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»Wollen Sie die Einheit – oder nicht?« Erinnerungen des Regierungssprechers

Aus der Reihe edition ost
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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Sehr gut

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

11.04.2025

Verlag

Das Neue Berlin

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

20,7/12,4/2 cm

Gewicht

332 g

Farbe

Silbergrau

Auflage

1

Sprache

Deutsch

EAN

2710004717764

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Zustand

Sehr gut

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

11.04.2025

Verlag

Das Neue Berlin

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

20,7/12,4/2 cm

Gewicht

332 g

Farbe

Silbergrau

Auflage

1

Sprache

Deutsch

EAN

2710004717764

Herstelleradresse

Das Neue Berlin
Märkisches Ufer 28
10179 Berlin
DE

Email: kontakt@eulenspiegelverlag.de

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Hochinteressantes Zeitzeugnis mitten aus der Regierung der letzten Monate der DDR

Bewertung am 09.05.2024

Bewertungsnummer: 2197351

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ein sehr interessantes Buch über das letzte 1/2 Jahr der DDR aus der Perspektive des Regierungssprechers zu dieser Zeit bietet neue Einblicke, auch hinter die Kulissen und beschreibt anhand von Ereignissen und Anekdoten sehr klar und verständlich, wie Politik funktioniert. Ich war selber zu dieser Zeit Anfang zwanzig und habe diese Zeit sehr intensiv wahrgenommen. Beim Lesen dieses Buches wurden deshalb viele Erinnerungen wach. Ich empfehle dieses Buch allen, die Informationen aus 1. Hand lieben und wissen wollen, wie Angela Merkel in die 1. Liga der Politik kam. T.P., Berlin 09.04.2024

Hochinteressantes Zeitzeugnis mitten aus der Regierung der letzten Monate der DDR

Bewertung am 09.05.2024
Bewertungsnummer: 2197351
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ein sehr interessantes Buch über das letzte 1/2 Jahr der DDR aus der Perspektive des Regierungssprechers zu dieser Zeit bietet neue Einblicke, auch hinter die Kulissen und beschreibt anhand von Ereignissen und Anekdoten sehr klar und verständlich, wie Politik funktioniert. Ich war selber zu dieser Zeit Anfang zwanzig und habe diese Zeit sehr intensiv wahrgenommen. Beim Lesen dieses Buches wurden deshalb viele Erinnerungen wach. Ich empfehle dieses Buch allen, die Informationen aus 1. Hand lieben und wissen wollen, wie Angela Merkel in die 1. Liga der Politik kam. T.P., Berlin 09.04.2024

WOLLEN SIE DIE EINHEIT – ODER NICHT? - Lesenswertes Zeitzeugnis über die Wendezeit

j.h. aus Berlin am 17.04.2024

Bewertungsnummer: 2180451

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

„Tiedje wurde immer lauter. Ich wurde es auch. So viel Unverschämtheit konnte nicht unwidersprochen bleiben. Und dann kam in Gestalt dieser Frage der Hammer: „Wollen Sie die Einheit – oder nicht?“ Der Hammer besaß die gleiche Wucht wie jene Frage aus DDR-Tagen, mit der Hinweise auf Unzulänglichkeiten und Ärgernisse niedergebügelt wurden: „Bist du für den Frieden – oder etwa nicht?““ (S. 7) Der Auftakt der mit einer Distanz von über 30 Jahren erscheinenden Erinnerungen von Matthias Gehler (*1954) an seine kurze Zeit als Regierungssprecher der letzten (und einzigen) frei gewählten DDR-Regierung ist zweifellos vielversprechend. Ebenso passend ist die bösartige Frage des seinerzeitigen BILD-Chefredakteuers Hans-Hermann Tiedje als Titel des Buches, der mindestens einige mögliche Enthüllungen erwarten lässt – und sei es wenigstens als Subtext. Das „zwischen den Zeilen lesen“ war in der DDR nahezu zu Kunstform geworden – und scheint wohl auch im Jahr 2024 (sorry – ganz anderes Thema) mehr und mehr an Bedeutung zu gewinnen. Man mag es Spoiler nennen – aber der folgende Satz aus den letzten Zeilen würde ebenso in die Eröffnungspassage passen wie der von Tiedje: „Manches habe ich nicht geschrieben, weil mir Freundschaften wichtiger sind.“ (S. 252) Auf diesen Satz wird abschließend noch zurückzukommen sein. In den Wende-Wirren des Herbstes 1989 erreichte den damaligen Redakteur der NEUEN ZEIT (überregionale Tageszeitung der DDR-CDU) das Parteiangebot, Referent des neuen Generalsekretärs der DDR-CDU zu werden, das er nach kurzer Bedenkzeit annahm. Nach dem zunächst in seiner Dimension unerwarteten CDU-Wahlsieges bei der Volkskammerwahl am 18. März 1990 wurde Matthias Gehler nach Bildung der Koalitionsregierung unter Führung von Lothar de Maizière zum Regierungssprecher ernannt. Das war für den Journalisten ebenso ein zu „erlernendes“ Amt wie für die politisch ebenso wenig erfahrenen Minister einer Regierung, deren erklärtes Ziel von Beginn an in der eigenen Abschaffung durch Vollzug der deutschen Einheit unter noch zu klärenden Bedingungen bestand. In 12 treffend betitelten Kapiteln erzählt Gehler nicht immer chronologisch und ohne jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit seine Erlebnisse, die auch nach Moskau und Washington führten. Die kurzweilige Erzählweise mit zahlreichen aus persönlichen Notizen jener Zeit wiedergegebenen Dialogen vermag den Leser zu fesseln und an eigene Erlebnisse jenes bewegten Jahres zu erinnern. Allerdings vermisst man dabei schon ein Stück kritische Distanz des Autors nach über 30 Jahren. Das wird besonders deutlich im langen Kapitel „Palast der Republik“. Die sofortige Schließung von Erich Honeckers Prestigebau am 20. September 1990 war schon mehr ein gewollter politischer Symbolakt denn der Sorge um die Gesundheit von Besuchern und Mitarbeitern nach einem vorgeschobenen Asbestgutachten unter neuem Betrachtungswinkel geschuldet. Ein 14 Tage längerer Betrieb hätte wohl kaum Leben gekostet – und Jahre später wurde passend dazu ja auch der Abbruch statt einer möglichen Sanierung erzwungen. Das in der edition ost erschienene Buch ist in jedem Fall ein interessantes Zeitzeugnis, das zu persönlichen Erinnerungen anregt. Allerdings hätte man – mit einer Distanz von über 30 Jahren - schon auch etwas von dem erwartet, was Gehler erklärtermaßen mit Rücksicht auf Freundschaften hier nicht wenigstens ansatzweise schreibt. Und da gibt es einiges …

