The Art of Political Murder - Goldman, Francisco
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A true detective story tracing the murder investigation of a human rights activist and Guatemalan bishop, with the plot twists and colourful characters of a Graham Greene novel. Shortlisted for the CWA Gold Dagger for Non-Fiction. 'A multi-layered real-life whodunnit... Forensic and chilling.' Rory Carroll, Guardian…mehr

Produktbeschreibung
A true detective story tracing the murder investigation of a human rights activist and Guatemalan bishop, with the plot twists and colourful characters of a Graham Greene novel. Shortlisted for the CWA Gold Dagger for Non-Fiction. 'A multi-layered real-life whodunnit... Forensic and chilling.' Rory Carroll, Guardian
  • Produktdetails
  • Verlag: Atlantic Books
  • Main
  • Seitenzahl: 432
  • Erscheinungstermin: 1. Februar 2010
  • Englisch
  • Abmessung: 197mm x 128mm x 33mm
  • Gewicht: 400g
  • ISBN-13: 9781848871953
  • ISBN-10: 1848871953
  • Artikelnr.: 27376744
Autorenporträt
Goldman, Francisco
Francisco Goldman's first novel, The Long Night of White Chickens, won the Sue Kaufman Prize for first fiction from the American Academy of Arts and Letters. The Ordinary Seaman, his second novel, was a finalist for the International IMPAC-Dublin Literary Award. Both novels were finalists for the PEN/Faulkner Award. Goldman's novel The Divine Husband was published by Atlantic Books in 2006. His work has appeared in the New Yorker, Harper's, New York Times Magazine, and New York Review of Books. The Art of Political Murder (Atlantic 2008) is his latest book.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 27.06.2011

Tod eines Bischofs

Am 24. April 1998 veröffentlicht der guatemaltekische Bischof Juan Gerardi einen Bericht über Menschenrechtsverletzungen während des Bürgerkriegs. Hauptverantwortlich sei das Militär. Zwei Tage später wird Gerardi ermordet, gut drei Jahren später werden drei Militärs und ein Pater verurteilt. Ein Berufungsgericht bestätigt die Urteile im Jahr 2005, setzt jedoch das Strafmaß für die Haupttäter auf zwanzig Jahre herab. Erst 2007 weist das Verfassungsgericht des mittelamerikanischen Staates einen letzten Antrag der Verteidigung zurück und setzt das Urteil in Kraft. In seinem Buch "Die Kunst des politischen Mordes" protokolliert der amerikanische Journalist Francisco Goldman die Geschichte dieser Geschehnisse. Langsam bekommt der Leser dabei ein Bild von der Unübersichtlichkeit der Zeugenaussagen und des gesamten Verfahrens. Goldman zeigt, wie aus Täterkreisen der neugierigen Öffentlichkeit immer wieder reich ausgeschmückte Geschichten vorgesetzt werden, bis Nebensächlichkeiten im medialen Vordergrund stehen. Hat der Schäferhund des Bischofs zugebissen? Was machte der Unbekannte mit nacktem Oberkörper am Tatort? War Streit in einer homosexuellen Beziehung Auslöser für die Tat? Goldman geht ausdrücklich auf Distanz zu Mario Vargas Llosa, der sich in einem Zeitungsartikel 2004 der Theorie vom Hundebiss anschloss. Seine Darstellung wirkt zuverlässig; dass er auch bei der Exhumierung des Bischofs zugegen war, ist da nur ein zusätzliches Detail. (Francisco Goldman: "Die Kunst des politischen Mordes". Aus dem Englischen von Roberto de Hollanda. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2011. 512 S., geb., 24,95 [Euro].) gran

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 11.10.2011

„Wenn Sie dieses Video sehen, bin ich tot“
Was der Staat weiß, macht ihn nicht heiß. Rechtlosigkeit und Korruption werden in Guatemala seit jeher gepflegt: von den Kolonisatoren, von den USA und natürlich auch von der
einheimischen Elite. Der Schriftsteller und Journalist Francisco Goldman hat einen großartigen Bericht über das Land verfasst – er liest sich wie ein Krimi Von Peter Burghardt
Juan Gerardi hatte noch zwei Tage zu leben, als er das grausigste Kapitel von Guatemalas Vergangenheit vorstellte. Dabei sollte jener 24. April 1998 helfen, eine friedliche Zukunft einzuleiten. Der Weihbischof und Menschenrechtler Gerardi leitete eine Kommission zur „Wiedererlangung der historischen Wahrheit“ (REMHI), die den Bürgerkrieg von 1960 bis 1996 in dem zentralamerikanischen Land dokumentierte.
