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Gut aussehend, höflich und sanftmütig ist er, ein Traum von einem Mann. Die ebenso tragische wie überaus komische Geschichte eines jungen Mannes, der sich der Verführung durch die Frauen nicht entziehen kann. Sie lieben ihn. Alle. Warum also Nein sagen? Zu Matilda, die ihn als Knaben verführte; zur hässlichen, dafür um so bemitleidenswerteren Alja; zu Lena, die er heiratet, weil sie ein uneheliches Kind erwartet; zu seiner gehbehinderten Chefin Valerija und zu all den anderen Frauen, die ihn brauchen. Ein wunderbarer Roman über die Liebe mit einem tragikomischen Helden, dem die wahre Liebe fehlt.(Laufzeit: 5h 42)…mehr

Produktbeschreibung
Gut aussehend, höflich und sanftmütig ist er, ein Traum von einem Mann. Die ebenso tragische wie überaus komische Geschichte eines jungen Mannes, der sich der Verführung durch die Frauen nicht entziehen kann. Sie lieben ihn. Alle. Warum also Nein sagen? Zu Matilda, die ihn als Knaben verführte; zur hässlichen, dafür um so bemitleidenswerteren Alja; zu Lena, die er heiratet, weil sie ein uneheliches Kind erwartet; zu seiner gehbehinderten Chefin Valerija und zu all den anderen Frauen, die ihn brauchen. Ein wunderbarer Roman über die Liebe mit einem tragikomischen Helden, dem die wahre Liebe fehlt.(Laufzeit: 5h 42)
  • Produktdetails
  • Verlag: Der Hörverlag
  • Gesamtlaufzeit: 342 Min.
  • Erscheinungstermin: 29.09.2005
  • ISBN-13: 9783844502060
  • Artikelnr.: 33594866
Autorenporträt
Ljudmila Ulitzkaja, geboren 1943 bei Jekaterinburg, wuchs in Moskau auf. Sie schreibt Drehbücher, Hörspiele, Theaterstücke und erzählende Prosa. 1996 erhielt sie in Frankreich für ihre Erzählung 'Sonetschka' den Prix Medicis, 2001 den Booker Prize Rußland und im Jahr 2014 den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur.
Rezensionen
Besprechung von 28.09.2005
Heiliger oder Volltrottel
Puppentanz: Ljudmila Ulitzkajas Romanheld erobert Frauenherzen

Einigen Ausgaben von Balzacs, Dostojewskis, Tolstois Werken folgt eine Liste aller im Roman auftretenden Figuren. Diese Personenregister sind die Rangabzeichen der großen Romanciers, in deren comédie humaine ein Welttheater mit Hunderten von Figuren auftritt. Nicht nur Koketterie mit der Unbescheidenheit veranlaßt den Verlag, nun auch zu Ljudmila Ulitzkajas neuem Roman "Ergebenst, euer Schurik" auf einer Art Lesezeichen alle Frauen aufzuführen, die der Held einmal geliebt hat. Immerhin tingelt dieser Schurik auf den fünfhundert Seiten des Romans zwischen siebzehn Frauen hin und her, und die Mutter, die auch darunter zu zählen ist, dürfte nicht die unwichtigste Geliebte sein.

Jedenfalls ist dieser Schurik ein Muttersöhnchen, der es bis zu seinem dreißigsten Geburtstag am Ende der Geschichte außer zu vielen weiblichen Bekanntschaften zu wenig gebracht hat. Eine Kindheit zwischen Mutter und Großmutter, ein Studium in anorganischer Chemie und in Fremdsprachen, Prüfungen, die er nicht besteht oder nur, wenn ihm eine seiner vielen Freundinnen beisteht, eine Ehe, die er aus Mitgefühl mit einer Frau eingeht, die ein uneheliches Kind von einem schönen, aber flüchtigen Kubaner erwartet - das sind die Glanzleistungen in der Karriere dieses Anti-Helden, dem jene Geliebte, von der zumindest er selbst meint, sie sei die einzig wahrhaft geliebte gewesen, bestätigt: "Er ist unheimlich zärtlich, aber vollkommen unsexy". Und von dem eine andere "schon lange ahnte, daß bei ihm Mitleid und männliches Begehren an derselben Stelle saßen" - kurz: Schurik ist eine echte Frauenphantasie.

