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Ein Vater und sein Sohn wandern durch ein verbranntes, total zerstörtes Amerika. Sie wollen zum Meer, obwohl sie nicht wissen, was sie dort erwartet. Sie haben eine Waffe, ein wenig Proviant und sie haben einander.

Produktbeschreibung
Ein Vater und sein Sohn wandern durch ein verbranntes, total zerstörtes Amerika. Sie wollen zum Meer, obwohl sie nicht wissen, was sie dort erwartet. Sie haben eine Waffe, ein wenig Proviant und sie haben einander.
  • Produktdetails
  • Verlag: Penguin Random House
  • Seitenzahl: 287
  • Erscheinungstermin: Mai 2007
  • Englisch
  • Abmessung: 175mm x 108mm x 20mm
  • Gewicht: 148g
  • ISBN-13: 9780307386458
  • ISBN-10: 0307386457
  • Artikelnr.: 22749892
Autorenporträt
McCarthy, CormacCormac McCarthy wurde 1933 in Rhode Island geboren und wuchs in Knoxville, Tennessee auf. Für sein literarisches Werk wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Pulitzerpreis und dem National Book Award. Die amerikanische Kritik feierte seinen Roman «Die Straße» als «das dem Alten Testament am nächsten kommende Buch der Literaturgeschichte» (Publishers Weekly). Das Buch gelangte auf Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste und verkaufte sich weltweit mehr als eine Million Mal. Mehrere von McCarthys Büchern wurden bereits aufsehenerregend verfilmt, «Kein Land für alte Männer» von den Coen-Brüdern, «Der Anwalt» von Ridley Scott und «Ein Kind Gottes» von James Franco.
Rezensionen
"Despite Cormac McCarthy's reputation as an ornate stylist, The Road represents both the logical terminus, and a kind of ultimate triumph, of the American minimalism that became well-known in the 1980s under the banner of 'dirty realism' . . . The Road is a much more compelling and demanding book than its predecessor . . . The new novel will not let the reader go, and will horribly invade his dreams, too . . . The Road is not a science fiction, not an allegory, and not a critique of the way we live now, or of the-way-we-might-live-if-we-keep-on-living-the-way-we-live-now. It poses a simpler question, more taxing for the imagination and far closer to the primary business of fiction-making: what would this world without people look like, feel like? These questions McCarthy answers magnificently . . . [His] devotion to detail, his Conradian fondness for calmly described horrors, his tolling fatal sentences, make the reader shiver with fear and recognition . . . When McCarthy is writing at his best, he does indeed belong in the company of the American masters. In his best pages one can hear Melville and Lawrence, Conrad and Hardy. His novels are full of marvelous depictions of birds in flight, and The Road has a gorgeous paragraph like something out of Hopkins . . . The writing [is] often breathtaking." -James Wood, The New Republic "Fundamentally it marks not a departure but a return to McCarthy's most brilliant genre work, combined in a manner we have not seen since Blood Meridian: adventure and Gothic horror. That book is usually viewed not only as McCarthy's greatest-a view I passionately share-but as representing a kind of fulcrum [in his career] . . . There are strong echoes of the Jack London-style adventure [and] Robinson Crusoe [in The Road] . . . For naturalism operating at the utmost extremes of the natural world and of human endurance a McCarthy novel has no peer. . . McCarthy has to be accounted as a secret master and the rightful heir to the American Gothic tradition of Poe and Lovecraft . . . I think ultimately it is as a lyrical epic of horror that The Road is best understood . . . The father is visited as poignantly and dreadfully as Odysseus or Aeneas by ghosts . . . Replete both with bleak violence and acute suspense, [this is] a layered, tightly constructed narrative that partakes of the epic virtue it attempts to abnegate . . . What emerges most powerfully as one reads The Road is not a prognosticatory or satirical warning about the future, or a timeless parable of a father's devotion to his son, or yet another McCarthyesque examination of the violent underpinnings of all social intercourse and the indifference of the cosmic jaw to the bloody morsel of humanity . . . It is a testament to the abyss of a parent's greatest fears . . . It is in the audacity and single-mindedness with which The Road extends the metaphor of a father's guilt and heartbreak over abandoning his son to shift for himself in a ruined, friendless world that The Road finds its great power to move and horrify the reader." -Michael Chabon, New York Review of Books "It's hard to think of [an apocalypse tale] as beautifully, hauntingly constructed as this one. McCarthy possess a massive, Biblical vocabulary and he unleashes it in this book with painterly effect . . . The Road takes him to a whole new level . . . It will grip even the coldest human heart." -John Freeman, Sunday Star-Ledger "Rendered in beautiful and powerful prose . . . McCarthy still stands tall among our best writers . . . In the nightmarish setting that McCarthy has envisioned, humanity shines brightly through." -Connor Ennis, The Associated Press "The Road [is] Cormac McCarthy's new masterpiece . . . Lush, sensuous prose . . . Gorgeous descriptions . . . . . . He evokes Hemingway's literary vision in order to invert it, first by eliminating the promise that nature can provide a refuge from human destruction and finally by giving us redemption in the form of t…mehr

