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Wenn im alten Griechenland die Krieger in die Schlacht zogen, dann riefen die Mütter ihren Söhnen zu, sie sollten entweder mit dem Schild oder auf dem Schild zurückkommen, aber nicht ohne. Sie sollten also entweder siegen oder sterben. Die Kapitulation galt als unehrenhaft, auch wenn sie häufig vorkam. Denn auch unterlegene Soldaten wollen weiterleben. Aber wie stellt man es an, eine Schlacht oder einen Krieg zu verlieren und trotzdem zu überleben? Dieser "Kunst der Niederlage" ist dieses Buch gewidmet. Es handelt vom Aufhören im Kriege, von der Dialektik zwischen soldatischer Ehre und…mehr

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Produktbeschreibung
Wenn im alten Griechenland die Krieger in die Schlacht zogen, dann riefen die Mütter ihren Söhnen zu, sie sollten entweder mit dem Schild oder auf dem Schild zurückkommen, aber nicht ohne. Sie sollten also entweder siegen oder sterben. Die Kapitulation galt als unehrenhaft, auch wenn sie häufig vorkam. Denn auch unterlegene Soldaten wollen weiterleben. Aber wie stellt man es an, eine Schlacht oder einen Krieg zu verlieren und trotzdem zu überleben? Dieser "Kunst der Niederlage" ist dieses Buch gewidmet. Es handelt vom Aufhören im Kriege, von der Dialektik zwischen soldatischer Ehre und Überlebenstrieb und von der Wechselwirkung zwischen den Bedingungen, die der Sieger stellt, und der Bereitschaft des Verlierers, sie zu akzeptieren. Die Kapitulation stellt eine Kulturtechnik dar, die sich über die Jahrtausende der menschlichen Geschichte wandelte und nicht zuletzt von gesellschaftlichen Entwicklungen und Veränderungen in der Waffentechnik abhing. Holger Afflerbach zeichnet diese Wandlungen nach und bietet dabei eine Geschichte des Krieges von der Steinzeit bis zur Gegenwart.

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  • Produktdetails
  • Verlag: Beck C. H.
  • Seitenzahl: 320
  • Erscheinungstermin: 10.04.2013
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783406645754
  • Artikelnr.: 37792216
Autorenporträt
Holger Afflerbach ist Professor of Central European History an der University of Leeds.
Inhaltsangabe
I. Die Kunst der Niederlage - eine Geschichte der
Kapitulation

