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"Die Gesandten" ist ein Klassiker der amerikanischen Literatur, ein Entwicklungsroman zwischen alter und neuer Welt: Chad Newsome soll nach Hause kommen. Doch als Lambert Strether ihn heimbringen will nach Massachusetts, ist Paris nicht der Sündenpfuhl, den die Amerikaner sich vorstellen, sondern die grandiose Stadt der Belle Époque. Und die zauberhafte Madame de Vionnet, deren Händen er Chad entreißen soll, hat den Durchschnittsamerikaner Chad in einen kultivierten Europäer verwandelt. Strether sieht sich zwischen Tradition und Moderne, zwischen der Macht der Gefühle und der übernommenen…mehr

Produktbeschreibung
"Die Gesandten" ist ein Klassiker der amerikanischen Literatur, ein Entwicklungsroman zwischen alter und neuer Welt: Chad Newsome soll nach Hause kommen. Doch als Lambert Strether ihn heimbringen will nach Massachusetts, ist Paris nicht der Sündenpfuhl, den die Amerikaner sich vorstellen, sondern die grandiose Stadt der Belle Époque. Und die zauberhafte Madame de Vionnet, deren Händen er Chad entreißen soll, hat den Durchschnittsamerikaner Chad in einen kultivierten Europäer verwandelt. Strether sieht sich zwischen Tradition und Moderne, zwischen der Macht der Gefühle und der übernommenen Pflicht. Und er muss sich die Frage stellen, ob er Chad nicht ins Unglück stürzt, wenn er seinen Auftrag tatsächlich ausführt. Michael Walter hat diesem Meisterwerk eine brillante Entsprechung gegeben.
  • Produktdetails
  • Verlag: Hanser
  • Originaltitel: The Ambassadors
  • Artikelnr. des Verlages: 505/24917
  • Seitenzahl: 704
  • Erscheinungstermin: 28. September 2015
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 121mm x 23mm
  • Gewicht: 420g
  • ISBN-13: 9783446249172
  • ISBN-10: 3446249176
  • Artikelnr.: 42715844
Autorenporträt
James, HenryHENRY JAMES (1843-1916) war ein Amerikaner, den es immer wieder nach Europa zog. Die meiste Zeit seines Lebens bereiste er deshalb die Alte Welt, wo er mit allen großen Schriftstellern befreundet war, etwa mit Maupassant, Stevenson oder Turgenjew. Und er wurde selbst einer der ganz Großen der Literatur, ein Meister des sychologischen Erzählens. 1915, ein Jahr vor seinem Tod, ließ er seine Heimat auch amtlich hinter sich, als er die britische Staatsangehörigkeit annahm. Während James im angelsächsischen Sprachraum, gleich ob dieseits oder jenseits des Atlantik, geradezu kultisch verehrt wird, dürfte sein Ruhm sich hierzulande noch mehren. Fängt man nämlich einmal an, seine Prosa zu lesen, ergeht es einem wie Alexander Cammann von der Zeit, der einmal schrieb: »Ein Leben ohne Henry James ist möglich, aber sinnlos.«
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Lothar Müller freut sich, dass eine Reihe von Neuübersetzungen und frischen Ausgaben das Werk von Henry James in Deutschland wieder etwas zugänglicher machen. James ist für den Rezensenten eine außerordentliche Erscheinung: Jemand, der in Europa so zuhause ist wie in Amerika, der die Moderne mit all ihren technischen Neuerungen beobachtet und beschreibt (Passagierdampfer, Unverwasserkabel nennt Müller als Beispiel), und der sich für die gesellschaftlichen Folgen dieser Modernisierung ebenso interessiert wie für die Finanzen seiner Protagonisten. "Die Gesandten", 1903 erschienen, ist "ein Höhepunkt im Spätwerk", so Müller. Sein Spiel mit den Figuren, die die anderen und ihre Motive ständig beobachten und reflektieren, zeigt ihm, wie stark James den modernen Roman mitbegründete. Zur Übersetzung von Michael Walter äußert sich Müller leider nicht.

