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Seit über zehn Jahren brechen die Huberbuam am Berg gemeinsam Rekorde, zuletzt an der Nose am El Capitan im Yosemite-Nationalpark. "Der Berg in mir" ist das erste Buch nur von Alexander Huber, in dem er Erfolge und Rückschläge thematisiert, Konflikte offen anspricht und die eigenen Grenzen auslotet. Seine Kreativität und sein Durchstiegswille faszinieren, und seine Risikobereitschaft schockiert immer wieder aufs Neue - zuletzt auch auf der Leinwand mit dem preisgekrönten Dokudrama "Am Limit". Die spannende, oft nachdenkliche Autobiografie des Ausnahme bergsteigers Alexander Huber lässt nichts…mehr

Produktbeschreibung
Seit über zehn Jahren brechen die Huberbuam am Berg gemeinsam Rekorde, zuletzt an der Nose am El Capitan im Yosemite-Nationalpark. "Der Berg in mir" ist das erste Buch nur von Alexander Huber, in dem er Erfolge und Rückschläge thematisiert, Konflikte offen anspricht und die eigenen Grenzen auslotet. Seine Kreativität und sein Durchstiegswille faszinieren, und seine Risikobereitschaft schockiert immer wieder aufs Neue - zuletzt auch auf der Leinwand mit dem preisgekrönten Dokudrama "Am Limit". Die spannende, oft nachdenkliche Autobiografie des Ausnahme bergsteigers Alexander Huber lässt nichts aus: seine größten Leistungen, Ziele und Visionen, Ängste, Widerstände - und was es heißt, wenn der eigene Bruder Seilgefährte und zugleich größter Konkurrent ist.
  • Produktdetails
  • National Geographic Taschenbuch Bd.352
  • Verlag: National Geographic Taschenbuch; Malik
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 320
  • Erscheinungstermin: 1. April 2009
  • Deutsch
  • Abmessung: 182mm x 122mm x 21mm
  • Gewicht: 370g
  • ISBN-13: 9783492403528
  • ISBN-10: 3492403522
  • Artikelnr.: 25600859
Autorenporträt
Huber, Alexander
1968 in Trostberg/Oberbayern geboren, gehört Alexander Huber zu den besten Bergsteigern und Kletterern unserer Zeit. Erste Erfolge gelangen dem Bergführer und Physiker im Sportklettern; er eröffnete weltweit die erste Sportkletterroute im oberen elften Grad. Die Route »Pan Aroma« als Highlight im alpinen Fels, die Freikletterrouten an den Bigwalls des Yosemite, die Erstbegehung der Westwand des Latok II und die Free-Solo-Durchsteigung der Direttissima an der Großen Zinne sind die Eckpfeiler seiner Bergsteiger-Karriere. Mit seinem Bruder Thomas bildet er die bekannte Seilschaft der »Huberbuam«, die in dem Kinofilm »Am Limit« zu sehen ist und im Herbst 2007 an der 1000 Meter hohen »Nose« am El Capitan mit 2:45:45 einen neuen Speed-Rekord aufstellte, der knapp neun Monate lang Bestand haben sollte. Ende 2008 führte sie eine Expedition ins antarktische Queen Maud Land. Dort gelang es ihnen, mit dem Ulvetanna den schwierigsten Berg der Antarktis zu besteigen und mit der Erstbegehung der Westwand des Holtanna die schwierigste Route auf dem vereisten Kontinent zu hinterlassen. Alexander Huber lebt mit seiner Familie in Scheffau bei Berchtesgaden.
Rezensionen
Besprechung von 05.12.2007
Ein Leben, das an den Fingerspitzen hängt

Auch Klappern gehört zum Handwerk eines Bergsteigers: Alexander Huber beschreibt seine Touren, Triumphe und Tiefpunkte. Den Kitzel kalkuliert der Kletterer kühl wie ein Schachspieler.

Die Geschichte beginnt, wie viele gute Geschichten, mit einem "Urknall". "Unter der linken Hand, mit der ich mich abstütze, löst sich eine Felsplatte. Sie fällt auf meinen linken Fuß und bringt mich aus dem Gleichgewicht. Reflexartig versuche ich, mich irgendwo am Fels festzuhalten. Nichts. Da ist nichts. Alles rutscht. Es geht ab." Der Albtraum eines Kletterers. Alexander Huber stürzt ab. 16 Meter tief. Wer Pepe Danquarts Kinofilm über die Huber-Brüder ("Am Limit") gesehen hat, kennt den Sturz, der im September 2005 bei den Dreharbeiten geschah. Und er kennt die kaum fassbaren Folgen: Alexander Huber überlebt ohne schwere Verletzungen. Dank seiner Erfahrung, seiner intuitiv richtigen Reaktion während des Falls. Und schierem Glück.

