Die lateinische Literatur und Kultur der Frühen Neuzeit wird oft im Zeichen der Antikerezeption verstanden. Dabei wird vergessen, dass diese Literatur und Kultur auch ein eigenes Nachleben entwickelte. Der vorliegende Band bringt das bisher kaum erforschte Thema der späteren Rezeption neulateinischer Literatur erstmals zu Bewusstsein und bietet damit eine Grundlage für weitere Studien. Er richtet sich an ein interdisziplinäres Publikum, das sich für den Übergang von der Frühen Neuzeit zur Moderne aus philologischer und kulturgeschichtlicher Perspektive interessiert. Der Schwerpunkt liegt auf volkssprachlichen Rezeptionen nach dem weitgehenden Untergang der lateinischen Literatur und Kultur im 18. Jahrhundert. Die These lautet, dass Themen, Konzepte, Formen und Praktiken, die erstmals in bzw. in Verbindung mit der neulateinischen Literatur auftauchten, auch in der Moderne vom 19. bis zum 21. Jahrhundert eine beachtenswerte Rolle spielen.
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