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 07.06.2008

Es gibt keine Götter, nur noch Propheten

Mit John Updike und Philip Roth hat Cormac McCarthy nur eines gemein: Auch der große Apokalyptiker der amerikanischen Literatur hätte den Nobelpreis für sein Werk längst verdient.

Von Hubert Spiegel

Hieronymus Bosch hat sich geirrt. Die Hölle ist kein Ort unvorstellbaren Schreckens, an dem böse Fabelwesen Unaussprechliches tun. Cormac McCarthy weiß es besser. Die Hölle ist die Welt, wie wir sie kennen, mit einem einzigen Unterschied: Es ist alles aus dieser Welt verschwunden, was sich aus der Hoffnung speist und deshalb Hoffnung gibt.

Davon, von den Rückzugsgefechten der Hoffnung, handeln fast alle Bücher dieses großen amerikanischen Autors, der den Nobelpreis nicht weniger verdient hätte als John Updike oder Philip Roth. Mit dem einen verbindet ihn indes ebensowenig wie mit dem anderen. Die ironische Beschreibung amerikanischer Großstadtidentitäten ist ihm fremd. Nichts scheint ihn weniger zu beschäftigen als Ostküstenintellektuelle oder Mittelstandsdramen um Seitensprünge und Immobilienkäufe. Was McCarthy an der amerikanischen Gegenwart interessiert, ist vor allem der Boden, auf dem sie gewachsen ist. McCarthy gräbt tief, er wühlt im Urgrund des amerikanischen Traums. Was er dort findet, sind Schreckensbilder sinnloser, lustvoll begangener Gewalt, der ewige Vater-Sohn-Konflikt und der mal archaisch-erhaben, dann wieder kindlich-naiv anmutende Glaube an eine Welt, in der Gut und Böse, Hell und Dunkel unablässig miteinander ringen. Für McCarthy ist das ein Kampf, der älter ist als die Menschheit und länger als diese bestehen wird.

Dass der Tod und das Sterben der Finsternis Nahrung geben, ist ein Gedanke des Mystikers Jakob Böhme, den McCarthy seinem 1985 im Original und elf Jahre später in deutscher Übersetzung erschienenem Roman "Die Abendröte im Westen" vorangestellt hat, jenem Buch, das seinen Weltruhm begründete. Sheriff Bell, die Hauptfigur in McCarthys Roman "Kein Land für alte Männer", wird den Namen des Philosophen nie gehört haben, aber was Böhme damit gemeint hat, dürfte Bell auf Anhieb verstehen, auch wenn er es nicht erklären könnte. "Ich glaub', die Wahrheit ist immer einfach. Das muss sie auch sein. Sie muss so einfach sein, dass ein Kind sie versteht. Sonst wär's zu spät. Bis man dahinter gestiegen ist, wär's zu spät." Mit dem Fall, den Bell zu lösen hat, verhält sich die Sache indes ganz anders, und wie McCarthy hier den Plot eines Drogenthrillers metaphysisch überhöht, zeigt, dass der mittlerweile fünfundsiebzig Jahre alte Autor die handwerklichen Tugenden des Spannungsaufbaus durchaus nicht geringschätzt.

