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Eigentlich soll Maya den deutschstämmigen Professor Maximilian Wagner nur während eines Kongresses in Istanbul betreuen. Doch dann wird sie hineingezogen in dessen Lebensgeschichte und erfährt, was es auf sich hat mit der Serenade, die Wagner während des Naziterrors für seine jüdische Geliebte komponiert hat. Ein 87-jähriger Mann spielt am Ufer des Schwarzen Meers bis zu seinem Zusammenbruch Geige. Er tut dies zum Gedenken an seine jüdische Geliebte Nadja, die auf der Flucht vor den Nazis dort ertrank. Maya, eine junge Türkin von heute, kommt von dem tragischen Schicksal der beiden nicht los.…mehr

Produktbeschreibung
Eigentlich soll Maya den deutschstämmigen Professor Maximilian Wagner nur während eines Kongresses in Istanbul betreuen. Doch dann wird sie hineingezogen in dessen Lebensgeschichte und erfährt, was es auf sich hat mit der Serenade, die Wagner während des Naziterrors für seine jüdische Geliebte komponiert hat.
Ein 87-jähriger Mann spielt am Ufer des Schwarzen Meers bis zu seinem Zusammenbruch Geige. Er tut dies zum Gedenken an seine jüdische Geliebte Nadja, die auf der Flucht vor den Nazis dort ertrank. Maya, eine junge Türkin von heute, kommt von dem tragischen Schicksal der beiden nicht los. Und liest aus den Parallelen den Auftrag heraus, in ihrem eigenen Leben noch einmal ganz neu zu beginnen. Wieder gelingt es Zülfü Livaneli in einem lebensklugen Roman, große Gefühle mit einer packenden, zeitgemäßen Handlung zu verbinden.
  • Produktdetails
  • Verlag: Klett-Cotta
  • 4. Aufl.
  • Seitenzahl: 335
  • Erscheinungstermin: Februar 2013
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 128mm x 27mm
  • Gewicht: 428g
  • ISBN-13: 9783608939637
  • ISBN-10: 3608939636
  • Artikelnr.: 36867627
Autorenporträt
Zülfü Livaneli wurde 1946 in Konya-Ilgin (Türkei) geboren. In den 70er Jahren war er wegen seiner politischen Anschauungen gezwungen, die Türkei zu verlassen, erst 1984 kehrte er zurück. Zülfü Livaneli ist einer der bekanntesten Künstler der Türkei, der mit seinen Liedern, und Kinofilmen international große Erfolge feierte. Einige Jahre war er Mitglied des türkischen Parlaments, besonders setzte er sich dabei für die türkisch-griechische Aussöhnung ein. Für sein breites Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den »Orhan-Kemal-Literaturpreis«.
Rezensionen
Besprechung von 14.03.2013
Woran erinnert werden muss
Zülfü Livanelis großartiger Roman "Serenade für Nadja" über deutsche und türkische Sünden

Wenn von der deutsch-türkischen Geschichte die Rede ist, denkt man meistens nur an Anwerbeabkommen und Gastarbeiter. An ein anderes Kapitel, über das genauso geredet werden müsste, weil es die Erfahrungen der türkischen Gesellschaft mit Deutschland noch viel früher prägte, denkt man nicht: Etwa tausend verfolgte, diskriminierte und ausgebürgerte Wissenschaftler, Künstler und Politiker wurden in den Jahren 1933 bis 1945 in der Türkei aufgenommen, unter ihnen viele Juden. Sie folgten dem Ruf Mustafa Kemal Atatürks, um das türkische Universitätswesen zu reformieren. Vielen von ihnen rettete die Einladung das Leben.

Doch auf die nationalsozialistische Gesinnung, wegen derer sie ihre Heimat hatten verlassen müssen, trafen die Exilanten auch in Istanbul: Sie waren dort mit einer mehrere Tausend Mitglieder zählenden deutschen Kolonie konfrontiert, von denen die meisten überzeugte Nationalsozialisten waren - mit deutschem Club, einer nationalsozialistisch gefärbten Zeitung, und eigener SA- und SS-Staffel. Den Frieden, auf den die Exilanten in Istanbul gehofft hatten, fanden sie also nicht. Im Gegenteil.

