›Poem Noir‹ handelt von Begehren und Zurückweisung, von Liebe, Gewalt, Männern, Frauen, von Unzugehörigkeit. Feridun Zaimoglus Vignetten und Miniaturen lesen sich als Übungen in der Abseitigkeit. Die vermeintlich klare Grenze zwischen Wirklichkeit und Wahn, Zärtlichkeit und Härte, Intimität und Bedrohung zerfließt. In sinnlicher und unerbittlicher Sprache schafft Zaimoglu kleine archaische Stücke über die Welt hinter den Spiegeln, ertastet das Ungefähre, das Unscharfe. Die Menschen, von denen Zaimoglu hier spricht, sind nicht souverän. Sie sind verwickelt, beschädigt, ausgesetzt. Sie zerfließen an dem, was sie fühlen, was sie einander antun, was ihnen eingeschrieben wurde. Ein düster glänzender Band über die Rückseite des modernen Lebens.
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