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"Die Tür nicht zumachen, sondern offen halten für das kleine Glück." Mirjam Pressler
Das Glück kam bisher nur selten zu Halinka. Halinka ist zwölf und lebt seit Jahren im Heim. Was vor dieser Zeit war, erzählt sie nicht. Halinka hat keine Freundin und will auch keine. Am liebsten ist sie allein in ihrem wunderbaren Versteck auf dem Speicher. Dort schreibt sie all die Sprüche und Sätze auf, die ihr durch den Kopf gehen. Manchmal lässt sie sich mit Huckleberry Finn auf einem Floß den Mississippi hinuntertreiben. Dann hat Fräulein Urban, die Heimleiterin, die verrückte Idee, alle Mädchen für…mehr

Produktbeschreibung
"Die Tür nicht zumachen, sondern offen halten für das kleine Glück." Mirjam Pressler
Das Glück kam bisher nur selten zu Halinka. Halinka ist zwölf und lebt seit Jahren im Heim. Was vor dieser Zeit war, erzählt sie nicht. Halinka hat keine Freundin und will auch keine. Am liebsten ist sie allein in ihrem wunderbaren Versteck auf dem Speicher. Dort schreibt sie all die Sprüche und Sätze auf, die ihr durch den Kopf gehen. Manchmal lässt sie sich mit Huckleberry Finn auf einem Floß den Mississippi hinuntertreiben. Dann hat Fräulein Urban, die Heimleiterin, die verrückte Idee, alle Mädchen für das Müttergenesungswerk sammeln zu lassen. Halinka möchte unbedingt Sammelkönigin werden. Vielleicht kann sie dann wieder ihre geliebte Tante Lou besuchen. Halinka weiß - wenn das Glück kommt, dann muss man ihm einen Stuhl hinstellen. Und darauf wartet sie.
  • Produktdetails
  • Beltz & Gelberg Taschenbuch Bd.293
  • Verlag: Beltz
  • Artikelnr. des Verlages: 78293
  • 14. Aufl.
  • Seitenzahl: 216
  • Altersempfehlung: ab 12 Jahren
  • Erscheinungstermin: 30. Januar 2018
  • Deutsch
  • Abmessung: 187mm x 126mm x 15mm
  • Gewicht: 216g
  • ISBN-13: 9783407782939
  • ISBN-10: 3407782934
  • Artikelnr.: 07088618
Autorenporträt
Pressler, Mirjam
Mirjam Pressler (1940 - 2019) lebte bis zu ihrem Tod in Landshut. Sie studierte an der Akademie für Bildende Künste in Frankfurt und Sprachen in München und lebte für ein Jahr in einem Kibbuz in Israel. Zurück in Deutschland arbeitete sie unter anderem als Taxifahrerin und führte einen Jeansladen.Mirjam Pressler gehört zu den bekanntesten Kinder- und Jugendbuchautoren und hat mehr als 30 eigene Kinder- und Jugendbücher verfasst, darunter »Bitterschokolade« (Oldenburger Jugendbuchpreis), »Novemberkatzen«, »Wenn das Glück kommt, muss man ihm einen Stuhl hinstellen« (Deutschen Jugendliteraturpreis), »Malka Mai« (Deutscher Bücherpreis) und die Romane »Golem stiller Bruder«, »Nathan und seine Kinder«, »Ein Buch für Hanna«, »Ich bin's Kitty. Aus dem Leben einer Katze« und »Dunkles Gold« sowie die Lebensgeschichte der Anne Frank »Ich sehne mich so«. Außerdem hat sie viele Bücher aus dem Niederländischen, Englischen und Hebräischen übersetzt.Für ihre »Verdienste an der deutschen Sprache« wurde sie 2001 mit der Carl-Zuckmayer-Medaille ausgezeichnet, für ihr Gesamtwerk als Übersetzerin mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises und für ihr Gesamtwerk als Autorin und Übersetzerin 2004 mit dem Deutschen Bücherpreis, der Corine und der Buber-Rosenzweig-Medaille sowie mit dem Friedenspreis der Geschwister Korn und Gerstenmann-Stiftung.

Schöffmann-Davidov, Eva
Eva Schöffmann-Davidov, geboren 1973, besuchte nach dem Abitur die Freie Kunstwerkstatt in München und studierte anschließend Graphik-Design in Augsburg. Nach ihrem Studium machte sie sich als freie Illustratorin selbständig und gehört mittlerweile zu einer der bekanntesten deutschen Illustratoren für Kinder- und Jugendbücher. Eva Schöffmann-Davidov lebt mit ihrer Familie in Augsburg.