Bei einem missglückten Drogendeal kommen alle Beteiligten ums Leben. In der Wüste stehen die riesigen Geländewagen mit durchschossenen Scheiben, ihre Insassen liegen blutüberströmt im Sand, einer von ihnen hat sich mit dem Koffer voller Geld noch ein gutes Stück davonschleppen können, bevor er verblutet ist. Als der junge Moss bei der Jagd zufällig auf die Spuren des Gemetzels stößt nimmt er sofort Witterung auf. Der Vietnam-Veteran sucht und findet den Koffer, und von nun an ist der Jäger der Gejagte. Auf seiner Spur sind die mexikanischen Dealer, ihre texanischen Geschäftspartner, Sheriff Bell sowie ein Auftragskiller namens Anton Chigurh, ein selbsternannter Todesengel, der wie alle gewalttätigen Figuren McCarthys einen auffälligen Hang zum Philosophieren hat: Sie tun Böses und reden darüber, knapp, lakonisch, enigmatisch. So kommt es zu mitunter recht hohl klingenden Sentenzen ebenso wie zu Dialogen von beklemmender Intensität, etwa wenn Chigurh Moss am Telefon einen Deal anbietet: Wenn er ihm das Geld freiwillig übergibt, so der Killer, werde er nur Moss töten, dessen junge Frau aber verschonen. Als Moss längst tot ist, taucht Chigurh bei der Witwe auf: "Sie haben meinem Mann Ihr Wort gegeben, dass Sie mich umbringen? - Ja. - Er ist tot. Mein Mann ist tot. - Ja, aber ich nicht. - Toten schuldet man nichts. - Chigurh legte den Kopf leicht schräg. Ach nein?, sagte er. - Wie kann man ihnen etwas schulden? - Wie kann man ihnen etwas schuldig bleiben?"

Chigurh ist das dunkle Zentrum des Romans, den die Coen-Brüder kongenial verfilmt haben. Wer den Film mit dem Buch vergleicht, wird feststellen, dass die Kürzungen die Stärken des Buches hervorheben und die wesentliche Schwäche verdecken. Sie liegt in dem schlichten Moralismus, der aus den kursiv gesetzten Monologe des Sheriffs spricht: es ist, als ob McCarthy einen großen Schweiger laut denken ließe. Das würde nicht einmal Clint Eastwood verkraften.

"Kein Land für alte Männer", in diesem Frühjahr in der souveränen Übersetzung von Nikolaus Stingl erschienen, stammt aus dem Jahr 2005. Ein Jahr danach erschien "Die Straße", das auf Deutsch bereits im letzten Jahr vorlag. Mag sein, dass die Reihenfolge vom Erscheinungsdatum des oscarprämierten Films abhängig gemacht wurde. "Kein Land für alte Männer" ist als Film beeindruckend, der Roman gehört nicht jedoch nicht zu McCarthys stärksten Büchern. Anders verhält es sich mit seinem letzten Buch: "Die Straße" ist ein Meisterwerk, vielleicht das Beste, was er je geschrieben hat. Denn McCarthy beschreibt hier die Welt nach ihrem Untergang und geht damit an die äußersten Grenzen des Beschreibbaren.

Die Welt ist verbrannt, verkohlt, entseelt. Die Bäume sind tot, die Wälder leer, kein Vogel am Himmel. In den Straßen liegen mumifizierte Leichen, auf den Highways sitzen in ihren längst verrosteten Autos verdörrte Leichen, Opfer einer Jahre zurückliegenden Katastrophe, die fast alles menschliche Leben ausgelöscht hat. Die Überlebenden ziehen plündernd durch verwüstete, unfruchtbare Landstriche und kämpfen um die immer seltener werdenden Vorräte, die in den verlassenen Häusern noch zu finden sind. Das einzige, was das Überleben sichern kann, sind die Relikte einer untergegangenen Zivilsation, ihre Blechkonserven und Einmachgläser. Wo sie nicht zu finden sind, herrscht Kannibalismus.

