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In den Roaring Twenties war sie die Königin von New York. Ihre scharfe Zunge und ihr beißender Witz wurden Legende. Sie stritt mit Ernest Hemingway, schlief mit F. Scott Fitzgerald und soff mit Truman Capote. Dorothy Parker schrieb für "Vogue", "Vanity Fair" und den "New Yorker" und gehörte zur legendären Tafelrunde des Hotels Algonquin, wo sich die kulturelle Szene der Stadt traf. Ihre sarkastischen Verse und pointierten Kurzgeschichten erzählen von zerplatzten Träumen und dem Warten auf das Klingeln des Telefons. Sie machte als Drehbuchautorin in Hollywood Karriere und landete wegen ihres…mehr

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Produktbeschreibung
In den Roaring Twenties war sie die Königin von New York. Ihre scharfe Zunge und ihr beißender Witz wurden Legende. Sie stritt mit Ernest Hemingway, schlief mit F. Scott Fitzgerald und soff mit Truman Capote. Dorothy Parker schrieb für "Vogue", "Vanity Fair" und den "New Yorker" und gehörte zur legendären Tafelrunde des Hotels Algonquin, wo sich die kulturelle Szene der Stadt traf. Ihre sarkastischen Verse und pointierten Kurzgeschichten erzählen von zerplatzten Träumen und dem Warten auf das Klingeln des Telefons. Sie machte als Drehbuchautorin in Hollywood Karriere und landete wegen ihres Engagements gegen Rassismus und Faschismus auf der Schwarzen Liste von Senator McCarthy. Michaela Karl legt nun die erste deutschsprachige Biografie vor. Sie porträtiert das unkonventionelle Leben der Dorothy Parker, und entdeckt hinter der zynischen Fassade eine sensible Frau auf der Suche nach dem großen Glück.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, D ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Residenz Verlag
  • Seitenzahl: 288
  • Erscheinungstermin: 14.11.2011
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783701742578
  • Artikelnr.: 37088631
Autorenporträt
Michaela Karl geboren 1971, promovierte 2001 mit einer Arbeit über Rudi Dutschke. Sie ist Lehrbeauftragte an der Hochschule für Politik in München und Mitglied der Münchner Turmschreiber. Zuletzt erschienen: "Bayerische Amazonen" (2004), "Die Münchner Räterepublik. Porträts einer Revolution" (2008), "Wir fordern die Hälfte der Welt!" Der Kampf der englischen Suffragetten um das Frauenstimmrecht" (2009). "Ihr Buch ist unverzichtbar für eine Beschäftigung mit der Ikone der Achtundsechziger Generation." Süddeutsche Zeitung (über "Rudi Dutschke") "Glänzend recherchiert und geschrieben." Passauer Neue Presse (über "Bayerische Amazonen") "Spannend zu lesen!" Deutschlandradio Kultur (über "Die Münchener Räterepublik") "Ein kluges Buch, das einmal mehr beweist, wie wenig gut die gute alte Zeit wirklich war." Bayerischer Rundfunk (über "Sozialrebellen in Bayern")
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 12.08.2011

Von der Kultivierung des Trinkerwitzes

Ihr Verstand war hellwach, ihre Pointen scharf, ihr Urteil gefürchtet: Die Autorin Dorothy Parker war die Königin der New Yorker Boheme in den zwanziger Jahren. Eine neue Biographie erweist sich ihrer würdig.