WOLLEN SIE DIE EINHEIT – ODER NICHT? - Lesenswertes Zeitzeugnis über die Wendezeit

j.h. aus Berlin am 17.04.2024
Bewertungsnummer: 2180451
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

„Tiedje wurde immer lauter. Ich wurde es auch. So viel Unverschämtheit konnte nicht unwidersprochen bleiben. Und dann kam in Gestalt dieser Frage der Hammer: „Wollen Sie die Einheit – oder nicht?“ Der Hammer besaß die gleiche Wucht wie jene Frage aus DDR-Tagen, mit der Hinweise auf Unzulänglichkeiten und Ärgernisse niedergebügelt wurden: „Bist du für den Frieden – oder etwa nicht?““ (S. 7) Der Auftakt der mit einer Distanz von über 30 Jahren erscheinenden Erinnerungen von Matthias Gehler (*1954) an seine kurze Zeit als Regierungssprecher der letzten (und einzigen) frei gewählten DDR-Regierung ist zweifellos vielversprechend. Ebenso passend ist die bösartige Frage des seinerzeitigen BILD-Chefredakteuers Hans-Hermann Tiedje als Titel des Buches, der mindestens einige mögliche Enthüllungen erwarten lässt – und sei es wenigstens als Subtext. Das „zwischen den Zeilen lesen“ war in der DDR nahezu zu Kunstform geworden – und scheint wohl auch im Jahr 2024 (sorry – ganz anderes Thema) mehr und mehr an Bedeutung zu gewinnen. Man mag es Spoiler nennen – aber der folgende Satz aus den letzten Zeilen würde ebenso in die Eröffnungspassage passen wie der von Tiedje: „Manches habe ich nicht geschrieben, weil mir Freundschaften wichtiger sind.“ (S. 252) Auf diesen Satz wird abschließend noch zurückzukommen sein. In den Wende-Wirren des Herbstes 1989 erreichte den damaligen Redakteur der NEUEN ZEIT (überregionale Tageszeitung der DDR-CDU) das Parteiangebot, Referent des neuen Generalsekretärs der DDR-CDU zu werden, das er nach kurzer Bedenkzeit annahm. Nach dem zunächst in seiner Dimension unerwarteten CDU-Wahlsieges bei der Volkskammerwahl am 18. März 1990 wurde Matthias Gehler nach Bildung der Koalitionsregierung unter Führung von Lothar de Maizière zum Regierungssprecher ernannt. Das war für den Journalisten ebenso ein zu „erlernendes“ Amt wie für die politisch ebenso wenig erfahrenen Minister einer Regierung, deren erklärtes Ziel von Beginn an in der eigenen Abschaffung durch Vollzug der deutschen Einheit unter noch zu klärenden Bedingungen bestand. In 12 treffend betitelten Kapiteln erzählt Gehler nicht immer chronologisch und ohne jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit seine Erlebnisse, die auch nach Moskau und Washington führten. Die kurzweilige Erzählweise mit zahlreichen aus persönlichen Notizen jener Zeit wiedergegebenen Dialogen vermag den Leser zu fesseln und an eigene Erlebnisse jenes bewegten Jahres zu erinnern. Allerdings vermisst man dabei schon ein Stück kritische Distanz des Autors nach über 30 Jahren. Das wird besonders deutlich im langen Kapitel „Palast der Republik“. Die sofortige Schließung von Erich Honeckers Prestigebau am 20. September 1990 war schon mehr ein gewollter politischer Symbolakt denn der Sorge um die Gesundheit von Besuchern und Mitarbeitern nach einem vorgeschobenen Asbestgutachten unter neuem Betrachtungswinkel geschuldet. Ein 14 Tage längerer Betrieb hätte wohl kaum Leben gekostet – und Jahre später wurde passend dazu ja auch der Abbruch statt einer möglichen Sanierung erzwungen. Das in der edition ost erschienene Buch ist in jedem Fall ein interessantes Zeitzeugnis, das zu persönlichen Erinnerungen anregt. Allerdings hätte man – mit einer Distanz von über 30 Jahren - schon auch etwas von dem erwartet, was Gehler erklärtermaßen mit Rücksicht auf Freundschaften hier nicht wenigstens ansatzweise schreibt. Und da gibt es einiges …

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von Matthias Gehler

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