© Perlentaucher Medien GmbH

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 02.01.2016

Die alte
Jagd
Neu herausgegeben und
übersetzt – die Erzählkunst
von Henry James
VON LOTHAR MÜLLER
Im Jahr 2000 besuchte der österreichische Schriftsteller Walter Kappacher in New York den 1933 aus Europa emigrierten Biochemiker Erwin Chargaff. Der schenkte seinem Gast für die Rückreise einen kleinen Band mit Erzählungen von Henry James. Das war ein großes Glück für Kappacher, denn er wurde dadurch zum Leser eines ihm bis dahin unbekannten Autors, und es war ein Glück für das deutschsprachige Publikum. Denn Kappacher machte sich daran, die Erzählung, die es ihm besonders angetan hatte, zu übersetzen. Sie heißt „Die mittleren Jahre“ und ist 1893 zum fünfzigsten Geburtstag ihres Autors in Scribner’s Magazine erschienen, in seiner Geburtsstadt New York. Ihr erster Satz lautet in Kappachers Deutsch: „Der Apriltag war mild und hell, und der arme Dencombe, glücklich in der Einbildung wiedererlangter Kraft, stand im Garten des Hotels und erwog mit einer Bedachtsamkeit, in der noch etwas von Verträumtheit war, die Verlockungen leichter Spaziergänge.“ Der April ist in der Literatur kein einfacher Monat. Er kann sehr grausam sein. Der arme Dencombe ist ein alternder Schriftsteller, Rekonvaleszent und zur Erholung im Seebad Bournemouth in Südengland. Er wird nach wenigen Seiten in Ohnmacht fallen. Nicht nur der Spaziergang an den Klippen, sondern auch ein Zufallsgespräch über seinen eben erschienenen Roman „Die mittleren Jahre“ hat dazu beigetragen. Der junge Arzt, der ihm beisteht, erkennt ihn als Autor des Romans, erweist sich als ein großer Bewunderer und wird für sein Idol die alte Dame, in deren Dienst er steht, brüskieren und so seine Erbschaft verspielen. Henry James schrieb für das Zeitschriftenformat, so standen ihm für die Begegnung von Autor und Leser und die Intrige zweier alternder Figuren um die Jugend nur 5500 Worte zur Verfügung, auf Deutsch nicht mal 60 kleine Druckseiten. Aber die haben es in sich. Denn sie folgen wie Dencombes Roman, dessen Titel die Erzählung übernimmt, den wir aber nie werden lesen können, dem Ziel, „eine außerordentliche Verdichtung zu erreichen“. Und sie schlagen ein Thema an, das Henry James, je älter er wurde, mehr und mehr ins Zentrum seiner Erzählkunst rückte: das Vergehen der Zeit und was es mit den Menschen macht. „Another go“, einen neuen Anlauf, eine zweite Chance, mehr Leben wünscht sich Dencombe, erschöpft von der Anstrengung, sein Leben in den Dienst der Kunst zu stellen. Walter Kappacher hat es bei der makellosen Übertragung nicht belassen. Sein eigenes Buch „Der Fliegenpalast“ (2009) ist eine Hommage an „Die mittleren Jahre“, mit Hugo von Hofmannsthal in der Dencombe-Rolle: als erschöpfter, in den Salzburger Bergen Erholung suchender Mann von fünfzig Jahren, der Erzählungen von Henry James liest und auf ein „Another go“ hofft.
  Im Sommer 1876, im Alter von 33 Jahren, als er sich bereits einen Namen als Erzähler und Europa-Kenner gemacht hatte, übersiedelte Henry James nach London. Im Sommer 1896 erwarb er das im 18. Jahrhundert errichtete „Lamb House“ in Rye an der Küste von East Sussex, im Juli 1915 nahm er die englische Staatsbürgerschaft an, am 28. Februar 1916 starb er in London. Im Vorgriff auf seinen 100. Todestag werden durch Neuübersetzungen und Neuausgaben seiner Romane und Erzählungen nun auch im Deutschen die Dimensionen eines Werks sichtbar, das zwei Kontinente umspannt, Europa und Nordamerika ineinander spiegelt, mit unerhörtem Detailreichtum den Aufbruch in die industrielle Moderne in sich aufnimmt, die Erosion sozialer Konventionen und moralischer Gewissheiten mit einer detektivischen Aufmerksamkeit verfolgt, die Sherlock Holmes alle Ehre machen würde und die Erforschung der tiefsten Bewusstseinsschichten der Figuren mit ständigen Seitenblicken auf ihre Bankkonten, Geschäftsverbindungen, Eheverträge und Testamentsverfügungen verknüpft.