Die "Huberbuam" Alexander und Thomas Huber sind längst ein Markenzeichen in der Alpinistenszene. Sie touren mit Vorträgen durchs Land, verkaufen T-Shirts, Kalender, Poster, DVDs. Klappern gehört zum Handwerk eines Profibergsteigers. Bei den Huberbuam freilich darf man - im Gegensatz zu manchen Branchenkollegen - sicher sein, dass das Handwerk vor dem Klappern kommt. Die beiden zählen seit Jahren zu den besten Kletterern der Welt. Sie haben das in den Alpen bewiesen, im Himalaja, in Patagonien, an den Bigwalls im amerikanischen Yosemite National Park. Was ein Leben in der Senkrechten mit sich bringt, welche Abenteuer und Ängste, Triumphe und Tiefpunkte, das erzählt Alexander Huber nun in seiner Autobiographie mit dem messnerianisch-wolkig anmutenden Titel "Der Berg in mir".

Der Werdegang des Kletterkünstlers bietet viele Geschichten über Wände, Routen und Gipfel, von den ersten Touren mit dem Vater bis zum Eintritt ins "Reich des elften Schwierigkeitsgrads" - dorthin, wo nur noch wenige Kletterer unterwegs sind, "wo die Griffe winzig klein, die Überhänge richtig steil und die Kletterzüge wirklich athletisch werden". Die Besteigung des Cho Oyu (8201 Meter) gerät da fast zur Nebensache, wichtiger sind Huber andere Projekte: Erstbegehungen, Freiklettereien und vor allem Free-Solo-Projekte - Alleingänge ohne Seil, ohne Gurt, ohne Sicherung. Touren, bei denen das Leben an den Fingerspitzen hängt. Wie in der Direttissima an der Großen Zinne in den Dolomiten, 500 Meter hoch, weit überhängend: Hubers persönlicher Höhepunkt als Bergsteiger, "emotional und mental".

Warum tut einer so was? "Free Solo ist kompromisslos, direkt, ehrlich", so Huber. "Einzig das eigene Kletterkönnen und die mentale Kraft sichern das Überleben." Ein Hasardeur, ein Adrenalin-Junkie? Es ist ein Verdienst des Buchs, dass es nicht nur mit einer langen Liste von Erfolgen angibt, sondern auch den Menschen Alexander Huber erkennbar werden lässt. "Alex ist ein eiskalter Rechner, der genau analysiert und sich systematisch bis ins letzte Detail auf seine Grenzbereich-Solos vorbereitet hat", sagt ein Weggefährte. "Er ist in vielerlei Hinsicht wie ein guter Schachspieler." Seine Mutter Maria dagegen kann sich weder mit den Free-Solo-Gängen noch dem Speedklettern anfreunden, in dem die Huberbuam jüngst an der Route "The Nose" am El Capitan im Yosemite Park einen Rekord aufstellten. Zu gefährlich, zu extrem. Dennoch sagt sie: "Wenn einer von ihnen irgendwann nicht mehr zurückkommt, muss ich es annehmen - das ist dann Schicksal. Aber dann weiß ich, dass er sein Leben so gelebt hat, wie er es sich gewünscht hat." Von seinem Alleingang an der Großen Zinne hat ihr Alexander erst hinterher erzählt.

Athletik, Dynamik, Präzision, Abenteuer: Das ist für Alexander Huber die Essenz des Kletterns. Ehrgeiz und Zielstrebigkeit haben ihn dabei in Bereiche getrieben, die für Außenstehende oft unbegreiflich wirken. "Der Berg in mir" gibt Einblick in seine Motive, Ideale und Ziele, aber auch in seine Widersprüche, Krisen und Selbstzweifel. Es ist eine Bestandsaufnahme von Höhen und Tiefen, differenziert und durchaus zwiespältig. Schade nur, dass sie beschlossen wird von einem Interview mit dem Regisseur Pepe Danquart, der durch selbstverliebtes, teils unfreiwillig komisches Alleswissertum auf die Nerven geht. Da blättert und klettert man lieber zurück auf den Gipfel des Cerro Torre, auf dem Huber einst mit einem Gefährten biwakierte. Lohn der eisigen Nacht war der einsame Sonnenaufgang. "Das Schauspiel, wenn die Sonne beginnt, Patagonien mit ihrem Licht zu überfluten, ist aus dieser Perspektive unvergleichlich, unbeschreibbar und mit nichts in der Welt bezahlbar." Manchmal begreift man Alexander Huber dann doch ganz gut.

BERND STEINLE

Alexander Huber: Der Berg in mir. Malik Verlag, 320 Seiten, 19,90 Euro.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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