Sozialgeschichtliche Aspekte des Gartens. Gardens in Social History

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Im Blick so unterschiedlicher Disziplinen, wie der Mentalitäts-, Literatur- und Kunstgeschichte, der Kolonialhistorie, wie der Forschung zur interkulturellen Rezeption Japans, der Sozialreformgeschichte und der vergleichenden Rechtskasuistik, erscheint der Garten als höchste variable Resultante sozial und ideologisch bestimmter Begegnung zwischen Natur und Mensch. Diverse Selektionsimpulse zeigen dabei zwischen Antike, mittelalterlichem Europa, feudalem Repräsentationskult in Japan wie im Barock, aber auch in dessen Überwindung in der Spätaufklärung bis zum Schreber- und Hotelgarten, wie…mehr

Produktbeschreibung
Im Blick so unterschiedlicher Disziplinen, wie der Mentalitäts-, Literatur- und Kunstgeschichte, der Kolonialhistorie, wie der Forschung zur interkulturellen Rezeption Japans, der Sozialreformgeschichte und der vergleichenden Rechtskasuistik, erscheint der Garten als höchste variable Resultante sozial und ideologisch bestimmter Begegnung zwischen Natur und Mensch. Diverse Selektionsimpulse zeigen dabei zwischen Antike, mittelalterlichem Europa, feudalem Repräsentationskult in Japan wie im Barock, aber auch in dessen Überwindung in der Spätaufklärung bis zum Schreber- und Hotelgarten, wie Gartenkultur beiträgt zur anthropologischen Symbolik - auch in Gedicht und Roman. Ihre Beziehungs- und Blickperspektiven trugen dem Kolonialismus des 19. Jahrhunderts die Selbstillusion ein, kolonisierte Regionen als Domestikationsräume für "die Wilden" zu verstehen.
A variety of research - like history of mentality, literature, architecture, and colonialism, research on the reception of Japan, social history, and comparative jurisprudence - contributes to understanding the garden as a result of the social and ideological meeting of nature and men. Cultivation of gardens builds up an anthropological symbolism from antique to modern times - as in feudal representations in Japan and European Baroque and its overcoming during the enlightenment and the times of social reforms, including novels and poems. Colonialism of the 19th century had the illusory opinion that colonisation by gardens would bring high cultural civilisation to regions of savagery.
  • Produktdetails
  • Bayreuther Beiträge zur Literaturwissenschaft .24
  • Verlag: Peter Lang Ltd. International Academic Publishers
  • Artikelnr. des Verlages: .35921, 35921
  • Neuausg.
  • Seitenzahl: 247
  • Erscheinungstermin: 16. Mai 2002
  • Deutsch, Englisch
  • Abmessung: 211mm x 146mm x 20mm
  • Gewicht: 340g
  • ISBN-13: 9783631359211
  • ISBN-10: 3631359217
  • Artikelnr.: 25964403
Autorenporträt
Der Herausgeber/The Editor: Walter Gebhard habilitierte sich nach dem Studium der Malerei, nach Staatsexamina, Promotion und mehrjähriger Lehrtätigkeit im Gymnasium in Neuerer deutscher Literaturwissenschaft und Didaktik der deutschen Sprache und Literatur. Er führte den entsprechenden Lehrstuhl an der Universität Bayreuth von 1980 bis 2000. - Forschungen zur Theorie der Fabel und der Lyrik, zur Philosophie des 19. Jahrhunderts, zur Literatur des 20. Jahrhunderts, zur Deutschdidaktik sowie zur Rezeption Ostasiens im Europa des 20. Jahrhunderts. After studies of painting, German, history, geography and teaching in high school Walter Gebhard habilitated in Modern German Literature and Didactic of German Language and Literature. He held this chair at the University of Bayreuth from 1980 to 2000. - His field of research includes theory of fables and poems, philosophy of the 19th centrury, literature of the 20th century, didactic and the reception of East Asia in Europe during the 20th century.
Inhaltsangabe
Aus dem Inhalt/Contents : Walter Gebhard: Einführung - Silvain Guignard: The Main Types of the Classical Japanese Garden - Their Spiritual and Social Background - Walter Gebhard: Hortus reclusus. Zur Typologie des religiösen und säkularen Rückzugsgartens in Europa - Immacolata Amodeo: Die Gärten der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth - Ursula Link-Heer: Die Pappelinsel von Ermenonville. Rousseaus letzte Ruhestätte als 'retour à la nature' - Peter Klotz: Gesellschaftsdiskurs und Gartenkonstruktion: Zur Spiegelung des Ordnungswandels in Goethes Roman "Die Wahlverwandtschaften" - Noëlle Dauphin: Versailles et ses jardins à l'époque contemporaine - Armin Schäfer: Gärten in der Lyrik Stefan Georges - János Riesz: "An Island of Civilization Set in a Wilderness of Savagery". Europäische Gärten im kolonialen Kontext - Kazuyasu Hiramatsu: Edward S. Morse's "Japanese Homes and their Surroundings" - Christian Bruneau: The Garden as Insertion Means: A Centenarian Idea - Alain Fleury: A Few Words about Gardens in Bulgaria - Daryl Masao Arakaki: American-style Tort Liability Theory as Applied to a Japanese Garden.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Was als Sozialgeschichte des Gartens angekündigt war, entpuppt sich für den Rezensenten Stefan Rebenich als "bunter Strauß", der nur bei großzügiger Auslegung etwas mit Garten zu tun habe: "Hier wird Handbuchwissen ausgebreitet, dort der politische Diskurs gepflegt; der eine kultiviert seine literaturwissenschaftlichen Vorlieben, der andere ignoriert die Themenstellung des Kolloquiums souverän." So berichte etwa ein Beitrag von einem Fall, bei dem ein Einbrecher auf der Flucht durch einen nicht eingezäunten Privatgarten rennt, kopfüber in den dortigen Weiher stürzt und ertrinkt. Pikant wird aber erst das Nachspiel, denn das nordamerikanische Justizsystem erlaubt es den Eltern des verunglückten Einbrechers die Besitzer des uneingezäunten Weihers auf Schadenersatz zu verklagen. Andere Artikel widmen sich der Gartenkunst, deuten die Gärten in den Werken von Rousseau und Goethe oder untersuchen das koloniale Gartenmodell. Der Rezensent hat sich zum Schluss mit dem Sammelsurium an Texten versöhnt: "Wer bei der Lektüre ausharrt, wird mit manchen schönen Früchten belohnt."

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