77,95 €
versandkostenfrei*

inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
0 °P sammeln
    Gebundenes Buch

Michael Franz u.a. (Hrsg.)
Electric Laokoon
Zeichen und Medien, von der Lochkarte zur Grammatologie
LiteraturForschung
Schon im 18. Jahrhundert standen die Funktionen der poetischen und künstlerischen Zeichen in einem breiten Kontext verschiedenster Zeichentheorien und -praktiken – dies rekonstruierte der Band "Das Laokoon-Paradigma", an den der vorliegende anschließt. Noch enger knüpfen sich die Verbindungen der Zeichenregime im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts, in denen die Zeichen in eine große Zahl neuer Medien und Maschinen eingespeist werden und damit ihren Status…mehr

Produktbeschreibung
Michael Franz u.a. (Hrsg.)

Electric Laokoon

Zeichen und Medien, von der Lochkarte zur Grammatologie

LiteraturForschung

Schon im 18. Jahrhundert standen die Funktionen der poetischen und künstlerischen Zeichen in einem breiten Kontext verschiedenster Zeichentheorien und -praktiken – dies rekonstruierte der Band "Das Laokoon-Paradigma", an den der vorliegende anschließt. Noch enger knüpfen sich die Verbindungen der Zeichenregime im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts, in denen die Zeichen in eine große Zahl neuer Medien und Maschinen eingespeist werden und damit ihren Status verändern. "Electric Laokoon" – wie die neue zeichenprozessierende Figur angesichts der zentralen Rolle der Elektrizität in diesem Feld heißen mag – steht emblematisch für eine historische Perspektive auf den Zusammenhang zwischen Semiotik und Sprachtheorie einer-, Medientheorie andererseits, der bisher meist vernachlässigt wurde. Die Lochkarte (ein Zeichen, das buchstäblich Maschinen Befehle gibt) und die Grammatologie (eine Theorie der Zeichen in ihrer irreduziblen Medialität) markieren die historischen Eckpunkte dieses Untersuchungsganges. Zwischen ihnen führt der Weg über maschinelle Notationen für Sprache und Körperbewegungen, künstlerische Partizipationen an Kinematik und Hypnose, filmische Reflexionen von Ethnographie und Kriminalistik sowie literarische Reaktionen auf Telephon und Elektrizität.