II. Die Kapitulation und ihre Symbolik

III. Gnadenlose Kämpfe in vorgeschichtlicher Zeit

IV. Die Anfänge organisierter Kriege - und wie sie für den Verlierer endeten

V. Siegen oder Sterben - wie Kämpfe in der Antike endeten

VI. Sterben oder kapitulieren - Wie sich im Mittelalter Regeln für die
Kapitulation herausbildeten

VII. Vom Helden zum Soldaten - Die Kapitulation in der frühen Neuzeit

VIII. Mit wehender Fahne untergehen? Niederlage und Kapitulation im Seekrieg

IX. Verbriefte Rechte des Verlierers versus totaler
Krieg: Die Kapitulation in Kriegen des 19. und 20. Jahrhunderts

X. Ein "postheroisches" Zeitalter? Die Kunst der Niederlage im Krieg der
Gegenwart

XI. Die Hölle humanisieren? Die Kunst der Niederlage in der europäischen
Geschichte

Anmerkungen

Verzeichnis der in den Anmerkungen abgekürzt zitierten Literatur

Personenregister
Rezensionen
Besprechung von 09.04.2013
NEUE TASCHENBüCHER
Siegen oder Sterben? – Eine Geschichte
des Krieges aus der Sicht der Niederlage
In der Menschheitsgeschichte sind Kriege Aggregatszustände, die in relativ kurzen Zeiträumen gewaltige Veränderungen verursachen. Sieg oder Niederlage entscheiden über das Schicksal vieler Einzelner, über das ganzer gesellschaftlicher Systeme oder Wertegemeinschaften, Freiheit oder Unfreiheit. Das Potenzial von Kriegen hat Heraklit exemplarisch beschieben: „Krieg ist aller Dinge Vater, aller Dinge König. Die einen macht er zu Göttern, die anderen zu Menschen, die einen zu Sklaven, die anderen zu Freien.“
  Die Alternative zu siegen oder zu sterben, von Freiheit oder Sklaverei prägt seit je Wesen und Wirkung des Krieges. Das nimmt den einzelnen Krieger in die Verantwortung für die Zukunftsfähigkeit der Gemeinschaft, für die er mit dem Opfer des eigenen Lebens einzustehen hat. Dieser Zusammenhang formuliert den Kodex, dem er verpflichtet ist und dem er sein eigenes Glücksverlangen, seinen existenziellen Überlebenswillen unterordnen muss. Das wird durch Befehl und Gehorsam eingefordert, deren unbedingte Gültigkeit in der Vorstellung vom „Heldentod“ auf dem „Feld der Ehre“ kulturell oder ideologisch abgestützt wird.
  Diese Sinnstiftung blendet die Sinnwidrigkeit aus, die sich stellt, wenn deren unbedingte Befolgung nur um den Preis des Untergangs ganzer Armeen möglich ist, wie sie etwa die sinnlosen Durchhaltebefehle Hitlers forderten. Verschafft ein derartiger kollektiver Selbstmord aus blindem Befehlsgehorsam dem Schicksal des Einzelnen die Aura des „Heldentods“? Oder wie lässt sich der Überlebenswille in militärisch aussichtsloser Lage mit dem unbedingten Anspruch des Ehrenkodex vereinbaren, der eine Kapitulation per se als unehrenhaft verbietet? – Diese Fragen werden anhand von zahlreichen Beispielen gestellt, die Holger Afflerbach für seine sehr anregende Geschichte der Kriege verwendet hat, die überraschend die Niederlage zum Ausgang der Darstellung nimmt.
JOHANNES WILLMS
Holger Afflerbach: Die Kunst der Niederlage. Eine Geschichte der Kapitulation.
Verlag C. H. Beck, München 2013.
320 Seiten, 14,95 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Heiter beschwingt bespricht Rezensent Franz Schuh dieses Büchlein über die Niederlage, die auch eine Kunst sein kann. Schuh, der sich als Anhänger einer "solide depressiven Lebensanschauung" zu erkennen gibt, stimmt dem Autor hier durchaus zu und zitiert einige kräftige Maximen berühmter Männer, mit denen die Abhandlung brilliert. Churchill habe zum Beispiel über einen Kriegsgefangenen gesagt: Das sei "ein Mann, der versucht, dich zu töten, es nicht schafft und dann bittet, ihn nicht zu töten". Der Band scheint sich als Geschenk für entsprechende Lebenslagen zu eignen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 29.08.2013
Wer schützt den Verlierer vor der Willkür?

Ehre, Ruhm, Gewinn und Recht: Holger Afflerbach geht der Frage nach, wie Kriegsparteien sich auf Sieg und Kapitulation verständigen.

Die Kapitulation wird unterschätzt - zumindest in der Geschichtsschreibung. Umso erhellender ist das Buch des in Leeds lehrenden Historikers Holger Afflerbach. Es geht in pointierter Darstellung geradezu zeitlosen Fragen der Kriegsgeschichte nach: Welchen Einsatz erbringt der Einzelne in einem Konflikt? Wie lange kämpft er? Wann und warum gibt er den Kampf auf? Welche Möglichkeiten räumt die absehbar siegreiche Seite der unterlegenen ein, den Kampf aufzugeben? Diese Fragen verbindet Afflerbach mit anderen Aspekten des Krieges wie der Weiterentwicklung der Waffentechnik und militärischen Neuerungen.

Afflerbach geht es um das Verhältnis zwischen soldatischer Ehre und Überlebenstrieb, zwischen den Bedingungen, die der Sieger stellt, und der Bereitschaft des Verlierers, sie zu akzeptieren. Den geographischen Schwerpunkt seiner Studie legt er dabei auf Europa. Soldatische Ehrvorstellungen und ihr mögliches Extrem - den Kampf bis zum Tod - werden als Maßstab herangezogen, um die Mechanismen aufzuzeigen, die dieses Extrem nicht immer, aber oft verhindert haben. So sorgten egoistische und eigensüchtige Motive der Kämpfenden - der Sieger wie der Verlierer - im Normalfall dafür, dass es zum Äußersten nicht kam. Internationale Regelwerke und gesetzliche Bestimmungen gegen Exzesse kamen hingegen erst sehr spät zum Tragen und kodifizierten nach Afflerbachs in vielen Fällen nur das, was sich bereits eingespielt hatte.

