Hoch hinaus!
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Gerade in Zeiten von Krieg und Umweltkatastrophen sind Flucht, verlorene Heimaten und die Suche nach dem Eigenen in der Fremde zentrale Themen von großer gesellschaftlicher Relevanz. Heimat kann jedoch mehr als das Land oder der Ort sein, in dem man geboren oder sesshaft ist, vielleicht: ein Gegenstand, ein Geruch, eine Erinnerung, eine Sprache. Heimat ist ein in der deutschen Sprache verorteter Begriff. Eine Übersetzung in andere Sprachen fällt schwer, ist bisweilen unmöglich. Seit dem 19. Jahrhundert hat "Heimat" sich zu einer emotional gefassten und politisch aufgeladenen Bezeichnung…mehr

Produktbeschreibung
Gerade in Zeiten von Krieg und Umweltkatastrophen sind Flucht, verlorene Heimaten und die Suche nach dem Eigenen in der Fremde zentrale Themen von großer gesellschaftlicher Relevanz. Heimat kann jedoch mehr als das Land oder der Ort sein, in dem man geboren oder sesshaft ist, vielleicht: ein Gegenstand, ein Geruch, eine Erinnerung, eine Sprache. Heimat ist ein in der deutschen Sprache verorteter Begriff. Eine Übersetzung in andere Sprachen fällt schwer, ist bisweilen unmöglich. Seit dem 19. Jahrhundert hat "Heimat" sich zu einer emotional gefassten und politisch aufgeladenen Bezeichnung entwickelt und besonders in der Zeit des Nationalsozialismus als politisch instrumentalisierte Vorstellung vom kulturell und territorial Eigenen neue Brisanz erhalten. Burcu Dogramaci begibt sich in ihrem neuen Buch auf die Suche nach der Präsenz und Bedeutung von Heimat in der Kunst seit den 1960er Jahren. In Auseinandersetzung mit Heimattheorien und literarischen Texten beleuchtet sie die vielfältigen Bedeutungen und Deutungen von künstlerisch wie fotografisch reflektierter Heimat. Sie ordnet auch die Kehr- und Gegenbilder von Heimat, die vielen künstlerischen Arbeiten eingeschrieben sind, in einen größeren kulturgeschichtlichen und zeithistorischen Zusammenhang ein. Dabei fordert die Autorin keine wehmütige Aufwertung von Heimat ein. Im Gegenteil: sie regt an, Heimat im Kontext globaler Migrationsphänomene und Entgrenzungen neu in den Blick zu nehmen.
  • Produktdetails
  • Verlag: Böhlau
  • Artikelnr. des Verlages: BVK0012085
  • Seitenzahl: 674
  • Erscheinungstermin: 12. September 2016
  • Deutsch
  • Abmessung: 282mm x 217mm x 58mm
  • Gewicht: 2814g
  • ISBN-13: 9783412502034
  • ISBN-10: 3412502030
  • Artikelnr.: 44994215
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Hannnes Hintermeier empfiehlt die beiden vom Deutschen, Österreichischen und Südtiroler Alpenverein herausgegebenen Bände allen Leserinnen, sich für die Infrastruktur der Ostalpen und die damit verbundenen denkmalschützerischen Fragen interessieren, für Schutzhütten und Wege, ihre Architektur und ihre Entwicklung. Das Begleitbuch zu einer Ausstellung in Innsbruck, München und Bozen bietet dem Rezensenten anhand einer kulturhistorischen Einführung, zahlreicher Fotos und Karten und mit der Katalogisierung sämtlicher Hütten und Herbergen ein wissenschaftliches fundiertes Kompendium zur Erschließung der Alpen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 07.10.2016

Hoch hinaus in den Ostalpen

Mehr als fünf Jahrzehnte bevor der erste Alpenverein gegründet wurde - das geschah wohlgemerkt in London 1857 -, beschrieb der deutsche Schriftsteller Johann Gottfried Seume in seinem "Spaziergang nach Syrakus im Jahr 1802" die Freuden des selbstbestimmten Gehens. Seume war überzeugt, "dass alles besser gehen würde, wenn man mehr ginge". Er brachte so eine Stimmung auf den Punkt, die sich in einem "neuen Bewegungsdrang bei Mitgliedern der bürgerlichen Klasse" manifestierte, die bis dahin eher durch Bewegungslosigkeit als Ausdruck guten Benehmens aufgefallen war - so Martin Scharfe in seinem kulturhistorischen Einführungskapitel zu dem nun vorliegenden Werk "Hoch hinaus!" über Wege und Hütten in den Alpen. Erst ihr Bau war es, der den Bergtourismus überhaupt ermöglichte.

Die beiden Bände über die Ostalpen dokumentieren erneut das gemeinsame Bemühen dreier Alpenvereine - Deutschlands, Österreichs und Südtirols -, ihre Rolle in der noch jungen Geschichte der Erschließung der Alpen aufzuarbeiten. (Deutscher, Österreichischer und Südtiroler Alpenverein (Hrsg.): "Hoch hinaus!" Wege und Hütten in den Alpen. Böhlau Verlag, Köln 2016. 2 Bde, 395 und 279 S., zahlr. Abb., geb, 49,99 [Euro].) Wissenschaftlich fundiert und mit zahlreichen Fotografien und Karten bestückt, bietet der erste Band einen Überblick über viele Facetten des Hütten- und Wegebaus seit dem mittleren neunzehnten Jahrhundert, darunter instruktive Beiträge über die Architektur der Schutzhütten und den harten Alltag in ihnen. Andere erzählen von der Mühsal des Wegebaus und dem Einsatz vieler Ehrenamtlicher, die nicht zuletzt durch den Klimawandel gefordert sind, ständig Wegkorrekturen vorzunehmen, insbesondere im Fall gletschernaher Routen. Aus bescheidenen Anfängen wurde ein dichtes Erschließungsnetz, dessen rasanter Ausbau bis heute anhält.

Die beiden Bände dienen zugleich als Begleitbuch zu der gleichnamigen Ausstellung, die soeben in Innsbruck in den Räumen des Archivs für Baukunst eröffnet wurde und dort bis 3. Februar 2017 gezeigt wird; danach wandert die Schau weiter nach München und Bozen. Für alle, die sich für die Infrastruktur der Alpen und die mit ihr verbundenen naturund denkmalschützerischen Fragestellungen interessieren, ist dieses Nachschlagewerk eine Fundgrube. Es schlüsselt die Ostalpen auf von Vorarlberg bis in den Wienerwald, von den Bergamasker Alpen bis zu den Karawanken. Der zweite Band katalogisiert alle aktuellen und aufgelassenen Schutzhütten, zudem offene Unterstände, Jugendherbergen und Aussichtswarten, insgesamt 1800 Bauwerke. (hhm)

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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