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Die Nachfahren des Philosophen Moses Mendelssohn haben vom 18. Jahrhundert bis ins Jahr 1938 als Bankiers, Künstler und Gelehrte die deutsche Kultur geprägt. Mitreißend und kenntnisreich erzählt Thomas Lackmann das Schicksal dieser großen Familie über fünf Generationen - zwischen Tradition und Aufbruch, Idealismus und Macht, Glück und Enttäuschung…mehr

Produktbeschreibung
Die Nachfahren des Philosophen Moses Mendelssohn haben vom 18. Jahrhundert bis ins Jahr 1938 als Bankiers, Künstler und Gelehrte die deutsche Kultur geprägt. Mitreißend und kenntnisreich erzählt Thomas Lackmann das Schicksal dieser großen Familie über fünf Generationen - zwischen Tradition und Aufbruch, Idealismus und Macht, Glück und Enttäuschung
  • Produktdetails
  • Verlag: Nicolai Berlin
  • Seitenzahl: 562
  • Erscheinungstermin: 21. April 2015
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 146mm x 53mm
  • Gewicht: 950g
  • ISBN-13: 9783894799045
  • ISBN-10: 3894799048
  • Artikelnr.: 41103662
Autorenporträt
Thomas Lackmann ist Feuilletonredakteur des Tagesspiegels und künstlerischer Leiter der Jüdischen Kulturtage 2004, die sich der Familie Mendelssohn widmeten.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 22.07.2006

Die getauften Judensöhne
Thomas Lackmann erzählt kurzweilig die Familiengeschichte der Mendelssohns
Felix sei „zwar ein Judensohn, aber kein Jude”, schrieb der Direktor der Berliner Singakademie Karl Friedrich Zelter über das musikalische Wunderkind Felix Mendelssohn Bartholdy in einem Brief an Goethe, bevor er mit dem Enkel des jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn 1821 nach Weimar fuhr: Es sei schon wirklich einmal etwas Rares, „wenn aus einem Judensohn ein Künstler würde”. Noch Generationen später, als längst alle Mendelssohns wie der schon als Kind getaufte „Judensohn” Felix Christen waren, zieht sich die mit dem Familiennamen Mendelssohn verbundene Erinnerung an den Ahn und Familiengründer Moses Mendelssohn und damit an die jüdische Herkunft durch die abwechslungsreiche Familiengeschichte der Großfamilie, obwohl sie längst keine jüdische Familie mehr ist. Die Mendelssohn-Dynastie aus höchst erfolgreichen Bankiers, Komponisten, Gelehrten, Kunstsammlern und Firmengründern nebst einigen schwarzen Schafen ehrte das Andenken des berühmten Vorfahren. Aber auch die judenfeindliche Umwelt hat, wie schon Zelter, die jüdische Herkunft der Mendelssohns noch über die Shoah hinaus nie vergessen.
Thomas Lackmann hat diese Familiengeschichte nun unter dem Titel „Das Glück der Mendelssohns. Geschichte einer deutschen Familie” nacherzählt. Er tut dies in Form von historisch verbürgten Anekdoten aus dem reichen Fundus der Familienerinnerungen, Briefsammlungen, Zeugnisse, Nachlässe und Archive, die längst Gegenstand zahlreicher Forschungen sind, und zu denen Lackmann manche eigene Funde beisteuert. Die Mendelssohns zeigen sich dabei als eine großbürgerliche Familie, mit hohem Bewusstsein von ihrer eigenen Bedeutung und starkem Gefühl der Zusammengehörigkeit. Davon zeugen Werkausgaben, Briefsammlungen und Familienchroniken, die schon im 19. Jahrhundert entstanden und auf die Lackmann zurückgreifen kann. Er erzählt die Familiengeschichte der Mendelssohns in der Abfolge der Generationen, zeichnet Kurzporträts der wichtigsten und wirkungsreichsten Familienmitglieder, prägnant, kenntnisreich und vor allem kurzweilig.
Der Leser bleibt dabei von Werkanalysen und Wirkungsgeschichte der Künstler und Gelehrten weitgehend verschont, das Bild der Familie entsteht aus einem Mosaik von Anekdoten, die neben dem Glück auch vom Unglück und der Tragik vieler Familienmitglieder, wie etwa dem linkischen und glücklosen Arzt und Sozialisten Arnold Mendelssohn, berichten. Dass dabei die Frauen oft zu kurz kommen, schuldet sich der Quellenlage ebenso wie der patriarchalischen Familienhierarchie, aber es wäre doch mehr als eine Erwähnung wert gewesen, dass die wilde und innerfamiliär ungeliebte Dorothea (Brendel) Mendelssohn/Veit/Schlegel ihren Bankiersbrüdern als Autorin weit überliegen war und dass die musikalische Karriere von Felix’ älterer Schwester Fanny von ihrem Vater und Bruder gezielt verhindert und zerstört wurde.
In Lackmanns Kette gut gewählter, geschickt, wenngleich bisweilen salopp erzählter und montierter Anekdoten gibt es kaum Platz für analytische Passagen. Die Familiengeschichte wird mit der allgemeinen Geschichte allenfalls lose verbunden. Dass 1871 mit der Reichsgründung Preußen im Deutschen Reich aufging und damit aus der preußischen erst die „deutsche Familie” Mendelssohn wurde, dass sich der christliche Antijudaismus zum Antisemitismus wandelte, der die seit Generationen getauften Mendelssohns immer wieder mit dem Judenhass konfrontierte, dass mit Walter Rathenau mehr zu Grabe getragen wurde als ein Villennachbar der Mendelssohns im Berliner Grunewald, wird aus Lackmanns Miniaturen nicht so recht deutlich. Spannend und informativ ist seine Familiengeschichte in Anekdoten dennoch immer zu lesen. Ein Familienstammbaum und Abbildungen komplettieren die Saga.
CHRISTOPH SCHULTE
THOMAS LACKMANN: Das Glück der Mendelssohns. Geschichte einer deutschen Familie. Aufbau Verlag, Berlin 2005. 576 Seiten, 26,90 Euro.
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Über drei Generationen erstreckt sich Thomas Lackmanns unterhaltsames, spannendes und informatives Porträt der Familie Mendelssohn, berichtet der Rezensent Christoph Schulte: von der Generation des "Stammvaters" Moses Mendelssohn bis hin zur Enkelgeneration um Felix Mendelssohn-Bartholdy. Lackmanns gut dokumentierte, mit zahlreichen prägnanten Kurzporträts gespickte Familiengeschichte zeigt die Mendelssohns als selbstbewusste und eng zusammenhaltende großbürgerliche Familie und wie Lackmann schon im Untertitel seines Buches festhält, als deutsche Familie. Bei aller anekdotisch genährter Kurzweil (denn glücklicherweise werde der Leser nicht unnötig mit Werkanalysen behelligt) bemängelt der Rezensent jedoch zum einen, dass die Frauen, die in der Mendelssohn-Familie nicht immer einen leichten Stand hatten, zu kurz kommen, und zum anderen die mangelnde Einbindung der Familiengeschichte in die allgemeine Geschichte. Ein paar "analytische Passagen" hätten diesem ansonsten sehr lesenswerten Buch sicher gut getan, so das Fazit des Rezensenten.

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