Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman, 9 Audio-CDs - Sterne, Laurence
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Ein Hörspiel, sprühend vor Lebenslust
Ein literarisches Meisterwerk des 18. Jahrhunderts, voll absurder Figuren, skurriler Abschweifungen, geschwärzter Seiten und wilder Interpunktion. Wie lässt sich so etwas vertonen? Bestens - wenn man mit Text und akustischen Mitteln so jongliert wie Regisseur und Bearbeiter Karl Bruckmaier und sein Sprecherensemble. Da fasst der Erzähler Exkurse kurzerhand zusammen, Experten und der Übersetzer geben altkluge Kommentare, Zuhörer melden sich lauthals zu Wort, und zwischen den eigens komponierten Songs rumpelt immer wieder eine Kutsche vorbei.
Mit Peter
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Produktbeschreibung
Ein Hörspiel, sprühend vor Lebenslust

Ein literarisches Meisterwerk des 18. Jahrhunderts, voll absurder Figuren, skurriler Abschweifungen, geschwärzter Seiten und wilder Interpunktion. Wie lässt sich so etwas vertonen? Bestens - wenn man mit Text und akustischen Mitteln so jongliert wie Regisseur und Bearbeiter Karl Bruckmaier und sein Sprecherensemble. Da fasst der Erzähler Exkurse kurzerhand zusammen, Experten und der Übersetzer geben altkluge Kommentare, Zuhörer melden sich lauthals zu Wort, und zwischen den eigens komponierten Songs rumpelt immer wieder eine Kutsche vorbei.

Mit Peter Fricke, Stefan Merki, Anna Drexler, Katja Bürkle, Bibiana Beglau, Hans Kremer u. v. a.

(9 CDs, Laufzeit: 7h 36)
  • Produktdetails
  • Verlag: Dhv Der Hörverlag
  • Anzahl: 9 Audio CDs
  • Gesamtlaufzeit: 456 Min.
  • Erscheinungstermin: 9. November 2015
  • ISBN-13: 9783844519433
  • Artikelnr.: 42686231
Autorenporträt
Sterne, Laurence
Laurence Sterne, geboren 1713 in Irland, studierte als Urenkel eines englischen Erzbischofs in Cambridge Theologie. Als Landgeistlicher war er für eine Pfarrei in der Nähe von York verantwortlich und veröffentlichte einige dünne Bändchen mit Predigten. 1741 heiratete er die vermögende Elizabeth Lumley, der er zuvor leidenschaftliche Liebesbriefe geschrieben hatte. Schlagartig berühmt wurde Sterne 1759 mit seinem Werk "Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman": Schon die ersten beiden Bände sorgten für einen schrillen Skandal unter der Landbevölkerung, gleichzeitig öffneten sie dem Pastor die Türen zu angesehenen Londoner Salons. In den insgesamt neun erschienenen Bänden zeichnete sich Sterne als sentimentaler Satiriker aus, prangerte den Puritanismus der anglikanischen Kirche an und mokierte sich über Missstände der Zeit. Ähnlich wie Rabelais und Cervantes brach Sterne als Autor mit überkommenen Techniken des Schreibens und sicherte sich so einen Platz unter den wichtigsten Werken der Weltliteratur. "Tristram Shandy" blieb unvollendet. Ein anschließendes Schreibprojekt mit dem Titel "Eine empfindsame Reise durch Frankreich und Italien" basierte auf seinen ausgedehnten Europa-Reisen, allerdings starb Laurence Sterne nur drei Monate nach Erscheinen der ersten beiden Bände im März 1768 in London.

Merki, Stefan
Stefan Merki, geboren 1963 in der Schweiz studierte Schauspiel an der Hochschule der Künste in Berlin. Seit 2001 gehört er zum Ensemble der Münchner Kammerspiele. Im Fernsehen ist er derzeit in der durchgehenden Rolle des Polizeipräsidenten im Frankentatort zu sehen. Im Kino wirkte er u.a. in den Filmen »Anne Frank« und »Colonia« mit. Für den Hörverlag las er u.a. in »Die schönsten Märchen« und wirkte im Höspiel »Tristram Shandy« mit.

Fricke, Peter
Peter Fricke, 1940 geboren, erhielt seine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Seitdem spielte er an fast allen bekannten Bühnen, u. a. an der Städtischen Bühne der Stadt Frankfurt/Main, dem Kölner Schauspielhaus, dem Residenztheater München, der Berliner Volksbühne sowie dem Schauspielhaus Düsseldorf. Zusätzlich wirkte er in mehr als 120 TV-Produktionen mit und ist in vielen Hörspielen zu hören.