Deshalb hat er auch keinen Schöpfer, sondern eine Schöpferin, Ljudmila Ulitzkaja, die ihn aber ebenso mißbraucht wie es alle Weiblichkeiten tun, die ihn im Roman umgurren. Dieser Bajazzo, der, wie seine einzige Geliebte im Tagebuch vermerkt, "fast ein Heiliger" zu sein scheint, "aber (auch) ein Volltrottel", ist gerade der richtige Begleiter für die Autorin selbst, die am liebsten bei den Leuten einkehrt und in ihren Verhältnissen herumspioniert. Schurik führt sie als Wegweiser von einem Nachbarschaftsbesuch zum nächsten. Ljudmila Ulitzkajas Roman ist ein Potpourri aus Genreszenen des Armeleutelebens. Jede Figur, die auftritt, bietet die Möglichkeit, sich weiterer Figuren zu erinnern, die irgendwann mit ihr zu tun hatten und deren Leben nun zu erzählen ist. Swetlana zum Beispiel spielt nicht nur die Nervensäge, die Schurik mit Selbstmorddrohungen belästigt, sie stellt auch ein Lebenszentrum dar mit einer Mutter, einem Vater, der Freundin der Mutter, dem Sohn dieser Freundin, einem unehelichen Kind dazwischen, von denen allen die Lebensgeschichte zu erzählen sich die Autorin nicht nehmen läßt. Diese vielen Geschichten und Geschichtchen sind angelegt wie die berühmte russische Puppe, bei der in einer großen eine kleinere und in der kleineren eine noch kleinere versteckt ist. So öffnet denn auch jede Hauptfigur ihr Herz nur, um einen Spiegelsaal voller kleiner und immer noch kleinerer Herzen aufzutun.

Die Existenzen, die nun für kürzere oder längere Dauer ihren Auftritt auf der Bühne des Romans haben, sind allesamt keine Glückspilze, aber Lebenskünstler. Ein Schicksal haben sie wohl, und es ist nicht unbedingt das beste, aber sie stehen über ihm. Deshalb können sie nie tragisch werden, denn einen wahren Helden fällt das Schicksal; sie aber sind Komödienfiguren, Kauze und Narren, die aus Bruchsteinen einen Weg modeln, auf dem sie ihr Leben lang balancieren, so gut es eben geht. Die Darstellung einer solch gebastelten Existenz würde man als typischen russischen Realismus bezeichnen, das Gedränge der Lebensgeschichten als Schilderung der Nachkriegsverhältnisse in den überbesetzten Wohnungen, wenn es den Milieuschilderungen nicht an jeglicher politischen Farbigkeit mangelte. Der Roman scheint in der Ära Breschnew angesiedelt zu sein, doch spielt das weder für die Figuren noch für die Autorin, noch für den Leser eine Rolle. An einer Stelle gibt sie einen Wink, wer eigentlich ihr Vorbild ist: Federico Fellini. Der humorvolle Film aber, der im Roman abläuft, ist kein "Dolce Vita" mit einer verwöhnten Schickeria, sondern eher das Volksfest von "Amarcord". Die Figuren freuen sich des Lebens, die Autorin genießt ihr Erzähltalent, der Leser kostet das Tuttifrutti voller Behagen und stellt erst ganz am Ende fest, daß es leicht überzuckert und also doch ein dolce vita war.

