Bismarcks ewiger Bund (eBook, PDF) - Haardt, Oliver
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  • Format: PDF


>Bismarcks ewiger Bund festgeschrieben - ein loser Bund von 22 Fürstenstaaten und drei Hansestädten war - unter dem Dach des Kaisertums, und ohne eine zentrale Regierung! Wie sich aus diesem heterogenen Konglomerat ein straff zentralisierter Staat entwickelte, wirtschaftlich und militärisch schlagkräftig wie keine andere…mehr

  • Geräte: PC
  • ohne Kopierschutz
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  • Größe: 67.64MB
Produktbeschreibung
>Bismarcks ewiger Bund< stellt das gesamte Kaiserreich von 1871 bis 1918 unter einem ganz neuen, bisher nicht beachteten Blickwinkel dar: Das Kaiserreich nicht als festgefügtes Machtgebilde, sondern als »ewiger Bund von Fürsten«. Oliver Haardt zeigt eindrücklich, dass das Reich - in der Verfassung festgeschrieben - ein loser Bund von 22 Fürstenstaaten und drei Hansestädten war - unter dem Dach des Kaisertums, und ohne eine zentrale Regierung! Wie sich aus diesem heterogenen Konglomerat ein straff zentralisierter Staat entwickelte, wirtschaftlich und militärisch schlagkräftig wie keine andere europäische Macht, erzählt dieses großartige Buch. Indem Oliver Haardt die »nervöse Großmacht« durch die ihr konstitutiv mitgegebene innere Instabilität erklärt, lassen sich ganz neue Analysen für die Innenpolitik wie die Außenpolitik liefern. Eine große Studie, die Neuland betritt und den historisch Interessierten durch den wunderbar klaren Stil und den weiten Überblick fasziniert.

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  • Produktdetails
  • Verlag: wbg Theiss
  • Seitenzahl: 944
  • Erscheinungstermin: 04.12.2020
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783806241808
  • Artikelnr.: 60703963
Inhaltsangabe
Einleitung: Bund und Verfassung7Teil I: Reichsgründung 251. Szenen einer Geburt 272. Die Legende vom Fürstenbund 1013. Verfassungsgebung als Realpolitik 181Teil II: Vom Fürstenbund zur Reichsmonarchie 2794. Die Erhebung des Kaisers 2815. Das Schattendasein des Bundesrates 3436. Der Aufstieg des Reichstages 391Teil III: Ruhelosigkeit 6037. Macht vor Recht 6058. Der Widerstreit der Ideen 6879. Peripherie und Zentrum 747Schluss: Der ewige Bund im Strom der Zeit 803Dank Anhang 861Graphen 862Anmerkungen 870Literaturverzeichnis 918Personenregister 942
Rezensionen
»Diese brillante und meisterhaft geschriebene Darstellung bietet eine erstaunlich dynamische Neuerzählung der Geschichte des Kaiserreichs. Haardts höchst origineller Ansatz beleuchtet das turbulente Innenleben des deutschen Staatswesens auf vollkommen neue Weise. Hier werden nicht nur die inneren Beweggründe des Wandels sichtbar, sondern auch die Weichenstellungen, die den weiteren Kurs der deutschen Geschichte prägten.« Prof. Christopher Clark, Cambridge

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 19.01.2021

Falsche Antiquität
Ein Historiker belehrt den Wirtschaftsminister

Peter Altmaier ist der Büchermensch auf der Regierungsbank. Er besitzt fast sechstausend Bände, von denen die Hälfte in seiner Berliner Altbauwohnung steht, Buch an Buch, Regal an Regal. So konnte man es vor zwei Jahren in einer Homestory der "Zeit" lesen, die auch das Lieblingsthema der Altmaier'schen Lektüren verriet: Otto von Bismarck. Über den Eisernen Kanzler hat Altmaier allein sechshundert Publikationen parat, eine davon, einen Sammelband, ziert ein Geleitwort aus seiner Feder. Die politischen Sicherheiten der Gegenwart stünden meist auf Bismarcks Schultern, heißt es darin sinngemäß.

Der Bundeswirtschaftsminister redet also nicht nur so daher, wenn er, wie vorgestern auf Twitter, einem Kritiker der deutschen Covid-19-Politik erklärt, die Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder sei "ein Erbstück aus der Bismarck-Zeit", es ermögliche "unity in diversity". Indem er den Wahlspruch der Europäischen Union mit dem Erbe des Kaiserreichs verbindet, hat Altmaier, sollte man meinen, gleich zweimal das Blatt des politischen Gegners gestochen, erst mit der nationalen, dann mit der transnationalen Karte. Doch es gibt Mitspieler am Tisch, die anderer Meinung sind.

Der in Cambridge lehrende deutsche Historiker Oliver Haardt hat eine ausführliche Antwort auf Altmaiers Tweet verfasst. Das "Erbstück" des Ministers, zeigt Haardt, ist eine falsche Antiquität, weil der systemische Vorläufer der Corona-Konferenzen Angela Merkels, der aus den Gliedstaaten des Kaiserreichs bestückte Bundesrat, als Abstimmungsinstanz für das Regierungshandeln unter Bismarck und seinen Nachfolgern nie wirklich funktionierte. Der Rat, pro forma das höchste Reichsorgan, besaß von Anfang an gegenüber dem vom Volk gewählten Reichstag zu wenig Legitimität - und gegenüber den Kanzlern, die zumeist auch preußische Ministerpräsidenten waren, zu wenig Macht. Denn Preußen verfügte nicht nur über eine Sperrminorität, es hatte auch die kleineren Bundesstaaten, zu denen Duodezfürstentümer wie Schaumburg-Lippe und Reuß gehörten, ökonomisch in der Hand. Als Bismarck eine regelmäßige Ministerpräsidentenkonferenz einführen wollte, weigerten sich die Ratsmitglieder; sie wollten ihre Machtlosigkeit nicht auch noch öffentlich kundtun. Schon bald nach seiner Gründung war der Bundesrat nur noch ein symbolischer Schonbezug für die Doppelherrschaft des Reichskanzlers und seines Monarchen. Von "unity" konnte also durchaus, von "diversity" dagegen keinesfalls die Rede sein; abweichende Meinungen etwa aus Thüringen oder Sachsen wurden nicht wie heute im Protokoll vermerkt, sondern auf dem Verwaltungsweg erstickt.

Das alles kann man natürlich auch in Oliver Haardts jüngst erschienenem 900-Seiten-Band "Bismarcks ewiger Bund" nachlesen. Aber noch lieber hört man Historikern überall dort zu, wo sie politische Wirkung entfalten. Peter Altmaier jedenfalls sollte dringend einen Platz auf seinen Regalen frei machen. Wenn er das Buch nicht schon hat.

ANDREAS KILB

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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