Chefinspektorin Alma Oberkofler ist eigentlich schon fast im Urlaub, als sie Zeugin wird, wie auf einem beliebten Wiener Markt ein Auto in ein Restaurant rast. Die Explosion kurz darauf ist verheerend. Alma kann zwar der Küchenhilfe das Leben retten, doch für den Besitzer Amon Cohen, den Journalisten Sebastian Schmuck sowie für eine junge Kellnerin kommt jegliche Hilfe zu spät. War es ein Anschlag auf den jüdischen Inhaber des Restaurants, den linken Journalisten oder die ukrainische Familie, die darüber wohnt – oder doch nur ein Unfall? Und wer war dieser Raucher, der kurz zuvor auf einer Bank vor dem Lokal noch die Sonne genoss? Der Fahrer des Autos ist ebenfalls tot und ganz und gar kein Unbekannter in den Medien: Albert Schotterer gehörte zur rechtsextremen Szene Österreichs. Immer wieder war er im Gespräch für eine tragende Rolle in einer rechtspopulistisch geführten Regierung. Alma und ihr Team ermitteln in alle Richtungen – auch wenn hinter ihrem Rücken die Politik bereits über den Ausgang der Untersuchungen entschieden hat und sie der Abteilung Leib und Leben einen Riegel vorschieben will.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Evaki
5/5
28.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Toxische Männlichkeit und noch viel mehr
Buberl Partie, ein wirklich guter Kriminalroman, so wie wir ihn von Petra Hartlieb kennen. Allein schon die unterschiedlichen Typen, im österreichischen Umfeld machen diesen Roman lesenswert. Kleiner Tipp meinerseits: Gönnen Sie sich, neben der Printausgabe, den Hörgenuss des Hörbuchs, gelesen von Johann Nicolussi. Sie werden noch mehr Vergnügen haben und große Sehnsucht nach einer Spritztour in’s benachbarte Österreich.
Im Mittelpunkt steht natürlich Alma Oberkofler, Chefinspektorin, die meisterhaft alle Fäden zusammenhält, zusammen mit Ihren Kollegen, die allesamt liebenswerte Charaktere sind. Der Fall beginnt mit einem Unfall am Karfreitag vor und in einem Lieblingscafehaus, der Wiener Promiszene. Alma ist zufällig mit einer Freundin als Gast anwesend und kann so später wichtige Augenzeugenberichte zur Aufklärung beisteuern. Schließlich kommen dabei vier Menschen um’s Leben, die vorderhand zufällig am selben Ort waren und so leider alle gemeinsam in dieses Unglück geraten sind.
Viele Wortwitz und österreichischer Charme begleitet uns durch alle Ermittlungen, dass wir am Ende eher betrübt sind, dass 383 Seiten so schnell gelesen sind.
Biancaneve
aus Salzburg
5/5
28.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Rechtes Auge – blind?
Chefinspektorin Alma Oberkofler freut sich auf ihren Urlaub, beobachtet dann aber zufällig, wie ein Auto die Scheiben eines Restaurants durchbricht und explodiert. Alma kann noch eine Person retten, aber der Restaurantbesitzer Amon Cohen, eine Kellnerin und der Journalist Sebastian Schmuck sterben; ebenso der Autolenker. Cohen ist Jude, der Journalist ein Linker, der Autofahrer Albert Schotterer Mitglied einer rechtspopulistischen Partei und über dem Lokal wohnt eine ukrainische Familie. Die Frage lautet also: Anschlag oder Unfall? Keine Frage ist, dass Alma ihren Urlaub verschiebt und mit ihrem Team ermittelt. Auch wenn die Vorgesetzten den Fall schon entschieden zu haben scheinen.
Blitzblau das Cover, auf dem sich auch haptisch ein weißer Hirsch hervorhebt. Blau identifiziert man in Österreich auch klar mit einer Partei. Die Kapitel haben aussagekräftige Titel und beleuchten die Ermittlungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Die Charaktere werden sehr gut vorgestellt, vor allem das Ermittlungsteam angehend, meint man die Handelnden bereits längere Zeit zu kennen. Die Geschichte ist sehr spannend aufgebaut, und den Lesenden stellen sich nicht nur einmal etliche Fragezeichen. Bis zum Schluss rätselt man an den Motiven. Und nicht immer ist alles tatsächlich so, wie es zu sein scheint.