Es ist heute kaum noch vorstellbar, was eine Weltstadt wie New York in den zwanziger und dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts für die Literatur bedeutet hat. Das Fernsehen war kaum erfunden, Hollywood weit weg, und am Broadway allein ging 1924 der Vorhang über 256 Premieren auf. Und auch wenn sich Damen jeden Alters in taillenlose Flapperkleider mit nabeltiefem Ausschnitt warfen und die Great-Gatsby-Partyfarbe Weiß war, machten als letzter Schrei weder ein Designer noch ein elektronisches Spielzeug die Runde, sondern neue Arten zu dichten, eine interessante Short Story oder ein amüsantes Broadway-Stück. Der kultivierte Großstädter lebte von Punchlines, badete in Verrissen und schwärmte von exzentrischen Autoren. Neben dem nimmersatten Theater stifteten Zeitschriften wie "Vanity Fair" und "The New Yorker" die schreibende Zunft zur Selbstüberbietung in stilistischen Kapriolen an. Denn wer sich in der hohen Geniedichte New Yorks behaupten wollte, musste unterhaltsam sein und sein Talent in handlichen Pointen wie eine Visitenkarte bei sich führen.

Die geistige Serienanfertigung, die New York seinen Autoren abverlangte, führte zu Nebeneffekten wie Alkoholsucht, scheiternden Ehen, Leberleiden, Selbstmordversuchen und frühem Tod. Schon deshalb klingt die Biographie einer Frau wie Dorothy Parker, die dem Profil des New Yorker Pointenlieferanten wie kaum eine andere entsprach, ungleich weniger verheißungsvoll als eine Edition ihrer besten Scherze. Doch Michaela Karl bringt es in "Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber" fertig, Parkers Leben bis zum bitteren Ende mit dem staubtrockenen Humor eines kongenialen Impresarios zu erzählen. Ohnehin bleibt dem Leser jedes Mitleid im Halse stecken, denn Dorothy Parker hat immer das letzte Wort. Sie sei in einem Monat tot, wenn sie in diesem Tempo weitertrinke, ermahnt der Arzt die Siebzigjährige. "Alles leere Versprechungen", erwidert sie.

Blauäugigkeit war zu keiner Zeit ihr Problem. Sie ist gerade vier Jahre alt, als 1897 ihre Mutter stirbt. Die Stiefmutter, die der Vater, ein jüdischer Fabrikant, bald heiratet, wird vom Töchterchen nur "die Haushälterin" genannt. Man schickt sie in eine katholische Mädchenschule, wo sie als vorwitzig auffällt und im Anschluss ein Elite-Internat verunsichert, dessen weibliche Schüler sich nach ihrem Dafürhalten stets so bewegen, "als ob sie von einem Gefängniswärter auf ihrem letzten Gang begleitet" werden.

Als sie mit gut zwanzig ein Gedicht an die "Vanity Fair" schickt, wird es prompt gedruckt, woraufhin die Autorin dem Chefredakteur einen unverlangten Besuch abstattet und ihm rät, sie anzustellen. Er vermittelt sie an die "Vogue", wo sie ihr Talent so lange in bissige Modeartikel verpackt, bis sie mit einer Serie von Hassgedichten zur Hausbardin befördert wird. Als "Vanity Fair" sie zur ersten weiblichen Theaterkritikerin der Weltstadt kürt, macht ihre idiosynkratische Manier sie schnell berühmt. Ungeniert schwelgt sie in Ressentiments und hält ihre Leser mit ihrem persönlichen Schicksal als Soldatenwitwe auf dem Laufenden. Mit dem genialischen Kern der Redaktion verbündet sie sich auf Anhieb, was der gemeinsamen Unsitte, zu endlosen Mittagspausen abzutauchen, ein unangreifbares Fundament gibt. Sie pflastern die Bürowand mit morbiden Abbildungen aus den Bestatterfachmagazinen "Der Sarg" und "Sonnenschein" und verlegen die Redaktion ins Algonquin-Hotel, wo Dorothy bald auch ihren Wohnsitz anmeldet. Neben den journalistischen Stammgästen lassen sich in der Tafelrunde Edmund Wilson, Noel Coward, Charlie Chaplin, Irving Berlin und John Gershwin sehen: lauter Kreative, die sich wechselseitig feiern und zitieren, gemeinsam pokern, in die Sommerfrische fahren und den Alkohol brüderlich teilen, den sie zur Zeit der Prohibition in ihren Badewannen destillieren.