200 000 Menschen starben bei dem Gemetzel zwischen Militär und Guerilla – die REMHI fand heraus, dass 90 Prozent der Verbrechen von Armee und Todesschwadronen begangen wurden. Meistens an Zivilisten aus der indianischen Bevölkerungsmehrheit. „Guatemala: nie wieder!“, heißt der Bericht. „Wir wollten die Geschichte des Leidens und des Todes rekonstruieren, um die Motive zu entdecken“, sagte Gerardi bei der feierlichen Präsentation in der Kathedrale der Hauptstadt. 48 Stunden später war er tot.
Am 26. April 1998 lag der 75-jährige Gerardi mit zertrümmertem Schädel in der Garage seiner Pfarrei nahe des Präsidentenpalastes von Guatemala-Stadt. Wieder war in einer der gewalttätigsten Regionen der Erde eine Stimme der Entrechteten zum Schweigen gebracht worden. Die weltweite Empörung erfasste auch den US-guatemaltekischen Schriftsteller Francisco Goldman, der die Anatomie dieses Verbrechens erst für den New Yorker darstellte und danach in dem Buch „The Art of Political Murder. Who Killed the Bishop?“ Auf Deutsch: „Die Kunst des politischen Mordes“.
Das Stück ist ein Thriller, sein erster Satz erinnert an die „Chronik eines angekündigten Todes“ von Gabriel García Márquez: „Am Sonntagnachmittag, nur wenige Stunden bevor Bischof Juan Gerardi Conedera in der Garage des Pfarrhauses San Sebastián im alten Zentrum von Guatemala-Stadt erschlagen wurde, saß er mit einem Scotch bei einem Freund im Garten und erzählte Geschichten.“
Die 500 Seiten lesen sich wie eine Mischung aus Kriminalroman und Geschichtsreflexion. Sie brauchen keinen magischen Realismus, denn sie sind das Ergebnis von acht Jahren gruseliger Recherche. Die Lektüre verlangt angesichts der Fülle von Namen und Details Geduld und Aufmerksamkeit, aber es lohnt sich. Goldman nennt seine Arbeit „journalistische Archäologie“. Autor und Ermittler wühlen sich durch einen Sumpf von Gerüchten, Intrigen und Terror. Das Ergebnis geht weit über die Causa Gerardi hinaus, es ist die Studie eines wenig bekannten Landes und seiner Abgründe.
Wer also tötete den Bischof? Mehr als 98 Prozent solcher Bluttaten in Guatemala und Nachbarstaaten wie El Salvador oder Honduras werden nie aufgeklärt. Auch bei Gerardi spannten Feinde von Wahrheit und Justiz ein Netz von falschen Fährten. Von gewöhnlichen Kriminellen war die Rede und von homosexuellen Motiven. Ein spanischer Gerichtsmediziner brachte sogar einen deutschen Schäferhund namens Baloo im Kreis der Verdächtigen unter.
An den Verschwörungstheorien, Hetzkampagnen und Ablenkungsmanövern beteiligte sich auch die Regierung des damaligen Staatschefs Álvaro Arzu, der es darum zu tun war, die Mörder zu schützen. Denn diese stammten aus hohen Kreisen von Militär und Geheimdienst, einer beklemmend einflussreichen Schattenmacht.
Pech für die Täter, dass einem Taxifahrer beim Tatort das Nummernschild eines Armeefahrzeugs auffiel und anderen Beobachtern noch viel mehr. Auch durfte ein wegen eines anderen Mordes inhaftierter Major just zur Tatzeit seine Zelle verlassen. Goldman folgt mutigen Juristen und Zeugen, hartnäckigen Ermittlern wie Édgar Gutierrez und Leopoldo Zeissig. Viele von ihnen wurden bedroht und flohen ins Exil. Ohne die in der Regel nur mäßig effektive Schutzmission der Vereinten Nationen sowie Beistand von Kirche und anderen Helfern wäre es wohl nie zu Prozessen gekommen.
