Was heißt es heute, ein »richtiger Mann« zu sein? Riccardo Simonetti zeigt, wie unser Männerbild besonders in der Nachkriegszeit verengt wurde - obwohl Männlichkeit historisch oft anders gelebt wurde. Zwischen persönlichen Erfahrungen, Popkultur und gesellschaftlicher Analyse entlarvt er Rollenbilder als Konstruktion - und erklärt, warum sie Männern bis heute selbst schaden. Ein kluges, empowerndes Buch über moderne Männlichkeit und die Freiheit, sie neu zu definieren.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Noxoxas
5/5
27.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wann ist ein Mann ein Mann – und wer entscheidet das eigentlich?
Ich habe dieses Buch als Frau gelesen und fand es überraschend bereichernd. Nicht, weil ich vorher keine Vorstellung davon hatte, was einen Mann für mich ausmacht – ganz im Gegenteil. Ich habe den Eindruck, dass ich mir durch die Lektüre viele meiner eigenen Vorstellungen noch einmal genauer angesehen habe.
„Wann ist ein Mann ein Mann?“ ist für mich vor allem ein sehr guter Einstieg in ein unglaublich vielschichtiges Thema. Riccardo Simonetti nimmt sich jede Menge unterschiedlicher Aspekte vor: klassische Männerbilder und Klischees, gesellschaftliche Erwartungen, Körper, Sexualität, Beziehungen, Gefühle, Mode und vieles mehr. Dabei wechselt das Buch immer wieder die Perspektive und regt dazu an, vermeintlich Selbstverständliches einmal von einer anderen Seite zu betrachten.
Es ist dabei kein wissenschaftliches Fachbuch, das jedes Thema bis ins kleinste Detail untersucht und mit Statistiken und zahlreichen Studien untermauert. Und genau das sollte man meiner Meinung nach auch nicht erwarten. Für mich ist es vielmehr eine reichhaltige Sammlung von Gedanken und Denkanstößen, die einen guten Überblick vermittelt und Lust darauf machen kann, einzelne Themen anschließend noch weiter zu vertiefen.
Sehr gut gefallen hat mir außerdem, dass Simonetti nicht so tut, als hätte er auf alles die eine endgültige Antwort. Immer wieder macht er deutlich, dass nicht jeder Gedanke, den er aufgreift, automatisch seine unumstößliche persönliche Überzeugung ist. Dadurch hatte ich nicht das Gefühl, dass mir hier eine fertige Meinung übergestülpt werden soll.
Ein Gedanke ist mir dabei besonders hängen geblieben: Biologie darf nicht zur Ausrede werden. Natürlich gibt es biologische Unterschiede – aber sie bestimmen nicht automatisch, wer wir werden. Wir sind nicht nur das, was statistisch wahrscheinlich ist, sondern auch das, was wir daraus machen. Und diesen Gedanken finde ich nicht nur für Männer, sondern für Menschen ganz allgemein unglaublich wichtig.
Ein kleines „Aber“ habe ich bei den Interviews. Ich fand die unterschiedlichen Stimmen sehr interessant und habe gerade dadurch Einblicke bekommen, die mir sonst im Alltag nicht unbedingt begegnen. Gleichzeitig hätte ich mir als Ergänzung noch weitere Perspektiven gewünscht – auch von Männern, die sich selbst ganz selbstverständlich in einem klassischen Männerbild wiederfinden. Gerade dieser Kontrast hätte mich sehr interessiert.
Das schmälert für mich allerdings nicht den Wert der vorhandenen Interviews. Im Gegenteil: Gerade weil mir viele dieser Perspektiven im normalen Leben eher selten begegnen, fand ich diesen Einblick spannend.
Ganz leicht hat sich das Buch für mich trotzdem nicht gelesen. Nicht, weil es langweilig geschrieben wäre – das ist es überhaupt nicht. Manche Gedanken wiederholen sich zwar im Laufe des Buches, kommen dabei aber immer wieder aus einer etwas anderen Richtung. Schwieriger war für mich eher, dass das Thema selbst bei mir einiges angestoßen hat und ich beim Lesen immer wieder ins eigene Nachdenken gekommen bin.
