Betrogenes Volk Eine Studienreise durch Georgien und Armenien als Oberkommissar des Völkerbundes
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum
09.06.2026
Verlag
Boer VerlagSeitenzahl
372
Maße (L/B/H)
22,1/14/3,1 cm
Gewicht
642 g
Auflage
Der Text des Neusatzes folgt der Ausgabe von 1928, erschienen im Verlag F. Auflage Brockhaus, Leipzig. Die alte deutsche Rechtschreibung wurde beibehalten.
Übersetzt von
Theodor Geiger
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-96662-587-6
Nach wiederholten Erwägungen, ob für die armenischen Flüchtlinge etwas getan werden könne, die sich in verschiedenen Ländern in großer Not befanden, forderte der Rat des Völkerbundes den Verfasser dieses Buches auf, sich als Oberkommissar des Völkerbundes auch mit dieser Frage zu befassen. In voller Klarheit über die Verantwortung, die ich mit der Übernahme dieser Aufgabe auf mich laden würde, lehnte ich zunächst ab, ließ mich aber schließlich überreden, gemeinsam mit dem Internationalen Arbeitsamt einen Versuch zu machen. Die Völkerbundversammlung stellte eine Summe zur Deckung der Ausgaben zur Verfügung, die mit den nötigen Untersuchungen und Vorbereitungsarbeiten verbunden waren. Die Vertretung der armenischen Flüchtlinge hatte dem Völkerbundrat einen Plan übermittelt, der die Überführung von 50000 Flüchtlingen nach der sogenannten Sardarabad-Wüste in der Republik Armenien in Aussicht nahm. Der Landstrich sollte durch künstliche Bewässerung urbar gemacht werden, und der Völkerbundrat wurde aufgefordert, die dazu nötigen Geldmittel, schätzungsweise zwanzig Millionen Mark, aufzubringen. Um sich eine zuverlässige Meinung über diesen Plan oder andere Möglichkeiten der Überführung und Unterbringung von Flüchtlingen in Armenien bilden zu können, war offenbar eine Untersuchung an Ort und Stelle durch besondere Sachverständige notwendig. Es erschien in hohem Grade wünschenswert, eine solche Möglichkeit zu finden; man durfte dann hoffen, wenigstens etwas zur Schaffung jener »nationalen Heimat« beitragen zu können, die den armenischen Flüchtlingen von den europäischen Westmächten und den Vereinigten Staaten von Amerika bindend versprochen worden war und die der Völkerbund immer wieder in Aussicht gestellt hatte. Wir beschlossen also, eine Kommission nach Armenien zu senden.
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