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1959, kurz nach Uwe Johnsons Übersiedelung in den Westen Berlins und der Veröffentlichung seines Debütromans Mutmassungen über Jakob, beginnen der Briefwechsel und die Freundschaft zwischen ihm und Hans Magnus Enzensberger. Über einen Zeitraum von acht Jahren verständigen sie sich über die literarische und politische Lage und diskutieren die Spielräume politischen Engagements.
Zugleich aber zeugen die 161 Dokumente von einer Auseinandersetzung über Möglichkeiten und Grenzen von Freundschaft. Bereits im Oktober 1966 forderte Uwe Johnson, den gemeinsamen Briefwechsel 'nicht mehr fuer eine
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Produktbeschreibung
1959, kurz nach Uwe Johnsons Übersiedelung in den Westen Berlins und der Veröffentlichung seines Debütromans Mutmassungen über Jakob, beginnen der Briefwechsel und die Freundschaft zwischen ihm und Hans Magnus Enzensberger. Über einen Zeitraum von acht Jahren verständigen sie sich über die literarische und politische Lage und diskutieren die Spielräume politischen Engagements.

Zugleich aber zeugen die 161 Dokumente von einer Auseinandersetzung über Möglichkeiten und Grenzen von Freundschaft. Bereits im Oktober 1966 forderte Uwe Johnson, den gemeinsamen Briefwechsel 'nicht mehr fuer eine kuenftige Edition und Altersversorgung einzurichten sondern fuer Zwecke der brutalen Verstaendigung'. Über scheinbar Alltäglichem kommt es zu prinzipiellen Betrachtungen und zuletzt zu einem Zerwürfnis: Daß Uwe Johnson seine Berliner Wohnungen Enzensbergers erster Frau Dagrun und dessen Bruder Ulrich zur Verfügung stellt, führt in Aporien von Vertrauen, Bürgschaft und Verantwortung.Ein Jahr später erreicht selbst diese Verständigung ihre Grenzen - unter Hinterlassung einer Korrespondenz, bei der sich beide Partner nichts schuldig bleiben: am wenigsten den hochpointierten Dialog zweier grundverschiedener Naturen. Ihre Edition liegt hiermit vor.
  • Produktdetails
  • Verlag: Suhrkamp
  • Artikelnr. des Verlages: 42100
  • Seitenzahl: 342
  • Erscheinungstermin: 12. Oktober 2009
  • Deutsch
  • Abmessung: 207mm x 131mm x 33mm
  • Gewicht: 472g
  • ISBN-13: 9783518421000
  • ISBN-10: 351842100X
  • Artikelnr.: 26390942
Autorenporträt
Enzensberger, Hans Magnus
Hans Magnus Enzensberger wurde 1929 in Kaufbeuren geboren. Als Lyriker, Essayist, Biograph, Herausgeber und Übersetzer ist er einer der einflussreichsten und weltweit bekanntesten deutschen Intellektuellen.

Johnson, Uwe
Uwe Johnson wurde am 20. Juli 1934 in Kammin (Pommern), dem heutigen Kamien Pomorski, geboren und starb am 22. oder 23. Februar 1984 in Sheerness-on-Sea. 1945 floh er mit seiner Mutter und seiner Schwester zunächst nach Recknitz, dann nach Güstrow in Mecklenburg. Sein Vater wurde von der Roten Armee interniert und 1948 für tot erklärt. 1953 schrieb er sich an der Universität Leipzig als Germanistikstudent ein und legte sein Diplom über Ernst Barlachs Der gestohlene Mond ab. Bereits während des Studiums begann er mit der Niederschrift des Romans Ingrid Babendererde. Reifeprüfung 1953. Er bot ihn 1956 verschiedenen Verlagen der DDR an, die eine Publikation ablehnten. 1957 lehnte auch Peter Suhrkamp die Veröffentlichung ab. Der Roman wurde erst nach dem Tode von Uwe Johnson veröffentlicht. Der erste veröffentlichte Roman von Uwe Johnson ist Mutmassungen über Jakob. Von 1966 - 1968 lebte Uwe Johnson in New York. Das erste Jahr dort arbeitete er als Schulbuch-Lektor, das zweite wurde durch ein Stipendium finanziert. Am 29. Januar 1968 schrieb er in New York die ersten Zeilen der Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl nieder. Deren erste 'Lieferung' erschien 1970. Die Teile zwei und drei schlossen sich 1971 und 1973 an. 1974 zog Uwe Johnson nach Sheerness-on Sea in der englischen Grafschaft Kent an der Themsemündung. Dort begann er unter einer Schreibblockade zu leiden, weshalb der letzte Teil der Jahrestage erst 1983 erscheinen konnte. 1979 war Uwe Johnson Gastdozent für Poetik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt. Ein Jahr später erschienen seine Vorlesungen unter dem Titel Begleitumstände. Sein Nachlass befindet sich im Uwe Johnson-Archiv an der Universität Rostock.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Ganz außerordentlich lesenswert erscheint dem Rezensenten Ernst Osterkamp dieser Briefwechsel zweier - einander trotz ihrer sehr unterschiedlichen Temperamente sehr nahen - Solitäre der deutschen Nachkriegsliteratur. Als großes Unglück, mehr noch für den Leser, denkt man fast, als für die beiden, betrachtet er, dass die Korrespondenz zwischen ihnen nach heftigem Streit im Jahr 1967 dann abbricht. Johnson sah das Vertrauen enttäuscht, das sichtlich und lesbar, in den Jahren zuvor (im Dezember 1959 schrieb Johnson den ersten Brief) zwischen den Autoren entstanden war. Ganz offenkundig, so Osterkamp, waren die Briefe nicht rein privater Bestimmung, zu sehr verstehen die Korrespondierenden sich in ihrer Sprache auch hier als Literaten. Inhaltlich geht es um gemeinsame Pläne für Zeitschriften, aus denen teils nichts, teils Bedeutendes ("Kursbuch") wurde, um Diskussionen auch, wie einer sich in die Zeitläufte einmischen soll oder nicht. An einer Verquickung von Privatem und Politischem, wie sie für die Zeit nur zu typisch war, zerbrach dann die Brieffreundschaft. Was nun auf zweihundert Seiten vorliegt, erscheint dem Rezensenten jedoch "anrührend" und "bewegend" und als aus mehr als einem Grund lesenswert.

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