Besonders schön fand ich deshalb meine kleine persönliche Begleitübung: Ich habe den Fragenkatalog aus dem Buch vor und nach der Lektüre für mich beantwortet. Und tatsächlich hat sich dabei einiges verschoben. Nicht alles – manches sehe ich nach wie vor genauso wie vorher. Aber ich habe einige Dinge bewusster hinterfragt und bin an manchen Stellen zu anderen Antworten gekommen.
Und vielleicht ist genau das für mich die größte Stärke dieses Buches: Es möchte nicht unbedingt festlegen, wann ein Mann ein Mann ist. Es lädt vielmehr dazu ein, sich zu fragen, wie eng oder weit man die eigene Vorstellung davon eigentlich halten möchte.
Vielleicht muss Männlichkeit nicht enger werden, sondern freier. Vielleicht geht es gar nicht darum, Männlichkeit abzuschaffen, sondern den Raum zu erweitern, in dem ein Mann er selbst sein darf.
Bewertung
5/5
27.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Anstoß für eine wichtige Diskussion
Ich habe Riccardo Simonetti im Zuge eines Events kennengelernt, für das ich ihn gebucht hatte. Damals war er noch ein kleinerer Influencer, aber hat mit seinem Charme und seiner Energie, seinem Enthusiasmus alle im Raum angesteckt. Und somit auch mich zum Fan mutieren lassen. Seitdem verfolge ich seinen Weg und freue mich über seine Karriere, seine zunehmende Sichtbarkeit, weil er einfach ein guter Kerl ist, der das Herz am rechten Gleck trägt. Er ist ein Role Model und für viele eine Inspiration. Das er das in einem Buch verpackt und die richtigen Fragen stellt, die sich heutzutage Männer stellen sollten, ist für mich nur konsequent und sehr glaubhaft.
„Wann ist ein Mann ein Mann?“ fragte auch schon Herbert Grönemeyer und an Aktualität hat das Thema sicher nicht verloren, sind jedoch die Herausforderungen der heutigen Zeit andere. Sehr persönlich führt Simonetti durch 10 Kapitel, die sowohl seinen Weg beschreiben, als sich auch mit gegenwärtigen Entwicklung und Problemen auseinandersetzen. Es fühlt sich beim Lesen an, als führe man ein Gespräch, ein offenes, transparentes. Es liest sich weder anklagend, noch aufrührerisch, sondern eher aufrütteln und fragend. Man kann an dieser Stelle anmerken, dass er zu oberflächlich bleibt, ich glaube aber, dass die Tiefenanalyse gar nicht Sinn und Zweck hinter seinem Buch ist. Er versucht in Zusammenarbeit mit Freunden und Kollegen, denen er jeweils immer 15 Fragen stellt, aufzuklären, zu vermitteln und sich selbst herzuführen, warum wir manche Entwicklungen in der Gesellschaft sehen. Es liest sicher eher wie ein Versuch verschiedene Lager zu vereinen, eine Gruppendiskussion zu eröffnen, bei der sich alle friedlich und ruhig mit der Geschichte auseinandersetzen oder aber auch mit Phänomenen wie der neuen toxischen Männlichkeit, die uns Fragen aufgibt. Mich hat vor allem seine Art der Schilderung überzeugt, dass es sich nicht wie ein Sachbuch liest, sondern wie ein Gespräch auf Augenhöhe am Kaminfeuer und danach macht sich jeder seine Gedanken, nimmt das als Anstoß vielleicht die eine oder andere Position zu überdenken. Gerade als Mutter eines Sohnes umtreibt mich die Frage, welche Männer in Zukunft unsere Gesellschaft prägen werden und dafür sind solche Sichtweisen wie seine goldwert.
buchverliebtesNordlicht
5/5
23.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
15 Fragen, viele Perspektiven und jede Menge Stoff zum Nachdenken
Ich habe dieses Buch als Frau gelesen und war überrascht, wie viele neue Perspektiven sich für mich dabei eröffnet haben. Nicht nur durch die persönlichen Erfahrungen des Autors, sondern vor allem durch die Menschen, die sich seinen 15 Fragen zum Thema „Wann ist ein Mann ein Mann?“ gestellt haben.
