9,95
versandkostenfrei*

Preis in Euro, inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
0 °P sammeln

    Broschiertes Buch

Der Kalte Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion - zwischen liberaler Demokratie und Kommunismus - hat nach dem Zweiten Weltkrieg für fast ein halbes Jahrhundert Politik, Wirtschaft und Kultur auf allen Kontinenten bestimmt. In diesem "totalen Krieg" wurden auf beiden Seiten große wirtschaftliche Ressourcen mobilisiert, um Waffenarsenale anzuhäufen, Einflußsphären zu sichern, den Gegner auszuspionieren, Raumfahrtprogramme voranzutreiben, vermeintliche Feinde im Inneren zu verfolgen und die eigene Anschauung zu verbreiten. Bernd Stöver bietet einen allgemeinverständlichen Überblick über den…mehr

Produktbeschreibung
Der Kalte Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion - zwischen liberaler Demokratie und Kommunismus - hat nach dem Zweiten Weltkrieg für fast ein halbes Jahrhundert Politik, Wirtschaft und Kultur auf allen Kontinenten bestimmt. In diesem "totalen Krieg" wurden auf beiden Seiten große wirtschaftliche Ressourcen mobilisiert, um Waffenarsenale anzuhäufen, Einflußsphären zu sichern, den Gegner auszuspionieren, Raumfahrtprogramme voranzutreiben, vermeintliche Feinde im Inneren zu verfolgen und die eigene Anschauung zu verbreiten. Bernd Stöver bietet einen allgemeinverständlichen Überblick über den Kalten Krieg von der ideologischen Polarisierung der beiden Supermächte nach dem Zweiten Weltkrieg über den Korea-Krieg, den Mauerbau in Berlin, die militärisch hochbrisante Kuba-Krise, den Vietnamkrieg und zahllose Stellvertreterkriege in der Dritten Welt bis hin zum Zerfall des Ostblocks und der Sowjetunion in den Jahren 1989-1991.
  • Produktdetails
  • Beck'sche Reihe .2314
  • Verlag: Beck
  • 5. Aufl.
  • Seitenzahl: 128
  • Erscheinungstermin: 1. September 2017
  • Deutsch
  • Abmessung: 180mm x 119mm x 12mm
  • Gewicht: 135g
  • ISBN-13: 9783406715945
  • ISBN-10: 340671594X
  • Artikelnr.: 48971313
Autorenporträt
Bernd Stöver, geboren 1961, lehrt nach Stationen in Bielefeld und Washington D.C. als Professor Neuere Geschichte mit Schwerpunkt Globalgeschichte an der Universität Potsdam.
Inhaltsangabe
Was war der Kalte Krieg?