In diesem Spannungsfeld entwirft der türkische Schriftsteller Zülfü Livaneli die Handlung seines jüngsten Romans, der jetzt auch auf Deutsch vorliegt. Über weite Strecken liest er sich spannend wie ein Thriller. Livaneli nähert sich der Vergangenheit dabei nicht, indem er die gesamte Handlung dorthin verlegt, sondern taucht aus der Gegenwart in sie ein, mit der Figur eines deutschen Professors namens Maximilian Wagner. Aus den Vereinigten Staaten kommt dieser hochbetagte Wissenschaftler nach Istanbul gereist, um dort, so die offizielle Begründung, einen Gastvortrag an der Istanbul Universität zu halten. Die junge Maya, alleinerziehende Mutter und zuständig für die Betreuung ausländischer Gäste, soll ihm zur Seite stehen. Schon bald spürt sie die Melancholie, die diesen charismatischen Mann umgibt, sobald sie gemeinsam bestimmte Orte in Istanbul aufsuchen.

Offenbar hat Wagner ein Geheimnis, das er aber nur zögerlich mit Maya teilt: Als politischer Flüchtling kam er einst in die Türkei und hat das Land, nachdem er ihm 1942 enttäuscht den Rücken kehrte, seitdem nicht mehr betreten. Nun ist er zurückgekehrt, um den Geistern, die ihn seitdem quälen, ins Gesicht zu sehen, bevor sein Leben zu Ende geht. Doch er ist auch nach Istanbul gekommen, um nochmals Abschied zu nehmen von seiner großen Liebe Nadja, einer Jüdin, die er als junger Assistent in München heiratete. Das junge Paar glaubte, in Istanbul eine sichere Zuflucht zu finden. Stattdessen geriet es zwischen die Fronten deutscher Interessen und der alliierten Mächte, die von 1941 an Istanbul als Ausgangspunkt für geheimdienstliche Missionen nutzen. Und nicht einmal jetzt, mehr als sechzig Jahre später, scheint man dieser Liebe ihr Recht zuzugestehen. Denn kaum dass Wagner beginnt, mit Mayas Hilfe den Spuren der Vergangenheit zu folgen, heftet sich der türkische Geheimdienst an ihre Fersen. Die türkische Regierung ist jedoch nicht die einzige, die verhindern will, dass Vergangenes aufgewirbelt wird.

Gekonnt changiert Livaneli zwischen den Zeiten, und wer zuvor schon Gelegenheit hatte, sich mit dem Thema der deutschen Wissenschaftler am Bosporus vertraut zu machen, wird merken, wie viel Recherche in diesem Buch steckt. Denn Livaneli lässt nicht nur fiktive Figuren auftreten, sondern auch Persönlichkeiten, deren Wirken in Istanbul während des Nationalsozialismus überliefert ist: Erich Auerbach zum Beispiel, der als Sohn jüdischer Eltern gezwungen wurde, seine Professur aufzugeben, und der von 1935 an in Istanbul lehrte und dort seine berühmte "Mimesis" verfasste; oder den jüdischen Kinderarzt Albert Eckstein, der mit seiner Familie nach Ankara ging und dort die ersten Kinderkliniken des Landes aufbaute. Sie alle versuchen, Wagner und Nadja zu helfen, doch gegen die politischen Machenschaften kommen sie nicht an.

Auch gibt es in Istanbul gefährliche Handlanger des NS-Regimes, wie etwa Herbert Scurla, mit dem Livaneli eine weitere Person auftreten lässt, die real existierte. Aus den Biographien, die einige der Exilanten nach ihrer Zeit in der Türkei veröffentlicht haben, ist bekannt, dass Scurlas Name und die von ihm ausgehende Gefahr als dunkles Gerücht in Istanbul kursierte. Die tatsächliche Bedeutung dieses Mannes wurde von Historikern jedoch erst viel später ans Tageslicht gebracht: Scurla sammelte in Istanbul für die Gestapo Informationen über die emigrierten Wissenschaftler und verfasste einen Bericht für das Auswärtige Amt, der für viele verhängnisvolle Folgen hatte. Im Roman auch für Maximilian Wagner und seine Nadja.

Es ist Livaneli, der in der Türkei zunächst Karriere als linker Liedermacher machte, wegen seines politischen Engagements im Gefängnis saß und inzwischen zu den angesehensten Intellektuellen des Landes gehört, hoch anzurechnen, dass er sich mit seinem Roman eines Themas annimmt, an das in der Türkei noch weniger erinnert wird als hier. Gleichzeitig versteht Livaneli es, den historischen Stoff mit aktuellen Debatten der türkischen Gesellschaft zu verweben. Denn nicht nur für Wagner wird die Reise nach Istanbul zur schmerzlichen Begegnung mit der unaufgearbeiteten Vergangenheit, sondern auch für Maya. Sie ist Armenierin, doch über das schwere Schicksal, das ihre Großmutter im Osmanischen Reich zu erleiden hatte, schweigt man beharrlich. Sensibilisiert durch den Mut Wagners, beginnt sie, die verängstigte Familie mit Fragen zu konfrontieren. Der Bruder besteht weiterhin auf Leugnung: Er hat sich in eine Karriere als türkischer Offizier geflüchtet und ist als solcher noch nationalistischer als viele seiner Kameraden - wer armenischer Abstammung ist, hat in seinen Augen "schmutziges Blut", und den Genozid an den Armeniern hat es nie gegeben.

