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Mitten in der Kölner Innenstadt wird einer Frau am hellichten Tag die Kehle durchgeschnitten. Die Täterschaft scheint eindeutig: Zeugen haben den mehrfachen Straftäter Peter Kussowski erkannt. Doch als ein junger Rechtsanwalt dessen Pflichverteidigung übernimmt, entdeckt er bald mehr und mehr Ungereimtheiten. Und dann ist da noch Kussowskis Hündin Emma, um die er sich kümmern muss.
"Ulrich M. Hambitzer ist anders. Ein echter Typ. Ein seltenes Exemplar einer aussterbenden Spezies. Schräg, spröde und misanthropisch - aber gleichzeitig blitzgescheit, fair, witzig und schlagfertig. Er passt in
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Produktbeschreibung
Mitten in der Kölner Innenstadt wird einer Frau am hellichten Tag die Kehle durchgeschnitten. Die Täterschaft scheint eindeutig: Zeugen haben den mehrfachen Straftäter Peter Kussowski erkannt. Doch als ein junger Rechtsanwalt dessen Pflichverteidigung übernimmt, entdeckt er bald mehr und mehr Ungereimtheiten. Und dann ist da noch Kussowskis Hündin Emma, um die er sich kümmern muss.

"Ulrich M. Hambitzer ist anders. Ein echter Typ. Ein seltenes Exemplar einer aussterbenden Spezies. Schräg, spröde und misanthropisch - aber gleichzeitig blitzgescheit, fair, witzig und schlagfertig.
Er passt in keine Schublade - genauso wie sein literarisches (Erstlings-)Werk: Kriminalgeschichte, Dramödie, Sozialstudie, semidokumentarischer Einblick hinter die Kulissen der Welt der Justiz, Genussratgeber - von allem ist etwas dabei!
Und gegruselt habe ich mich auch."
  • Produktdetails
  • Verlag: Edition Lempertz
  • Seitenzahl: 192
  • Erscheinungstermin: April 2015
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 121mm x 20mm
  • Gewicht: 190g
  • ISBN-13: 9783945152898
  • ISBN-10: 3945152895
  • Artikelnr.: 41617948
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 27.07.2015

Das schöne Schreckliche
Ulrich M. Hambitzer löst einen Fall mittels Hochkultur

Ein Regionalkrimi aus Köln, zudem "Anwaltskrimi" - wer wird da nicht abwinken? Aber wir sind hier nicht bei geistig armen Leuten, wie sich bald zeigt. Der Anwalt (er bleibt namenlos), der die Geschichte erzählt, nimmt 1995 das Mandat als Pflichtverteidiger in einem Mordfall an. Lange kommt er nicht recht weiter. Der verdächtige, der beinahe überwältigend schuldig erscheinende Peter Kussowski, hat ein eindrucksvolles Vorstrafenregister, anfangs wegen kleinerer Delikte, dann kamen ein Banküberfall und eine fahrlässige Tötung hinzu - aber ausgerechnet er soll am helllichten Tag im Sommer auf offener Straße einer älteren Dame die Kehle durchschnitten haben?

Da passt etwas nicht im Täterprofil, auch wenn ein Zeuge, ein Versicherungsmann, ihn eindeutig identifiziert haben will. Die Bemühungen des Anwalts führen nun aber so zielstrebig in die Hochkultur und damit in ein entsprechend harsches kulturkritisches Räsonieren, dass es eine Freude ist. Hat doch auch eine Kunsthistorikerin die Untat beobachtet, und diese ist eine Caravaggio-Kennerin. Das war ein Maler, der sich mit Schnitten durch die Kehle auskannte, siehe sein Bild "Abraham und Isaak", auf dem das Messer des Patriarchen schon fast am Hals des Sohnes sitzt.

Reflexionen über seine anwaltliche Aufgabe führen den Erzähler zu Nietzsche, den er mit Ernst Jünger den "Pulverkopf" nennt ("Die Advokaten eines Verbrechers sind selten Artisten genug, um das schöne Schreckliche der Tat zugunsten des Täters zu wenden"), zu Botho Strauß ("Anschwellender Bocksgesang") - und natürlich darf in dieser Reihe Stefan George nicht fehlen, der "vergessene Dichter", der das Gedicht über einen Verurteilten schrieb: "Ahnt ihr nicht / Wie sehr des armen Sünders ihr bedürft?" Für die Hunde, seine dritte Passion nach Kultur und guten Whisky-Sorten, muss der Erzähler auf die Gedichte von Pablo Neruda zurückgreifen.

Zwei Milieus durchquert der Anwalt: das der Stammkneipe seines Mandanten - da kann von Kultur nicht viel die Rede sein, nur durch Zufall spielt das Radio im "Halben Stier" einmal Beethoven - und das der Ermordeten, einer Adligen. Da kann nur von einer dekadenten und amüsanten, aber sehr unfreundlich gezeichneten homosexuellen Kultur die Rede sein. Schließlich die Welt der Juristen, die dem Leser durch allerlei Fachexkurse nahegebracht wird.

Ulrich M. Hambitzers Buch ist sicher kein Spitzentitel, aber doch spannend und eigentümlich genug, zudem mit ausnehmend guter Laune erzählt, dass es die Lektüre lohnt. Eine Waage ziert den Umschlag, vom Tierkreiszeichen Waage ist der Autor, wie er selbst anmerkt (*geboren am 10. Oktober 1954 - just wie Kussowski!); in den Tagen um Mitte Oktober 1995 findet die Gerichtsverhandlung statt. Man darf den Ausgang nicht verraten. Lassen wir das letzte Wort dem Anwalt, der am Ende Rilke zitiert: "Wer spricht von Siegen? Überstehn ist alles."

LORENZ JÄGER

Ulrich M. Hambitzer:

"Error in Persona".

Anwaltskrimi Köln.

Edition Lempertz, Königswinter 2015. 202 S., br., 9,99 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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