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Der perfekte Schuss Roman

8

10,64 €

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Gut

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

20.03.2023

Verlag

Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

20,5/12,6/2 cm

Gewicht

300 g

Auflage

1

Originaltitel

La Perfection du tir

Übersetzt von

Sabine Müller

Sprache

Deutsch

EAN

2710004707949

Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Gut

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

20.03.2023

Verlag

Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

20,5/12,6/2 cm

Gewicht

300 g

Auflage

1

Originaltitel

La Perfection du tir

Übersetzt von

Sabine Müller

Sprache

Deutsch

EAN

2710004707949

Herstelleradresse

Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
Kolbergerstr. 22
81679 München
DE
info@hanser.de

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Standpunkt eines Snipers

Bewertung am 09.04.2023

Bewertungsnummer: 1918298

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wer es nicht aushalten möchte, in die hässlichen Seiten von Kriegen und in tiefste menschliche Abgründe zu schauen ohne die Hilfe einer moralischen Instanz, sollte einen Bogen um »Der perfekte Schuss« machen, die Liste der Triggerwarnungen wäre lang. Vor 20 Jahren erschien dieses provokante Debüt des Prix Goncourt Preisträgers Mathias Énard in Frankreich und ist erst jetzt ins Deutsche übersetzt worden. Waren 2003 die Kriege im Irak und die Aufarbeitung der Jugoslawienkriege im Fokus der Diskussionen, so sind es heute die Ukraine, Syrien, Iran. Nüchtern, fast klinisch-distanziert erzählt Énard aus der Sicht eines Snipers, eines fähigen Soldaten, der gut im Töten ist. Wir kommen näher als uns lieb sein kann. Eine Zumutung, denn seine Ruhe und Professionalität sind eine Hülle, unter der eine anwachsende Gewalt und Zerstörung pulsiert, die ins Private überschwappt. Seine Mutter ist dement, ihre schreiende Panik wird mit Tabletten gedämpft und es kommt vor, dass er auf sie einschlägt. Seine schüchtern-begehrende Seite spürt er bei einer 15jährigen Kriegswaisin, die seine Mutter betreut. Doch ihre passive Angst kränkt ihn, schlägt um in Scham und Gewalt. Als Szenerie wählt Énard einen Bürgerkrieg mit Barrikaden, Fluchtbewegungen und umkämpften Dörfern. Dabei ist nicht zu erkennen, um welchen Krieg es sich handelt. Eine Einordnung durch den Kontext erfolgt auch nicht. Die Geschichte, die Geopolitik und die Frage, welche Kriegspartei auf der "richtigen Seite" steht, bleiben aus. Vom Standpunkt des Snipers her ist es auch nicht wichtig, er fügt sich in die Notwendigkeit des Krieges, der Leute braucht, die ihn führen. Énard nimmt damit eine wesentliche Instanz weg, die in aktuellen Diskussionen im Mittelpunkt steht und richtet abseits von allen politischen Linien den Blick auf den Schaden, den Kriege anrichten bei allen Beteiligten, auch den Tätern. Ohne sie explizit zu verhandeln, stößt uns »Der perfekte Schuss« auf eine schwierige Frage: Was passiert mit diesen Menschen, wenn der Krieg vorbei ist, wie leben sie weiter mit der eingeschrieben Angst, der Aggression, der Schuld und der Scham?

Standpunkt eines Snipers

Bewertung am 09.04.2023
Bewertungsnummer: 1918298
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wer es nicht aushalten möchte, in die hässlichen Seiten von Kriegen und in tiefste menschliche Abgründe zu schauen ohne die Hilfe einer moralischen Instanz, sollte einen Bogen um »Der perfekte Schuss« machen, die Liste der Triggerwarnungen wäre lang. Vor 20 Jahren erschien dieses provokante Debüt des Prix Goncourt Preisträgers Mathias Énard in Frankreich und ist erst jetzt ins Deutsche übersetzt worden. Waren 2003 die Kriege im Irak und die Aufarbeitung der Jugoslawienkriege im Fokus der Diskussionen, so sind es heute die Ukraine, Syrien, Iran. Nüchtern, fast klinisch-distanziert erzählt Énard aus der Sicht eines Snipers, eines fähigen Soldaten, der gut im Töten ist. Wir kommen näher als uns lieb sein kann. Eine Zumutung, denn seine Ruhe und Professionalität sind eine Hülle, unter der eine anwachsende Gewalt und Zerstörung pulsiert, die ins Private überschwappt. Seine Mutter ist dement, ihre schreiende Panik wird mit Tabletten gedämpft und es kommt vor, dass er auf sie einschlägt. Seine schüchtern-begehrende Seite spürt er bei einer 15jährigen Kriegswaisin, die seine Mutter betreut. Doch ihre passive Angst kränkt ihn, schlägt um in Scham und Gewalt. Als Szenerie wählt Énard einen Bürgerkrieg mit Barrikaden, Fluchtbewegungen und umkämpften Dörfern. Dabei ist nicht zu erkennen, um welchen Krieg es sich handelt. Eine Einordnung durch den Kontext erfolgt auch nicht. Die Geschichte, die Geopolitik und die Frage, welche Kriegspartei auf der "richtigen Seite" steht, bleiben aus. Vom Standpunkt des Snipers her ist es auch nicht wichtig, er fügt sich in die Notwendigkeit des Krieges, der Leute braucht, die ihn führen. Énard nimmt damit eine wesentliche Instanz weg, die in aktuellen Diskussionen im Mittelpunkt steht und richtet abseits von allen politischen Linien den Blick auf den Schaden, den Kriege anrichten bei allen Beteiligten, auch den Tätern. Ohne sie explizit zu verhandeln, stößt uns »Der perfekte Schuss« auf eine schwierige Frage: Was passiert mit diesen Menschen, wenn der Krieg vorbei ist, wie leben sie weiter mit der eingeschrieben Angst, der Aggression, der Schuld und der Scham?

