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Produktdetails
  • Verlag: Aufbau Verlag GmbH
  • Seitenzahl: 320
  • Erscheinungstermin: 15.03.2019
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783841218025
  • Artikelnr.: 55286292
Autorenporträt
Dr. Edda Ziegler, Autorin zahlreicher Publikationen, darunter Biographien über Heinrich Heine und Theodor Fontane. Zuletzt erschienen: »›Verboten - verfemt - vertrieben‹. Schriftstellerinnen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus« (2010) sowie die Studie »Buchfrauen. Frauen in der Geschichte des deutschen Buchhandels« (2014).

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 31.10.1996

Der Schwefelgelbe wird vermißt
Anbiederungen in der Mark Brandenburg: Eine Biographie Fontanes

Fontane ohne Bismarck ist wie Goethe ohne Carl August. Der Aufbau Verlag Berlin präsentiert ihn derart beraubt in einer Fontane-Biographie, die zwar zur Hälfte aus Bildern besteht, aber den Fürsten ausläßt. Bismarcks Kopf kommt nicht vor, und nicht einmal das charakteristische Bismarcksche Stiefelpaar mit den Stulpen bis übers Knie ist zu sehen. Gleich dem Kanzler werden Könige, Kaiser und Kriege, die Reichseinigung und das Reich mit Nacht und Nebel bedeckt. Das Büchlein kehrt der Politik den Rücken. Seine Illustration kennt kein Deutschland, kein Österreich und Frankreich, ganz zu schweigen von Schleswig-Holstein und Dänemark. Die Mark Brandenburg ist das höchste der Gefühle.

Die Verfasser der Biographie, Edda Ziegler und Gotthard Erler, stimmen offenbar mit Effi Briest überein, die sich von den goldgerahmten Schlachtenbildern über dem Sofa in ihrem Elternhaus peinlich berührt fühlt. "König Wilhelm und Graf Bismarck auf der Anhöhe von Lipa" ist nicht nach ihrem Geschmack. Sie könne, sagt Effie, in Gedanken verloren, "so was Militärisches nicht leiden". Der Autor jedoch, zu dessen Personal sie gehört, war ein Homo politicus, der zwölf Lebensjahre mit der Aufarbeitung der Kriege verbracht hat. Die Jahre 1864, 1866 und 1870/71 sind aus seiner Karriere ebenso wenig wegzudenken wie die Bismarck-Figur aus seinem literarischen Schaffen. Der Schwefelgelbe gehe permanent darin um, stellte er im Rückblick fest: "und wenn ihn das Gespräch auch nur flüchtig berührt, ist doch immer von ihm die Rede". Das Bekenntnis steht in Verbindung mit der Arbeit, in die Fontane damals, im Frühjahr 1894, vertieft war, als er "Effi Briest" für den Vorabdruck fertig machte. So unbedingt sind hier die Romanfiguren auf den Fürsten bezogen, daß man folgern kann, ihr Erlöschen sei die Konsequenz seiner ablebenden Epoche und die Vita der Heldin eine Retrospektive auf das preußische Deutschland vor Wilhelm II.

Als Ersatz für die Politik bieten Ziegler und Erler ein häusliches und familiäres Spektrum an. Sie nennen es Innerlichkeit, Psychographie oder das Reich der Seele. In Fontanes interner Beschaffenheit finden sie sich blind zurecht. Sie sind Connaisseure der bedürftigen Konstitution, aus der sich das Talent allmählich zu seiner Höhe aufgerappelt hat, und beschreiben den Vorgang mit einer Herablassung, als müßte man den werdenden Romancier ständig bemuttern und väterlich über ihn wachen.

Das Biographen-Team übernimmt dergestalt die Rolle des rückblickenden Schicksalslenkers, der seinem Schutzbefohlenen zwar im Großen und Ganzen ein gutes Zeugnis ausstellt, aber im Detail manches aussetzt. Man braucht sich nur zu vergegenwärtigen, welche Fragwürdigkeiten dem Anfänger unterlaufen sind: "Weihnachten 1849 liegen Fontanes erste Buchpublikationen vor mit so unfontanesch-pathetischen Titeln wie ,Männer und Helden' und ,Die schöne Rosamunde'". Ein gewisses Kopfschütteln durchzieht die ganze Biographie, aber auch ein mildes Lächeln. Denn man weiß den Zögling ja trotz seiner Handicaps auf dem richtigen Weg: "Mit opportunistischer Lernbereitschaft, naiver Produktivität und enormem Fleiß wechselt er auf der Suche nach Anerkennung und eigenem literarischem Profil Stoffe, Stile und Genres."

