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Kapitel, Das Aussterben:
Die Bestände der Höhlenbären wurden nach Ansicht etlicher Autoren in Mitteleuropa bereits vor etwa 20.000 Jahren, also im Maximum der letzten Vereisung, ganz erheblich dezimiert.Damals breitete sich im Norden der weichsel-eiszeitliche Ostseegletscher bis Flensburg, Kiel, Hamburg und Brandenburg aus. Die würm-eiszeitlichen Alpengletscher im Süden bedeckten damals das Alpenvorland vom Bodensee bis nach Salzburg. Zwischen den nordischen und alpinen Gletschern lag ein etwa 600 Kilometer breites, eisfreies Gebiet.
Eventuell hat ein rascher und
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Produktbeschreibung
Textprobe:
Kapitel, Das Aussterben:
Die Bestände der Höhlenbären wurden nach Ansicht etlicher Autoren in Mitteleuropa bereits vor etwa 20.000 Jahren, also im Maximum der letzten Vereisung, ganz erheblich dezimiert.Damals breitete sich im Norden der weichsel-eiszeitliche Ostseegletscher bis Flensburg, Kiel, Hamburg und Brandenburg aus. Die würm-eiszeitlichen Alpengletscher im Süden bedeckten damals das Alpenvorland vom Bodensee bis nach Salzburg. Zwischen den nordischen und alpinen Gletschern lag ein etwa 600 Kilometer breites, eisfreies Gebiet.
Eventuell hat ein rascher und grundlegender Klimawechsel den letzten Höhlenbären den Lebensraum und – weil sie Pflanzenfresser waren – auch die Nahrungsgrundlage entzogen. Anfangs verließen die Höhlenbären vielleicht das Hochgebirge, als dort die Nahrung knapp wurde, und zogen ins Mittelgebirge
und später in Talnähe. Womöglich wurden die Sommer immer kürzer und die Winter immer länger.
Das immer schlechter werdende Klima machte es den Höhlenbären sicherlich immer schwerer, sich genügend Fettreserven anzufressen, um durch die immer grimmigeren Winter zu kommen. Die Bestände der Höhlenbären schmolzen dahin und vor ungefähr 18.000 Jahren existierten diese Raubtiere nicht mehr. Nach anderen Autoren soll das Aussterben allerdings bereits vor rund 28.000 Jahren oder erst vor etwa 18.000 oder 15.000 Jahren erfolgt sein.
Die österreichische Paläontologin Martina Pacher aus Wien und der englische Paläontologe Anthony J. Stuart aus London kamen 2008 nach Untersuchungen und der Auswertung früherer Studien, laut denen der Höhlenbär vor etwa 15.000 Jahren ausgestorben sei, zu einer überraschenden Erkenntnis: Messfehler und Verwechslungen der Überreste des Höhlenbären mit dem heute noch existierenden Braunbären hätten dazu geführt, dass das Aussterben des Höhlenbären falsch datiert worden sei. Nach Ansicht von Martina Pacher sind die Höhlenbären bereits vor etwa 27.800 Jahren wegen Nahrungsmangel verschwunden – rund 13.000 Jahren früher, als man bis dahin glaubte. Über die Gründe für das Verschwinden der Höhlenbären kursieren zahlreiche Theorien, die aber mehr oder minder umstritten sind. Besonders waghalsig klingen Deutungen aus früheren Jahrhunderten über das Aussterben dieser Raubtiere, die aber heute kaum noch Anklang finden.
Nach einer alten und besonders phantasievollen Theorie sollen die ansteigenden Wassermassen der biblischen Sintflut große Mengen von Tieren – darunter auch Höhlenbären – vor Höhlen zusammengedrängt und in diese gestürzt haben. Als geologischer Beweis hierfür betrachtete man den Lehm, in dem die Knochen steckten und der vermeintlich nur vom Wasser eingespült worden sein konnte.
Eine weitere Theorie über das Aussterben der Höhlenbären basiert auf krankhaften Veränderungen, die häufig an Knochen ihre Spuren hinterließen. Der österreichische Paläontologe Othenio Abel wies 1931 auf zahlreiche durch Arthritis veränderte Höhlenbärenknochen aus der Tischoferhöhle bei Kufstein im Kaisertal (Tirol) hin. Krankhafte Veränderungen an Höhlenbärenknochen hat man auch in der Drachenhöhle bei Mixnitz in der Steiermark gefunden. Die umfangreiche Aufzählung pathologischer Befunde – wie Knochenhautentzündung, Rachitis, knochenbildende Muskelentzündung und Zahnabszesse – nährte die Theorie, der Höhlenbär sei durch das Höhlenleben degeneriert und habe so sein Aussterben eingeleitet. Doch in Wirklichkeit kam die Häufung krankhafter Höhlenbärenknochen dadurch zustande, dass während des Abbaus der Höhlenbärenknochen enthaltenden Schichten als Phosphatdünger bevorzugt die abnormen Knochen beiseite gelegt wurden. Für normale Knochen hatte sich bei insgesamt rund 250.000 Kilogramm Bärenknochen kaum noch jemand interessiert. Die Untersuchung von Höhlenbärfunden aus der Herdengelhöhle bei Lunz am See (Niederösterreich) und in der Ramesch-Knochenhöhle (Oberösterreich) zeigte, dass Erkrankungen von Knochen und Zähnen nur unwesentlich häufiger vorkamen als bei anderen Wildtieren.