Wie wenig selbstverständlich die Einigung ist, den Kampf an einem bestimmten Punkt abzubrechen, macht Afflerbach an einer Reihe von Beispielen deutlich. Zu keiner Zeit ist sicher gewesen, dass der Sieger die Empathie und Selbstkontrolle aufbrachte, den sich Ergebenden am Leben zu lassen. Auch hatte der Sieger kein Interesse an einer Kapitulation des Verlierers, wenn etwa ein Söldnerheer nach langer und verlustreicher Belagerung eine Stadt erobert hatte und sich für die vorangegangenen Entbehrungen rächen und durch Plünderung bereichern wollte.

Immer wieder kann Afflerbach, von den frühesten Anfängen der Überlieferung bis in die Gegenwart, bei der schwächeren Kriegspartei das Ringen zwischen Selbsterhaltungstrieb und Trotz beobachten. Des Autors Ritt durch die Kriegsgeschichte zeigt, dass die meisten Soldaten überleben wollten, ganz gleich, wie schlecht ihre Umstände nach der Niederlage auch sein mochten. Denn diese hatte weitreichende und oftmals sehr negative Auswirkungen auf das weitere Leben des Unterlegenen. Und dies Perspektive wiederum beeinflusste den Charakter des Kampfes ganz unmittelbar. Wenn Mäßigung von Seiten des Siegers nicht zu erwarten war und die Niederlage zugleich die Versklavung oder Tötung des Verlierers bedeutete, wurde mitunter sehr lange und sogar bis zum Tod gekämpft.

Politische Fragen und Kriegsziele hält Afflerbach zwar nicht für irrelevant. Aber sie werden nach seinen Beobachtungen in den Augen des kämpfenden Soldaten von einem sehr viel elementareren Problem überlagert: "Für ihn geht es um Leben und Tod, und zwar von Anfang an und nicht erst in dem Augenblick, in dem die Niederlage seiner Partei offensichtlich ist."

Sieg und Niederlage im Krieg haben für Afflerbach viel mit Ehre zu tun, die zusammen mit Ruhm als Lohn des Soldaten dient. Beides wiederum präge den Charakter des Krieges als eines "Spiels mit Spielregeln", in dem es dem Unterlegenen möglich sei, "ehrenvoll" zu kapitulieren, wenn er sein Äußerstes getan habe. Dies gilt freilich nur für Waffengänge, die Afflerbach als "systemische" Kriege bezeichnet, in denen Regeln akzeptiert werden. Der "systemische" Krieg regelt, wann die Niederlage offensichtlich ist und beide Seiten dieses Faktum zu akzeptieren haben. Hingegen kennt der "unsystemische" Krieg nur die diktierten Regeln des Stärkeren.

Vor diesem Hintergrund wird bei Afflerbach die "Kunst der Niederlage" sichtbar, wie sie sich in der europäischen Geschichte allmählich herausgebildet hat. Zuerst vom Raubmord der Vorgeschichte, bei dem der Gegner aus dem Hinterhalt umgebracht und anschließend ausgeplündert wurde, zum brutalen Krieg der Antike, in dem "vae victis" und "siegen oder sterben" als Maxime galten. Im Mittelalter entstand dann eine - allerdings auf die Oberschicht adeliger Krieger begrenzte - Regelung von Sieg und Niederlage, die dem Sieger ökonomischen Gewinn und dem Besiegten Leben und Unversehrtheit garantierte. Dies galt ab der frühen Neuzeit ebenfalls für ganze Heere - ein Fortschritt, der in der Französischen Revolution kodifiziert wurde und weitreichende Schutzbestimmungen nach sich zog, die den Verlierer vor der Willkür des Siegers schützen sollten.

In den Weltkriegen schließlich standen fortgeschrittene rechtliche Regelungen einem gewaltigen patriotischen Opfergeist gegenüber, was zwischen 1939 und 1945 zu unterschiedlichem Verhalten bei Niederlagen auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen führte. Seit dem Zweiten Weltkrieg konstatiert der Autor eine weiter fortschreitende Bindung und auch Selbstbindung des Siegers nicht zuletzt durch öffentliche Kontrolle und einen Wandel der Mentalitäten - zumindest im Westen.

Mit diesem historischen Bogen belegt Afflerbach seine These, dass zumindest in der westlichen Hemisphäre das Eigeninteresse der kriegführenden Parteien Exzesse und Regelverstöße normalerweise abstrafte und sich durch Verrechtlichung Verbesserungen ergaben.

THOMAS SPECKMANN.

Holger Afflerbach: "Die Kunst der Niederlage". Eine Geschichte der Kapitulation.

C. H. Beck Verlag, München 2013. 320 S., 14,95 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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