  Die dicht getakteten Fahrpläne der transatlantischen Schiffsrouten und die Unterwasserkabel spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie sind die Infrastruktur für das „internationale Thema“ seines Werks, das kontrastive Gegenüber und stetig wachsende Beziehungsgeflecht von Alter und Neuer Welt. In dem Roman „Die Europäer“, der erstmals 1878 im Atlantic Monthly erschien, reisen die Titelfiguren, eine Baronin aus dem kleinen deutschen Hof Silberstadt-Schreckenstein und ihr Bruder, nach Boston und mischen dort das Leben der puritanischen Familie Wentworth auf. Das klingt nach einer Komödie, in der Vertreter des alten, komplizierten europäischen Adels einfachen Gemütern der Neuen Welt den Kopf verdrehen, um in amerikanisches Geld einzuheiraten. Aber als er diesen schlanken Roman schrieb, war Henry James über die Typenkomödie schon hinaus. „Sie ist beeindruckend“, sagt eine der Töchter Wentworth von der Baronin aus Deutschland, „aber ich weiß noch nicht recht. Es geht mir mit ihr wie einer Sängerin, die ein Lied singt. Man weiß erst Bescheid, wenn das Lied zu Ende ist.“ „Oh“, sagt daraufhin der Bruder der Baronin, „das Lied ist nie zu Ende.“
  Der europäischen Lust an Kunst und Vergnügungen, Salon und Bohème arbeitet etwas entgegen in Boston. Henry James hat seine Kunst des Erzählens verfeinert, um diesem Etwas auf die Spur zu kommen. „Daisy Miller“ erschien im selben Jahr wie „Die Europäer“, im Cornhill Magazine in London, unter der Ägide von Leslie Stephen, dem Vater von Virginia Woolf. In dieser Erzählung ist die Lebenslust in der amerikanischen Titelheldin versammelt, die mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder über die Schweiz nach Italien reist. Und ihr Landsmann Winterbourne, der ihrem Charme verfällt, ohne ihren „Mangel an Bildung und Erziehung“ zu übersehen, hat seine calvinistische Prägung nicht aus Amerika mitgebracht, sondern am Originalschauplatz erworben, er ist in Genf zur Schule gegangen und lebt dort seit Jahren. Winterbourne, das ist ein sprechender Kontrast zur frühlingshaften Daisy, deren Name im Englischen an die Aprilmargerite erinnert. Der April kann ein grausamer Monat sein. Der Erzähler, weitgehend unsichtbar und auf jeden expliziten Kommentar verzichtend, inszeniert mit leichter Hand, wie die strengen Moralapostel in der amerikanischen Kolonie in Rom die flirtende Daisy skandalisieren. Und er ruft die Aura des antiken Rom auf, so holt sich Daisy Miller das „römische Fieber“, an dem sie zugrundegeht, bei einem nächtlichen Besuch im Kolosseum. Das Ende ist freilich vom Konjunktiv II, dem Agenten des Möglichkeitssinns, durchtränkt: Was, wenn der zum Beobachter degradierte Winterbourne sich der aufblühenden Daisy – er ordnet sie flugs dem Typus der „flirtenden Amerikanerinnen“ zu – gewachsen gezeigt hätte? Wer einen Eindruck von der Dynamik gewinnen will, mit der bei Henry James der Konjunktiv II rumort und die Vergangenheit der Figuren in ein Terrain der verpassten Chancen und der Selbsttäuschungen verwandelt, die erst ein Chocmoment der Gegenwart enthüllt, greife zur Titelerzählung des Bandes „Das Tagebuch eines Mannes von fünfzig Jahren“. Er wird, diesmal in Florenz, einem der Männer in mittleren Jahren begegnen, die alt genug sind, um vom plötzlich aufschießenden Verdacht, an einem Schlüsselmoment des Lebens versagt zu haben, empfindlich getroffen zu werden: sie haben nicht mehr genug Zukunft, um die Balance wiederherzustellen.