Durch diese trostlose Welt ziehen ein Mann und ein Junge, Vater und Sohn. Sie haben keine Namen und nur ein Ziel, den Süden, das Meer. Die Mutter des Jungen hat sich umgebracht, den Vater, kaum weniger todessehnsüchtig, hält nur noch die Sorge um den Jungen aufrecht. Spärlich sind die Erinnerungen des Mannes an das Leben vor der Katastrophe, und fast unmöglich ist es, dem Jungen davon zu erzählen. Die Vergangenheit ist ausgelöscht und mit ihr die Zukunft: "Frage: Worin unterscheidet sich, was niemals sein wird, von dem, was niemals war?"

Wie unsichtbare Schatten ziehen die beiden voran, immer auf der Hut, denn jede Begegnung kann zu einem Kampf auf Leben und Tod werden. Eine Patrone steckt noch im Revolver des Vaters, sie ist für den Jungen bestimmt, der sich damit umbringen soll, wenn sie in die Hände von Kannibalen fallen. Jedes Haus, in dem sie nach Nahrung suchen, kann zur Todesfalle werden, jede Konserve, die sie finden, kann andere anlocken, die für einen Bissen töten würden. Als sie einen mit Vorräten randvoll gefüllten unterirdischen kleinen Bunker finden, glauben sie sich im Paradies. Es ist die Angst, die sie nach wenigen Tagen daraus vertreibt.

Die Gespräche zwischen Vater und Sohn kreisen um die Angst und die Rituale, die ersonnen werden, sie zu vertreiben. Immer wieder fragt der Junge seinen Vater, ob sie noch "die Guten" seien, ob noch ihre Verabredung gilt, dass sie eher verhungern, als einen anderen Menschen zu essen, dass sie diejenigen sind, die "das Feuer bewahren". Es sind dies die schlichten Glaubenssätze einer zweiköpfigen Religionsgemeinschaft. Ihr Credo: Überleben und dabei das Bewusstsein dafür bewahren, dass der Unterschied zwischen Gut und Böse dauerhafter sein sollte als die eigene Existenz.

"Wenn alle weg sind, wird alles besser", sagt ein alter Mann, den sie auf der Straße treffen. Der Junge bittet den Vater, dem Alten zu helfen. Als Gegenleistung bekommen sie eine Lebensweisheit: "Es gibt keinen Gott, und wir sind seine Propheten." Das ist nur eines der gezielt gestreuten Signale, mit denen McCarthy seiner Apokalypse eine dezidiert metaphysische Unterströmung verleiht. Nach und nach erhält der Junge die Konturen einer Erlöserfigur, auch wenn der Alte nicht daran glaubt: "Wo keine Menschen leben können, ergeht es Göttern nicht besser". Das gilt, wenn man Cormac McCarthy glauben will, für die Welt ebenso wie für die Hölle.

- Cormac McCarthy: "Kein Land für alte

Männer". Roman. Aus dem Amerikanischen

von Nikolaus Stingl. Rowohlt Verlag,

Reinbek 2008. 284 S., geb., 19,90 [Euro].

- Cormac McCarthy: "Die Straße". Roman.

Aus dem Amerikanischen von Nikolaus Stingl.

Rowohlt Verlag, Reinbek 2007. 253 S., geb., 19,90 [Euro].

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Cormac McCarthy's novel was one of the best I've ever read. On reading the Penhall version it quickly becomes apparent that the desperate, post-apocalyptic emptiness of the original is unnervingly preserved whilst the sparse beauty of the dialogue does provide an uncluttered, ready-made script. NATE Classroom