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Gestatten, Wanze Muldoon, Privatdetektiv.
Eigentlich hätte Muldoon Ruhe bitter nötig. Schließlich ist er bei seinem letzten Fall beinahe von einer Kröte verschluckt worden. Doch das Leben gönnt ihm keine Pause. Nichts ahnend hockt er mit seiner Freundin, der Grashüpferin Wilma, in Dixies Bar, als ein wahnsinnig gewordener Igel durch den Rhabarber ins Lokal des fetten Nachtschnecks bricht und dort stirbt. Was ist passiert? Ob der kriminelle Kakerlak hinter allem steckt? Muldoon muss seinen ganzen Spürsinn aufbieten, um diesen schwierigen Fall zu lösen. (Ab 10 Jahren.) …mehr

Produktbeschreibung
Gestatten, Wanze Muldoon, Privatdetektiv.

Eigentlich hätte Muldoon Ruhe bitter nötig. Schließlich ist er bei seinem letzten Fall beinahe von einer Kröte verschluckt worden. Doch das Leben gönnt ihm keine Pause. Nichts ahnend hockt er mit seiner Freundin, der Grashüpferin Wilma, in Dixies Bar, als ein wahnsinnig gewordener Igel durch den Rhabarber ins Lokal des fetten Nachtschnecks bricht und dort stirbt. Was ist passiert? Ob der kriminelle Kakerlak hinter allem steckt? Muldoon muss seinen ganzen Spürsinn aufbieten, um diesen schwierigen Fall zu lösen. (Ab 10 Jahren.)
  • Produktdetails
  • Verlag: Nagel & Kimche
  • Seitenzahl: 234
  • Altersempfehlung: ab 10 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 205mm
  • Gewicht: 366g
  • ISBN-13: 9783312009138
  • ISBN-10: 3312009138
  • Artikelnr.: 09383327
Autorenporträt
Paul Shipton, aufgewachsen in Manchester, hat mehrere Jahre als Englischlehrer und Lektor für Schulbücher gearbeitet. Nach einem langen Aufenthalt in den USA lebt er heute wieder als Autor in Großbritannien.
Rezensionen
"Ein Lesevergnügen für Jung und Alt, gegen das die Originalität eines Philip Marlowe ein Fliegenschiss ist." Der Tagesspiegel

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 20.03.2001

Käfer und Floh sind zusammen so froh
Paul Shiptons zweiter Krimi über einen Insekten-Detektiv

Daß Vier- und Mehrbeiner bessere, wenn nicht gar die besten Menschen sind, könnte man schon seit Erich Kästners "Konferenz der Tiere" wissen. Da war es schließlich den Vertretern der Fauna zu verdanken, daß dieser Planet nicht unterging. Solche Ambitionen hätte Wanze Muldoon kaum, krabbelnder Held des Krimis von Paul Shipton - es ist der zweite des aus Manchester stammenden Autors um die detektivischen Abenteuer eines Käfers in jenem Garten, der für die Insekten die Welt darstellt. Wanze ist mehr daran interessiert, daß es ihm selbst gutgeht. Über alles andere versucht er nicht zuviel zu klagen - "es sei denn, ich bin in Gesellschaft". Wanze wird der selbstironisch-lakonische Schnüffler übrigens nur von seinen Freunden und auch weniger freundlichen Insekten genannt, seines Berufs wegen. Und wahrscheinlich auch, damit man sich besser mit ihm identifizieren kann, denn eine Wanze als Held würde womöglich doch die Naturliebe des Lesers überfordern. So bleibt die Ekelrolle des Schurken einem Kakerlak überlassen. Dessen tumb-williges Mordinstrument - bis zur überraschenden Wende - ist ein furchterregender Skorpion.

Man liest sich schnell in großes Vergnügen über die so liebevollen wie detaillierten Schilderungen der Suche Muldoons und seines Assistenten, eines kindlichen Flohs, nach verschwundenen Insektenfreunden - trotz anfänglicher Skepsis über die gelegentlich allzu offensichtlichen Anleihen des Autors beim Typus des "harten" Detektivromans, ganz und gar nicht frei nach Hammett oder Chandler. Für eine Parodie ist das Wanzen-Abenteuer indes nicht boshaft genug, so bleibt es doch eher bei der freundlichen Nachempfindung. Dagegen ist nichts einzuwenden, womöglich wird der eine oder andere Leser über die Kopie zum Original finden. Ganz und gar nimmt der Roman in seinem letzten Drittel für sich ein, als es zur fast tödlichen Konfrontation zwischen Insekten und Menschen kommt. Da zeigt sich, daß Shipton mit einfachsten dramaturgischen Mitteln fast physische Spannung erzeugen kann, daß er es versteht, Alltagsgegenstände wie banale menschliche Handlungsweisen ins Dämonische zu steigern, und daß ihm für das Ende sogar eine ganzer Moralreigen einfällt, der gar nicht pädagogisch daherhumpelt. Denn über ihren Köpfen "tanzten die Eintagsfliegen wie eine Million Sternschnuppen". So hat noch kein Krimi aufgehört.