Und so ist "Serenade für Nadja" nicht nur ein großartiges Buch über eine lebenslange Liebe und über die deutsch-türkische Vergangenheit, sondern auch ein Porträt der türkischen Gesellschaft, die bis heute daran krankt, dass die Wunden der Vergangenheit nicht aufgearbeitet werden.

KAREN KRÜGER

Zülfü Livaneli: "Serenade für Nadja". Roman.

Aus dem Türkischen von Gerhard Meier. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2013. 336 S., geb., 21,95 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Achim Engelberg hat den türkischen Autor Zülfü Livaneli in Istanbul getroffen und geht in seinem Artikel auch ausführlich auf dessen neuen Roman "Serenade für Nadja" ein. Zum Hintergrund hat er ein "jahrzehtelang schamvoll verschwiegenes Ereignis", den Tod von 672 jüdischen Flüchtlingen, die von den Türken im Jahr 1942 nicht ins Land und von den Briten nicht nach Palästina gelassen wurden und deren Schiff am Ende von einem sowjetischen Torpedo versenkt wurde - alle Flüchtlinge sind ertrunken. Der Roman, so Engelberg, verbindet verschiedene Stränge, auch die Minderheiten der Armenier und Krim-Tataren spielen eine Rolle: sämtlich Themen, mit denen Livaneli heiße Eisen in der Türkei anrührt. Besonders hebt Engelberg an dem Roman hervor, dass der Rückblick auf das lange Verschwiegene zugleich auch Klarheit über heutige Probleme der Türkei bringt.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 10.04.2013
Kalt ist der
Winter in Istanbul
Zülfü Livanelis Roman „Serenade für Nadja“
legt den Finger auf deutsch-türkische Wunden
VON CHRISTIANE SCHLÖTZER
Es ist ein altes Vorurteil, in Istanbul seien die Winter mild. Erfrieren kann man in der kalten Jahreszeit in Istanbul, zumal im Februar. In Sichtweite der Küste, unweit der Mündung des Bosporus, sank im Februar 1942 das manövrierunfähige Schiff Struma. 762 jüdische Flüchtlinge ertranken in den Fluten, zusammen mit der Besatzung. Viele der Passagiere stammten aus der Bukowina und aus Bessarabien, sie waren auf der Flucht vor Hitlers Schergen. Im rumänischen Constanta waren sie an Bord gegangen. Ihr Ziel war Palästina. Aber die Briten verweigerten Einreisevisa und die Türkei den Landgang. Über zwei Monate lag die völlig überladene, altersschwache Struma vor ihrem Untergang im Bosporus vor Anker, Hunger, katastrophale hygienische Verhältnisse und die Kälte quälten die Menschen an Bord.
  Die Struma-Katastrophe ist auch ein türkisches Trauma, das Jahrzehnte aus der offiziellen Geschichtsschreibung verbannt war. Lieber verwies die Türkei darauf, dass sie zu Zeiten des Hitler-Regimes einer gan-zen Reihe von verfolgten deutschen Pro-fessoren, Künstlern und Politikern eine Exilheimat gegeben hatte, unter ihnen der spätere Regierende Bürgermeister von Berlin, Ernst Reuter, der Jurist Ernst Hirsch oder der Bildhauer Rudolf Belling.
  Der türkische Schriftsteller Zülfü Livaneli hat schon mit mehreren Romanen bewiesen, dass er sich wenig um historische und aktuelle Tabus schert. Livaneli wurde außerhalb seines Landes zunächst als Komponist und Musiker bekannt, und als Fürsprecher der türkisch-griechischen Annäherung. Immer wieder wählte er auch für seine Erzählungen unbequeme Stoffe und hat damit erstaunlichen Erfolg. In den Siebzigerjahren musste Livaneli als linksorientierter Intellektueller selbst Repressalien erdulden hatte, saß im Gefängnis und verbrachte danach Jahre im Exil in Stockholm, Paris und Athen.
  Heute ist er in seiner Heimat außerordentlich populär, auch mit schwierigen Sujets. In dem Roman „Mutluluk“ (Glückseligkeit) ging es um Morde aus Ehre. Das Buch wurde ins Deutsche übersetzt, wie nun „Serenad“, das in der Türkei schon 2010 erschienen ist und in der einfühlsamen Übersetzung von Gerhard Meier den Titel „Serenade für Nadja“ trägt. Nadja ist die jüdische Ehefrau des deutschen Professors Maximilian Wagner, und sie war auf der Struma. Wagner ist eine erfundene Figur, ebenso wie die junge Türkin Maya. Aber viele der Personen, die Livaneli auftreten lässt, haben in der Zeit der Struma-Tragödie in Istanbul eine wichtige Rolle gespielt: Angelo Roncalli, der spätere Papst Johannes XXIII., half als Gesandter des Vatikans in Istanbul Juden auf der Flucht. Herbert Scurla tat das Gegenteil, er war der Handlanger des NS-Regimes in Istanbul und bespitzelte die deutschen Emigranten.