Engster Verbündeter Parkers ist ihr Kollege Robert Benchley, der den Trinkerwitz kultiviert. Als Parker wegen eines blattpolitisch unklugen Verrisses gefeuert wird, zeigt sich Benchley solidarisch und kündigt; ihre Verzugsadresse geben sie unter der Telegrammanschrift "Parkbench" bekannt. Während Parkers erster Mann, ein Wall-Street-Banker, traumatisiert aus dem Ersten Weltkrieg heimkehrt, produziert sie sarkastische Perlen am laufenden Band. Zum unfehlbaren Florett jedoch wird ihre Zunge angesichts ihres Geschlechts. Einer Dame, die sich an den Algonquin-Mittagstisch verirrt und verkündet, dass sie und ihr Mann nun schon sieben Jahre zusammenleben, entgegnet Parker: "Keine Sorge, wenn Sie ihn lange genug behalten, kommt er bestimmt wieder in Mode." Einen Bühnenauftritt Katharine Hepburns exekutiert sie mit den Worten: "Mrs. Hepburn beherrscht die ganze Bandbreite der Emotionen - von A bis B." Und der Autorin eines Enthüllungsbuches, die sich beschwert, man habe dessen Erscheinen durch Polizeigewalt verhindern wollen, erklärt sie in ihrer Kolumne: "Lady, das waren keine Polizisten, sondern verkleidete Literaturkritiker."

Die Rechnungen ihres Psychotherapeuten zahlt Parker so wenig wie die ihres Hotels. Dass kein Kalkül dahintersteckt, sondern eine grenzenlose Geringschätzung des Materiellen, wird deutlich, als man nach ihrem Tod einen Scheck über zehntausend Dollar in einer Schublade findet - seine Einlösung war der verarmten Schriftstellerin nicht der Mühe wert erschienen. Doch bevor sie bei der Arbeitslosenhilfe landete, wurde sie zur Großverdienerin. Ihre in einer unglücklichen Liebe und einer Abtreibung gipfelnde Midlife-Crisis endet, als sie ihren zweiten Mann, den Schauspieler Allan Campbell, kennenlernt. Beide folgen dem Lockruf Hollywoods und etablieren sich bei Paramount als Drehbuchautoren: "Er entwirft die Geschichte, arbeitet Szene für Szene sauber aus, so dass sie ihre pointierten Dialoge nur mehr einsetzen muss."

Zum Freundeskreis der Dorothy Parker gehören die Scott Fitzgeralds ebenso wie Hemingway. Mit Letzterem reist sie nach Paris und weiter nach Spanien. Vom Stierkampf angewidert und von Hemingways Privatperson enttäuscht, verfasst sie eine wenig schmeichelhafte Schlüsselerzählung, die er seinerseits mit einem Hassgedicht pariert: "Du hofftest, dass der Stier die Matadoren töten würde ..." Doch für den Kampf der internationalen Brigaden fängt Parker Feuer, sie wird zur Mitbegründerin der "Anti Nazi League" und auch gleich noch einer Gewerkschaft der Drehbuchautoren. Die Moskauer Schauprozesse erklärt sie öffentlich für gerechtfertigt und bleibt selbst nach dem Hitler-Stalin-Pakt in der Kommunistischen Partei. Doch ihre Pointen sind überparteilich, und weil ihr funkelnder Zynismus Anhänger in allen Lagern hat, entgeht sie der Vorladung durch Senator McCarthy - nicht jedoch dem Einstellungsverbot, das Hollywoods schwarze Liste trifft.

