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Reisen Sie mit Robert Gernhardt um die Welt! Dass der Dichter, Maler und Satiriker Robert Gernhardt zeitlebens ein großer Reisender war, bezeugen viele seiner Texte und Zeichnungen. Darüber hinaus hat er seine Erlebnisse und Beobachtungen in diversen Ländern Europas und der Welt in seinen legendären >Brunnenheften …mehr

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Produktbeschreibung
Reisen Sie mit Robert Gernhardt um die Welt! Dass der Dichter, Maler und Satiriker Robert Gernhardt zeitlebens ein großer Reisender war, bezeugen viele seiner Texte und Zeichnungen. Darüber hinaus hat er seine Erlebnisse und Beobachtungen in diversen Ländern Europas und der Welt in seinen legendären >Brunnenheften< dokumentiert. Eine Auswahl dieser Notate wurde nun erstmals zusammengestellt und ergibt einen Reiseführer der besonderen Art: Quer zum kosmopolitischen Mainstream rückt Gernhardts scharfer, kluger, teils ironischer, teils melancholischer Blick auf Land und Leute, Architektur und Kunst, Natur und Tourismus beliebte Reiseziele in ein ungewohntes Licht.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, CY, D, DK, EW, E, FIN, F, GB, GR, IRL, I, L, M, NL, P, S, SLO, SK ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: FISCHER, S.
  • Seitenzahl: 304
  • Erscheinungstermin: 21.11.2012
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783104021171
  • Artikelnr.: 37470465
Autorenporträt
Robert Gernhardt studierte Malerei und Germanistik in Stuttgart und Berlin. Er lebte als freier Schriftsteller, Maler, Zeichner und Karikaturist in Frankfurt am Main. Er veröffentlichte zahlreiche Gedichtbände und wurde für sein Werk mit mehreren Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Bertolt-Brecht-Preis, dem Erich-Kästner-Preis und dem Heinrich-Heine-Preis.Gernhardt starb am 30.06.2006 in Frankfurt im Alter von 68 Jahren an einer schweren Krankheit. Posthum wurde er mit dem Wilhelm-Busch-Preis geehrt.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 20.06.2013

Unter all den Gaffern mittenmang ich

Das Reisen hat aus Robert Gernhardt ein Möglichkeitswesen gemacht: "Hinter der Kurve" versammelt seine Reiseberichte aus den Jahren 1978 bis 2005. Er war in Brasilien und Indonesien, England und Kanada, Österreich kriegt sein Fett ab wie Thailand oder Botswana.

Robert Gernhardt war nicht nur ein gesegneter Dichter, sondern auch ein großer Reisender. Davon hat wiederum seine Versfabrikation profitiert - man denke an jene italienische Landschaft, die gernhardtisch geworden ist wie keine andere: die Toskana. "Toskana Mia" ging als ein erster Abdruck aus den sogenannten Brunnen-Heften hervor. Dahinter verbirgt sich keine Mystik, sondern der Name jener Schulkladden, mit denen viele von uns aufgewachsen sind, ein gutes Format für Zeichnungen und kleine Texte.

Nie haben wir uns für diesen Namen interessiert, doch mit Gernhardts Bemalung und Beschriftung - mehr als sechshundertfünfzig soll es davon geben - gewinnen sie Substanz und wenn schon nicht Mystik, so doch Sprachmusik und Witz. Viele Reisen gibt es in der Tiefe dieser Brunnen und die Herausgeberin Kristina Maidt-Zinke hat mit "Hinter der Kurve" einen Sack an Impressionen ausgeschüttet, die Gernhardt zwischen 1978 und 2005, bis kurz vor seinem Tod, gesammelt hat. Das Reisen hat aus ihm immer wieder ein "Möglichkeitswesen" gemacht, das natürlich schnell wieder in alte Gewohnheiten fallen möchte.

Zwei Tage an einem Ort, und schon hat man Lieblingsstrand und Lieblingscafé und findet in Bilbao ebenso die "Bild" wie die Bratwurst in Bratislava. Die Notizen stammen aus vielen Ländern aller Hemisphären, Brasilien wie Indonesien, England wie Kanada. Österreich kriegt sein Fett ebenso ab wie Thailand oder Botswana. Gernhardt wäre nicht er selbst, würde er nur abkupfern, was die erreiste Realität mit sich bringt - Beschreibungen von Kellnern, Unterkünften, Beschilderungen -, nein, es geht um den Tourismus als Phänomen. Gerade dort, wo man sich besonders authentisch fühlt, grinst einen die Nivellierung an: "Wie würdig war Barcelona am Tag, als der Regen kam, wie international nichtig ging es auf den Ramblas zu, als sie alle wieder zur Stelle waren, die Schnellzeichner, die Gaukler, die Statuen-Darsteller und, last not least, die Myriaden von sich langsam in all dem voranschiebenden Gaffern, mittenmang ich."