  Livaneli hat für diesen Roman ungewöhnlich viel recherchiert. Zum Glück ist dieser jedoch kein als Erzählung kaschiertes Geschichtsbuch; er funktioniert eher wie ein gut geschriebener Krimi. Spannend ist das Buch auch deshalb, weil der 66-jährige Livaneli die Beschäftigung mit der Vergangenheit nutzt, um von der türkischen Gegenwart zu erzählen. Maya ist eine junge, alleinerziehende Mutter, deren Ex-Mann mit dem Leben viel schlechter zurechtkommt als sie selbst. Ein Schicksal, das in der Generation der 30- bis 40-Jährigen in Istanbul auffallend häufig ist. Maya soll Wagner, der Gast ihrer Universität ist, ein paar Tage betreuen. Die Begegnung mit dem alten Mann, der seine Liebe nie vergessen hat, bringt sie völlig aus dem Gleis. Maya erinnert sich, angeregt durch Wagners Geschichte, an ihre eigene armenische Großmutter und erfährt schließlich, dass auch ihre zweite Großmutter als Krimtatarin Tod und Verfolgung erlebte. „Und heute nennen wir uns alle Türken“, sagt Bruder Necdet, der als türkischer Offizier und strammer Nationalist sein Weltbild nicht von Mayas Wahrheitssuche gefährdet sehen will.
  Trifft man Livaneli an einem milden Frühlingstag in einem Istanbuler Café, dann erzählt der Schriftsteller, dass auch seine eigene Familie eine Entwurzelungsgeschichte in sich trägt. „Mit dem Ende des Osmanischen Reiches wurden so viele Menschen vertrieben. Meine Vorfahren kamen aus dem Kaukasus und alle bis auf einen Mann wurden von den russischen Truppen ermordet.“ Die Türkei, sagt der Schriftsteller, sei wahrscheinlich „das ethnisch gemischteste Land der Welt“.
  Lange wollte das Land davon aber nichts wissen. „Hrant Dink hat uns die Augen geöffnet“, so Livaneli. Der armenisch-türkische Journalist Dink wurde 2007 von einem fanatischen Nationalisten in Istanbul ermordet. Von Dink stammt die Warnung: Wenn ein Türke und ein Armenier miteinander streiten, dann sollten sie immer daran denken, „dass sie vielleicht Brüder sind“. Nun sagen Kurden in der Türkei, dass sie Kurden sind, und werden auch von Staatsvertretern nicht mehr „Bergtürken“ genannt. Auf der Insel Imroz wurde gerade nach fast fünfzig Jahren wieder eine griechische Grundschule erlaubt.
  Nachdem Livanelis Buch erschienen war, trafen sich in Istanbul ein paar Menschen an einem kalten Februartag und warfen ein Blumengebinde in die Fluten. Der 85-jährige türkische Unternehmer Ishak Alaton, der aus einer jüdischen Familie Istanbuls stammt, erzählte danach einer türkischen Zeitung, wie er als 15-Jähriger mit seinem Vater mit einem kleinen Boot Brot auf die Struma brachte, aber die verzweifelten Flüchtlinge nicht mit an Land nehmen durfte. Alaton forderte, die Türkei müsse sich auch dieser Vergangenheit stellen, und wurde dafür von türkischen Nationalisten beschimpft.
  Livaneli ist nicht der erste Autor, der sich mit der Struma-Tragödie befasst hat. Unter anderem verarbeitete der nach Verfolgung in der Türkei in Deutschland lebende Schriftsteller Dogan Akhanli in seinem Roman „Madonna’nin Son Hayali“ (Der letzte Traum der Madonna) schon 2005 die historischen Ereignisse. Aber keines der Bücher mit diesem Hintergrund hat die Aufmerksamkeit des Livaneli-Romans gefunden, aus dem der Autor in dieser Woche in mehreren deutschen Städten liest.
  Die Struma war schon ein schwimmender Sarg, als sie am 23. Februar 1942 aufs Meer hinaustrieb, wo sie einen Tag später von einem Torpedo getroffen wurde. Lange hatte es geheißen, das Schiff sei von einem deutschen Schnellboot versenkt worden. Inzwischen aber scheint historisch bewiesen, dass ein sowjetisches U-Boot mit dem Auftrag, kein unbekanntes Schiff ins Schwarze Meer zu lassen, den Torpedo abfeuerte. Die Struma sank binnen weniger Minuten. Ein Passagier überlebte, der 19-jährige David Stoliar. Er schaffte es nach Palästina.
Wenn ein Türke und ein Armenier
sich streiten, sollten sie bedenken,
dass sie vielleicht Brüder sind
  