Die mannigfaltigen Frustrationen lassen Parker und ihr Mann aneinander aus. Die Ehe wird geschieden, geflickt und wieder an die Wand gefahren. James Agee ersetzt schließlich Campbell in der Trinker-WG. Wie ein Zeitzeuge berichtet, hausten die beiden "in einem Mief aus Kleidung, die nach Alkohol stinkt, kaltem Rauch und dreckigem Geschirr, ohne Möbel und ohne jegliche Sauberkeit". Nachdem Parker 1967 in New York einem Herzinfarkt erlag, blieb ihre Urne zunächst sechs Jahre lang im Krematorium. Ihr Anwalt holte sie schließlich ab und stellte sie in sein Büro.

INGEBORG HARMS

Michaela Karl: "Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber". Dorothy Parker. Eine Biographie. Residenz Verlag, Salzburg 2011. 281 S., geb., 24,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 16.08.2011

Streiten, schwadronieren, kämpfen
Das wilde, traurige und fröhliche Leben der Schriftstellerin und Theaterkritikerin Dorothy Parker
Über die damals noch junge, später weltberühmte Schauspielerin schrieb sie: „Besuchen Sie das Martin Beck Theater und sehen Sie Katharine Hepburn dabei zu, wie sie die gesamte Gefühlsskala durchspielt – von A bis B.“ Für den beißenden Spott ihrer Theaterkritiken war sie berühmt – Dorothy Parker, die als Modetexterin anfing, Journalistin wurde und später auch Gedichte und Kurzgeschichten schrieb.
Im feinen Hotel „Algonquin“ traf sie sich mit der New Yorker Bohème, und betörte ihre Zuhörer, darunter Harpo Marx, mit den smarten Sprüchen und boshaften Giftpfeilen, die sie gegen ihre Mitmenschen losließ. Sie und ihre Tischpartner – darunter der Journalist Robert Benchley, der Theaterkritiker Alexander Woollcott und Harold Ross, der spätere Herausgeber des New Yorker – soffen und stritten und schwadronierten, wobei sie einen Heidenspaß hatten. Allesamt waren sie narzisstisch, egoman, ehrgeizig bis zu Geltungssucht – und eben überaus unterhaltsam.
Später wurden die meisten berühmt, viele auch reich; damals waren sie so arm, dass sie zum Ärger des Hoteldirektors zu ihren vielen Drinks nur am kostenlosen Weißbrot knabberten. Irgendwann hatte es der Hoteldirektor satt und erteilte der fröhlichen Tafelrunde Hausverbot. Das sollte er bald bereuen, denn ihre Prominenz hatte das Renommée des Hotels erhöht und andere Gäste angelockt. Da umschmeichelte er seine von ihm hinauskomplimentierten Stammgäste so lange, bis sie sich dazu herabließen, das Algonquin wieder mit ihrer Anwesenheit zu beehren.
Für ihre Biographen muss es schwer sein, über Dorothy Parker zu schreiben, ohne der Gefahr zu erliegen, den Text mit ihren vielen witzigen Bonmots zu dekorieren und in dieser geistreichen Fülle selber erkenntnislos unterzugehen. Allein der Titel der neuen Biographie von Michaela Karl ist ja schon ein partytaugliches Bonmot: „Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber.“ Doch lassen sich diese smarten Party-Sentenzen nicht nur zur Garnierung verwenden. Sie lassen sich auch analysieren.
Dorothy Parker lernte die effektvolle Verknappung, als sie in jungen Jahren für die Vogue und Vanity Fair kurze Bildunterschriften zu Modefoto-Strecken texten musste. So erfolgreich war sie mit ihren Aperçus, dass es geradezu zum Party- und Gesellschaftssport wurde, Dorothy Parker zu zitieren. Doch in späteren Jahren wurde ihr genau das, was in ihrer Anfangszeit eine erfolgreiche „Überlebensstrategie“ war, zum Verhängnis.
