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München: Zwischen Alpenidylle und Hipstertum, Wohnungsnot und Mietwahnsinn, Blechlawinen und Radschnellwegenetz - die nördlichste Stadt Italiens wird von arabischen, russischen und chinesischen Touristen genauso geliebt wie von Biergartengrantlern und "Zuagroasten". Thomas Grasberger ergründet den Reiz Münchens, das kulturelle Leben jenseits von Oktoberfest, Staatsoper und Tollwood. Er skizziert eine Typologie der Stadtviertel, führt uns in eine Zeit, als Schwabing noch Boheme bedeutete und Giesing noch ein Arbeiterviertel war, und an Plätze, an denen moderne Architektur in den Himmel wächst…mehr

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Produktbeschreibung
München: Zwischen Alpenidylle und Hipstertum, Wohnungsnot und Mietwahnsinn, Blechlawinen und Radschnellwegenetz - die nördlichste Stadt Italiens wird von arabischen, russischen und chinesischen Touristen genauso geliebt wie von Biergartengrantlern und "Zuagroasten". Thomas Grasberger ergründet den Reiz Münchens, das kulturelle Leben jenseits von Oktoberfest, Staatsoper und Tollwood. Er skizziert eine Typologie der Stadtviertel, führt uns in eine Zeit, als Schwabing noch Boheme bedeutete und Giesing noch ein Arbeiterviertel war, und an Plätze, an denen moderne Architektur in den Himmel wächst und neue Subkulturen gedeihen. Er spürt den Mythen der Vergangenheitsbewältigung nach und dem Hang der Münchner zum Eisbachsurfen.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, BG, CY, CZ, D, DK, EW, E, FIN, F, GR, HR, H, IRL, I, LT, L, LR, M, NL, PL, P, R, S, SLO, SK ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Piper Verlag GmbH
  • Seitenzahl: 224
  • Erscheinungstermin: 03.08.2020
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783492997522
  • Artikelnr.: 59302931
Autorenporträt
Grasberger, Thomas
Thomas Grasberger, 1964 in Altötting geboren, studierte in Bangkok und der bayerischen Landeshauptstadt, wo er auch die Journalistenschule absolvierte. Er arbeitete u. a. für die SZ und Die Welt; seit 2000 ist er fest-freier Journalist beim Bayerischen Rundfunk. In seinen Radiofeatures, Fernsehdokumentationen und Büchern wie »Grant. Der Blues des Südens« spürt Grasberger dem bairischen Lebensgefühl nach. 2017 wurde er mit dem Ernst-Hoferichter-Preis ausgezeichnet und im selben Jahr zur renommierten Literatenvereinigung Münchner Turmschreiber berufen. Mit seiner Familie lebt er in der Münchner Maxvorstadt.
Inhaltsangabe
Inhalt

Prolog

Versuch über das Nichts oder Von der Schwierigkeit, eine Stadt zu beschreiben, die es so nie gegeben hat

Ankunft

Wo, bittschön, ist München?

München von Kopf bis Fuß

Umland ist überall

Das Leben ist Föhn - Münchner Wetter

Der echte Münchner?

Phantomsch( m )erz Schickeria

Noch echter: der Zugereiste

Glaubensfragen

EssenKönigin im Schweinsdarm - die Weißwurst

Trendsport ? Schon !

Fußball

Kleine Medienkunde

Ja wie reden Sie denn? Sprache in München

Welt? Stadt? Herz? Hirn?

Mythos Bier oder Die Topografie des Brauens

Mythos Vergangenheitsbewältigung

Lang lebe der König!

Münchner Kultur oder Das Kreuz mit der Dauerwelle

Zen oder Die Kunst, einen Biergarten zu finden

Immer gemütlich? Der Münchner bei der Arbeit

München Money oder Der bayerische Euro

Epilog

Da geh her ! Schön dableiben

Glossar
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 18.11.2001

REISEBÜCHER

Für die Tasche. Die schlechte Nachricht zuerst: Die "Gebrauchsanweisung für München" hat keinen Stadtplan. Kein leuchtendes Straßengewimmel aus Gelb, Orange und Magenta, kein Blau für die U-Bahn, kein Rot für den Bus. Das Buch hat auch kein Hotelverzeichnis, keine Museumsöffnungszeiten, keinen Gourmettip. Womit klar ist: Der hübsch gebundene Band ist ein Fehlkauf. Zumindest, wenn man aus Nagasaki, Winnipeg oder Kevelaer kommt, Deutschlands heimliche Hauptstadt zum ersten Mal besucht und nach zwei Tagen weiterfährt.

Sie wollen länger bleiben und mehr erfahren? Sie sind sogar selbst Münchner? Und gespannt auf einen ungewohnten Blick auf Ihre Stadt? Dann gibt es eine gute Nachricht: Die "Gebrauchsanweisung für München" hat keinen Stadtplan. Den gibt es schließlich in der Stadtinformation im Rathaus. Das liegt am Marienplatz, und dahin findet jeder Taxifahrer. Aber versuchen Sie einmal, ihn zu fragen, ob München überhaupt existiert, und wenn ja, wo Kopf und Füße sind - er wird so tun, als sprächen Sie Japanisch oder Niederrheinisch. Sie wollen es trotzdem wissen? Wo der "große, majestätische Kopf mit einem erstaunlich guten Gesicht, mit leider etwas pomadigem Haar und einem allzu kräftigen Stiernacken, dafür aber mit einer schönen Stimme, relativ gesunden Organen sowie etwas zu dünnen Armen und Beinen, dafür aber einem weit überhängenden Bauch und einem dicken Hintern" liegt? Fahren Sie zum Marienplatz. Genau gegenüber der Stadtinformation ist eine Buchhandlung. Die wundersame "Gebrauchsanweisung für München" findet jede Aushilfe.

müt.