Was mir dabei besonders gefallen hat: Es gibt nicht die eine Antwort. Stattdessen begegnen einem ganz unterschiedliche Lebensgeschichten, Erfahrungen und Sichtweisen auf Männlichkeit.
Die einzelnen Kapitel widmen sich jeweils einem Thema und nähern sich diesem aus verschiedenen Richtungen. Historische und kulturelle Entwicklungen spielen ebenso eine Rolle wie politische Aspekte und die persönliche Geschichte des Autors. Danach kommen die Interviews – und gerade dieser Wechsel zwischen Einordnung und persönlicher Erfahrung hat für mich gut funktioniert.
Manches hat mich tatsächlich überrascht. Dass Rosa ursprünglich nicht die Farbe war, die wir heute so selbstverständlich Mädchen und Frauen zuschreiben, war für mich beispielsweise ein echtes Aha-Erlebnis.
Noch stärker beschäftigt hat mich aber die Frage, wie sehr wir selbst durch unsere Sozialisation geprägt sind. Wie selbstverständlich schauen wir auf Männer und Frauen und ordnen Eigenschaften, Verhalten oder Kleidung bestimmten Geschlechtern zu. Und wie selten hinterfragen wir eigentlich, woher diese Bilder kommen.
Ich finde es beeindruckend, wie offen, reflektiert und auch kritisch das Buch mit Männlichkeit und ihren vielen Facetten umgeht. Es lädt nicht dazu ein, neue Antworten einfach zu übernehmen, sondern vielmehr dazu, die eigenen Vorstellungen einmal auf den Prüfstand zu stellen.
Für mich eine bereichernde und nachdenklich stimmende Lektüre – und eine klare Empfehlung für alle, die bereit sind, sich auf genau dieses Hinterfragen einzulassen.
Jennifer
Thalia Book Circle Community
5/5
22.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mannsein in der Gegenwart
Der Influencer Riccardo Simonetti hat ein aufschlussreiches Buch übers Mannsein in heutigen Zeiten geschrieben. Der heutige Mann hat es schwer, weil verschiedene Rollenbilder nebeneinander existieren. Das Bild des Ernährers und harten Typen hat ausgedient, doch geistert noch in vielen Köpfen herum, toxische Männlichkeit inkl. Zu feminin darf Mann auch nicht sein, dann gilt er schon wieder als Weichei bzw. homosexuell. Diese und weitere Klischees nimmt Simonetti spannend auseinander. Mich haben vor allem seine Rückgriffe in die Historie angesprochen. Hier erfährt man u.a., dass es Perser waren, die als erste High Heels trugen. Früher trugen Männer auch ganz selbstverständlich Röcke. Das Spiel mit den Geschlechtern wird von Sängern wie Harry Styles oder Dawid Bowie praktiziert. Und Frauen kleiden sich männlich, um in großen Konzernen ernst genommen zu werden. Beides schließt sich nicht aus, sondern zeigt, Mannsein ist eine Reise und hat viele Facetten. Man es kann es nicht an Kategorien festmachen. Simonetti hat recht, wenn er sich für einen offenen und lockeren Umgang mit der eigenen Männlichkeit ausspricht. Sein Buch kommt zur richtigen Zeit und offenbart durch die eingestreuten Interviews berühmter Männer die Vielschichtigkeit von Männlichkeit innerhalb der Gesellschaft. Ich empfehle die Lektüre nicht nur Männern.
Bewertung
5/5
21.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Interessant
"Wann ist ein Mann ein Mann?!" von Riccardo Simonetti. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich kann es nur weiterempfehlen besonders interessant auch für die Männerwelt. Riccardo nimmt alles um den Mann unter die Lupe, Ansehen, Kleidung, Beziehung, Sex usw. Er beleuchtet unter anderem Harry Styles, Kurt Cobain und David Bowie. Sehr interessant fand ich auch die 9 Interviews mit den bekannten Künstlern über die Männlichkeit. Darunter sind Guido Maria Kretschmer und Olivia Jones. Ich möchte nicht festlegen wann ein Mann ein Mann ist. Wer entscheidet eigentlich was Normal ist?
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