Die Begutachter sind ihrem Gegenstand so gewogen wie der Chor der Engel dem auferstehenden Faust. Wer immer strebend sich bemüht, den können sie erlösen. Gleichzeitig spielt die Haltung, die Günter Grass gegenüber Fontanes Zerrbild etabliert hat, in den Kurs hinein. Theodor oder Theo, wie sie den Schriftsteller gelegentlich nennen, ist jedenfalls ein Mensch mit seinen Schwächen. Aber gerade die Fehlbarkeit macht ihn sympathisch. Am liebsten möchte man ihm das Du anbieten. Das anbiedernde Verfahren wird auch auf die Familienmitglieder angewendet und erreicht bei Martha Fontane seinen Gipfel. Die Tochter könne sich einfach deshalb für keinen Ehemann interessieren, "weil sie an die Idealgestalt des Vaters gebunden ist".

Vermutlich muß man diese Lebensbeschreibung vor allem als Verlagswerbung betrachten. Ihr Mitautor, der Verlagsleiter Gotthard Erler, der Fontane in der DDR mitbetreut hat, ist dabei, die editorischen Methoden und Ergebnisse der vergangenen Jahrzehnte in eine fünfzigbändige Werkausgabe zu überführen, die "Große Brandenburger Ausgabe des Aufbau Verlages", die sich in Etappen entwickeln soll. Sie wird nun von dem Büchlein als einem Douceur begleitet, das für den Schriftsteller Reklame macht, als wäre er wie Erwin Strittmatter ein hauseigener Genius. Tatsächlich würde sich das Produkt "Theodor Fontane - Lebensraum und Phantasiewelt - Eine Biographie" als Verlagsbroschüre eignen, kostenlos und bismarckfrei. Aber so hat der Hersteller es nicht kalkuliert. SIBYLLE WIRSING

Edda Ziegler/Gotthard Erler: "Theodor Fontane. Lebensraum und Phantasiewelt". Eine Biographie. Aufbau Verlag, Berlin 1996. 384 S., Abb., geb., 58,- DM.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Edda Zieglers und Gotthard Erlers psychologische Biografie beschreibt ebenso subtil wie anschaulich, wie Fontane sein Leben lang bemüht war, das als "wenig geordnete Zustände" empfundene Lebensmuster seiner Eltern zu durchbrechen." Tages-Anzeiger 20030422