HANNELORE SCHLAFFER

Ljudmila Ulitzkaja: "Ergebenst, euer Schurik". Roman. Aus dem Russischen übersetzt von Ganna-Maria Braungardt. Hanser Velag, München 2005. 494 S., geb., 24,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Besprechung von 10.11.2005
Der Frauenversteher
Immer lustig: Ljudmila Ulitzkajas „Ergebenst, euer Schurik”
Ljudmila Ulitzkaja wird gern als Beweis für den überragenden Erfolg russischer Schriftstellerinnen im Westen angeführt. Und wenn es um ihre Literatur geht, ist viel von liebevoller Ironie die Rede, von Menschlichkeit und Wärme. Bei „Medea und ihre Kinder” und „Sonetschka”, bei „Ein fröhliches Begräbnis” plaudert sich Ljudmila Ulitzkaja durch Todesfälle, Seitensprünge und andere Katastrophen, und ihre Helden ähneln Comic-Figuren, denen zwar gelegentlich ein Bügeleisen auf den Kopf fällt, aber dann schütteln diese sich nur kurz, betasten die Beule und rennen weiter. Es ist eine Duracell-Welt, in der viel passiert, aber richtig ernst, so scheint es, dürfte man nicht mal deren Untergang nehmen.
Und nun geht es also um Schurik, den Frauenversteher, der in eine vaterlose Welt hineingeboren wird, mit einer wehleidigen Mutter und einer dominanten Großmutter - und der einzig auf der Welt ist, um unglücklichen, hässlichen, sitzengebliebenen Frauen zu Willen zu sein - je unglücklicher, hässlicher und sitzengebliebener sie sind, desto lieber. „Er ahnte seit langem, dass dies das dominierende Gefühl des Mannes für die Frau war: Mitleid”, heißt es. Empathie und Begehren sitzen bei Schurik an derselben Stelle, überhaupt sind die sexuellen Dienstleistungen nur die Konsequenz eines Lebens als Domestike: Schurik füttert die Katzen für die Bildhauerin Matilda, er besorgt Medizin für seine Chefin Valerija, er ist der stets uneigennützige Begleiter seiner Mutter. Und das Nomenklatura-Töchterlein Lena heiratet er sogar, weil sie ein uneheliches Kind erwartet. Es ist kein leichtes Leben, aber Ulitzkajas Figuren sind Lebenskünstler, sie kommen durch. Und mit der Zeit vergeht auch der größte Schmerz, und alles ist „verheilt und vergessen”.
Es gab eine Zeit, da hatte diese Begeisterung für die kleinen Leute etwas Befreiendes. Nach den präpotenten Muskelspielen der offiziellen Sowjet-Literatur war Ljudmila Ulitzkajas Liebe zum Alltag fast subversiv - zudem ein Gegenentwurf zu den Blutorgien Sorokins oder Jerofejews. Und wenn Ulitzkaja in diesem Buch von den „Sowjetmenschen” spricht, „von denen eine ganze Generation durch den Krieg verkrüppelt war”, die aber dennoch inmitten von „Statuen von Arbeitern mit mächtigen Armen und Bäuerinnen mit kräftigen Beinen” lebten, dann spürt man noch die trotzige Verweigerung jedes Heldentums. Aber diese raren Momente reichen kaum hin, um die Breschnjew-Zeit des Romans zu beschreiben, und ganz sicher nicht, um eine Prosa zu rechtfertigen, deren Dahinplätschern bald so schwer erträglich wird wie die chinesische Wassertropfenfolter.
Ljudmila Ulitzkaja, so heißt es oft, entlarve die Schwächen der Menschen, ohne sie zu denunzieren. Das ist richtig. Aber sie nimmt in diesem summenden Bienenstock von Geschichten und Schicksalen auch nicht eine Person ernst. Warum sollte es dann der Leser tun? SONJA ZEKRI
LJUDMILA ULITZKAJA: Ergebenst, euer Schurik. Roman. Aus dem Russischen von Ganna-Maria Braungardt. Hanser Verlag, München 2005. 494 Seiten, 24,90 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Eine Dienstleistung der DIZ München GmbH
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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Rezensentin Marion Löhndorf mochte diesen Roman, der ein Kaleidoskop verschiedener Biografien - nämlich all der Frauen, die das Leben der Hauptfigur Schurik streifen - schafft. Dieser Mann kann zu keiner Frau nein sagen und führt ein dementsprechend fremdbestimmtes Leben: "Eine Mischung aus Mitleid, Schuldgefühlen und Nachgiebigkeit lässt ihn von einer Beziehungsfalle in die nächste tappen." Die Art und Weise, wie die Autorin diese Strukturen aufbereite, gefällt Löhndorf. Das passiert ohne Schuldzuweisungen, mit Humor, im richtigen Erzähltempo und trotzdem mit großer Präzision: "Ljudmila Ulitzkaja ist eine Meisterin der komischen Entlarvung von Lebenslügen." Ihr gefällt auch der demokratische Ansatz der Autorin, der jeder Figur ausreichend Raum einräumt und sie nicht nur auf ihre Rolle funktionalisiert. Alle betrachtet Ulitzkaja mit dem ihr eigenen freundlichen Spott: "Jede Figur hat ihren großen Auftritt, manche von ihnen einen dramatischen Abgang: Randpersonal gibt es nicht. Damit wird der Roman zu einem Kosmos aus lauter Mini-Biografien, allesamt tragisch und komisch zugleich."

© Perlentaucher Medien GmbH
"Ein berührendes Buch über die Schwächen des weiblichen Geschlechts und die immerwährende Sehnsucht nach Liebe." Brigitte, 12.10.05 "Ein Kosmos aus lauter Mini-Biografien, allesamt tragisch und komisch zugleich ... Souverän, eigenwillig und zügig erzählt, mit Esprit und Tiefe, vor allem aber mit Witz. Ljudmila Ulitzkaja ist eine Meisterin der komischen Entlarvung von Lebenslügen." Marion Löhndorf, Neue Zürcher Zeitung, 27.08.05 "Ein leichtes und lustiges Buch, temporeich und pointensicher erzählt." Martin Ebel, Tages-Anzeiger Zürich, 07.10.05