Ich, Oskar Schindler - Schindler, Oskar
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Während des Zweiten Weltkriegs rettete Oskar Schindler über 1.300 Juden vor dem sicheren Tod. Stephen Spielberg setzte dem Helden mit "Schindlers Liste" ein Gedenken. Doch wer war Oskar Schindler wirklich? Anhand von Dokumenten und Briefen, die erst vor einem Jahr in Hildesheim entdeckt wurden, zeichnet die Autorin ein lebendiges Porträt dieses Mannes. Sie beleuchtet nicht nur Schindlers dramatische Hilfsaktionen im Nazi-Deutschland, sondern auch sein Leben in der Nachkriegszeit, als er vergeblichversuchte, wieder in der "Normalität" Fuß zu fassen.…mehr

Produktbeschreibung
Während des Zweiten Weltkriegs rettete Oskar Schindler über 1.300 Juden vor dem sicheren Tod. Stephen Spielberg setzte dem Helden mit "Schindlers Liste" ein Gedenken. Doch wer war Oskar Schindler wirklich? Anhand von Dokumenten und Briefen, die erst vor einem Jahr in Hildesheim entdeckt wurden, zeichnet die Autorin ein lebendiges Porträt dieses Mannes. Sie beleuchtet nicht nur Schindlers dramatische Hilfsaktionen im Nazi-Deutschland, sondern auch sein Leben in der Nachkriegszeit, als er vergeblichversuchte, wieder in der "Normalität" Fuß zu fassen.
  • Produktdetails
  • Verlag: HERBIG
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 448
  • Erscheinungstermin: Oktober 2000
  • Deutsch
  • Abmessung: 236mm x 164mm x 45mm
  • Gewicht: 856g
  • ISBN-13: 9783776622041
  • ISBN-10: 3776622040
  • Artikelnr.: 08895148
Autorenporträt
Prof. Erika Rosenberg hat u.a. Biographien über Oskar und Emilie Schindler verfasst. 1990 lernte sie Emilie Schindler in Buenos Aires kennen und betreute sie bis zu ihrem Tod 2001. Seit dem Tag bewahrt sie Schindlers Erbe.
Erika Rosenberg wurde 1951 in Buenos Aires geboren. Sie ist Autorin, Historikerin, Übersetzerin, Dolmetscherin, Journalistin und Dozentin. Sie bildet zukünftige Diplomaten im argentinischen Auswärtigen Amt aus.
Rezensionen
Besprechung von 24.10.2000
"Ich bin ohne jeglichen Verdienst"
Ein neues Buch schöpft aus dem Nachlaß von Oskar Schindler

Nur eine Bronzetafel an der Wand des Hauses Am Hauptbahnhof 4 und eine Straße in der Siedlung am Bügel erinnern in Frankfurt an Oskar Schindler, der im Zweiten Weltkrieg 1200 Juden rettete und von 1958 bis 1974 in dieser Stadt lebte. Einen Einblick vor allem in seine Frankfurter Jahre gibt nun die Journalistin Erika Rosenberg, die Auszüge der im vergangenen Jahr in einem Koffer auf einem Dachboden in Hildesheim gefundenen Dokumente Schindlers veröffentlicht und kommentiert hat.

Der umfangreiche Briefwechsel zeigt, daß der Unternehmer, der durch den Film "Schindlers Liste" von Steven Spielberg 1994 nach seinem Tod weltberühmt wurde, auch in den Nachkriegsjahren keineswegs vergessen war. Wie aus den Briefen hervorgeht, war Schindler etwa im Rundfunk ein gefragter Gesprächspartner und wurde häufiger zu Diskussionsveranstaltungen eingeladen. 1964 zeichnete ihn Israel als "Gerechten der Nationen" aus, 1965 erhielt er das Bundesverdienstkreuz, 1967 den Martin-Buber-Friedenspreis, 1968 den päpstlichen Silvester-Orden. Verschiedene Politiker und das Bistum Limburg bemühten sich, Schindler, der nach 1945 als Unternehmer kein Glück hatte, eine Rente zukommen zu lassen. Weil es sich nur um einen "Ehrensold" handeln konnte, gestaltete sich dies als schwierig. Von 1967 an erhielt er 500 Mark monatlich von der hessischen Landesregierung.

