Niklas Luhmann gehört zu jenen großen Denkern, die man sich ein Leben lang noch zu lesen vornimmt. Jochen Schmidt hat es getan: Im Juli 2025, einen Tag nach dem Begräbnis seiner Mutter, beginnt er seine ganz persönliche Luhmann-Lektüre. Waren es bei seinem Klassiker „Schmidt liest Proust“ noch zwanzig Seiten pro Tag, zwingt Luhmann ihn zum konzentrierten Lesen einer einzigen Seite. Die hat es allerdings in sich — und wird zum idealen Kristallisationspunkt für Schmidts eigenes Leben: Trennung, Dating-App, Nestmodell und sehr viel Sport. Wie man es von dem Meister der Ironie gewohnt ist, liest sich das zugleich hochkomisch und tieftraurig.
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