So finden sich immer wieder Überlegungen darüber, wie das Fremde aufgenommen und verarbeitet wird, bis es wieder Teil des Eigenen geworden ist. Immerhin findet er "kurzfristige Jungbrunnen" beim Reisen. Einige Fahrten in diesem Buch erscheinen austauschbar. Thailändische Buchten verschwimmen mit indonesischen oder afrikanischen Naturerlebnissen. So manches hätte Gernhardt sicher selbst gestrichen - banale Beobachtungen oder Wortspielchen -, denn vieles ist noch im prozessualen Zustand, Baumaterial, das auch verworfen werden kann. Mal ist er als Reporter unterwegs, mal auf Verwandtenbesuch oder auch als Autor für "Otto - der Film" in Jamaika und Florida.

Gernhardts Beobachtungen in Museen sind erhellend, weil sie sich über allen Kunstweihrauch lustig machen. Berührend ist die erste Reise des Buches nach Estland 1993. Sie geht in die eigene baltische Vergangenheit, denn Robert Gernhardt, den wir so gern mit Frankfurt und der Toskana verbinden, wurde in Tallinn geboren, das damals noch Reval hieß. Der Autor hat Sympathie mit den alten Damen bei der Stadtführung, die gekommen sind, sich zu erinnern, und findet Spuren von Verwandten ("Tante Ebba hatte dort einmal gezeichnet"). Auch der hässliche Schornstein steht noch, der schon vor 1930 hatte verschwinden sollen. Das Bild changiert zwischen Hansestadt, Ostblock und etwas undefinierbar Östlichem, das mit Halwa aufwartet, Gerüchen und einer Architektur, die an St. Petersburg oder Laibach erinnert.

Viel Wert legt Gernhardt auf die Beobachtung von Tieren. In Kanada wundert er sich über die Eintönigkeit der Tierwelt, kaum findet man das Kleinvieh und Insekt der europäischen Flure. Das Wild ist außerdem harmlos, da hilft dann nur noch ein "Handbuch für zahm lebende Wildtiere mit Vorschlägen für etwas wilderes Verhalten". Man kauft sich allenfalls noch eine Elchtröte, bläst sie in Frankfurt, und an allen Fenstern erscheinen Elche.

Mit solch patenten Ideen schlängelt sich Gernhardt durch eine Welt, die dem Tourismus verfallen ist. Und man selbst? Ist kein bisschen anders. So macht er sich Gedanken über jene touristischen Fotografen, die keine Palme und keinen Sonnenuntergang und kein Hausboot auslassen. Wie monströs langweilig! Daraufhin stellt er sich vor, was er selbst fotografieren würde: vergammelte Hausaltäre, das Hausboot mit dem Madonna-Poster und beleibte Touristen mit Blumengebinde - um sich sogleich in Scham davon abzuwenden.

Der Verächter erkennt das Verächtliche seines eigenen Denkens; die Lüge hätte nur einen anderen Namen gehabt. Eins aber bleibt bei allem Reisen übrig: die Bewegung. Gernhardt liebte Wortspiel und Bewegung, und das Reisen war Ausdruck seiner Beweglichkeit. Der Satz "Der Weg ist das Ziel" wird bei ihm so vervollständigt: ". . . und wenn sich keiner mehr bewegt, ist das Ziel auch weg."

ELMAR SCHENKEL

Robert Gernhardt: "Hinter der Kurve". Reisen 1978-2005.

Hrsg. von Kristina Maidt-Zinke. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2013. 304 S., geb., 19,99 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Wortspiel und Bewegung, wie wunderbar das zusammenpasst, erkennt Elmar Schenkel in den von Kristina Maidt-Zinke herausgegebenen Reisenotizen Robert Gernhardts aus den Jahren 1978 bis 2005. Der Dichter reist nach Tallin und Botswana, Thailand und Brasilien und beschreibt Kellner und Hotels, Museen und Touristen und sich selbst beim Touristenbeschreiben. Dass einiges im Band allzu prozessual rüberkommt und gestrichen hätte werden können, wie Schenkel feststellt, macht sein Leseglück kaum schmäler mit diesem patenten und höchst beweglichen Autor.

© Perlentaucher Medien GmbH