Wer es nicht aushalten…

Kata_____Lović aus Bremen am 09.04.2023

Bewertungsnummer: 2828417

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wer es nicht aushalten möchte, in die hässlichen Seiten von Kriegen und in tiefste menschliche Abgründe zu schauen ohne die Hilfe einer moralischen Instanz, sollte einen Bogen um »Der perfekte Schuss« machen, die Liste der Triggerwarnungen wäre lang. Vor 20 Jahren erschien dieses provokante Debüt des Prix Goncourt Preisträgers Mathias Énard in Frankreich und ist erst jetzt ins Deutsche übersetzt worden. Waren 2003 die Kriege im Irak und die Aufarbeitung der Jugoslawienkriege im Fokus der Diskussionen, so sind es heute die Ukraine, Syrien, Iran. Nüchtern, fast klinisch-distanziert erzählt Énard aus der Sicht eines Snipers, eines fähigen Soldaten, der gut im Töten ist. Wir kommen näher als uns lieb sein kann. Eine Zumutung, denn seine Ruhe und Professionalität sind eine Hülle, unter der eine anwachsende Gewalt und Zerstörung pulsiert, die ins Private überschwappt. Seine Mutter ist dement, ihre schreiende Panik wird mit Tabletten gedämpft und es kommt vor, dass er auf sie einschlägt. Seine schüchtern-begehrende Seite spürt er bei einer 15jährigen Kriegswaisin, die seine Mutter betreut. Doch ihre passive Angst kränkt ihn, schlägt um in Scham und Gewalt. Als Szenerie wählt Énard einen Bürgerkrieg mit Barrikaden, Fluchtbewegungen und umkämpften Dörfern. Dabei ist nicht zu erkennen, um welchen Krieg es sich handelt. Eine Einordnung durch den Kontext erfolgt auch nicht. Die Geschichte, die Geopolitik und die Frage, welche Kriegspartei auf der "richtigen Seite" steht, bleiben aus. Vom Standpunkt des Snipers her ist es auch nicht wichtig, er fügt sich in die Notwendigkeit des Krieges, der Leute braucht, die ihn führen. Énard nimmt damit eine wesentliche Instanz weg, die in aktuellen Diskussionen im Mittelpunkt steht und richtet abseits von allen politischen Linien den Blick auf den Schaden, den Kriege anrichten bei allen Beteiligten, auch den Tätern. Ohne sie explizit zu verhandeln, stößt uns »Der perfekte Schuss« auf eine schwierige Frage: Was passiert mit diesen Menschen, wenn der Krieg vorbei ist, wie leben sie weiter mit der eingeschrieben Angst, der Aggression, der Schuld und der Scham?

Wer es nicht aushalten…

Kata_____Lović aus Bremen am 09.04.2023
Bewertungsnummer: 2828417
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wer es nicht aushalten möchte, in die hässlichen Seiten von Kriegen und in tiefste menschliche Abgründe zu schauen ohne die Hilfe einer moralischen Instanz, sollte einen Bogen um »Der perfekte Schuss« machen, die Liste der Triggerwarnungen wäre lang. Vor 20 Jahren erschien dieses provokante Debüt des Prix Goncourt Preisträgers Mathias Énard in Frankreich und ist erst jetzt ins Deutsche übersetzt worden. Waren 2003 die Kriege im Irak und die Aufarbeitung der Jugoslawienkriege im Fokus der Diskussionen, so sind es heute die Ukraine, Syrien, Iran. Nüchtern, fast klinisch-distanziert erzählt Énard aus der Sicht eines Snipers, eines fähigen Soldaten, der gut im Töten ist. Wir kommen näher als uns lieb sein kann. Eine Zumutung, denn seine Ruhe und Professionalität sind eine Hülle, unter der eine anwachsende Gewalt und Zerstörung pulsiert, die ins Private überschwappt. Seine Mutter ist dement, ihre schreiende Panik wird mit Tabletten gedämpft und es kommt vor, dass er auf sie einschlägt. Seine schüchtern-begehrende Seite spürt er bei einer 15jährigen Kriegswaisin, die seine Mutter betreut. Doch ihre passive Angst kränkt ihn, schlägt um in Scham und Gewalt. Als Szenerie wählt Énard einen Bürgerkrieg mit Barrikaden, Fluchtbewegungen und umkämpften Dörfern. Dabei ist nicht zu erkennen, um welchen Krieg es sich handelt. Eine Einordnung durch den Kontext erfolgt auch nicht. Die Geschichte, die Geopolitik und die Frage, welche Kriegspartei auf der "richtigen Seite" steht, bleiben aus. Vom Standpunkt des Snipers her ist es auch nicht wichtig, er fügt sich in die Notwendigkeit des Krieges, der Leute braucht, die ihn führen. Énard nimmt damit eine wesentliche Instanz weg, die in aktuellen Diskussionen im Mittelpunkt steht und richtet abseits von allen politischen Linien den Blick auf den Schaden, den Kriege anrichten bei allen Beteiligten, auch den Tätern. Ohne sie explizit zu verhandeln, stößt uns »Der perfekte Schuss« auf eine schwierige Frage: Was passiert mit diesen Menschen, wenn der Krieg vorbei ist, wie leben sie weiter mit der eingeschrieben Angst, der Aggression, der Schuld und der Scham?

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Der perfekte Schuss

von Mathias Enard

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