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Idealtypen begegnen uns nicht nur im Elfenbeinturm der soziologischen Heuristik, sondern auch im Fernsehen: Sehen wir die Individuen Ackermann oder Reich-Ranicki, nehmen wir sie auch als Banker oder Intellektuellen war. Solche paradigmatischen Konstrukte - man denke an Benjamins Flaneur - verraten viel über die Mentalität einer Zeit. In Diven, Hacker, Spekulanten entwerfen Dirk Baecker, Elisabeth Bronfen, Heinz Bude, Joseph Vogl und viele andere in kurzen Essays eine Typologie der Gegenwart - vom Amokläufer über den Nomaden bis zum Voyeur.…mehr

Produktbeschreibung
Idealtypen begegnen uns nicht nur im Elfenbeinturm der soziologischen Heuristik, sondern auch im Fernsehen: Sehen wir die Individuen Ackermann oder Reich-Ranicki, nehmen wir sie auch als Banker oder Intellektuellen war. Solche paradigmatischen Konstrukte - man denke an Benjamins Flaneur - verraten viel über die Mentalität einer Zeit. In Diven, Hacker, Spekulanten entwerfen Dirk Baecker, Elisabeth Bronfen, Heinz Bude, Joseph Vogl und viele andere in kurzen Essays eine Typologie der Gegenwart - vom Amokläufer über den Nomaden bis zum Voyeur.
  • Produktdetails
  • edition suhrkamp 2573
  • Verlag: Suhrkamp
  • Artikelnr. des Verlages: 12573
  • 3. Aufl.
  • Seitenzahl: 473
  • Erscheinungstermin: 20. September 2010
  • Deutsch
  • Abmessung: 176mm x 108mm x 28mm
  • Gewicht: 108g
  • ISBN-13: 9783518125731
  • ISBN-10: 3518125737
  • Artikelnr.: 25562710
Autorenporträt
Moebius, Stephan
Stephan Moebius ist Universitätsprofessor für Soziologische Theorie und Ideengeschichte an der Karl-Franzens-Universität Graz und Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Schroer, Markus
Markus Schroer, Prof. Dr. phil. habil., geb. 1964, ist Professor für Soziologische Theorie und Philosophie der Sozialwissenschaften an der Universität Kassel.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 05.11.2010

Lauter Stereotypen

George Brummell war der Prototyp des Dandys. Gestärkte Halstücher wickelte er sich stundenlang um den gepflegten Hals, nur um die ganze Prozedur wiederholen zu müssen, wenn sich eine ungewollte Falte abzeichnete. Sogar ein englischer Thronfolger soll ihm bei dem Ritual zur Hand gegangen sein. Warum Brummell heute ein Rapper wäre, der in sogenannten Battles Spott und Hohn über seine Konkurrenten ausschütten würde, lässt sich in einem Sammelband über "Sozialfiguren der Gegenwart" nachlesen. Dreißig Autoren, größtenteils namhafte Sozialwissenschaftler, beschäftigen sich hier mit der Frage: "Wer sind die (Ideal-)Typen, die das Soziale ordnen?" Dass ausgerechnet der Typ des Amokläufers den Reigen der modernen Stereotypen eröffnet, legt die lesenswerte Analyse Joseph Vogls dar. Vogl spannt einen großen Bogen, um diesen Typ zu charakterisieren, angefangen mit irregeleiteten Kriegern in Indien und Malaysia des 16. Jahrhunderts bis hin zu den "schoolyard massacres" von Erfurt und Columbine. Am Ende der Analysen von Fan, Diva, Dilettant oder Manager ertappt man sich beim Grübeln darüber, wie viel Stereotyp im Selbst steckt. ("Diven, Hacker, Spekulanten". Sozialfiguren der Gegenwart. Hrsg. von Stephan Moebius und Markus Schroer. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2010. 473 S., br., 16,- [Euro].)

tewa

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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Ziemlich schrecklich und ziemlich toll findet Rezensent Jens-Christian Rabe dieses Buch. Er sortiert die beiden einander scheinbar widersprechenden Urteile recht klar auseinander: Das Tolle, findet er, ist die Grundidee, Figuren unserer ökonomische, politischen, kulturellen, digitalen Jetztzeit einmal in theoretisch informierten Figuren zu umreißen. Zwar fehlen ihm der "Nerd" und der "Hipster" dabei, aber der "Hacker", der "Berater" und all die anderen sind seiner Ansicht nach das Porträt allemal wert. Sehr renommiert auch die Autoren, von Elisabeth Bronfen bis Josef Vogl und Dirk Baecker. Das Problem aber: die Sprache. Voller Theoriejargon, den man sich, davon ist er felsenfest überzeugt, besser erspart hätte. Schon wären die einzelnen Artikel nur die Hälfte so lang. Und das ganze ein noch viel spannenderes Projekt, als es für ihn letztlich auch so dann doch ist.

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