2001 verurteilte ein Gericht drei Offiziere und als Komplizen einen Priester zu langen Strafen, einer der Häftlinge wurde nachher im Gefängnis umgebracht. Das Urteil galt als Triumph im Reich von Straflosigkeit und Schweigen. Doch als Drahtzieher vermutet Goldmann noch höhere Stellen des militärischen Geheimdienstes um den heutigen Präsidentschaftskandidaten Otto Pérez, „die Quelle kaum entwirrbarer krimineller Machenschaften“.
Der Reporter zeichnet das düstere Bild eines schönen und verschlossenen Landes, das zum Revier der Mafia verkommt. Die Tragödie begann schon mit der Kolonisierung, seitdem werden die Ureinwohner der Maya wie Menschen zweiter Klasse betrachtet. Später verkam die Republik zu einem Versuchslabor des Schreckens. Kürzlich wurde bekannt, dass US-Mediziner in den 40er Jahren 696 Guatemalteken absichtlich mit Syphilis infiziert hatten, ein Experiment. 1954 ließ Washington den linken Präsidenten Jacobo Árbenz stürzen – dessen Agrarreform missfiel besonders der United Fruit Company, nachmals Chiquita. „Bitter Fruit“, heißt ein Buch über diesen Staatsstreich. Die folgende Schlacht war die schmutzigste der schmutzigen Schlachten südlich des Rio Grande. Beim Kampf gegen die Rebellen schleiften Soldaten und Paramilitärs ganze Maya-Dörfer. „Trocknet den See aus, in dem der Fisch schwimmt“, war das Motto. Viele Schlächter wurden an der US-Folterschule School of the Americas ausgebildet.
Einige der Massaker sollen die nachmaligen Präsidentschaftsbewerber Efraín Ríos Montt und Otto Pérez in Auftrag gegeben haben. Der evangelikal-fundamentalistische Prediger Ríos Montt wurde nachher Parlamentspräsident, der verdächtige Rechtsaußen Pérez tritt bei den Wahlen im September gegen die frühere Präsidentengattin Sandra Torres an. Der Friedensvertrag von 1996 beendete zwar den Bürgerkrieg, aber keineswegs die Gewalt. Alte Seilschaften haben sich mit neuen Banden vermischt. Goldman könnte das Drama mühelos erweitern.
17 000 Morde wurden in den vergangenen zwei Jahren unter Guatemalas Vulkanen gezählt. Das sind gemessen an der Einwohnerschaft vier mal so viele wie im mexikanischen Drogenkrieg und noch mehr als im Irak. Rauschgiftbanden wie die Zetas massakrieren und bestechen nach Belieben, die Regierung von Präsident Álvaro Colom hat mancherorts die Kontrolle verloren. Fast sämtliche Ladungen Kokain, Marihuana und Pillen Richtung USA passieren Guatemala. Schätzungen zufolge sind 300 000 illegale Waffen im Umlauf. Jugendbanden mit grausamen Riten, die sogenannten Maras, bringen Schrecken über das Land. Auch gegen Frauenmorde und Kinderhandel ist eine der ärmsten und korruptesten Nationen der Hemisphäre weitgehend machtlos.
Unerschrockene Fahnder sorgten zumindest für teilweise Aufklärung. Man erfährt von Strukturen, in denen die „Grenze zwischen Verbrechen und Politik so fließend ist, dass sie aufhört zu existieren“. Francisco Goldman schreibt von „Licht in dieser Finsternis“, er half beim Ausleuchten. Und halbwegs gelöst wurde mittlerweile auch das gleichermaßen aufsehenerregende Rosenberg-Rätsel:
Am 10. Mai 2009 lag der Rechtsanwalt und Politiker Rodrigo Rosenberg auf der Straße in einem der besten Viertel von Guatemala-Stadt erschossen neben seinem Fahrrad. Kurz darauf geriet ein Video in Umlauf, in dem er seinen Tod bekannt gab: „Guten Abend, mein Name ist Rodrigo Rosenberg Marzano. Wenn Sie dieses Video sehen, bin ich ein toter Mann. Dafür verantwortlich sind Präsident Álvaro Colom und sein Privatsekretär Gustavo Alejos.“ Colom wurde nach einer UN-Untersuchung für unschuldig erklärt: Rosenberg soll seine Mörder selbst beauftragt haben. Soweit reicht die Kunst des politischen Mordes in Guatemala.
