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Die Entwicklung eines Menschen, sowohl in körperlicher als auch geistiger und seelischer Hinsicht, ist immer ein Prozess und damit an Zeit geknüpft. Doch wie verändern sich die Gesellschaft und der Einzelne durch die zunehmende Beschleunigung unseres Lebens? Und welche Folgen hat beispielsweise die Verkürzung von Bildungs- und Entwicklungsphasen auf die Qualität der Bildung? Die Autorinnen und Autoren zeigen, dass Entwicklung und Sozialisation sich nicht beliebig beschleunigen lassen, sondern dies häufig destruktive Folgen hat. Auch verweisen sie auf die vielfach geschlechtstypischen…mehr

Produktbeschreibung
Die Entwicklung eines Menschen, sowohl in körperlicher als auch geistiger und seelischer Hinsicht, ist immer ein Prozess und damit an Zeit geknüpft. Doch wie verändern sich die Gesellschaft und der Einzelne durch die zunehmende Beschleunigung unseres Lebens? Und welche Folgen hat beispielsweise die Verkürzung von Bildungs- und Entwicklungsphasen auf die Qualität der Bildung? Die Autorinnen und Autoren zeigen, dass Entwicklung und Sozialisation sich nicht beliebig beschleunigen lassen, sondern dies häufig destruktive Folgen hat. Auch verweisen sie auf die vielfach geschlechtstypischen Strategien im Umgang mit Zeit und Körperlichkeit, etwa bei Körpermanipulationen oder auch in der Eltern-Kind-Beziehung. Mit Beiträgen unter anderem von Hartmut Rosa, Christa Rohde- Dachser, Hartmut Böhme, Sabine Andresen, Andreas Dörpinghaus, Carmen Leccardi, Werner Bohleber und Christine Morgenroth.
  • Produktdetails
  • Verlag: Campus Verlag
  • Seitenzahl: 262
  • Erscheinungstermin: 5. Oktober 2009
  • Deutsch
  • Abmessung: 218mm x 144mm x 25mm
  • Gewicht: 332g
  • ISBN-13: 9783593390291
  • ISBN-10: 3593390299
  • Artikelnr.: 26386013
Autorenporträt
Vera King ist Soziologin und Professorin an der Fakultät für Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft der Universität Hamburg. Benigna Gerisch, PD Dr. phil., ist Psychoanalytikerin sowie Psychotherapeutin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Therapiezentrum für Suizidgefährdete am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.
Inhaltsangabe
Inhalt

Zeitgewinn und Selbstverlust
Vera King und Benigna Gerisch 7

Zeitkulturen
Jedes Ding hat keine Zeit?
Flexible Menschen in rasenden Verhältnissen
Hartmut Rosa 21

Umkämpfte Zeit -
Folgen der Beschleunigung in Generationenbeziehungen
Vera King 40

Full Speed - Slow Down: Ambivalenzen der Moderne
Hartmut Böhme 63

Entgrenzte Arbeit - Entgrenzte Subjekte
Dringlichkeit und Selbstverlust in der Hypermoderne
Nicole Aubert 87

"... Und ich war der Fehler" -
Über den Zusammenhang von Simultaneität, Entgrenzung
und Sucht
Christine Morgenroth 101

Psyche, Soma, Endlichkeit
Körper-Zeiten: Zur Hochkonjunktur des Körpers als Folge
der Beschleunigung
Benigna Gerisch 123

Fiktionen der Unsterblichkeit -
Soziologische und psychoanalytische Perspektiven
Christa Rohde-Dachser 144

Bildung und Identitätsbildung in knapper Zeit
Bildung und Zeit: Über Zeitdispositive und Lebenszeitregime
Andreas Dörpinghaus 167

Zur Zeitstruktur biographischer Bildungsprozesse
Hans-Christoph Koller 183

Das Problem der Identität in der Spätmoderne -
Psychoanalytische Perspektiven
Werner Bohleber 202

