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In der New Yorker Central Station spricht die junge Jennifer den durchreisenden Jan an, der zurück nach Europa möchte. Aus dieser zuerst oberflächlichen Bekanntschaft erwächst eine intensive Liebesgeschichte. Jan möchte immer mit Jennifer zusammen sein und macht sich auf, seine Schiffskarte in die europäische Heimat zurück zu geben. In seiner Abwesenheit zerreißt eine Bombenexplosion die Geliebte in einem Hotel. Der Bombenleger ist der gute Gott von Manhattan. Vor Gericht verteidigt er sich, er habe diese Tat – und auch alle vorherigen – zum Schutz der bestehenden Weltordnung verübt. Diese sei…mehr

Produktbeschreibung
In der New Yorker Central Station spricht die junge Jennifer den durchreisenden Jan an, der zurück nach Europa möchte. Aus dieser zuerst oberflächlichen Bekanntschaft erwächst eine intensive Liebesgeschichte. Jan möchte immer mit Jennifer zusammen sein und macht sich auf, seine Schiffskarte in die europäische Heimat zurück zu geben. In seiner Abwesenheit zerreißt eine Bombenexplosion die Geliebte in einem Hotel. Der Bombenleger ist der gute Gott von Manhattan. Vor Gericht verteidigt er sich, er habe diese Tat – und auch alle vorherigen – zum Schutz der bestehenden Weltordnung verübt. Diese sei durch die Maßlosigkeit der Liebe zwischen Jennifer und Jan mehr bedroht gewesen als durch alle Ketzereien.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, D ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Pidax
  • Gesamtlaufzeit: 82 Min.
  • Altersempfehlung: ab 14 Jahre
  • Erscheinungstermin: 24.04.2015
  • ISBN-13: 4042564187052
  • Artikelnr.: 52887467
Autorenporträt
Ingeborg Bachmann, geb. 1926 in Klagenfurt, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen der deutschsprachigen Nachkriegsgeneration. Ihr Werk umfaßt Romane, Kurzprosa und Lyrik, aber auch Übersetzungen aus dem Italienischen. 1964 wurde ihr der Georg-Büchner-Preis verliehen. Sie starb 1973 in Rom.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 27.10.2005

