Einführung in die Mischna - Krupp, Michael
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Die Mischna, entstanden bis 200 n. Chr., als erste Zusammenfassung rabbinischen Denkens, ist in sechs "Ordnungen", Sedarim, gegliedert, die das ganze menschliche Leben, den Kultus, die Alltags- und Festtagsbestimmungen, mitmenschliches Verhalten und die Beziehung zu Gott betreffen.
Die erste Ordnung, Zera'im, Saaten, behandelt alle Gebote, welche die Landwirtschaft in Israel und die besondere, bereits in der Bibel zu findende kultische und gesellschaftliche Gesetzgebung betreffen. Die zweite Ordnung, Mo'ed, Festkalender, stellt die Feste im Judentum und ihre Gebräuche dar. In der dritten…mehr

Produktbeschreibung
Die Mischna, entstanden bis 200 n. Chr., als erste Zusammenfassung rabbinischen Denkens, ist in sechs "Ordnungen", Sedarim, gegliedert, die das ganze menschliche Leben, den Kultus, die Alltags- und Festtagsbestimmungen, mitmenschliches Verhalten und die Beziehung zu Gott betreffen.

Die erste Ordnung, Zera'im, Saaten, behandelt alle Gebote, welche die Landwirtschaft in Israel und die besondere, bereits in der Bibel zu findende kultische und gesellschaftliche Gesetzgebung betreffen. Die zweite Ordnung, Mo'ed, Festkalender, stellt die Feste im Judentum und ihre Gebräuche dar. In der dritten Ordnung, Nashim, Frauen, werden Probleme von Mann und Frau, Eheschließung, Familie und Scheidung geregelt. Die vierte Ordnung, Neziqin, Schäden, enthält unter anderem das bürgerliche und das Strafrecht. Die fünfte Ordnung, Qodashim, heilige Dinge, befaßt sich mit dem Tempel und mit Opfernkulten. Die sechste Ordnung, Toharot, reine Dinge, ist dem komplizierten Gefüge von rein und unrein im jüdischen kultischen Rechtswesen gewidmet.

Unabhängig von ihrer theologischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Bedeutung stellt die Mischna, nicht zuletzt mit ihren zahlreichen Kurzerzählungen und Gleichnissen, auch ein großes Werk der Literaturgeschichte dar, Ausdruck einer reichen Kultur und einer Zeit, die versucht, die Fragen, die an die menschliche Existenz gestellt sind, neu zu beantworten.

Die Begegnung mit der Mischna dürfte für viele heute wie die Reise in ein fremdes Land sein. Michael Krupps Einführung weist Wege durch das vermeintliche Labyrinth von Texten, indem sie die Voraussetzungen, die Anordnung, den historischen Hintergrund der Entstehung, die religionsgeschichtliche und noch immer aktuelle Bedeutung der Mischna ausführlich darstellt.
  • Produktdetails
  • Verlag: Verlag Der Weltreligionen Im Insel Verlag
  • Artikelnr. des Verlages: 71002
  • Seitenzahl: 223
  • Erscheinungstermin: September 2007
  • Deutsch
  • Abmessung: 185mm x 116mm x 19mm
  • Gewicht: 234g
  • ISBN-13: 9783458710028
  • ISBN-10: 3458710027
  • Artikelnr.: 22626485
Autorenporträt
Krupp, Michael
Michael Krupp, geboren 1938, Dr. phil., Dozent für Rabbinische Literatur und Frühes Christentum an der Hebräischen Universität Jerusalem. Herausgeber der Zeitschriften Religionen in Israel und Interfaith Encounter in the Land of the Bible.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Rezensent Andreas Kilcher begrüßt diese Ausgabe der Mischna, dem grundlegenden jüdischen Gesetzeswerk, das sämtliche theologische und alltägliche Fragen des Judentums erörtert, weiß aber auch Kritik anzubringen. Ausführlich informiert er zunächst über die Mischna und ihre lange Rezeptionsgeschichte, um dann auf den ersten, nun erschienenen Band über die "Festzeiten" in der neuen Ausgabe einzugehen. Das Vorhaben, eine komplette Übersetzung der Mischna mit Kommentar vorzulegen, scheint ihm philologisch höchst anspruchsvoll. Aber auch die Kommentierung, ohne die sich die Mischna nicht verstehen lässt, ist seines Erachtens von großer Bedeutung. Hier wirft er dem Leiter der Übersetzung und Kommentierung Michael Krupp vor, die Texte auf eine dem Judentum eher "fremde Weise" auszulegen. Er gewinnt den Eindruck, die Mischna werde von Krupp in einen urchristlichen Entstehungshorizont gestellt, ja Krupp betreibe eine Engführung von Judentum und Christentum in ihren antiken Texten, die ihm nicht unproblematisch erscheint. "Sie entfaltet weniger eine Innensicht auf die Mischna, die sie im Kontext jüdischer Religionsgeschichte lesbar machen würde", erklärt Kilcher, der dies bedauerlich findet, weil der Leser damit um eine Erkenntnis gebracht werde.

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