Kremer, Hans
Hans Kremer, geboren 1954, besuchte die Hochschule für Musik und Theater in Hannover und spielte anschließend in Köln, München und Hamburg. 1986 erhielt der Kinofilm "Stammheim" (Regie: Reinhard Hauff) mit Hans Kremer in der Hauptrolle den Goldenen Bären. Hans Kremer gehört zum Ensemble der Münchner Kammerspiele. 2012 wirkte er im TV-Film "Rommel" mit. 2013 war er in der Verfilmung des Bestsellers "Der Geschmack von Apfelkernen" von Katharina Hagene wieder auf der Kinoleinwand zu sehen.

Bürkle, Katja
Katja Bürkle studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Vom dortigen Staatstheater erhielt sie ihr erstes festes Engagement. 2002 wurde sie von Theater heute zur Nachwuchsschauspielerin des Jahres ernannt. Seit 2008 ist sie Ensemblemitglied an den Münchner Kammerspielen. Immer wieder ist sie auch im Fernsehen präsent, so zuletzt im Tatort Stuttgart (Der Inder).
Trackliste
CD 1
1Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:00:11
2Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:05:34
3Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:05:18
4Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:05:10
5Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:06:28
6Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:05:59
7Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:04:41
8Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:07:46
9Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:06:53
10Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:05:05
CD 2
1Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:05:13
2Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:06:46
3Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:07:44
4Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:05:34
5Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:05:37
6Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:07:42
7Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:03:25
8Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:03:59
9Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:06:35
CD 3
1Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:06:08
2Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:06:24
3Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:05:52
4Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:07:10
5Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:05:50
6Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:02:41
7Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:07:16
8Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:05:05
9Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman00:01:56
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 01.12.2015