DAS HÖRBUCH
In die Luft fliegen
Ingeborg Bachmanns „Der gute Gott von Manhattan”
Das Hörspiel „Der gute Gott von Manhattan” von Ingeborg Bachmann ist nicht langweilig, wie man glauben könnte, wenn man auch beim zweiten Versuch es anzuhören einschläft; es erfordert Aufmerksamkeit auf eine nicht einmal mehr für moderne Poesie-Platten zeitgemäße Art. Im Jahr 1958 wurde dieses Hörspiel zum ersten Mal gesendet. Damals, als das Fernsehen erst aufkam, stand Rundfunk-Kunst im Ansehen deutlich höher als heute und wurde von viel mehr Menschen beachtet. Geduldig anspruchsvollen Texten zu lauschen war nicht unüblich. Dieses letzte Hörspiel von Ingeborg Bachmann behandelt die Angst vor der Kraft der Liebe, welche die Mechanik des Kapitalismus stören kann.
Das klingt spröde und grau, und der rote Faden einer Handlung ist es nicht, der dem Stück Farbe verleiht. Ein Bombenleger, der, assistiert von militärisch organisierten Eichhörnchen, Liebespaare tötet, rekapituliert für seinen Richter die Begegnung seiner Opfer und wie sie ihre Liebe erkennen und unberechenbar werden, also als funktionstüchtige Arbeitskräfte auszufallen drohen. Farbig und lebendig wird das Stück auch weniger durch die Mittel der Inszenierung in der Regie von Gert Westphal, etwa durch den Chor, der beständig über der Metropole New York tönt und anweist: „Weitergehen! Schneller schlafen! Schneller träumen! Bei rotem Licht stehenbleiben!”
Nein, Westphal hat den Wortsatz selbst so eingerichtet, dass es die ruhigen Stellen sind, an denen das Stück die größte Spannung gewinnt: wenn der „gute Gott” das Motiv für sein Tun darlegt: Die Liebenden stellen die Welt in Frage, als vollzögen sie noch einmal - in einem unerhörten Wirbel - den ersten Schöpfungsakt dieser Welt. Aber die Mission des guten Gottes ist komplizierter: Wer sich zum Paar fürs Leben findet, der stört nicht, der hat seine Liebe transformiert, umgewandelt in eine Interessengemeinschaft. Nur die Menschen, deren Liebe so stark ist, dass sie die Liebenden den Halt in der Welt verlieren lässt und vor allem: die an nichts mehr glauben, diese Paare lässt der gute Gott „in die Luft fliegen”, mittels Bombe, damit sie vielleicht unter die Sternbilder versetzt werden.
Wer dagegen schuldig wird am Verrat dieser Liebe und sich fügt in die Ordnung, in die Mechanik, in das geforderte Weitergehen, der darf mit all seinen Gedanken und Gefühlen weiterleben.
Charles Regnier als Täter und Kaspar Brüninghaus als Richter geben ihre Rollen wie Philosophen. Es geht dem Richter nicht um die Subsumierung eines Sachverhaltes unter einem Tatbestand des Strafgesetzbuches. Er sieht die kreative Kraft eines Menschen, der sich über das Gesetz stellt, und er will verstehen.
Den jungen Liebenden spricht Martin Benrath, damals Anfang dreißig. Sein Part ist sicherlich schwierig zu sprechen, denn Benrath musste in die kunstvollen Sätze der Bachmann sowohl die Grübeleien eines grüblerischen Mannes, aber auch die Lebendigkeit eines Verliebten bringen. Es lohnt sich, aufkommende Schläfrigkeit zu überwinden und diese Platte mehrmals anzuhören, Satz für Satz verfolgend, erst dann erschließen sich sowohl die schöne Prosa als auch die kunstvoll verzwirbelten und schrägen Gedanken. Nicht ungewürdigt soll das ausführliche Begleitheft bleiben, in dem Hans Höller das Werk einordnet.
MARTIN Z. SCHRÖDER
INGEBORG BACHMANN: Der gute Gott von Manhattan. Hörspiel. Regie: Gert Westphal. Mit Charles Regnier, Martin Benrath, Gustl Halenke u.v.a. Der Hörverlag, München 2005, 2 CD, 90 min., 19,95 Euro.
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

" Fast ein halbes Jahrhundert hat diese Hörspielaufnahme schon auf dem Buckel. Für Barbara Catoir kein Grund, sie zum alten Eisen zu zählen. Gebannt lauscht sie der "lyrischen Komposition" und der "sprachlichen, stimmlichen und klanglichen Intensität" des Hörspiel-Klassikers. Was dereinst die Kriegsblinden für preiswürdig befanden, meint sie, ist als "lyrisches Hördrama" und "Sternstunde der radiophonen Literatur" auch heut noch ein Ohrenschmaus. Vom Ausgangssetting eines Gerichtssaals geht es unversehens mittenrein in die Geräuschkulisse eines Bahnhofs, wird mittels Einblendungstechnik ein "Hörspiel im Hörspiel" geschaffen, das wiederum durchlässig ist für das Surreale, "krächzende, hämisch lachende Kasperlestimmen" etwa "als Vorboten und Agenten des Bösen". Wie Bachmann die Themen Liebe und Gesellschaft, Norm und Entgrenzung vordergründig als Verhandlung eines Verbrechens, als Verhör, weiter aber als balladeskes Märchen komponiert, als "faszinierend lebendiges Spiel der leisen, intimen Stimmen, Geräusche, Klänge und seltsamen Laute" - das hat Catoir offensichtlich beeindruckt.

© Perlentaucher Medien GmbH"