Thomas Grasberger: "Gebrauchsanweisung für München", Piper 2001, 30 Mark.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 30.08.2001

Föhn, Zen und
eine Maß Bier
Eine „Gebrauchsanweisung für München”,
die nicht immer befolgt werden muss
Wer ein Buch über München und die Münchner schreibt, kann weit mehr als einen Kasten Bier darauf verwetten, dass ein unfreundliches Rumoren durch die Stadt gehen wird. Wenn der Autor dann irgendwann zwischen den Zeilen eingestehen muss, dass er selbst gar kein echter Münchner sei, wird daraus ein enddarmliches Grummeln, das sich den Weg ins Freie bahnt, um diesem Menschen gehörig in die Nase zu steigen. Der Münchner liest nicht gerne über sich und seinesgleichen, egal ob der Autor jetzt Thomas Mann heißt oder Thomas Grasberger.
Nicht, dass man angesichts des letztgenannten Erstlings sich gezwungen sähe, eine direkte Linie zum Nobelpreisträger Mann zu ziehen. Aber weil ja nun der eine, Mann, den Münchner Mädchen schon mal etwas zu große Füße attestiert und der andere, Grasberger, alle weiteren Klischees über die Stadt zu einer „Gebrauchsanweisung für München” zusammengetragen hat, und weil nun beide über München schrieben, obwohl sie keine Münchner waren beziehungsweise sind, sei diese gewagte Verbindung nun mal so auf die Serviette skizziert. Als weitere Ausflucht dürfte gelten, dass Thomas Grasberger aus Altötting stammt, einem Ort, von dem viele sagen, alle guten Journalisten kämen von dort – als Behauptung sicher ebenso kühn wie die Konnektion der beiden Thomasse.
Nun gut, zurück zum Grummeln. Thomas Grasberger geht in dieser Gebrauchsanweisung (übrigens eine famose, vielteilige Piper-Reihe) laut Prolog von der These aus, dass es München „so nie gegeben hat”. Wobei der Leser nun zum Sinnieren darüber angehalten ist, was dieses „so” bedeuten könnte. Diese Nachdenklichkeit hält während der gesamten Lektüre an, denn der Autor verarbeitet nun alle bekannten Bilder, die einem bei dem Wort München zu Kopfe steigen, zu einer manchmal kühnen Collage, deren Sinn sein könnte, das München, wenn schon nicht „so”, doch „fast so” oder zumindest „so ähnlich” sein dürfte, dieses aber immer Ansichtssache sei und der Münchner selber dies alles „so”wie„so” ganz anders sehe. Zum Beispiel Föhn. Grasberger sagt, eigentlich gebe es ihn nicht. Den Föhn. Er sei die „Fatamorgana des Münchners”. Meteorologisch ist das natürlich Quatsch, es sei denn, die Föhnwolke (cumulus lenticularis) sei ebenso eine Fatamorgana wie die Tatsache, dass bei Föhn das Barometer längst Regen zeigt, obgleich die Sonne scheint. Aber im Kontext dessen, was es alles „so” nicht gibt – Schickeria etwa oder Biergärten – ist die Absenz des Föhn natürlich logisch.
Das Buch – es sind 21 Kapitel plus Pro- und Epilog und Glossar, also 208 Seiten – ist eine ideale Lektüre für den Biergarten, wenn man ihn denn gefunden hat (laut Grasberger eine nachgerade Zen-meisterliche Leistung), weil einem dortselbst das „göttliche Fluidum”, wie der Autor nicht zu Unrecht die Maß Bier beschreibt, dabei hilft, bei dem nicht minderen Lesespaß den einen oder anderen Gedankenschnackler hinabzuspülen. So ist es – nur ein Beispiel – einerseits natürlich gerade heute sinnfällig, darauf hinzuweisen, warum München als „Hauptstadt der Bewegung” historisch notiert wird. Dass dieser Konnex andererseits aber auch herhalten muss, wenn es um München als Hauptstadt der Inlineskater geht, entwertet die Bösartigkeit „der Bewegung” zur Marginalie.
Grasbergers Gebrauchsanweisung ist nicht in allen Fällen als solche anzuraten, aber als munter formulierte, historisch oft fein recherchierte und manches Urteil als Vorurteil entlarvende Orts- und Zustandsbeschreibung auch dem Münchner selbst zu empfehlen. Schon weil der sich so gerne ärgert, wenn über ihn geschrieben wird.
KARL FORSTER
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.diz-muenchen.de
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"Thomas Grasberger hat (...) ein kurzweiliges Handbuch zum richtigen Umgang mit der Isar-Stadt verfasst.", Westfalenpost, 06.10.2012 20151120