Wenn’s tickt
Hier gelingt das Unwahrscheinliche: Ein Hörspiel,
das Tristram Shandy gerecht wird
VON JENS BISKY
Es beginnt mit kurzem Rauschen, als hätte man am Senderknopf gedreht, dann stöhnen zwei, es müssen Mann und Frau sein. Wieder rauscht es, dann Klarheit: „Band eins, Kapitel eins“. Es folgen Beischlafbegleitgeräusche, in die eine Stimme „Nein“, „Nöö“, „Nein auch nicht“ spricht und in das Knarzen und Quietschen des Bettes hinein diesen schönen Anfangssatz: „Ich wünschte, entweder mein Vater oder meine Mutter, oder fürwahr alle beide, denn von Rechts wegen oblag die Pflicht ihnen zu gleichen Teilen, hätten bedacht, was sie taten, als sie mich zeugten . . . “ Der Satz, von Stefan Merki mit flehender Dringlichkeit gesprochen, ist viel länger, er führt hinein ins kurze erste Kapitel eines Romans, der 1759 zu erscheinen begann und bis heute definiert, was es heißen könnte, modern zu erzählen. Auf neun Bände wuchs „Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman“ bis 1767 an. Der Roman und sein Verfasser, Laurence Sterne, wurden europäische Berühmtheiten. In Deutschland behalf man sich seit 1774 mit einer Übersetzung von Johann Joachim Bode; heute haben Leser das Glück, die zu Recht gefeierte Übersetzung von Michael Walter lesen zu können. Dann erfahren sie, dass, neben manch anderem Ungemach, Zufall und Ungeschick rund um die Geburt des Tristram Shandy, eine Frage in der Zeugungsstunde wenig Gutes verhieß: „Ei, mein Guter, sprach meine Mutter, hast du auch drangedacht, die Uhr aufzuziehen?
  Wollte man alle versammeln, denen „Tristram Shandy“ mehr wurde als ein Roman unter anderen, alle, die begeistert über ihn sprachen, rasch hätte man einen Club der besten Autoren beisammen. Was nicht verwundern kann, erzählt doch der 1713 geborene Laurence Sterne vor allem vom Schreiben und Lesen und Kommentieren, von all den Abwegen, die man dabei beschreitet, von den Doppeldeutigkeiten, die man in Kauf nimmt, sobald man etwa von „Nasen“ spricht. Aber je begeisterter einer im Roman gelesen hat und wieder liest, desto skeptischer wird er die Ankündigung hören, dass es diesen nun als Hörspiel gibt. Wie soll das gehen? Nein, das geht eigentlich nicht. Der Roman taugt nicht zur Dramatisierung, dafür besitzt er zu viele Ebenen, bietet zu viel Geschehen bei kaum fortschreitender Handlung, wechselt zu häufig die Erzählhaltung, zwei Kapitel lang steigen Figuren ein paar Treppenstufen hinab, und das wird auch noch kommentiert und bedacht – und dann gibt es, unersetzlich im Buch, die schwarze und die marmorierte Seite und einige Eigentümlichkeiten mehr. Wie will man das inszenieren?
  Karl Bruckmaier hat es für den Bayerischen Rundfunk getan – und kaum hat Mutter Shandy ihren Gatten nach der Uhr gefragt, ist auch der Hörer gewonnen und überlässt sich freudig dem Können und dem Witz eines Regisseurs, der das Buch genau kennt und auch sonst weiß, was er tut. Bruckmaier spielt mit den Hörspielüblichkeiten: Tristram spricht vor Publikum, wie das so ist mit Mikrofonen kommt es zur Rückkopplung; gestrichene Kapitel werden hörbar aus einem Buch gerissen – ratsch, Seiten zerknüllt, was darauf stand, knapp zusammengefasst oder auch nicht. Hörer fragen, wie man dies oder jenes zu verstehen habe, was es bedeuten soll – und erhalten Antwort etwa vom kundigen Übersetzer Michael Walter. Die schwarze Seite nach den Worten „Ach, armer Yorick!“ – Yorick war neben Tristram ein alter ego des Autors Sterne –, die schwarze Seite also ist ein Popsong, und zwar einer, den man auch beim dritten Mal gern hört (Musik: Robert Coyne, Chris Cutler, Robert Forster). Geräusche gibt es reichlich, eine Kutsche etwa rattert, man versteht das eigene Wort kaum, da der Ruf: „Können wir die Kutsche mal . . . “
  All das funktioniert, weil die Schauspieler ihren Rollen Lebenswirklichkeit einsprechen: Stefan Merki als Tristram, Hans Kremer als der sympathischste Militär der Weltliteratur, Onkel Toby also, den es bei Naumur bös erwischte, der zum Glück mit Korporal Trim (Michele Cuciuffo) einen bei sich hat, der ihn versteht, noch bevor er sich äußert. Peter Fricke und Anna Drexler lassen das Ehepaar Shandy als eines auferstehen, das nicht allein dem 18. Jahrhundert angehört. Man müsste alle aufzählen, denn keiner ist bei Sterne bloß Nebenfigur, jeder bekommt den Raum, der einem Individuum zusteht. Auch davon, dass ein solches eine eigene Welt nach ganz eigenen Gesetzen ist, die sich nicht flott und kaum der Ordnung nach auserzählen lässt, handelt dieser Roman, handelt auch das Hörspiel, das jedes Kapitel ankündigt und dann doch macht, was gerade passt.
  Sterne, der so lebenslustig war, wie es eben aufgeklärte Pfarrer sein können, lässt seinen Helden im dritten Buch dann zur Welt kommen, die Erziehungsinstruktionen, an denen der Vater arbeitet, sind da noch lange nicht fertig. Sie kommen im Leben zu spät, im Roman aber genau an der richtigen Stelle. Die Doppelbewegungen, das Zugleich von Abschweifung, Verzögerung und Voranschreiten, setzt dieses Hörspiel klug in Szene, es sperrt den Hörer nicht ein in Shandy Hall, sondern verführt ihn zu einem Geist, den Nietzsche als den freiesten aller Zeiten begrüßte. 
  
Laurence Sterne:
Leben und Ansichten
von Tristram Shandy,
Gentleman.Der Hörverlag, München 2015. 9 CDs,
ca. 456 min., 37,99 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Rezensent Jens Bisky hätte nicht damit gerechnet, dass ein Hörspiel zu Tristram Shandy so gut gelingen kann. Aber Regisseur Karl Bruckmayer weiß genau, was er tut, versichert der Kritiker, der staunt, wie hier gestrichene Seiten durch Reißgeräusche intoniert werden, mit Mikrofonen Rückkopplungen erzeugt werden oder Hörerfragen eingebunden werden. Auch die Leistung des Sprecherensembles ist lebensnahe und grandios, lobt der Rezensent. Dazu die Übersetzung von Michael Walter und die Musik von Robert Coyne, Chris Cutler und Robert Forster - für den Kritiker ist dieses Hörspiel ein Ereignis.

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