I. Der Beginn des Kalten Krieges
1. Der Ost-West-Konflikt seit 1917
2. Begrenzte Kooperation: USA und UdSSR im Zweiten Weltkrieg
3. Der Bruch der alliierten Koalition 1944/45
II. Strategien für den globalen Konflikt 1945-1947
1. USA: Eindämmungs- und Befreiungspolitik
2. UdSSR: Schdanows Theorie der "Zwei Lager"
3. Der Krieg der Geheimdienste
III. Die Teilung der Welt 1948-1955
1. Die Erste Berlin-Krise und der Korea-Krieg
2. Die Formierung der Blöcke
3. Die dritte Weltmacht: China
4. Die Blockfreien
IV. Eskalation und Stillegung des Kalten Krieges in Europa 1953-1961
1. Aufstände hinter dem Eisernen Vorhang 1953-1956
2. Die Doppelkrise Ungarn-Suez 1956
3. Die Zäsur: Die Zweite Berlin-Krise und der Mauerbau 1958-1961
V. Mentalitäten im Kalten Krieg 1947-1991
1. Sicherheit durch nukleare Abschreckung
2. Kalter Bürgerkrieg
3. Der Kalte Krieg in den Medien
VI. Die Verlagerung des Kalten Krieges in die Dritte Welt seit 1961
1. Konfrontationen in Asien:Der Vietnam-Krieg
2. Stellvertreterkriege in Afrika
3. Der Kalte Krieg in Süd- und Mittelamerika
4. Die Kuba-Krise 1962
VII. Entspannungsphasen des Kalten Krieges 1953-1980
1. Der "Geist von Genf"
2. Friedliche Koexistenz, Strategie des Friedens und Neue Ostpolitik
3. Internationale Abrüstungskonferenzen
VIII. Die Rückkehr zur Konfrontation seit 1979
1. Der sowjetische Einmarsch in Afghanistan
2. Konservative Wende in den USA: Die "Reagan-Doktrin"
3. Mittelstreckenraketen, SDI und die neue Rolle der Friedensbewegung
IX. Der Zerfall des Ostblocks 1985-1991
1. Gorbatschow und das "Neue Denken" in der Sowjetunion
2. Erfolge und Niederlagen der Demokratiebewegung
3. Die Vereinigung Deutschlands
X. Das Ende des Kalten Krieges 1991
1. Der Untergang der Sowjetunion
2. Ein Sieg des Westens?
Zeittafel
Abkürzungen
Literaturhinweise
Personenregister
Rezensionen
Besprechung von 20.03.2007
Der heiß-kalte Krieg
Friedlich im Zentrum, blutig an der Peripherie: Die Geschichte des Ost-West-Konflikts
Die Waffe des Kalten Krieges war die Kalaschnikow. Sie spielte in den Stellvertreterkriegen die Hauptrolle. Ihr Einsatzgebiet war vor allem Afrika, wo der Kalte Krieg ein „heißer” wurde, wo es die meisten Stellvertreterkonflikte gab. Von den 170 „kleinen Kriegen” im globalen Kalten Krieg zählte man dort zwischen 1947 und 1991 allein 47. In ihnen verloren sechs Millionen Menschen ihr Leben. Damit war von den 22 Millionen, die weltweit in kriegerischen Konflikten in dieser Zeit getötet wurden, mehr als jedes vierte Opfer ein Afrikaner.
In welcher Weise die Situation in Afrika eskalieren konnte, wenn Block- und Rohstoffinteressen ins Spiel kamen, veranschaulichen der Potsdamer Historiker Bernd Stöver und der in Yale lehrende Historiker John Lewis Gaddis in ihren nicht nur überaus lesenswerten, sondern darüber hinaus brillant komponierten und geschriebenen Darstellungen des Kalten Krieges. Am Beispiel der Schicksale Kongos und Angolas erinnern sie daran, wie blutig die Ost-West-Konfrontation an ihren Rändern verlief. Die ehemaligen belgischen und portugiesischen Kolonien gehörten zu den an Bodenschätzen reichsten Ländern. Wie viele andere Kolonien war der Vielvölkerstaat Kongo, der als Schlüssel zur politischen Beherrschung Zentralafrikas galt, 1960 vollkommen unvorbereitet in die Unabhängigkeit entlassen worden. Die Folge war ein fünfjähriger Bürgerkrieg, in dem nicht nur die verschiedenen Stämme gegeneinander kämpften, sondern indirekt auch die USA und die UdSSR. Denn für Washington wie für Moskau erschien die Gefahr der jeweils gegnerischen Machtübernahme im Kongo als so gravierend, dass keiner dem anderen das Gebiet kampflos überlassen wollte.
Die Vereinigten Staaten sahen die Regierung von Patrice Lumumba, der aus den ersten Wahlen im Mai 1960 als Sieger hervorgegangen war, als prosowjetisch an, zumal die Sowjetunion tatsächlich Flugzeuge und Kraftfahrzeuge lieferte und auch tschechische Berater im Land waren. Die CIA stellte Gift bereit, um Lumumba zu beseitigen. Gleichzeitig fühlte sich Staatspräsident Kasavubu von den Amerikanern ermutigt, und setzte eigenmächtig seinen innenpolitischen Konkurrenten Lumumba ab. Dabei konnte er auf die Unterstützung der etwa 10 000 UN-Soldaten im Land zählen. Zusätzlich mischte sich die kongolesische Armee ein. Ihr Stabschef Mobutu Sese-Seko erklärte sich bald selbst zum Machthaber. Nimmt man noch den ebenfalls prowestlichen Anführer Moïse Tschombé der „Conféderation des Assoçiations du Katanga” dazu, der im Juli 1960 mit Unterstützung der Belgier die rohstoffreiche Provinz Katanga für unabhängig erklärt hatte, existierten im Kongo des Jahres 1961 vier Regierungen, die sich gegenseitig bekämpften.