Wisecracking war cool, aber ihr späteres Engagement gegen die Rassentrennung und gegen die Faschisten im spanischen Bürgerkrieg war uncool und wurde von ihren einstigen Weggefährten nicht recht ernst genommen. Übrigens hat Dorothy Parker ihr Werk, besonders ihre Gedichte, im Alter überaus kritisch gesehen und daran kaum ein gutes Haar gelassen, und von den alten Zeiten im Algonquin, wollte sie schon gar nichts mehr hören.
Was ist nun die Leistung dieser Biographie? Zunächst einmal die Skepsis gegenüber der Gattung selbst, die ja immer nur eine Annäherung des Biographen an den Menschen sein kann. Sinnvoll ist es auch, ein Leben – zumal das von Dorothy Parker – nicht chronologisch, sondern nach thematischen Schwerpunkten aufzufächern. Die einzelnen Kapitel selbst, mit süffigen Titeln wie „Zyankali on the Rocks“ oder „Mrs. Parkers schmerzvolle Melancholie“, lesen sich spritzig und unterhaltsam.
Doch wie bei jeder guten Schilderung einer Person der Zeitgeschichte haben wir es auch hier mit einem Bild der Zeit und des spezifischen Milieus der Heldin zu tun. Michaela Karl zeichnet es in impressionistischer Manier: die zwanziger und dreißiger Jahre mit den Partys einer vergnügungshungrigen Bohème, aber auch die Rassenunruhen, die Prohibition, die aus dem Boden schießenden Flüsterkneipen und die McCarthy-Hetzjagd gegen den Kommunismus in der Nachkriegszeit. Der Gefahr, zu stark auf die Würze der Parker’schen Spötteleien zu setzen, erliegt Michaela Karl dabei nur selten. Doch leider sind viele der Zitate, die sie anführt, so holprig übersetzt, dass sich ihr humoristisches Aroma in der Übertragung aus dem Englischen fast verflüchtigt hat. Das ist allerdings – um in der Martini-Bildlichkeit zu bleiben – der einzige Wermutstropfen dieser lesenswerten und gründlich recherchierten Biographie, übrigens der ersten in deutscher Sprache.
Nicht nur Dorothy Parkers Party-Sprüche waren legendär. Auch im Berufskampf wusste sie sich zu wehren. Da ihre beiden Kollegen und sie sich im Büro ständig lautstark über ihre schlechte Bezahlung beklagten, erließ ihr Verleger Condé Nast ein Memorandum, das es allen Mitarbeitern verbot, Gehaltsfragen zu erörtern. Daraufhin verfassten die Journalisten ein Gegen-Memorandum. Und mehrere Tage liefen sie mit einem großen Schild um den Hals herum. Darauf stand die jeweilige Gehaltssumme. Der Verleger zog sein Memorandum zurück. Und sie feierten ihren Sieg mit einem gepflegten Lunch. Und wo? Natürlich im Algonquin.
EVA SCHÄFERS
MICHAELA KARL: Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber. Dorothy Parker. Eine Biografie. Residenz Verlag, Salzburg 2011. 288 Seiten, 24,90 Euro.
Dorothy Parker lernte die Kunst
der effektvollen Verknappung, als
sie Modefotografien untertitelte
Pfötchen geben, Händchen halten, die spitze Zunge fest verschließen: Dorothy Parker mit ihrem Ehemann Alan Campbell 1936 in Los Angeles Foto: ddp images/AP
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Sehr erfreut zeigt sich Ingeborg Harms von Michaela Karls Biografie über Dorothy Parker. Sie rühmt den klaren Verstand, den sarkastischen Witz und die brillanten Artikel der amerikanischen Schriftstellerin und Kritikerin, die im New York der zwanziger Jahre die Boheme beherrschte. Aber auch die Alkoholsucht, die gescheiterten Beziehungen und ihren Abstieg bringt Harms zur Sprache. Karls Buch "Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber" wird Dorothy Parker ihres Erachtens vollauf gerecht, gelingt es der Autorin doch, das Leben Parkers mit "staubtrockenen Humor eines kongenialen Impresarios" zu erzählen.

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