Mit Beiträgen von

Inge Baxmann, Annette Bitsch, Robert Brain, Bernhard J. Dotzler, Michael Franz, Rodolphe Gasché, Hans-Christian von Herrmann, Ute Holl, Anton Kaes, Alexandre Métraux, Wolfgang Schäffner, Bernhard Siegert und Robert Stockhammer
Inhaltsangabe
1;Inhaltsverzeichnis;6
2;Einführung;8
2.1;1. Neue Laokoon-Debatten;10
2.2;2. Elektrifizierung der Zeichen und Medien;11
2.3;3. Semiotik und Zeichenpraktiken;14
2.4;4. Interpretanten und Maschinen (Peirce);18
2.5;5. Signifikanten in Transmission (Saussure);20
2.6;6. Von der Steuerung zur Regelung;22
3;TRANSFORMATION DER KÜNSTE;26
3.1;1. Die Geburt der Literatur aus dem Rauschen der Kanäle;30
3.1.1;Zur Poetik der phatischen Funktion;30
3.1.2;Serres und die Zeichen;30
3.1.3;(Un)unterbrochene Verbindung: Drei Träume Kafkas;41
3.1.4;Signalaufklärung zwischen Tier und Gott: Musil;53
3.1.5;Kunst im elektronischen Raum: Von Arnheim zu Bense;58
3.2;2. Exakte Texte;67
3.2.1;Francis Ponge und die Elektrizität;67
3.2.2;"Tout simplement": Einführung in Ponges Text über die Elektrizität;67
3.2.3;"Parti pris des choses;68
3.2.4;compte tenu des mots": Ponges Poetik;68
3.2.5;Die Sprache im elektrischen Zeitalter;73
3.2.6;Die Dinge (das heißt die Technik), die Wörter, der Mensch;79
3.3;3. Vom elektrifizierten Ausdruck zur elektrifizierten Statue;83
3.3.1;Das pygmalionische Modell: Die "materiellen Schranken der Kunst" und die skulpturale Bewegungsillusion;83
3.3.2;Duchennes "Studien zur elektrophysiologischen Ästhetik";86
3.3.3;Das daidalische Modell: Der Bruch mit der bewegungsillusionistischen Tradition in der Plastik des 20. Jahrhunderts;92
4;HUMAN MOTOR RAUM BEWEGUNG;102
4.1;1. "Induction psycho-motrice";107
4.1.1;Zur technischen Wiederkehr der Kunst in Hysterie und Hypnose;107
4.1.2;Die Geburt der Tragödie aus dem Geist der Physiologie;107
4.1.3;Der klinische Blick;111
4.1.4;Die Traumtänzerin als Radioapparat;114
4.1.5;Der elektrisch geladene Laokoon;120
4.2;2. Der labile Mensch als Kulturideal;122
4.2.1;Wahrnehmungsutopien der Moderne;122
4.2.2;Körpertechniken als Wahrnehmungsstil;122
4.2.3;Entmaterialisierung und neue Wissenskulturen;128
4.2.4;Die Poiesis der Medien;135
4.2.5;Von der Avantgarde zur Medienkunst;141
4.3;3. Beziehungsweise Zeit;143
4.3.1;Die Rückkopplung im anthropologischen Film;143
4.3.2;Schalter;143
4.3.3;Zeiten;149
4.3.4;Engel;152
4.4;4. Bewegungslinien;155
4.4.1;Analoge Aufzeichnungsmaschinen;155
4.4.2;Mareys Discours;157
4.4.3;Zeiger / Schreiber;161
4.4.4;Kurven / Graphen;165
5;DAS SICHTBARE UND DAS SAGBARE;172
5.1;1. Wahrnehmungsmaschinen;178
5.1.1;Wie Charles Cros das Sehen digitalisierte;178
5.1.2;Bildmaschinen;179
5.1.3;Mechanodispositive als mediale Modelle der Nerventätigkeit;184
5.1.4;Motive für die Konstruktion und ihre Beziehung zur Wortästhetik;193
5.2;2. Das Unsichtbare im Film;197
5.2.1;Zu Fritz Langs;197
5.2.2;Die Selbstreflexion des Tonfilms;197
5.2.3;Zeitdruck;199
5.2.4;Zeichenprozesse;201
5.2.5;Das Spiegelstadium als Bildner der Schauspieler-Funktion;203
5.2.6;Das all-sehende Auge;2055.3;3. Die Materialität des Bildes bei Michel Foucault;207
5.3.1;Psychiatrie und philosophische Anthropologie;209
5.3.2;Das irreduzible Bild;211
5.3.3;Zeitalter des Indexikalischen;215
5.3.4;Medien des Imaginären;218
6;SPRECHEN HANDELN HÖREN;220
6.1;1. Standards und Semiotik;225
6.1.1;Visible Speech;229
6.1.2;Saussuresche Werte;243
6.2;2. Schlangenreden;249
6.2.1;Magie und Sprache um 1900;249
6.2.2;Edisons Kupferschlange;249
6.2.3;Zeichensituationen: Diagramme des Zaubers und der Entzauberung;251
6.2.4;Declarations: Die Vorbereitung der Sprechakttheorie;256
6.2.5;Die Wiederkehr der Rhetorik;260
6.2.6;Sprachmagie in Europa;263
6.2.7;Sprachstromkreislauf;266
6.3;3. "Mehr als stilistische Differenzen";268
6.3.1;Zur Debatte zwischen Derrida und Searle;268
6.3.2;Die Bedingungen jeder Debatte / über die Sprechakttheorie;269
6.3.3;Wiederholbarkeit, das Quasi-Transzendental;279
6.3.4;Das Versprechen einer kommenden Sprache;285
7;SCHALTEN RECHNEN STEUERN;290
7.1;1. Zwischen Linguistik und Kybernetik;295
7.1.1;Lacans Diskurs der Psychoanalyse;295
7.1.2;S/s Saussures Zeichen zwischen Differentialität und Repräsentation;295
Rezensionen
"Wer sich von der These einer Entanthropologisierung der Künste durch das Auftreten technischer Medien nicht stören lässt, wird durch materialreiche Studien zu historischen Veränderungen in Kunstpraxis und -theorie erfreut." Achin Vesper in: arbitrium "16 Beiträge vor allem zur Mediengeschichte und -theorie des späten 19. und frühen 20. Jh. in den jeweils kommentierten Unterkap. 'Transformation der Künste', 'Human Motor/ Raum/ Bewegung', 'Das Sichtbare und das Sagbare', 'Sprechen/ Handeln/ Hören' und 'Schalten/ Rechnen/ Steuern' verbinden exemplarisch Technik, Literatur(-theorie), Film, Photographie und Philosophie." Andreas Engelhart in: Germanistik, 49 (2008) 1-2