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 05.12.2019

REISEBUCH
Dichter auf Tour
Theodor Storm hat kleine Kreise gezogen, Friedrich Hölderlin mittlere und Theodor Fontane große:
Wer sich an ihre Fersen heftet, erlebt überraschende Facetten von Europa
VON STEFAN FISCHER
Deutsche Dichter waren gerne auf Reisen. Friedrich Hölderlin und Gottfried Seume sind mutmaßlich sogar am selben Tag aufgebrochen zu zwei legendären Touren: Am 6. Dezember 1801 hat sich Seume zu Fuß nach Syrakus aufgemacht, derweil Hölderlin sich, vielleicht allerdings auch erst tags darauf, in Richtung Bordeaux begeben hat. Anders als bei Seume sind etliche Details dieser Reise nicht exakt gesichert, was etwa die genaue Strecke angeht oder die Frage, welche Etappen Hölderlin zu Fuß zurückgelegt hat.
Thomas Knubben hat sich trotzdem unbeirrt auf den Weg gemacht, zu Fuß von Nürtingen aus an den Atlantik, auch er im Winter. Sein Bericht „Hölderlin. Eine Winterreise“, der nun in einer Sonderausgabe neu aufgelegt worden ist, erzählt von des Dichters Reise, der in Bordeaux eine Stelle als Hauslehrer antreten sollte. Nach wenigen Monaten ist er jedoch zurückgekehrt, die Gründe sind unklar. Womöglich hat er erfahren, dass seine große Liebe Susette Gontard im Sterben lag. Bei der Rückkunft in die schwäbische Heimat war nicht mehr zu übersehen, wie zerrüttet Hölderlins Geisteszustand war.
Je weiter Knubben gen Westen vorankommt, desto mehr schiebt sich seine eigene Reise vor die des Dichters. Es ist eine Wanderung durch die französische Provinz, die „außerhalb der größeren Städte zumeist in einem beklagenswerten Zustand“ sei: keine Cafés, Restaurants, Läden, nicht einmal Bars. In den Wäldern dazwischen gerät Knubben zweimal in Treibjagden, auch das Wetter setzt ihm zu. Aber noch jeden Abend rettet er sich in ein Quartier, zumeist ein Chambre d’hôtes, die französische Ausprägung eines Bed and Breakfast. Die Begegnungen und Gespräche dort werden zum Antrieb durchzuhalten, und sie erzählen eine Geschichte über das Leben in Frankreich jenseits der Metropolen und touristischen Regionen. Sie handelt nicht zuletzt von der Freundlichkeit und auch dem Interesse der Menschen.
Hölderlin selbst hat über diese Reise kaum etwas hinterlassen. Ganz anders Theodor Fontane über seine beiden Italienrundfahrten 1874 und 1875, auf denen er stets rasch Bekanntschaften geschlossen hat – allerdings kaum mit Einheimischen wie Knubben bei seiner Hölderlin-Spurensuche, vielmehr mit anderen Deutschen.
Dieter Richter berichtet darüber in dem sorgsam und anschaulich komponierten Bändchen „Fontane in Italien“ (SZ vom 15. Oktober). Der Reiseschriftsteller, Theaterkritiker und spät zum Romanautor gereifte Fontane ist nicht warm geworden mit dem Süden. Es gebe „wohlthuendere, herzerquickendere Gegenden“, kanzelte er die Landschaft generell ab. Ein Italienreisebuch hat er folgerichtig nie geschrieben – in seinen Romanen allerdings spielt das Land eine immer wieder erhebliche Rolle, als Ziel von Hochzeitsreisen der Figuren und aufgrund seiner Kultur. Richter bringt die Belletristik zusammen mit Tagebucheinträgen von Fontane, der sich selbst als „Nordlandsmenschen“ bezeichnet hat, und seiner Frau Emilie, die ihn auf der ersten dieser beiden Reisen begleitet hat.
Fontane war anglophil, seinen Namen hat er sich erschrieben mit Büchern über England und Schottland. Auszüge aus diesen sowie auch späteren Reisetexten bündelt der Band „Theodor Fontane. Mehr als Weisheit aller Weisen galt mir Reisen, Reisen, Reisen“ mit jeweils hilfreichen Einleitungen von Gotthard Erler. Es geht nach Edinburgh und Inverness, nach London, Paris, Amiens, Kopenhagen und eben Italien. Schließlich in die Heimat, an die Ostsee und in die Mark Brandenburg. Die Texte sind so ausgewählt, dass Fontanes Witz zutage tritt. Sie sind auch spannend, weil Fontanes Reisen an der Schwelle stehen zwischen Bildungsreisen, wie sie etwa Goethe unternommen hat, und dem frühen organisierten Massentourismus.
Der Band ist originell illustriert mit Collagen von Carsten Busse, in denen historische Bildnisse sich überlagern. Noch stärker aufs Optische fokussiert sich Hans-Jürgen Gaudeck. Der Berliner Aquarellist hat sich darauf verlegt, literarische Texte, in denen Landschaften charakterisiert werden, zu ergänzen um seine Bilder, die mal eine Übersetzung, mal eine Interpretation, mal auch ein Widerspruch sind zu dem Geschriebenen. Zu Fontane hat Gaudeck seit 2011 bereits drei Bücher veröffentlicht. Sein aktuelles Werk „Wie fließend Silber funkelte das Meer“ taucht ein in Theodor Storms Kosmos. Der ist regional begrenzt, Storm war kein Reisender, beruflich ist der in Husum Geborene bis Potsdam und Thüringen gekommen. Seine Literatur ist ganz der Nordseeküste verhaftet. Gaudeck fängt in seinen Bildern die Gespensterhaftigkeit des „Schimmelreiters“ ein, aber auch viel Heiteres. Es gibt kaum ein Rot in den Aquarellen, dafür das Blau des Himmels und der See, das Grünbraun der Vegetation – und das Gelb des Sonnenlichts, das mal Bestätigung und mal Kontrast ist zu Storms Zeilen.
Gotthard Erler (Hrsg.): Theodor Fontane. Mehr als Weisheit aller Weisen galt mir Reisen, Reisen, Reisen. Faber & Faber Verlag, Leipzig 2019. 224 Seiten, 24 Euro.
Hans-Jürgen Gaudeck: Theodor Storm. Wie fließend Silber funkelte das Meer. Steffen Verlag, Berlin 2019. 84 Seiten, 19,95 Euro.
Thomas Knubben: Hölderlin. Eine Winterreise. Klöpfer, Narr Verlag, Tübingen 2019. 240 Seiten, 34 Euro.
Dieter Richter: Fontane in Italien. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2019. 144 Seiten, 18 Euro.
Theodor Storms Geburtsstadt Husum ist Schauplatz vieler seiner Geschichten.
Foto: Hans-Jürgen Gaudeck
„Wenn der halbe Mond ein karges Licht herabließ, glaubte ich eine dunkle Gestalt zu erkennen“, heißt es in Storms „Schimmelreiter“.
Abbildung: Hans-Jürgen Gaudeck
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