Die Umrisse von Schindlers Leben nach 1945 sind bekannt; die veröffentlichten Briefe geben einen tieferen Einblick. So hält Schindler fest, wie ihn ein Arbeiter seines Betonsteinwerks in Hochstadt beschimpfte: "Du Drecksjude, dich hat man vergessen zu vergasen." Nach einem Umzug schrieb er: "Ich lebe jetzt in einer eigenen Wohnung, die mich vom Terror einer Xanthippe von Vermieterin frei macht und ich kann sogar fernsehen, so lange ich will."

Wie ein roter Faden ziehen sich die materiellen Schwierigkeiten durch seine Briefe. So schilderte Schindler 1967 seine Lage in einem Schreiben an den Frankfurter Oberbürgermeister Willi Brundert: "Seit der Liquidierung meiner Firma im Winter 1962/63 (Betonsteinwerk Hochstadt) durch außergerichtlichen Vergleich . . . bin ich ohne jeglichen Verdienst", heißt es dort, und weiter: "Am 13. 12. 1963 mußte ich den Offenbarungeid leisten. Zusätzlich wurde meine makabre Situation durch einen schweren Herzanfall verschlechtert, die ich ohne Mittel für Arzt und Medikamente durchstehen mußte."

Das Buch Rosenbergs ist keine Biographie. Die Journalistin hat lediglich die Briefe grob nach Themen gegliedert zusammengestellt und jeweils mit einleitenden Bemerkungen versehen; ein Überblick über Schindlers Leben ist schwer zu gewinnen, zumal Wesentliches von Unwesentlichem nicht getrennt ist. Ausführlich läßt sich etwa nachlesen, wer bei der Überreichung des Bundesverdienstkreuzes zu spät kam.

Rosenberg veröffentlichte schon 1997 ein Buch über Schindlers Witwe. Den 1999 gefundenen Nachlaß des 1974 gestorbenen Unternehmers hatte zunächst die "Stuttgarter Zeitung" ausgewertet und dann an die israelische Gedenkstätte Yad Vashem übergeben. Emilie Schindler, die in Argentinien lebt, betrachtet sich indes als Erbin. Dies sieht auch die Münchner Verlagsgruppe Langen-Müller-Herbig so, bei der jetzt das Buch mit den Dokumenten erschien. Mithin habe die Zeitung die bei der Witwe liegenden Urheberrechte verletzt. Weil sich das Buch wegen der Vorveröffentlichungen schlechter verkaufen werde, überlege der Verlag die Zeitung zu verklagen, heißt es in München. Rosenberg vertritt die Ansicht, wenn die Zeitung nicht in sechs Artikeln über Dokumente aus dem Koffer berichtet hätte, wäre aus ihrem Buch ein "Weltbestseller" geworden.

Abgedruckt sind in dem Buch auch Briefe, in denen der Unternehmer schildert, wie er die Juden rettete; eine der Schindler-Listen ist wiedergegeben. Auf eine Gesamtdarstellung des Lebens von Oskar Schindler aber muß man weiter warten.

ANDREA KINZINGER.

MANFRED KÖHLER.

Erika Rosenberg (Hg.), Ich, Oskar Schindler. Die persönlichen Aufzeichnungen, Briefe und Dokumente, Herbig Verlagsbuchhandlung, München 2000, 49,90 Mark

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Hans-Jürgen Döscher lobt die Publikation, die Auszüge aus den jüngst auf einem Dachboden gefundenen persönlichen Aufzeichnungen Oskar Schindlers bietet, als "sachkundig zusammengestellt" und "einfühlsam kommentiert". Der Autorin gelinge es, Schindler als "facettenreiche Persönlichkeit mit all ihren Schwächen" darzustellen. Zudem teile sie viel Unbekanntes aus Schindlers bewegtem Leben mit, so der Rezensent angetan. So erfahre man Neues über die Korrumpierbarkeit der SS gegen Ende des Krieges und über die vergeblichen langjährigen Bemühungen Schindlers um eine Rente. Als "document humain" stellt das Buch Döscher zufrieden. Doch hofft er auch auf eine wissenschaftliche Aufarbeitung des Briefwechsels.

© Perlentaucher Medien GmbH
"Ich bin ohne jeglichen Verdienst"
Ein neues Buch schöpft aus dem Nachlaß von Oskar Schindler

Nur eine Bronzetafel an der Wand des Hauses Am Hauptbahnhof 4 und eine Straße in der Siedlung am Bügel erinnern in Frankfurt an Oskar Schindler, der im Zweiten Weltkrieg 1200 Juden rettete und von 1958 bis 1974 in dieser Stadt lebte. Einen Einblick vor allem in seine Frankfurter Jahre gibt nun die Journalistin Erika Rosenberg, die Auszüge der im vergangenen Jahr in einem Koffer auf einem Dachboden in Hildesheim gefundenen Dokumente Schindlers veröffentlicht und kommentiert hat.