Beschleunigtes Aufwachsen
Kindheit zwischen Zukunftserwartungen und Leben
in der Gegenwart
Helga Zeiher 223

Widersprüchliche Zeiten: Beschleunigung und Verlangsamung in Biographien junger Frauen und Männer
Carmen Leccardi 242

Autorinnen und Autoren 261
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 07.07.2010

Für den Urlauber gibt es keine Zeitverschwendung

Lohnt es, im Urlaub an die Zukunft zu denken? Nach Auskunft des Würzburger Erziehungswissenschaftlers Andreas Dörpinghaus lohnt es nicht. Seine Zukunftskritik, die er in dem lesenswerten Sammelband "Zeitgewinn und Selbstverlust" entfaltet, wirft auch ein Licht auf die Themenagenda des neuen Bundespräsidenten, auf welcher die Zukunft ganz oben steht. Zukunftsfähigkeit sei mit Vorsicht zu genießen, so Dörpinghaus. Das Wort sei zum Synonym für die ökonomistische Verhunzung von Bildung geworden. Eine Bildungslüge analog zur Salatlüge (dem Grünzeug, das man im Restaurant bestellt, sind die Vitamine ausgetrieben). Unter dem Zukunftsdiktat verkümmere die Handlung zur Reaktion, je direkter der Weg von der Theorie zur Praxis ist, der gesucht wird. "In der Regel unterstellen sich Menschen wechselseitig die Möglichkeit von Bildung, um damit zum Ausdruck zu bringen, dass ein zeitliches Schema von Reiz und Reaktion nicht dem Selbstverständnis entspricht."

Wenn Dörpinghaus für Verzögerungen eintritt, möchte er zukunftshörigen Eltern untersagen, ihren Töchtern so schaurig-futuristische Namen wie Vivienne zu verpassen. Eine Namensgebung wie Vivienne ist, versteht man den Autor recht, nur unter dem Eindruck einer Panikattacke im Angesicht der unsicheren Zukunft erklärbar. So lassen sich bei der Lektüre viele Beispiele aus der eigenen Lebenswelt finden, die davon erzählen, wie man sich die Gegenwart durch eine permanente Anpassung an die mutmaßlichen Gebote der Zukunft verderben kann. Der Autor warnt: "Die Lebenszeit ist nur noch Durchgangsstadium der Generationen auf ihrem Weg in die Zukunft, die per se - im Kontext der Vorstellung linearer Zeitvorstellungen - immer schon veraltet ist, zumindest ist jeder Zeitpunkt und damit gleichsam ein Stück Lebenssinn unwiederbringlich verloren."

Dörpinghaus' delikate Urlaubsdevise: "Erfahrungen zu machen heißt, dabei gestört zu werden, sie nicht zu machen." Damit ist kein Plädoyer für den Aktivurlaub gemeint, auch nicht für die Entdeckung der Langsamkeit, sondern für eine Änderung der gewohnten Zeiterfahrung mit allen Mitteln, die die Ferien bieten. ("Zeitgewinn und Selbstverlust". Folgen und Grenzen der Beschleunigung. Hrsg. von Vera King und Benigna Gerisch. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2009. 262 S., br., 29,90 [Euro].)

CHRISTIAN GEYER

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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07.07.2010, Frankfurter Allgemeine Zeitung Für den Urlauber gibt es keine Zeitverschwendung "Ein lesenswerter Sammelband."
"Das Buch wirft spannende Fragen auf." (literaturkritik.de, 02.05.2010) Herrschaft der Dringlichkeit "Die Stärke dieses Sammelbandes liegt in der interdisziplinären Sichtweise: Soziologen, Psychologen und Psychoanalytiker loten die Grenzen der Beschleunigung aus, beschreiben die Wandlungen und Paradoxien unseres Zeitregimes und erörtern die Auswirkungen des gestiegenen Lebenstempos auf die Geschlechterbeziehungen und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen." (Psychologie Heute, 01.06.2010) Für den Urlauber gibt es keine Zeitverschwendung "Ein lesenswerter Sammelband." (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.07.2010)