Nicht überzeugend klingen Theorien, die Höhlenbären seien wegen einer Naturkatastrophe oder Epidemie ausgestorben. Ein so reicher Tierbestand wie derjenige der Höhlenbären mit einer so großen geographischen Verbreitung konnte nicht leicht vernichtet werden, meinen skeptische Experten. Manche Forscher wie der österreichische Paläontologe Othenio Abel brachten das Aussterben der Höhlenbären mit Degenerationserscheinungen in Verbindung, die sie an Skeletten in geologisch jüngeren Schichten beobachtet haben wollten. Aber andere Fachleute bezweifeln diese Theorie. Dass das Aussterben der Höhlenbären durch Steinzeitmenschen verursacht oder beschleunigt worden sein könnte, glaubt man heute nicht mehr. Die Gegner dieser Theorie verweisen darauf, dass damals die Besiedlungsdichte sehr gering war und der Höhlenbär nur selten gejagt wurde. In der Zeit zwischen dem Ende der Kulturstufe des Gravettien vor etwa 21.000 Jahren bis zum Beginn der nächsten Kulturstufe, dem Magdalénien, vor rund 15.000 Jahren waren zum Beispiel die Landstriche in West-und Ostdeutschland zeitweise menschenleer oder zumindest nur sehr dünn besiedelt.
Die Annahme, durch starke Bevölkerungszunahme im Aurignacien (etwa 35.000 bis 29.000 Jahre) und Magalénien (in Frankreich etwa 18.000 bis 11.500 Jahre, in Deutschland rund 15.000 bis 11.500 Jahre) hätten prähistorische Menschen die Höhlenbären aus Höhlen vertrieben, findet keine Gegenliebe. Im Moustérien (etwa 125.000 bis 40.000 Jahre) sollen in Deutschland, Österreich und der Schweiz jeweils nur einige hundert Neandertaler gelebt haben. Die Bevölkerung im Aurignacien (etwa 35.000 bis 29.000 Jahre) in Westdeutschland wird von manchen Autoren auf weniger als 25.000 Menschen geschätzt. Dies entspräche 0,1 bis 0,2 Personen pro Quadratkilometer und damit etwa der Bevölkerungsdichte der nordamerikanischen Indianer zu den Zeiten, bevor die Weißen kamen. „Heute leben in Westdeutschland etwa 245 Menschen auf einem Quadratkilometer, in Ostdeutschland 154“, hieß es in dem Buch „Deutschland in der Steinzeit“ (1991) von Ernst Probst. In der Steinzeit wohnten die Jäger und Sammler meistens in Zelten und Hütten, die sie im Freiland errichteten. Sie betraten nur selten tiefe Höhlen, die von Höhlenbären aufgesucht wurden und haben diese Tiere demnach dort nicht verscheucht. Auch die Tatsache, dass in der Drachenhöhle bei Mixnitz überwiegend Skelettreste von männlichen Höhlenbären gefunden wurden, diente als Erklärung für das Aussterben dieser Tierart. Doch dagegen spricht, dass in anderen Höhlen das Geschlechterverhältnis genau umgekehrt war. Unbestritten ist, dass klimatische Faktoren für die Verbreitung und Wanderung von Tieren eine wichtige Rolle spielen. Doch man weiß nicht genau, wie stark der Einbruch eines kalten Kontinentalklimas mit einhergehender Verarmung und Änderung des Pflanzenbestandes das Verschwinden der Höhlenbären beeinflusst hat. Eine Auswanderung der Höhlenbären in südliche Gegenden scheint nicht erfolgt zu sein. Zu Lebzeiten der eiszeitalterlichen Höhlenbären existierten in Europa und Asien auch schon die Braunbären (Ursus arctos). Sie unterscheiden sich von den Höhlenbären unter anderem durch ihre etwa um ein Drittel geringere Körpergröße und kleinere Zähne. Außerdem wirkt ihr Schädel nicht so gedrungen wie derjenige der Höhlenbären. Aus den Braunbären gingen im Jungpleistozän (etwa 125.000 bis 11.700 Jahre) die Eisbären (Ursus maritimus) hervor.
Zum Aussterben des Höhlenbären vor etwa 18.000 oder 15.000 Jahren haben vermutlich klimatische Veränderungen und ein daraus resultierender Wandel der Vegetation, die als Lebensgrundlage gedient hatte, erheblich beigetragen. Weniger gravierend dürften die Bejagung durch damalige Menschen, degenerative Veränderungen, rheumatische Erkrankungen und stark von Karies befallene Kiefer gewesen sein.Der Braunbär, der im Gegensatz zum Höhlenbär kein Pflanzenfresser, sondern ein Allesfresser ist, existierte auch nach dem Kältemaximum vor etwa 18.000 Jahren weiter. Zu Beginn der Wiedererwärmung vor rund 15.000 Jahren verbreitete er sich wieder.
  • Produktdetails
  • Verlag: Diplomica Verlag
  • Seitenzahl: 296
  • 2015
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783959340618
  • ISBN-10: 3959340613
  • Best.Nr.: 44038605
Autorenporträt
Ernst Probst, geboren am 20. Januar 1946 in Neunburg/Oberpfalz. Er wurde zunächst Journalist in Nürnberg, Bayreuth und Mainz, später Buchautor und schließlich Verleger. Er schrieb für Zeitungen, Zeitschriften und Nachrichtenagenturen und verfasste mehr als 25 Bücher.