Drei Menschen. Ein Straßenfest. Eine Nacht mit dramatischen Folgen. Die Haftentlassene Kim versucht, sich nach einem längeren Gefängnisaufenthalt ein neues Leben aufzubauen. Der ehrenamtliche Helfer Konrad Lauenstein soll sie dabei unterstützen. Kim hat keine Ahnung, dass der gehemmte, junge Mann davon überzeugt ist, dass das Weltende naht und er deshalb unter seinem Haus einen Schutzraum eingerichtet hat. Zeitgleich kämpft ein ehemaliger Polizist, dessen Leben durch Kims Tat aus den Fugen geraten ist, mit seinen Schuldgefühlen.Während der „Nacht der Sinne“, dem großen Straßenfest, kreuzen sich ihre Wege – und die Ereignisse überschlagen sich. An bekannten regionalen Schauplätzen entsteht ein temporeicher Spannungsroman, der unter die Haut geht.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Nina Albert
Thalia Book Circle Community
5/5
06.10.2026
Buch (Taschenbuch)
„Manchmal liegen die größten Abgründe direkt hinter der nächsten Tür.“
„Nacht der Sinne“ hat mich vor allem durch seine ungewöhnlichen Figuren gepackt. Kim möchte nach zehn Jahren Haft irgendwo zwischen Vergangenheit und Neuanfang wieder Fuß fassen. Konrad soll ihr dabei helfen, trägt aber selbst eine Welt voller Ängste und Abgründe mit sich herum. Und Daniel, ehemaliger Polizist, wird noch immer von den Folgen jener Tat verfolgt, die ihre Leben miteinander verbunden hat. Drei Menschen, drei Geschichten – und eine Nacht, in der alles aufeinandertrifft.
Was ich besonders mochte ist, dass es hier keine glatt polierten Helden gibt. Schwob lässt seine Figuren Ecken, Kanten, Fehler und Widersprüche haben und schaut ihnen trotzdem mit Menschlichkeit ins Herz. Gerade dadurch sind sie mir nähergekommen, als es perfekte Charaktere je könnten.
Dazu kommt das wunderbar authentische Lokalkolorit. Groß-Gerau wird nicht bloß zur Kulisse, sondern beinahe selbst zur Figur – mit echten Schauplätzen und einer Atmosphäre, die der Geschichte etwas Greifbares gibt.
Für mich ist „Nacht der Sinne“ deshalb nicht nur ein spannender Roman, sondern eine Geschichte über Schuld, Verletzlichkeit und die leise Hoffnung, dass selbst hinter verschlossenen Türen noch ein Weg zurück ins Leben verborgen sein kann.
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