Rezensionen
Besprechung von 18.05.2006
Band 36
Liebeserklärungen an Tante Lou
Mirjam Pressler: „Wenn das Glück kommt . . .”
Der bittersüße Marzipanduft von Pelikanol, das eklige Braun von eingebrannter Grießsuppe, die Schwere einer mit Münzen prallvollen Sammelbüchse des Müttergenesungswerks, die Wut über einen gerissenen Schnürsenkel - es sind Bilder der frühen fünfziger Jahre, die Mirjam Presslers Geschichte von Halinka, die trotz aller schlechten Erfahrungen dem Glück dann doch einen Stuhl hinstellt, wachruft.
Möglich, dass solche Gerüche, Farben, Klänge Jugendlichen von heute fremd sind; die Gefühle, um die es in dieser merkwürdigen Woche im Leben eines zwölfjährigen Heimkinds geht, sind es nicht - Verlassenheit, Eifersucht, verletzter Stolz, Wut, Hass, Sehnsucht nach Zärtlichkeit und gleichzeitig ängstliche Abwehr jeder Zärtlichkeit. Um das tiefe Misstrauen eines verlassene Kindes geht es in dem Roman; ums Sichbehaupten in einer Welt, die nicht freundlich ist zu Kindern, in der man kämpfen muss, um nicht unterzugehen, und mit Zuneigung oder Hoffnung geizig haushält, damit man am Ende nicht reinfällt. Weshalb Halinka auch Distanz hält zu Renate, die nachts im Schlafsaal so oft vor sich hin weint. Denn „was nützt eine Freundin, die nicht stark ist” im Heim, wo nur der Starke Recht hat. O ja, sie kennt sich aus, diese Zwölfjährige, und sie ist so wenig gut, wie die Welt wenig gut ist. Und so wird sie also auch zehn Mark klauen aus der vollen Sammelbüchse.
Authentizität rühmten die Kritiker an den Romanen Presslers, mit mehr als 30 Büchern einer der erfolgreichsten deutschen Kinder- und Jugendbuchautorinnen, vielfach ausgezeichnet, auch für ihre vorzüglichen Übersetzungen. Authentisch ist sie, weil sie Phantasie hat und Einfühlungsvermögen in die komplizierte Seelenlage von Kindern. Es sind Geschichten von Außenseitern - von Eva, die ihren Kummer in sich hineinfrisst („Bitterschokolade”), von Thomas, einem gehbehinderten 15-Jährigen („Stolperschritte”), von Herbert, dem Schulversager („Kratzer im Lack”). Oder, mit autobiografischen Zügen, eben von Halinka, die ins Heim kommt wegen Verwahrlosung. „Verwahrlosung” ist ein Wort, das sie hasst und dem sie fremde Wunderworte wie „Orchidee” oder „karminrot” entgegensetzt, und dann enttäuscht feststellt, dass Orchideen nicht rot, sondern weiß sind.
Aber Kinder (nicht nur Kinder) haben ein Recht darauf, dass die Welt in Ordnung gebracht wird; dass also auch eine Geschichte, die in einem Heim für vernachlässigte Kinder spielt, in dem man sich notfalls auch blutig schlägt, gut ausgeht. Nein, es geschehen keine großen Wunder, und Halinkas Tante Lou wird ihre Nichte nicht zu sich holen können. Aber die Frau mit dem Kind an der Hand wird ein Zweimarkstück in Halinkas Sammelbüchse werfen, und die Verkäuferin im Metzgerladen wird ihr eine dicke Scheibe Wurst schenken. Und das Geld, das sie geklaut hat, wird reichen für eine Fahrkarte zu Tante Lou auch noch für Renate. Denn am Ende dieser Woche wird Halinka gelernt haben, Gefühle zuzulassen, und eine Freundin gewinnen, auch wenn die schwach ist und zu nichts nutze.
ELISABETH BAUSCHMID
Halinka sehnt sich
Illustration: Rotraut Susanne Berner
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Eine Dienstleistung der DIZ München GmbH
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"Ein in seiner Feinfühligkeit und Innigkeit, in seinem Humor, gerade in seiner fehlenden Moral zutiefst menschliches Buch für junge Menschen, die ja alle immer ein wenig allein sind." Aargauer Tagblatt "Einfach zauberhaft, wie Mirjam Pressler mit einer schlichten, kleinen Geschichte große Momente erzeugt." Aargauer Zeitung "Das Wunderbare an diesem poetischen Buch ist Halinkas Optimismus, ihre Fähigkeit, sich mit einer schlimmen Situation nicht abzufinden. Eine Heldin, die Kindern in schwierigen Lebensumständen Vorbild sein kann." Brigitte