Der umfangreiche Briefwechsel zeigt, daß der Unternehmer, der durch den Film "Schindlers Liste" von Steven Spielberg 1994 nach seinem Tod weltberühmt wurde, auch in den Nachkriegsjahren keineswegs vergessen war. Wie aus den Briefen hervorgeht, war Schindler etwa im Rundfunk ein gefragter Gesprächspartner und wurde häufiger zu Diskussionsveranstaltungen eingeladen. 1964 zeichnete ihn Israel als "Gerechten der Nationen" aus, 1965 erhielt er das Bundesverdienstkreuz, 1967 den Martin-Buber-Friedenspreis, 1968 den päpstlichen Silvester-Orden. Verschiedene Politiker und das Bistum Limburg bemühten sich, Schindler, der nach 1945 als Unternehmer kein Glück hatte, eine Rente zukommen zu lassen. Weil es sich nur um einen "Ehrensold" handeln konnte, gestaltete sich dies als schwierig. Von 1967 an erhielt er 500 Mark monatlich von der hessischen Landesregierung.

Die Umrisse von Schindlers Leben nach 1945 sind bekannt; die veröffentlichten Briefe geben einen tieferen Einblick. So hält Schindler fest, wie ihn ein Arbeiter seines Betonsteinwerks in Hochstadt beschimpfte: "Du Drecksjude, dich hat man vergessen zu vergasen." Nach einem Umzug schrieb er: "Ich lebe jetzt in einer eigenen Wohnung, die mich vom Terror einer Xanthippe von Vermieterin frei macht und ich kann sogar fernsehen, so lange ich will."

Wie ein roter Faden ziehen sich die materiellen Schwierigkeiten durch seine Briefe. So schilderte Schindler 1967 seine Lage in einem Schreiben an den Frankfurter Oberbürgermeister Willi Brundert: "Seit der Liquidierung meiner Firma im Winter 1962/63 (Betonsteinwerk Hochstadt) durch außergerichtlichen Vergleich . . . bin ich ohne jeglichen Verdienst", heißt es dort, und weiter: "Am 13. 12. 1963 mußte ich den Offenbarungeid leisten. Zusätzlich wurde meine makabre Situation durch einen schweren Herzanfall verschlechtert, die ich ohne Mittel für Arzt und Medikamente durchstehen mußte."

Das Buch Rosenbergs ist keine Biographie. Die Journalistin hat lediglich die Briefe grob nach Themen gegliedert zusammengestellt und jeweils mit einleitenden Bemerkungen versehen; ein Überblick über Schindlers Leben ist schwer zu gewinnen, zumal Wesentliches von Unwesentlichem nicht getrennt ist. Ausführlich läßt sich etwa nachlesen, wer bei der Überreichung des Bundesverdienstkreuzes zu spät kam.

Rosenberg veröffentlichte schon 1997 ein Buch über Schindlers Witwe. Den 1999 gefundenen Nachlaß des 1974 gestorbenen Unternehmers hatte zunächst die "Stuttgarter Zeitung" ausgewertet und dann an die israelische Gedenkstätte Yad Vashem übergeben. Emilie Schindler, die in Argentinien lebt, betrachtet sich indes als Erbin. Dies sieht auch die Münchner Verlagsgruppe Langen-Müller-Herbig so, bei der jetzt das Buch mit den Dokumenten erschien. Mithin habe die Zeitung die bei der Witwe liegenden Urheberrechte verletzt. Weil sich das Buch wegen der Vorveröffentlichungen schlechter verkaufen werde, überlege der Verlag die Zeitung zu verklagen, heißt es in München. Rosenberg vertritt die Ansicht, wenn die Zeitung nicht in sechs Artikeln über Dokumente aus dem Koffer berichtet hätte, wäre aus ihrem Buch ein "Weltbestseller" geworden.

Abgedruckt sind in dem Buch auch Briefe, in denen der Unternehmer schildert, wie er die Juden rettete; eine der Schindler-Listen ist wiedergegeben. Auf eine Gesamtdarstellung des Lebens von Oskar Schindler aber muß man weiter warten.

ANDREA KINZINGER.

MANFRED KÖHLER.

Erika Rosenberg (Hg.), Ich, Oskar Schindler. Die persönlichen Aufzeichnungen, Briefe und Dokumente, Herbig Verlagsbuchhandlung, München 2000, 49,90 Mark

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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