, dass der Mann vergiftet wurde. Aber was fängt er nun mit dieser Wahrheit an? Kurz darauf verdüstert sich der…mehr

Produktbeschreibung
Mit epischer Kraft, den Scharfsinn und die Ohnmacht seiner Protagonisten im Blick, schildert der große bosnische Schriftsteller Dzevad Karahasan, wie der heraufziehende religiöse Fundamentalismus eine blühende, von geistiger Vielfalt und Toleranz geprägte Epoche zerstört. Isfahan im 11. Jahrhundert: Unerwartet stirbt ein hochangesehener Mann und der Sohn des Verstorbenen fordert Aufklärung. An den Ermittlungen nimmt auch der Hofastronom Omar Chayyam teil, der zu dem Schluss kommt, dass der Mann vergiftet wurde. Aber was fängt er nun mit dieser Wahrheit an? Kurz darauf verdüstert sich der Horizont. Hofintrigen und soziale Spannungen bedrohen das Reich von innen, während ihm Kreuzritter und Mongolen von außen gefährlich werden. Als der berühmte Mathematiker und Dichter Chayyam Jahrzehnte später Rechenschaft über sein Leben ablegt, ist das Reich zerfallen. Eine Terrororganisation, angeführt von seinem früheren Weggefährten, versetzt die Gegend in Angst ...


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  • Produktdetails
  • Verlag: Suhrkamp Verlag AG
  • Seitenzahl: 723
  • Erscheinungstermin: 08.02.2016
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783518744642
  • Artikelnr.: 44470746
Autorenporträt
Dzevad Karahasan, 1953 in Duvno/Jugoslawien geboren, Erzähler, Dramatiker und Essayist. Die Belagerung Sarajevos war Thema seines in zehn Sprachen übersetzten Tagebuchs der Aussiedlung (1993) und seiner beiden Romane Schahrijârs Ring (1997) und Sara und Serafina (2000). Für den Essayband Das Buch der Gärten wurde er 2004 mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet. Karahasan lebt in Graz und Sarajevo.

Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Mit einer langen, hymnischen Besprechung würdigt Andreas Breitenstein Dzevad Karahasans siebenhundert Seiten umfassenden historisch-philosophischen Ideen-Roman, der ihm nicht nur als "Opus magnum" des bosnischen Autors, sondern gar als "Jahrzehnte-Ereignis" erscheint. Mit "magistralem epischen Atem" erzählt Karahasan hier nicht einfach nur von dem persischen Mathematiker, Astronom, Philosophen und Dichter Omar Chayyam, sondern verbindet virtuos die Geschichte von der Blüte und dem Untergang des Seldschukenreichs mit der Gegenwart Bosniens, schwärmt der Kritiker. Es bedarf einiger Konzentration, den zahlreichen Handlungssträngen, dem gewaltigen Figuren-Ensemble und den historischen Hintergründen dieses mit kulturhistorischen Realien des Orients angereicherten Buches zu folgen, warnt Breitenstein vor, dafür werde der Leser aber auch reichlich entlohnt: Wer diese grandios übersetzte, "mächtige Arche Noah poetischer und philosophischer Welterkenntnis" liest, erlebt ein sprachliches Meisterwerk, das nicht nur Politisches mit Persönlichem, Monumentales mit Intimem und Episches mit Dialogischem kongenial verknüpft, sondern auch eine Dimension erreicht, die sonst nur bei Ivo Andric, Leo Tolstoi, Fjodor Dostojewski oder Thomas Mann zu finden ist, schließt der überwältigte Kritiker.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 19.04.2016
Wer die Welt zu sehr liebt, um sie zu erobern
Dževad Karahasan erzählt in „Der Trost des Nachthimmels“ noch einmal vom Aufstieg und Fall des Seldschuken-Reichs
Dieses Buch ist eine Dreistigkeit! Und zwar, weil es so gar nichts Dreistes hat. Es ist ein Affront, weil nichts daran einem Affront auch nur nahekommt. So gewöhnt an Tempo und extravagante Stilmittel sind wir, dass ein Buch, das von all dem nichts hat, aber davon 724 Seiten, uns laut vor den Kopf stößt. Der Autor gibt sich nicht einmal Mühe, es spannend zu machen, seine Geschichte zu dramatisieren, stilistisch zu brillieren oder uns zu überraschen. Wenn man es empfehlen wollte, dann müsste man es nicht trotzdem, sondern deswegen empfehlen. Aber wollen wir das?
  Auch könnten wir, wenn wir denn wollten, diesem historischen Roman eine gewisse vage Aktualität attestieren. Es geht darin nämlich unter anderem um die Entstehung des islamischen Terrorismus, um Fragen der guten Staatsführung und des richtigen Lebens. Oder um Flüchtlinge: „Biete dieser Horde ein Leben in deinem Reich, in dem man Ordnung kennt und die Tradition achtet, die Ehre über den Nutzen und den Glauben über den billigen Genuss stellt (. .  .). Ich sage nicht, dass es deine besten Untertanen sein werden, es braucht Generationen, bis aus dem Gesindel ernsthafte Menschen werden, aber sie werden dir wohlgesinnt und dankbar sein.“ Als Kommentar zum Zeitgeschehen ist das tückisch. Nicht nur stößt man sich an Ausdrücken wie „Horde“ und „Gesindel“; sondern man fragt sich auch, welche Falle uns der Autor stellen will, wenn er von einem Land spricht, „das Ehre über den Nutzen und den Glauben über den billigen Genuss stellt.“ Euroland kann damit ja nicht gemeint sein.
  Obwohl das Buch also im Mittelalter spielt, ist es kein historischer Schmöker wie „Der Medicus“ (selbe Epoche, selber Schauplatz), „Der Name der Rose“ (ähnliche Epoche, ähnliche Konstruktion) oder „Samarkand“ von Amin Maalouf (selbe Epoche, selber Schauplatz, selbes Personal). Man merkt dem Roman nur an, dass der Autor alle diese Werke gelesen hat; und dass er nun zwar nicht gleich ebenfalls einen derartigen Bestseller produzieren, aber doch mit dem Genre ein bisschen hat spielen wollen wie die Katz mit der Maus. Leider ist der Autor in diesem Fall eine Katze, die, statt die Maus zu fressen, sie dem Leser in die Pantoffeln legt.
  Auch bei Karahasan sind die Helden große Gelehrte und Staatsmänner, von denen es im Mittelalter in der islamischen Welt, der Medicus wusste es und ging eben deshalb nach Isfahan, entschieden mehr gab als in Europa. Mindestens einer von ihnen, die Hauptfigur, ist auch bei uns sehr bekannt: Es ist Omar Chayyam, der berüchtigte, freigeistige Dichter. Aber seltsamerweise wird die poetische Seite dieses literarisch so dankbaren Protagonisten sträflich außer Acht gelassen, von wenigen Zitaten abgesehen. Omar Chayyam ist hier nur ein etwas unbeholfener, beinah lebensuntauglicher Privatgelehrter, mehr Antiheld als Held. Schon im ersten Satz des Romans weiß Omar: „Es gibt Tage, die besser nicht angebrochen wären“. Es gibt solche Tage, gewiss. Aber es gibt auch Romane, die besser nicht geschrieben worden wären.
  Es wird viel geredet in diesem Buch, oft klug und voll orientalisch-mystischer Lebensweisheit, was man beim Lesen dann gern markiert. Aber es geschieht nichts, oder vielmehr dringt das viele, das geschieht – Feldzüge, Intrigen, Morde – , nur wie durch Watte zum Leser durch, als geschähe es so weit entfernt wie der Nachthimmel, bei dessen Anblick Omar Chayyam Trost sucht. Unter den historischen Figuren, die den Roman bevölkern, sind vor allem Nizam al-Mulk zu nennen, Großwesir am Isfahaner Hof, und Hassan al-Sabah, der spätere Begründer der terroristischen Sekte der Assassinen, die sich vor ihren Mordtaten mit Haschisch betäubten, wie noch heute die Attentäter des IS selten ohne Drogen in den selbstgewählten Tod gehen. Doch auch das Potenzial dieser Figuren wird nicht genutzt. Von Nizam al-Mulk und seinem berühmten, mit Anekdoten gespickten „Buch der Staatskunst“ bleibt wenig mehr übrig als der Streit zwischen dem Wesir und seinem König, ob man nun einen Geheimdienst gründen solle oder nicht. Und Hassan al-Sabah verschwindet aus dem Buch, nachdem er sich im Wäschekorb von Omars Frau versteckt hat. Zwar geistern dann seine Assassinen durch die restlichen dreihundert Seiten, aber zu mehr als permanenten „o tempora, o mores“- Grübeleien von Omar Chayyam führt auch das nicht.
  Was an diesem Roman nicht stimmt, erschließt sich im Vergleich mit den erfolgreicheren Mittelalter-Romanen. Es ist die Erzählperspektive. Sie hat die Qualität der Kopie der Kopie einer Kopie. Erzählt wird wie aus der Sicht Omar Chayyams. Aber er bleibt eine Figur in der dritten Person. Denn seine Geschichte wird wiederum von einem Bosnier erzählt, der ihn in seiner Jugend im Orient kennenlernte. Mithin erzählt ein achtzigjähriger Bosnier (wir nähern uns in seiner Gestalt der Heimat des Autors Karahasan, nämlich Sarajevo), der für den Roman ohne große Bedeutung ist, was der achtzigjährige Omar Chayyam ihm berichtet hat. Das Manuskript dieses erzählerischen Methusalem-Projekts findet dann Anfang der Neunzigerjahre des zwanzigsten Jahrhunderts ein Doktorand in der während der Belagerung im Jugoslawienkrieg zerstörten Bibliothek von Sarajevo. Um das dort verbrannte Manuskript zu rekonstruieren, erzählt er seinerseits nach, was er einst gelesen hatte, und schließt mit den Worten: „Kommt her, meine Lieben, kommt, alle ihr Schwachsichtigen und Schüchternen, Streber und Bücherwürmer, Büffler und Brillenträger, Wortverschlinger und Papierfresser, kommt, ihr Unangepassten und Zurückgezogenen, Stillen und Unsicheren, ihr, die ihr die Welt zu sehr liebt, um sie zu erobern und zu beherrschen, kommt zu mir, damit wir alles, was wir gehabt haben, wiederherstellen.“
  Das ist gut gesprochen, aber es ist auch der leidenschaftlichste Satz in diesem stoischen Werk, das man nur deswegen nicht Alterswerk nennen will, weil der Autor mit seinen dreiundsechzig Jahren dafür eigentlich noch zu jung ist.  
STEFAN WEIDNER
Dževad Karahasan: Der Trost des Nachthimmels. Roman. Aus dem Bosnischen von
Katharina Wolf-Grießhaber. Suhrkamp
Verlag, Berlin 2016. 724 S., 26,95 Euro. E-Book: 22,99 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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"... durch seine intime Kenntnis des Orients und seine ausgeprägte Vorliebe fürs sprechende Detail erschafft dieser Schriftsteller eine Welt, in die es abzutauchen sich lohnt."
Tobias Schwartz, Der Tagesspiegel 24.02.2016