  Wer nach diesen Werken auf den Geschmack gekommen ist, den erwartet schließlich ein Leseabenteuer, das ihn entweder ganz in sich hineinzieht und verschlingt oder aber schnell wieder freigibt: der Roman „The Ambassadors“ (Die Gesandten), der erstmals 1903 erschien, ein Höhepunkt im Spätwerk, ein weit hinausgeschobener Vorposten seiner Kunst, in dem sich das Thema der verrinnenden Zeit, der verlorenen Illusionen, verpassten Chancen und des nicht festgehaltenen Glücks auf nahezu 600 Seiten ineinander verschlingen. Aus diesem Zusammenführen hat der Balzac-Leser Henry James seine eigene „Menschliche Komödie“ hervorgehen lassen.
  Die amerikanische Provinz in Gestalt des fiktiven Woollett, Massachusetts, und die europäische Metropole Paris stehen sich in „Die Gesandten“ gegenüber. Lewis Lambert Strether, ein Mann von etwa 55 Jahren, der vor Jahren Frau und Kind verloren hat, Herausgeber einer kleinen Zeitschrift, steht im Begriff, mit der reichen Mrs. Newsome eine neue Ehe einzugehen. Wie die Helden alter Ritterromane muss er aber zuvor eine Prüfung bestehen. Die so sittenstrenge wie kultivierte Mrs. Newsome schickt ihn nach Paris, damit er ihren Sohn Chad zurückholt, von dem sie vermutet, dass er dort in die Fänge einer Kurtisane geraten ist und das Schicksal der jungen Männer in französischen Romanen zu erleiden droht. Strether bricht auf, findet aber in Paris keinen Roman vor, sondern das undurchsichtige Dickicht des Lebens. Die Verführerin entpuppt sich als elegante, feinsinnige Comtesse aus dem Faubourg Saint-Germain mit einer reizenden Tochter, ungewiss ist die Natur der Beziehung zwischen ihr und Chad Newsome. Unverkennbar aber hat der junge Amerikaner vom Umgang mit der zehn Jahre älteren „femme du monde“ profitiert – ist er womöglich der Held eines Erziehungsromans und nicht eines Liebesromans? Will er ein fairer Amerikaner bleiben, dann muss Strether sich in das Dickicht des modernen Lebens hineinbegeben – und mit ihm gerät der Leser in eine Welt, in der scharfsichtige Augen durch Schildpattlorgnons blicken, die Dialoge die Abgründe des Ungesagten schäumend überdecken, Amerikaner und Europäer einen Fächer von Figuren bilden, die einander kommentieren, beobachten, erhellen und verdunkeln. Weit stößt Henry James das Tor zur Zukunft des modernen Romans auf. Auf alles, was geschieht, blickt der Leser in der Form, die es im Widerschein der Gefühle und Gedanken der Hauptfigur annimmt, ohne zu wissen, was der Erzähler ihm vorenthält.
