Die junge Rima liebt ihr Damaskus. Am meisten liebt sie die Bibliothek, in der sie lauter Wunder erwarten: der kleine Prinz mit seinen ewigen Sonnenaufgängen oder Alice mit ihrem Sturz ins Wunderland. Rima sehnt sich danach, eigene Abenteuer zu erleben, dem Willen ihrer Füße zu folgen. Doch ihre Mutter hält sie fest. Bis zu dem Tag, an dem ihr Bus an einem der neuen Checkpoints aufgehalten wird, und Rimas Welt zerfällt.
Zwischen Detonationen und der Angst der anderen findet Rima Zuflucht in ihrer Fantasie, den Farben ihrer Buntstifte und ihrer ganz eigenen Sprache, in der sie Wort für Wort ihre Geschichte festhält.
In dem Verlangen, die Wunden, die ein Krieg schlägt, zu erfassen, stellt uns Samar Yazbek eine ungewöhnliche Heldin an die Seite: ein Mädchen, das sich fortschreibt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Angela Busch
Thalia Book Circle Community
5/5
08.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Kriegstraumata,,,,
Rima lebt in Damaskus, mit ihrer Mutter und ihrem Bruder. Sie ist nicht verrückt, viele ihrer Mitmenschen glauben es aber. Sie hat mit vier Jahren beschlossen, das Sprechen einzustellen. Rima hat einen unglaublichen Bewegungsdrang, möchte immer nur laufen. Ihre Mutter weiss sich nicht zu helfen. Sie bindet Rima immer mit einem Seil irgendwo fest - auch an ihr Handgelenk, wenn sie mit ihr unterwegs ist.
Rima lebt für Bücher, bringt sich Lesen und Schreiben bei mit Hilfe ihrer älteren Bibliotheksfreundin Sitt Suad. Sie versorgt Rima regelmässig mit Büchern, Stiften und Papier. Rimas Mutter übt in der Bibliothek einen Putzjob aus. Rima liebt *Alice im Wunderland*, das Buch * Der kleine Prinz* von Antoine de Saint-Exupéry.
Das Unbeschreibliche geschieht. Rimas Mutter wird während eines Ausflugs zur Wohnung von Sitt Suad an einem der neuen Checkpoints erschossen. Rima kommt schwer verletzt in eine Art Gefängnis Krankenhaus und ihr körperliches und seelisches Martyrium nimmt seinen unerbittlichen Lauf.
Das Erleben aus Rimas Sicht im Krankenhaus , auf der Flucht mit ihrem Bruder, dem Bekannten Hassan, ihren Schmerzen und ihre Unwissenheit, ihr kindlich naives Urvertrauen zur realen Welt sind schwer zu ertragen. Die schrecklichen täglichen Bombenangriffe, die auch mit chemischen Kampfmitteln erfolgen, nimmt sie stoisch hin, fast wie von Gott gegeben. Ihre Fantasie, ihre schönen Gedankenbilder, ihre Worte und die gezeichneten Bilder trösten sie, ihre Mitgefangenen und Verletzten.
Zerstörung, Lärm, Bombenexplosionen, Staub, Blut, Sterbende, Verletzte säumen Rimas Leidensweg. Dramatisch und bildgewaltig aufgeschrieben und gezeichnet von der Autorin Samar Yazbek. Die Sprache der Autorin ist unglaublich berührend. Einfach, eindrücklich , manchmal naiv kindlich. Sie wendet sich oft ganz persönlich an die Leser*innen , bittet fast unterschwellig um Verzeihung für die Zumutung der Schreckensbilder. Rimas Gedanken und Empfindungen hat die Samar Yazbek mit viel Intuition, Vorsicht und fantastischen Wortgebilden geschildert. Auch die Hoffnung auf ein Ende der Bombenangriffe hat sie nicht vergessen. Sie hat uns in das Innere der reinen , fast kindlichen Seele von Rima schauen lassen.
Das Buch ist absolut lesenswert, nicht im Sinne von Wohlgefallen und Erheiterung. Es rüttelt auf, stellt sich mit seinen Worten gegen jede Gewalt von Menschen und ihren Kriegsgeräten, jede Auseinandersetzung.
Es ist ein Aufruf Mitmenschlichkeit, Güte und Friedensbemühungen an die oberste Stelle unseres Handelns und das Bewerten von Situationen zu stellen.
FÜNF***** STERNE
Bewertung
aus Buchen
4/5
24.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Rimas Geschichte
Samar Yazbek hat ein forderndes Buch geschrieben, in dem eine junge rau in Syrien von ihrem eben während des Kriegs erzählt. Es wird von Qualen und Hoffnungslosigkeit gesprochen.
Für die junge Rima ist es nicht einfach. An einem Kontrollpunkt wird ihre Mutter erschossen, sie wird verletzt. Ihr Bruder holt sie aus dem Krankenhaus, aber hr Lage bleibt schwierig.
Der Prosa ist eine eigentümliche Poetik zu eigen. Sie konzentriert sich überwiegend auf einen Bewusstseinsstrom der Protagonistin. Das ist bemerkenswert.
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