Von der NS-Sicherheitspolizei mit „Ausschaltung“ bedroht, floh Giorgos Seferis, griechischer Dichter, Diplomat und späterer Nobelpreisträger für Literatur, 1941 vor der einmarschierenden Wehrmacht aus seiner Heimat und kehrte erst 1944, nach Stationen in Ägypten, Südafrika und Palästina, in das zerstörte und zutiefst gespaltene Griechenland zurück. Als unbestechlicher Beobachter, der Persönliches, ja Intimes mit Kommentaren zum Kriegsgeschehen weit über Nordafrika und Nahost hinaus verflicht, lässt er den Leser am literarischen und politischen Weg eines Menschen teilhaben, der Sprache als Waffe gegen Ideologie und Engstirnigkeit einsetzt. Zum ersten Mal erscheint nun auf Deutsch einer der neun Bände der persönlichen Tagebücher, die bis zu seinem Tod unveröffentlicht geblieben waren.
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