Francisco Goldman
Die Kunst des politischen
Mordes
Aus dem Amerikanischen von Roberto de Hollanda. Rowohlt, Reinbek 2011. 505 Seiten, 24,95 Euro.
Ein Gerichtsmediziner führte
sogar einen Hund auf
der Liste der Verdächtigen auf
Im 20. Jahrhundert wurde
Guatemala zu einem
Versuchslabor des Schreckens
Unerschrockene, mutige
Fahnder bemühten sich um
Aufklärung der Verbrechen
Farbig geht es zu in Guatemala und mörderisch: Das Land wird von der Korruption regiert, der militärische Geheimdienst assistiert. Foto: Caro /Waechter
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“Passionate and stunningly researched . . . [Goldman] is after more than a crime. His book portrays the hysterical confusion, the dark fog that power—corrupt, ruthless and enduring—can impose on a society, choking its instincts, blinding its sight and rendering truth not only hard to find but hard to distinguish even if it is found."—Richard Eder, New York Times “One of our hemisphere's finest writers has done it again. This magisterial book . . . is a marvelous chimera of reportage, history, autobiography but also a riveting whodunit, all rendered with Goldman's trademark intelligence, compassion and verve. Goldman details how—through war, corruption, impunity, blackmail, silence and murder—a country's soul can be brought to the brink of extinction. And how—through faith, perseverance, sacrifice, courage, always courage—it can be brought back to the light. Devastating, gripping, irresistible." —Junot Diaz, author of The Brief, Wondrous Life of Oscar Wao “Francisco Goldman is a wonderful writer and this is an extremely important book."—Salman Rushdie “This is an impressive book. Goldman has focused his superb novelist's talents—compassion, precision, muscularity, great thoroughness and an instinct for the exotique—on modern-day Guatemala's ineradicable crime against itself. This remarkable book would seem not to remind us of ourselves, yet somehow it does." —Richard Ford, author of The Lay of the Land and Independence Day “With his novels, Francisco Goldman has already made extraordinary contributions to modern literature. Now, he has written a compelling and important piece of investigative journalism. Like of all Goldman's writings, The Art of Political Murder is a work of unique moral acuity and masterful storytelling; but he has done much more than weave us a fine tale. This is a real-life whodunit, a murder conspiracy which lays bare the poisonous heart of politics and power in contemporary Guatemala. In the story of the murder of Bishop Gerardi, Goldman is not only our writer, but our trustworthy detective."—Jon Lee Anderson, author of Che Guevara: A Revolutionary Life “A powerful detective story with a labyrinthine plot . . . Goldman brilliantly reconstructs both the story of how the bishop was killed and the murderous history of military violence that he courageously opposed ."—Aryeh Neier, New York Review of Books “Bishop Juan Gerardi directed the investigation into the Guatemalan terror. Prohibited history: military power gave the order for silence and forgetting. One night in the spring of 1998, the bishop published the results of the investigation. Two nights later, he was found lying in his blood, his skull shattered by blows from a brick. A gigantic international operation was launched to disguise the crime and safeguard the Untouchable impunity of the authors of the murder and two hundred thousand murders more. This book by Francisco Goldman is the irrefutable response to the dirty work of the specialists in misleading public opinion."—Eduardo Galeano, author of Voices in Time “Some stories are inscribed deep in the pith of the world, awaiting only the coming of their chosen teller to set them forth. Such is the tale of Bishop Juan Gerardi, the beloved chistoso—or joker—who plumbed the depths of Guatemala's genocidal darkness and found himself finally engulfed by it. Gerardi's fate was to serve as the bringer of terrible truths and now he has been succeeded in that sacred role by novelist Francisco Goldman, who offers an unforgettable portrait—not only of one society corrupted to its heart by fear, lies and terror but of the insinuating, terrifying ways of power itself. In The Art of Political Murder, Goldman has written his greatest novel—except that every word on these pages happens to be true. This is an essential book." —Mark Danner, author of The Ma…mehr