      
  
  
Zülfü Livaneli: Serenade für Nadja. Roman. Aus dem Türkischen von Gerhard Meier. Verlag Klett-Cotta, Stuttgart 2013. 336 Seiten,
21,95 Euro.
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» ... so ist "Serenade für Nadja" nicht nur ein großartiges Buch über eine lebenslange Liebe und über die deutsch-türkische Vergangenheit, sondern auch ein Porträt der türkischen Gesellschaft, die bis heute daran krankt, dass die Wunden der Vergangenheit nicht aufgearbeitet werden.« Karen Krüger, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.03.2013 »Livaneli hat für diesen Roman ungewöhnlich viel recherchiert. Zum Glück ist dieser jedoch kein als Erzählung kaschiertes Geschichtsbuch; er funktioniert eher wie ein gut geschriebener Krimi. Spannend ist das Buch auch deshalb, weil der 66-jährige Livaneli die Beschäftigung mit der Vergangenheit nutzt, um von der türkischen Gegenwart zu erzählen.« Christiane Schlötzer, Süddeutsche Zeitung, 10.04.2013 »Bei all seiner geschichtlichen Opulenz ist „Serenade für Nadja“ kein historischer Roman, sondern einer, der zeigt, wie Geschichte prägt. Er erzählt von der heutigen Türkei, die, auf Trümmern eines Imperiums aufgebaut, sich weit mehr aus Minderheiten zusammensetzt, als dort erwünscht und in unseren Breiten bekannt ist. – Eine Serenade gab diesem epischen Werk seinen Titel, aber kompositorisch ist es eine Sinfonie, die sich wie ein Klassiker anhört.« Achim Engelberg, NZZ, 31.05.2013 » ... ein ebenso spannendes wie informatives Buch … das man nicht ohne Bewegung aus der Hand legt.« Ekkehart Rudolph, Stuttgarter Zeitung, 11.04.2013 » ... eine lebenskluge Geschichte mit zeitgemäßer Handlung, basierend auf wahren Begebenheiten.« Cosmopolitan, April 2013 »Geschickt verbindet Zülfü Livaneli Geschichte und persönliche Geschichten, historische Fakten und Fiktion, Vergangenheit und Gegenwart: Die deutsche Exil-Gemeinde in Istanbul während des Zweiten Weltkriegs und ihr Haus Teutonia, Spione und den deutschen Botschafter von Papen mit dem modernen Leben der jungen Maya im Istanbul heute.« Cornelia Zetzsche, NDR Kultur, 06.05.2013 » ... ein ungemein spannend geschriebener Roman, dem es gelingt, den Leser für das, was geschehen ist, zu interessieren.« Barbara Frischmuth, Die Presse, 20.04.2013 »Ein lebenskluger Roman mit einer packenden Handlung.« Pforzheimer Zeitung, 23.03.2013 »Hier wird die tragische Geschichte einer einzelnen verfolgten Familie aus dem Zweiten Weltkrieg tief bewegend erzählt, aber dennoch voller Hoffnung und Glauben an eine bessere Zukunft! Sehr zu empfehlen.« Lili Aignesberger, Buchprofile, August 2013 »Livaneli hat einen großartigen, berührenden Roman geschrieben.« Silke Stürmer, a+b, 1.8.2013…mehr