Da die Geschichte in Wien spielt, gibt es auch einiges an Lokalkolorit. Überhaupt scheint es eine recht „österreichische“ Geschichte zu sein. Manche Parallelen zu Personen des öffentlichen Lebens sind offensichtlich (nicht nur durch die selbe Endung des Namens). Man sollte aber nicht annehmen, dass das Buch nur in Österreich lebende Personen verstehen können. Leider – denn ein allgemeiner Rechtsruck ist schon seit Jahren in ganz Europa und darüber hinaus zu spüren. Nur bewegen sich die Gruppen eben immer gerade so haarscharf an der Grenze zur Legalität, dass sie schwer zu stoppen sind.
Das macht diese brisante Geschichte aktuell und absolut lesenswert.
Bewertung
aus Nittendorf
5/5
27.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Spannend und aktuell
Die Chefinspektorin Alma Oberkofler ist gerade beim Kaffee trinken mit ihrer Freundin wenn ein Auto in ein Restaurant rast und mehrere Leute tötet, alle fragen sich was das war - ein Unfall, ein antisemitisches Attentat oder noch etwas anderes ? Der Fahrer stirbt auch , er ist bekannt als ein Sohn von reichen Bauunternehmer und sein politisch rechte Orientierung ist auch kein Geheimnis. Alma mit Team stürzt sich in der Arbeit . die gehen gut voran doch dann kommt von oben eine Zurückweisung ......
Ein sehr spannendes und aktuelles Krimi politisch orientiert, aber keine Sorge das Buch ist auf keinen Fall langweilig oder trocken , im Gegenteil, das Buch ist sehr spannend und fesselnd, die Ermittlungen laufen rasch und bringen immer etwas neues auf Licht , ich als Leser war ganze Zeit beschäftigt . Neben der spannenden Ermittler Fakten kommt immer etwas neues aus Leben von der Täter und auch von die Opfer, auch das privat Leben von Alma ist immer wieder erwähnt, alle Elementen kommen in richtigen Mengen, von nichts ist zu viel.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich kann es nur weiter empfehlen !!!
Dithmarscher Deern
aus Sörup
5/5
26.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Bin wieder absolut begeistert!
Nach "Freunderlwirtschaft" (2024) ist nun der zweite Krimi "Buberlpartie" um Chefinspektorin Alma Oberkofler von Autorin Petra Hartlieb beim Verlag Dumont erschienen.
Ich nehme es gleich mal vorweg: dieser Kriminalroman mit politischem Bezug hat mir, wie schon Band 1, super gefallen!
Chefinspektorin Alma Oberkofler sitzt am Ostersamstag auf einem belebten Wiener Platz beim Kaffee und wird zufällig Zeugin, wie ein Auto in ein Restaurant rast und es danach zu einer Explosion kommt. Einem Menschen kann sie das Leben retten, aber fünf andere sterben.
Eigentlich sollte gerade ihr Urlaub mit ihrem Freund in Finnland beginnen, aber trotzdem und auch trotz ihrer eigenen Verletzung, übernimmt Alma mit ihrem Team die Ermittlungen. Schnell ist klar, wer der "Unfall"-Fahrer war: der Sohn eines großen Wiener Bauunternehmers, der bekanntermaßen rechtsextrem war. Da der Restaurantbesitzer Jude war, wird natürlich schnell spekuliert, dass es sich um ein antisemitisches Attentat handelt. Aber im Laufe der Ermittlungen werden auch durchaus andere Gründe wahrscheinlich.
Von Anfang an konnte mich dieser Krimi wieder gefangen nehmen! Immer wieder gibt es neue Ansätze und man fängt an mit zu ermitteln.
Die politischen Hintergründe Österreichs sind mir nicht so geläufig ... so ist z.B. von einer Heimatpartei die Rede, die es, so glaube ich, gar nicht gibt. Aber man kann sie sicher mit einer anderen Partei gleichsetzen. Zusammenhänge mit der Deutschen AfD und auch den Reichsbürgern hingegen wurden klar benannt.
Der Schreibstil lässt sich sehr gut lesen. Die Ermittlerin sehe ich direkt vor mir und auch Werner Althuber vom Staatsschutz, der wieder mitmischt, habe ich vor meinem inneren Auge. Nina Hämmerle, die Neue im Team, hat mir persönlich am besten gefallen! Bin gespannt, wie sie sich weiter entwickelt!
Von Anfang bis Ende ein spannender Krimi mit einem Ausgang, den wohl keiner erwartet hat!
Eine große Weiterempfehlung von mir!