Die Kongo-Affäre wuchs sich binnen weniger Monate zu einer der gravierendsten Weltkrisen aus. Diverse Unterstützer der einen oder anderen Seite beteiligten sich an den Kämpfen. Dazu gehörten prowestliche Söldner und diverse Reisende in Sachen Revolution wie der kubanische Revolutionsführer Che Guevara, der sich 1965 einige Zeit im Land aufhielt – mit wenig Erfolg. Denn die vom Westen unterstützten Gruppen setzten sich durch. Mobutu besiegte schließlich auch Tschombé und seine weiße Söldnerarmee und richtete eine prowestliche antikommunistische Diktatur ein. Seine „Demokratische Republik Kongo” (seit 1971 Republik Zaire) hatte bis über das Ende des Kalten Krieges hinaus Bestand. Obwohl das Land offiziell blockfrei blieb, gaben die USA jährlich Hunderte Millionen Dollar aus, um das „Bollwerk Zaire” zu halten. Von hier aus belieferten die Amerikaner unter anderem auch die antikommunistischen Kämpfer im benachbarten Angola, wo der andere zentrale Stellvertreterkonflikt in Afrika ausgetragen wurde.
Länger als der Dreißigjährige Krieg zogen sich die Kampfhandlungen in der bis 1974 portugiesischen Kolonie hin. Bereits die Dekolonisierung war hier über Jahrzehnte an den Interessen der Supermächte und der multinationalen Konzerne gescheitert. Zwischen 1961 und 1994 alimentierten die UdSSR und andere sozialistische Staaten die linksgerichtete „Movimento Popular de Libertação de Angola (MPLA) mit 400 Millionen Dollar. Der Westen, Südafrika, aber auch China unterstützten die Frente Nacional de Libertação (FNLA) und die von ihr 1967 abgespaltene União para la Independência Total de Angola (UNITA). Allein die Bundesrepublik stellte für den Kongo zwischen 1965 und 1994 etwa eine Milliarde Mark zur Verfügung. An die UNITA lieferten die USA unter Ronald Reagan auch die mobilen und höchst wirkungsvollen Boden-Luft-Raketen („Stinger”).
Auf der Seite der MPLA kämpften ab 1975 etwa 15 000 Kubaner mit logistischer Unterstützung der Sowjetunion. Ihr Einsatz und das im selben Jahr durch den amerikanischen Kongress ausgesprochene Verbot für das Weiße Haus, die angolanischen Kriegsparteien weiter zu unterstützen, brachte 1976 zunächst die Entscheidung für die MPLA. Auch das wenige Jahre zuvor auf Seiten der FNLA und dann der UNITA in den Konflikt eingetretene Südafrika, das seit 1975 mit mehreren tausend Soldaten von Namibia aus in die Kämpfe eingriff, zog sich offiziell zurück. Damit hatte der Westen zwar eine der wichtigsten Schlachten des Kalten Krieges verloren – so die damalige Interpretation in Washington. Der Bürgerkrieg aber ging weiter. Erst als in Berlin, im Zentrum des Kalten Krieges, die Mauer fiel, wurde auch an der Peripherie ein Waffenstillstand möglich. Im Jahr 1991 endete in Angola eine Konfrontation, die wie kaum eine andere den Kalten Krieg „en miniature” widergespiegelt hatte.
THOMAS SPECKMANN
Hunderte Millionen Dollar für das „Bollwerk Zaire”
John Lewis Gaddis
Der Kalte Krieg
Eine neue Geschichte. Siedler Verlag,
München 2007. 384 Seiten, 24,95 Euro.
Bernd Stöver
Der Kalte Krieg
Geschichte eines radikalen Zeitalters.
1947-1991. C. H. Beck Verlag, München 2007. 528 Seiten, 24,90 Euro.
Mehr als 30 Jahre lang, bis kurz vor seinem Tod 1997, war Mobutu Alleinherrscher im Kongo (Zaire) Photo: AP
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Eine Dienstleistung der DIZ München GmbH
…mehr