ANDREAS OBST

Paul Shipton: "Heiße Spur in Dixies Bar". Aus dem Englischen von Stephanie Menge. Mit Bildern von Axel Scheffler. Verlag Nagel & Kimche, Zürich 2001. 237 S., geb., 25,- DM. Ab 10 J.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

"Cool" ist das letzte Wort der Rezensentin Monika Klutzny. Sie hält diese Variation auf das Genre des Krimis - sie fühlt sich in der Hauptperson an Hercule Poirot und Philip Marlowe erinnert - für gelungen. Die in der Tierwelt angesiedelte Kriminalgeschichte besteche durch eine Karikierung der Krimicharakteristika mit feinem Humor.

© Perlentaucher Medien GmbH

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 24.04.2020

Käferpracht in Türkis
Der Gartenschnüffler Mr. Muldoon ist wieder in Aktion
Eigentlich war Privatdetektiv Mr. Muldoon in den zwei Jahrzehnten, in denen er im Dunstkreis der Leser nur sporadisch gesichtet wurde, nie richtig weg. Jedenfalls wurde der Erzähler in Paul Shiptons Insektenkrimi „Die Wanze“ von 1995 – übersetzt von Andreas Steinhöfel – in der nun erschienenen überarbeiteten Neuausgabe sofort erkannt. Er, der jede Gartenpolizei alt aussehen lässt.
Der Privatschnüffler, genannt „Die Wanze“, ist von Haus aus ein Käfer unbekannter Herkunft, den Axel Scheffler einst sympathisch ins Bild rückte: aerodynamisch geformter, längs gestreifter Torso auf sechs männlich behaarten Beinchen. Imposante saugrüsselartige Nase, elegant abgeknickte Fühler, charmant-schüchternes Lächeln, stets blitzmunterer Blick. Die ganze Käferpracht in schimmerndem Türkis. So hat ihn der Schreiber dieser Zeilen schätzen gelernt und ihn in seine tierische Lieblingsdetektiv-Galerie aufgenommen, neben Spürnase Bogey, Detektiv John Chatterton und Kommissar Gordon. Die eigentlich immer da sind, nur haben wir sie und die Tatorte um die Ecke aus dem Blickwinkel verloren, angesichts der fantastischen Welten, die sich hinter fernen Horizonten auftun. Welche Genugtuung also zu sehen, dass erschütternde Verbrechen bereits unter den eigenen Füßen geschehen können, zum Beispiel im Mikrokosmos eines Gartens gleich hinterm Haus. Ein verwildertes Stück Land, eine üppig blühende Wiese dürften für junge Abenteurer immer noch ein Paradies für die Fantasie sein. Man muss sich in seinen Gedanken nur auf die Größe Mr. Muldoons schrumpfen und sich an seiner Seite über Radieschenbeete und Komposthaufen tasten.
Wer sich auf Wanzes Welt einlässt, dem öffnet der ansonsten wortkarge Privatschnüffler sein Herz. Mit lapidaren Worten, die auf ungezählte vernarbte Wunden schließen lassen, die ihm das Leben zugefügt hat. Aber man muss die Anspielungen auf Chandlers Philip-Marlowe-Krimis nicht unbedingt verstehen, um mit Leib und Seele in die Geschichte einzutauchen. Paul Shipton – und mit ihm Andreas Steinhöfel und Axel Scheffler – sind exzellente Vermittler zwischen der großen Welt des Suspense-Krimis und der kleinen Welt fantastischer Kindergeschichten. Schließlich haben wir ja schon als junge Forscher das eine Universum mit dem anderen in Deckung gebracht.
Mr. Muldoon jedenfalls kriegt genug zu tun, als ihn eines Tages drei Ohrwürmer beauftragen, das Verschwinden ihres Bruders Eddie aufzuklären. Bereits Paul Shiptons erster Sätze könnten in die Liste der ersten schönsten Sätze in einem Roman aufgenommen werden: „Die Sonne verzog sich angewidert hinter den Horizont. Ich wusste genau, wie sie sich fühlte. Hinter mir lag ein langer Tag, und er war noch nicht vorüber.“ Welche Abgründe sich doch in diesem Höllenpfuhl von Garten auftun! Irgendetwas ist da im Gange zwischen den mächtigen Wespen und den ebenso mächtigen Ameisen, die das weite Land bevölkern. Trost findet Einzelgänger Muldoon nur in ein paar wenigen Seelenverwandten und in Dixies Bar, wo sich Abend für Abend Insekten und Krabbler treffen und trösten, getreu dem Grundsatz „Was nicht auf der Speisekarte steht, wird auch nicht gefressen.“ Was soll man dazu noch sagen, außer „Mr. Muldoon, bleiben Sie uns erhalten“? (ab 8 Jahre)
SIGGI SEUSS
Welche Abgründe
sich doch in
diesem Höllenpfuhl auftun!
Paul Shipton: Die Wanze.
Ein Insektenkrimi. Aus dem Englischen
von Andreas Steinhöfel.
Mit Illustrationen von Axel Scheffler.
Fischer Kinder- und Jugendbuch Verlag,
Frankfurt, 176 Seiten, 12 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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