7,95 €
versandkostenfrei*

inkl. MwSt.
Versandfertig in 1-2 Wochen
0 °P sammeln
    Broschiertes Buch

Wolfgang Hilbigs Erzählung "Alte Abdeckerei" zieht den Leser hinein in einen geheimnisvollen Bezirk, der angesiedelt ist auf der Grenzlinie zwischen literarischer Imagination und politischer Realität: "Jenseits der Kohlenbahnlinie, südöstlich eines halb unbewohnten Dorfes, tief in der verwilderten Senke, direkt an dem verkommenen Zaun begann das Gebiet, welches der Osten war, und man drang nicht ungestraft in diese Gegend vor." Hilbigs jugendlicher Held erforscht auf ausschweifenden Erkundungsgängen diesen Bereich voller Ruinen, ausgelaugter Äcker und Industrieanlagen, obwohl er immer wieder…mehr

Produktbeschreibung
Wolfgang Hilbigs Erzählung "Alte Abdeckerei" zieht den Leser hinein in einen geheimnisvollen Bezirk, der angesiedelt ist auf der Grenzlinie zwischen literarischer Imagination und politischer Realität: "Jenseits der Kohlenbahnlinie, südöstlich eines halb unbewohnten Dorfes, tief in der verwilderten Senke, direkt an dem verkommenen Zaun begann das Gebiet, welches der Osten war, und man drang nicht ungestraft in diese Gegend vor." Hilbigs jugendlicher Held erforscht auf ausschweifenden Erkundungsgängen diesen Bereich voller Ruinen, ausgelaugter Äcker und Industrieanlagen, obwohl er immer wieder von den Erwachsenen gewarnt wird: Es sind dort Menschen verschwunden, so erzählt man ihm, über die niemand mehr reden darf, die aber in der Erinnerung nicht auszulöschen sind.
  • Produktdetails
  • Fischer Taschenbücher Bd.11479
  • Verlag: FISCHER Taschenbuch
  • 3. Aufl.
  • Seitenzahl: 128
  • Erscheinungstermin: Februar 2009
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm
  • Gewicht: 150g
  • ISBN-13: 9783596114795
  • ISBN-10: 3596114799
  • Artikelnr.: 04848612
Autorenporträt
Hilbig, Wolfgang
Wolfgang Hilbig, geboren 1941 in Meuselwitz bei Leipzig, gestorben 2007 in Berlin, übersiedelte 1985 aus der DDR in die Bundesrepublik. Er erhielt zahlreiche literarische Auszeichnungen, darunter den Georg-Büchner-Preis, den Ingeborg-Bachmann-Preis, den Bremer Literaturpreis, den Berliner Literaturpreis, den Literaturpreis des Landes Brandenburg, den Lessing-Preis, den Fontane-Preis, den Stadtschreiberpreis von Frankfurt-Bergen-Enkheim, den Peter-Huchel-Preis und den Erwin-Strittmatter-Preis. Im S. Fischer Verlag erscheint die siebenbändige Ausgabe seiner Werke, »eine der wichtigsten Werkausgaben der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur« (Uwe Schütte, Wiener Zeitung).Wolfgang HilbigWERKEBand I GEDICHTEBand II ERZÄHLUNGEN UND KURZPROSABand III DIE WEIBER - ALTE ABDECKEREI - DIE KUNDE VON DEN BÄUMEN (Erzählungen)Band IV EINE ÜBERTRAGUNG (Roman)Band V »ICH« (Roman)Band VI DAS PROVISORIUM (Roman)Band VII ESSAYS, REDEN, INTERVIEWSLiteraturpreise:1983 Brüder-Grimm-Preis1985 Förderpreis der Akademie der Künste, Berlin1987 Kranichsteiner Literaturpreis1989 Ingeborg-Bachmann-Preis1992 Berliner Literaturpreis1993 Brandenburgischer Literaturpreis1994 Bremer Literaturpreis1996 Literaturpreis der Deutschen Schillerstiftung, Dresden 1997 Lessingpreis des Freistaates Sachsen1997 Fontane-Preis der Berliner Akademie der Künste1997 Hans-Erich-Nossack-Preis (Kulturkreis d. dt. Wirtschaft)2001 Stadtschreiberpreis von Frankfurt-Bergen-Enkheim2002 Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik2002 Georg-Büchner-Preis2002 Walter-Bauer-Literaturpreis der Stadt Merseburg2007 Erwin-Strittmatter-Preis des Landes Brandenburg
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Helmut Böttiger findet es völlig angemessen, dass der Fischer Verlag den 2007 verstorbenen Autor Wolfgang Hilbig mit einer Werkausgabe als Klassiker ehrt. Für den Rezensenten bietet besonders der jetzt erschienene dritte Band mit den Erzählungen "Alte Abdeckerei", "Die Weiber" und "Die Kunde von den Bäumen" Einblick in die literarische Ausnahmeerscheinung Hilbig, dessen Schreiben er als "furiose Sonderform der Arbeiterliteratur" würdigt. Nicht nur in "Alte Adeckerei", die er als "Höhepunkt" von Hilbigs "morbid-industrieller, transproletarischer Ästhetik" feiert, sind autobiografische Erfahrungen geflossen, so Böttiger. Der Autor, der bis 1985 in der DDR als Heizer, Werkzeugmacher und Schriftsteller lebte, wandelt Erfahrungen und Lebenswirklichkeit aber ins Allgemeine, Existentielle und zeigt sich hier nicht zuletzt als faszinierender Geistesverwandter von Franz Kafka, so der Rezensent. Das findet er nicht nur deshalb bemerkenswert, weil Hilbig nach eigenem Bekunden zur Zeit der Niederschrift dieser Erzählungen, Kafka noch gar nicht gelesen hatte. Mit unübertroffener Radikalität habe Hilbig "Schreiben und Leben" verbunden, so Böttiger gefesselt.

© Perlentaucher Medien GmbH