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
25.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Verbrechen, Vertuschung, Verhaberung? Ein Wiener Politkrimi
Die bereits durch mehrere Bestseller bekannte Wiener Buchhändlerin und Autorin Petra Hartlieb hat mit ihrem zweiten Band der Dilogie “Alma Oberkofler ermittelt” einen Wien-Krimi mit starkem politischen Hintergrund vorgelegt. “Buberlpartie” war, wie die Autorin ihrem Buch voranstellt, die Bezeichnung einer Gruppierung junger Männer um den ehemaligen FPÖ Parteivorsitzenden Jörg Haider, um dessen Unfalltod sich immer noch Verschwörungstheorien ranken. Doch heute dominiert die Parteifarbe der FPÖ, Blau, nicht nur auf dem einprägsamen Cover des Romans, sondern auch in der politischen Landschaft Österreichs. Wie Alma Oberkofler, Chefinspektorin und Leiterin der Abteilung “Leib und Leben” beim LKA Wien, meint, ist der abgebildete Hirsch ein Symbol toxischer Männlichkeit.
Und tatsächlich, in diesem Geschehen spielt die Politik eine wesentliche Rolle. Sofort nachdem ein als stramm rechts bekannter Sohn eines Wiener Baulöwen mit dem Auto in ein jüdisches Lokal gekracht ist, steht für Kanzler, Innenminister und Harald Hackl, Chef der immer mehr erstarkenden Heimatpartei, fest, dass es sich nur um einen Unfall gehandelt haben kann. Allerdings einen Unfall mit vier Toten. Der jüdische Besitzer des Lokals, eine junge Kellnerin und ein linker Enthüllungsjournalist sind tot, ebenso wie der Fahrer selbst. Verschwunden ist ein rauchender Mann, der kurz vor dem Ereignis auf der Bank vor dem Lokal saß. Viel ist von den Toten nicht mehr übrig, denn es gab eine verheerende Explosion.
Chefinspektorin Alma Oberkofler, die zufällig und rein privat Zeugin des Unglücks war, ermittelt mit ihrem Team auf Hochtouren. Sogar vom Geheimdienst kommen – auf dem kurzen Dienstweg – wertvolle Informationen. Zwischen den Opfern gibt es ein Beziehungsgeflecht, das man eigentlich nicht mehr als Zufall ansehen kann. Auch die noch lebenden Verwandten sind persönlich miteinander verbandelt, ebenso ist die WKStA involviert (das ist die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft). Wer gab wem welche Hinweise? Wer war das eigentliche Opfer? Gibt es einen rechtsextremen oder antisemitischen Hintergrund? Und ist das alles überhaupt noch von Belang, wenn die hohe Politik bereits vorgegeben hat, dass es sich nur um einen bedauerlichen Unfall gehandelt haben kann?
Petra Hartlieb zeichnet ein Bild der österreichischen Politszene, das viele Fragen aufwirft. Wieso war Harald Hackl überhaupt bei dieser Besprechung? Er ist gar kein Regierungsmitglied. Wird hier vielleicht schon die nächste Koalition ausgepackelt, denn die Heimatpartei ist im Umfragehoch. Auch wer sich jetzt nicht so gut mit den österreichischen politischen Verhältnissen auskennt, wird keine Klarnamen brauchen, um zu erkennen, wen die Autorin meint. Realität und Fiktion gehen ineinander über. Österreich ist ein kleines Land, wo jeder einen kennt, der einen kennt…. Und Vitamin B kann ja in verschiedenen Formen nützlich sein. Jedenfalls beruhigt es sehr oft die Nerven.
Die Intention von “Buberlpartie” ist ein Plädoyer für die Demokratie und gegen faschistische Strömungen. Dieses Anliegen hat Petra Hartlieb gekonnt in einen spannenden Krimi mit viel wienerischem Flair verpackt.
Lebendig zeichnet sie die Bemühungen der Exekutive, das Verbrechen lückenlos aufzuklären, während im Hintergrund schon andere die Fäden ziehen. Doch es geht auch um die Angst und die Ablehnung, die jüdische Mitbürger erfahren, sowie um die Rolle, die die Presse in solch aufsehenerregenden Fällen spielt. Letztlich beleuchtet der Roman ebenso die rechtsextreme Szene, die für ihre Treffen immer wieder harmlose Gründe vorschiebt, aber in Wahrheit gegen das Verbotsgesetz verstößt.
“Buberlpartie” ist ein gekonnt geschriebener und konstruierter Kriminalroman, der schon durch seine aktuellen Bezüge ein Pageturner ist. Die Lesenden werden sich unwillkürlich auf die Seite der Ermittler schlagen, um dann festzustellen, dass die Lösung des Falles ganz anders ist als erwartet. In dieses Buch hineinzulesen ist ein Vergnügen, vergleichbar mit dem Genuss einer Sachertorte. Die Ereignisse der spektakulären Krimihandlung sind überzogen mit einer Glasur politischer Einflussnahme, und nur gemeinsam ergeben die beiden ein absolutes Lesehighlight.
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