   Gesandte sind oft auch Spione. Dieser wird „umgedreht“, läuft zur Gegenseite über. – nein, er lässt sich langsam in sie hineinziehen. Der Leser, vollauf damit beschäftigt, keine im labyrinthischen Satzbau des späten Henry James versteckte Andeutung zu übersehen, wird wie Strether selbst zum Jäger, der sich auf die Spuren einer verborgenen Wahrheit setzt. Diese Wahrheit ist – zwar in Paris angesiedelt, aber gut viktorianisch – der Sex, der nicht zur Sprache kommen darf. Michael Walter, trainiert durch seine vor einigen Jahren erschienene Neuübersetzung von Laurence Sternes „Tristram Shandy“, hat diese Jagd mit allen ihren Schlupfwinkeln und Spiegelfechtereien neu ins Deutsche geholt, angetrieben von der Rivalität mit der ihrerseits verdienstvollen Übersetzung von Helmut M. Braem und Elisabeth Kaiser. Von der Jagd seines Helden nach „dem nicht Gesehenen und Okkulten“ spricht Henry James im Vorwort zur definitiven Ausgabe: „Die alte gräuliche Jagd nach einem versteckten Sklaven, mit Hilfe von Bluthunden und einem Fetzen Stoff für die Witterung, dürfte wohl keinen Moment ,aufregender‘ gewesen sein.“ In den Prospekten der Kultiviertheit, der eleganten Mode und des Interieurs, für die Henry James berühmt ist, tun sich immer wieder Risse auf, in denen die Schafotte revolutionäre Paris sichtbar werden. Mit einer Komödie will das urbane Wild am Ende seine Nacktheit überspielen. Aber es ist so gut wie sicher, dass der Liebesroman diese Komödie nicht überlebt. Und der Jäger, für den sie gespielt wird, entnimmt ihr eine weitere vorläufige Gewissheit: „Er gelangte wiederholt zu dem Schluss, dass es in dieser bezaubernden Geschichte einfach eine Lüge gegeben hatte – eine Lüge, auf die man nun, aus der Distanz und mit Behutsamkeit, bedenkenlos den Finger legen konnte.“ Aber was folgt daraus? Lesen Sie selbst!
Bücher
Henry James: Die mittleren Jahre. Aus dem Englischen von Walter Kappacher. Verlag Jung und Jung, Salzburg und Wien 2015. 66 Seiten, 12 Euro.
Henry James: Daisy Miller. Aus dem Englischen neu übersetzt von Britta Mümmler. Dtv, München 2015. 128 Seiten, 14,90 Euro. E-Book 9,99 Euro.
Henry James: Die Europäer. Roman. Aus dem Englischen von Andrea Ott. Manesse Verlag, Zürich 2015. 248 Seiten, 24,95 Euro. E-Book 19,99 Euro.
Henry James: Das Tagebuch eines Mannes von fünfzig Jahren. Erzählungen. Aus dem Englischen von Friedhelm Rathjen. Manesse Verlag, Zürich 2015. 416 S., 26,95 Euro. E-Book 21,99 Euro.
Henry James: Die Gesandten. Roman. Aus dem Englischen von Michael Walter. Carl Hanser Verlag, München 2015. 704 Seiten, 39,90 Euro.
Hazel Hutchison: Henry James. Biografie. Aus dem Englischen von Ute Astrid Rall. Parthas Verlag, Berlin 2015. 300 Seiten, 24,80 Euro.
Henry James (1843-1916).
Foto:  AmerikaHaus
Beobachten, wie die Zeit vergeht – „Mann am Fenster“, 1875 von Gustave Caillebotte.
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"Die permanente erotische Spannung, die in der Luft liegt, macht die Lektüre höchst reizvoll - ganz abgesehen von der immensen, bezaubernden Sprachkunst des Autors. Strether begreift am Ende, dass Chad in Paris etwas gelernt hat, was er selbst erst noch übt, nämlich die Kunst, das eigene Leben zu leben. Wer diese Kunst nicht gänzlich beherrscht, der wird sich von den 'Gesandten' beschenkt fühlen. " Ulrich Greiner, Die Zeit, 23.06.16

"Ein Leseabenteuer, das den Leser entweder ganz in sich hineinzieht und verschlingt oder aber schnell wieder freigibt, ... ein Höhepunkt im Spätwerk. ... Der Leser gerät in eine Welt, in der scharfsichtige Augen durch Schildplattlorgnons blicken, die Dialoge die Abgründe des Ungesagten schäumend überdecken, Amerikaner und Europäer einen Fächer von Figuren bilden, die einander kommentieren, beobachten, erhellen und verdunkeln. Weit stößt Henry James das Tor zur Zukunft des modernen Romans auf. Auf alles, was geschieht, blickt der Leser in der Form, die es im Widerschein der Gefühle und Gedanken der Hauptfigur annimmt, ohne zu wissen, was der Erzähler im vorenthält." Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung, 02.01.16

"... der von Michael Walter glänzend für Hanser übersetzte Roman." Moviestar, 01.03.16