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Der junge Staatsanwalt Kevin Lomax bekommt die Chance seines Lebens: Die größte und mächtigste Kanzlei des Landes holt ihn nach New York. Und damit nicht genug: Sein neuer Boß,der geheimnisvolle John Milton, nimmt ihn persönlich unter seine Fittiche. Unaufhaltsam verfällt Kevin dem Rausch von Macht, Ruhm, Sex und dem ganz großen Geld. Doch nach einer Serie unheimlicher Vorfälle wird Kevin klar, daß ihn der Leibhaftige persönlich unter Vertrag genommen hat .....
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Produktbeschreibung
Der junge Staatsanwalt Kevin Lomax bekommt die Chance seines Lebens: Die größte und mächtigste Kanzlei des Landes holt ihn nach New York. Und damit nicht genug: Sein neuer Boß,der geheimnisvolle John Milton, nimmt ihn persönlich unter seine Fittiche. Unaufhaltsam verfällt Kevin dem Rausch von Macht, Ruhm, Sex und dem ganz großen Geld. Doch nach einer Serie unheimlicher Vorfälle wird Kevin klar, daß ihn der Leibhaftige persönlich unter Vertrag genommen hat .....

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Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 22.01.1998

Die Hölle kann nicht warten
Ein Advocatus diaboli verliert den Boden unter den Füßen: Keanu Reeves ist "Im Auftrag des Teufels" unterwegs

Sie sehen sich als Herren des Universums und bauen Türme, die bis zum Himmel reichen. Der Immobilienmakler Alexander Cullen (Craig T. Nelson), angeklagt des dreifachen Mordes, für ein paar Millionen auf Kaution entlassen, empfängt seine Anwälte auf der Baustelle eines Hochhauses. Kaum ist er auf freiem Fuß, liegt New York bereits wieder zu seinen Füßen. Noch ist Cullen etwas nervös, doch schon bald merkt er, daß er von hier aus in aller Ruhe herabschauen kann auf den Arm des Gesetzes, der sich vergeblich nach ihm streckt.

John Milton (Al Pacino), dessen Kanzlei Cullen vertritt, residiert ebenfalls weit über dem Boden der Tatsachen. Als er den aufstrebenden Anwalt Kevin Lomax (Keanu Reevens) in seinem Büro empfängt und ihm seine Macht demonstrieren will, öffnet er eine Tür zur Dachterrasse. Auf ihr befindet sich ein künstlich angelegter See, der in einer grandiosen Einstellung mit dem Hudson im Hintergrund des Bildes fast verfließt. Als habe Milton den Meeresspiegel um einige hundert Meter anheben lassen, scheint New York in den Fluten zu versinken.

Lomax wird von Milton überzeugt, daß dessen Firma allein durch das Firmament Grenzen gesetzt werden, und nimmt das lukrative Stellenangebot an. Während einer Party, auf der die Superreichen der Stadt unter sich sind, geht Lomax auf den Balkon und blickt in die Tiefe. Er zählt die Stockwerke, die ihn trennen von der Höhe, auf der sein eigenes Apartment liegt, und weiß: Es ist noch ein weiter Aufstieg bis zur Spitze. Doch oben angekommen, wird er merken, daß Hochmut vor dem Fall kommt.

Bisher kam Hochmut bei ihm stets nach dem Fall - denn er hat jeden gewonnen, als Ankläger wie als Verteidiger. Schon in der ersten Sequenz zeigt uns der Film, welch Teufelskerl er im Gerichtssaal ist. Er vertritt einen mutmaßlichen Kinderschänder, der so schuldbewußt schwitzt, als spüre er schon die Flammen des Fegefeuers. Lomax zweifelt einen Moment an sich, doch dann setzt er im Spiegel der Herrentoilette ein diabolinisches Grinsen auf, nimmt das Mädchen ins Kreuzverhör und bekommt den Schänder frei.

Als er mit seiner Frau Mary Ann (Charlie Theron) von Jacksonville in Florida nach New York zieht, spürt er bald, daß hier ein anderer Wind weht. Zeitraffer-Aufnahmen lassen die Wolken im Eiltempo vorüberziehen: Selbst der Himmel kann hier nicht warten. Als Lomax mit Milton auf dem Dach verhandelt, auf schmalen Stegen, die quer durch den See verlaufen, fühlt er sich wie Jesus, der über das Wasser wandelt. Unvermittelt folgt in dieser Sequenz ein Schnitt auf Miltons klobige Schuhe, doch Lomax ahnt nicht, daß der Vertrag, den Milton ihm anbietet, einen Pferdefuß hat. Erst am Ende erkennt er, daß das Wasser auf dem Dach nichts anderes ist als die aufgestaute Sintflut.

Wer glaubt, New Yorker Stadtteile hießen Harlem, Brooklyn und Manhattan, wird nicht selig. Ihre wahren Namen lauten: Babel, Sodoum und Gomorrha. Dies lehrt uns der Film "Im Auftrag des Teufels", der auf dem Roman "The Devil's Advocate" von Andrew Neidermann basiert. Erfolgssucht, Korruption und Lotterleben, wohin man blickt. Produzent Arnold Koppelson, seit "Sieben" ein Experte für Spenden aller Art, hat sich nun jener Menschen angenommen, die, wie jeder weiß, für teures Geld ihre Seele verkaufen: der Anwälte. Und wer könnte ihnen mehr bieten als der Teufel persönlich?

Als Lomax zu Beginn den Prozeß gewinnt, betrinkt er sich mit Hochprozentigem. Kaum sind die Gläser gefüllt, kippt die Einstellung, als wolle der Film den Schnaps, den bekanntlich der Teufel gemacht hat, wieder ausschütten. Wo es nicht mit rechten Dingen zugeht, geht es auch nicht mit senkrechten Dingen zu, da geraten nicht nur die Menschen, sondern auch die Bilder aus dem Lot. Als Milton, Zigarette rauchend, bei der Party zu Lomax auf den Balkon geht, sieht man für einen Augenblick eine Rauchwolke. Im Dunstkreis eines Mannes, der vorne inhaliert und hinten ausatmet, muß auch Lomax süchtig werden.

Während die Zigaretten glimmen, wollen die Leidenschaften nicht recht entflammen. Folgt man den Dialogen, dann denkt jeder nur an Sex, doch nur ein einziges Mal wagt sich der Film schamhaft über Verbalerotik hinaus. Als Lomax mit seiner Frau schläft, erscheint ihm das Bild einer Arbeitskollegin, die er schon seit langem begehrt, und er stellt sich vor, wie sie seine unerfüllten sexuellen Wünsche befriedigt. Seine Frau ist schockiert über die Wildheit, die sich nun Bahn bricht, und so gelingt es dem Film, seinem Helden auch noch die letzten Sinnenfreuden zu vergällen.

Regisseur Taylor Hackford sowie die Drehbuchautoren Jonathan Lemkin und Tony Gilroy machen den grundlegenden Fehler, nicht nur eine Geschichte erzählen, sondern überdies eine Botschaft verbreiten zu wollen. So brillant und raffiniert der Film es versteht, die schleichende Machtergreifung des Bösen vor allem visuell zu vermitteln, so banal ist die Gegenüberstellung von Karrierismus und Puritanismus. Aus der Alternative zwischen Selbstsucht und Triebverzicht weiß der Film sowenig einen Ausweg wie der Held, der glaubt, sich töten zu müssen, nachdem er erkannt hat, daß er den Teufel im Leib hat. LARS-OLAV BEIER

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