Der Film erzählt die Geschichte von Michael Jacksons Leben - weit über die Musik hinaus. Er zeichnet seinen Weg nach von der Entdeckung seines außergewöhnlichen Talents als Leadsänger der Jackson Five bis hin zu dem visionären Künstler, dessen kreativer Ehrgeiz ihn unermüdlich antrieb, der größte Entertainer der Welt zu werden. Von einigen seiner legendären Auftritte aus seiner frühen Solokarriere bis zu seinem Leben abseits der Bühne – das Publikum hat einen Platz in der ersten Reihe bei einem nie zuvor dagewesenen Blick auf das Leben der Pop-Ikone. Hier fängt seine Geschichte an. Jaafar Jackson gibt mit MICHAEL sein Spielfilmdebüt. Neben ihm sind Nia Long (BOYZ N THE HOOD) und Laura Harrier (BLACKKKLANSMAN) zu sehen, außerdem Miles Teller (TOP GUN: MAVERICK) und der zweifach für den Oscar® nominierte Colman Domingo (SING SING). Regie führte Antoine Fuqua, der preisgekrönte Filmemacher u.a. von TRAINING DAY und der EQUALIZER-Reihe. Das Drehbuch schrieb der dreifach Oscar®-nominierte John Logan (GLADIATOR). Produziert wurde MICHAEL von Oscar®-Gewinner Graham King (BOHEMIAN RHAPSODY), John Branca (Ausführender Produzent von MICHAEL JACKSON’S THIS IS IT) und John McClain (Ausführender Produzent von MICHAEL JACKSON LIVE AT WEMBLEY JULY 16, 1988).
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5.0/5.0
Yasemin Kaplan
5/5
05.09.2026
Film (DVD)
Michael – Gewinner, Außenseiter und Weltstar
Michael Jackson ist eines der besten Beispiele dafür, wie sehr Erfolg von einer besonderen Biografie abhängen kann. Soziologisch betrachtet sind Menschen mit einem schwierigen Hintergrund oft nicht diejenigen, die den gesellschaftlichen Aufstieg schaffen. Umso bemerkenswerter sind jene wenigen, denen dieser Aufstieg trotz widriger Voraussetzungen gelingt und die Außergewöhnliches vollbringen – wie Michael Jackson zu seiner Zeit. Michael erzählt nicht nur die Geschichte eines beispiellosen Erfolgs, sondern auch davon, was diesem Erfolg vorausging und welchen Preis er hatte.
Der Film beginnt mit Jacksons Kindheit, als er anfängt, mit seinen Brüdern unter Anleitung seines Vaters Joseph Jackson als Jackson Five aufzutreten. Die Erziehung des Vaters war, wie viele wissen, mitunter so hart, dass wir die Szenen kaum ertragen können. Wenn Joseph schweigt, ist es nicht angenehmer, als wenn er schimpft, denn sein Schweigen enthält mindestens genauso viel Gewalt. Und dass er die Kinder mit einem Gürtel auspeitschte, wenn ihm etwas nicht gefiel, gehört zu den besonders schweren Momenten. Seine Mutter Katherine und seine ältere Schwester La Toya hatten bei der Erziehung der Jungen nicht viel mitzureden und konnten das Geschehen weitgehend nur von außen betrachten. Denn der Vater war der Ansicht, dass es im Leben nur Gewinner und Verlierer gebe und Michael sich entscheiden müsse, zu wem er gehören wolle.
Dieser Gedanke zieht sich durch den gesamten Film. Denn Michael entscheidet sich letztlich für das Gewinnen – und gewinnt in einem Ausmaß, das jede gewöhnliche Vorstellung von Erfolg sprengt. Der Film begleitet ihn bei seinen Höhen und Tiefen, von den Jackson Five über seine ersten großen Erfolge als Solokünstler bis zur Bad World Tour. 1988 steht er schließlich im Londoner Wembley-Stadion auf der Bühne. Doch je größer der Erfolg wird, desto deutlicher zeigt sich auch dessen Kehrseite.
Zuschauer, die die 80er und 90er Jahre miterlebt haben, wenn auch nur als Kinder oder Jugendliche, werden bei manchen Szenen schmunzeln müssen. Da sind die paketweisen Fanbriefe, die Michael tagtäglich bekommt, überhaupt Fans, die er auf der Straße sieht, sobald er sich nach draußen begibt. Es genügt irgendwann, wenn er für einige Sekunden ganz oben aus seinem Hotelzimmer schaut: Unten stehen Zehntausende Menschen und jubeln ihm in Ekstase zu. Was aber zunächst wie die größtmögliche Bestätigung eines Künstlers erscheint, bekommt zunehmend etwas Beklemmendes. Sein Erfolg bedeutet zugleich, dass der Popstar kaum noch unbeobachtet existieren kann.
Kameraführung und Bildausschnitte versetzen uns geradezu mitten ins Konzertgeschehen. Gerade in den Konzertsequenzen entwickelt der Film eine große Energie. Jaafar Jackson gelingt es hervorragend, die Bühnenpräsenz seines Onkels lebendig werden zu lassen. Die Inszenierung vermittelt eine Ahnung davon, welche Wirkung Michael Jackson auf sein Publikum gehabt haben muss.
Besonders begeistert hat mich die Szene zu den Dreharbeiten von Thriller. Michael lässt hier seiner Kreativität freien Lauf, entwickelt eigene Ideen und arbeitet fast schon an der Neuerfindung von Musikclips. Zombies erheben sich aus Gräbern, Männer und Frauen in zerrissener Kleidung umringen ihn, bis Jackson schließlich gemeinsam mit ihnen eine der berühmtesten Choreografien der Popgeschichte tanzt.
Gerade hier hätte der Film aber länger bleiben dürfen. Immer wieder wird angedeutet, wie stark Jackson selbst an der Gestaltung seiner Musikvideos beteiligt war, wie er Szenen verändern ließ und eigene Vorstellungen einbrachte. Gerade bei Thriller hätte es sich angeboten, diesen kreativen Prozess besser nachzuvollziehen. Man sieht das Ergebnis seiner Ideen, erfährt aber zu wenig darüber, wie sie entstanden sind und was Jackson so an dieser Bilderwelt faszinierte. Das ist umso bedauerlicher, weil die Thematik von Thriller stark mit dem Bild von Michael Jackson korrespondiert, das der Film zeichnet.
Verwandlung, Anderssein und die Zugehörigkeit zu Außenseitern bestimmen den Clip. Michael ist zunächst der scheinbar normale junge Mann, verwandelt sich dann aber in etwas Fremdes und Bedrohliches. Später wird er Teil der Untotengruppe und steht zugleich in deren Mittelpunkt. Darin lässt sich durchaus etwas von dem Menschen wiederfinden, den Michael beschreibt: jemand, der dazugehören möchte und sich gleichzeitig schon früh von allen anderen unterscheidet.
Wer mit Michael Jackson groß geworden ist, sollte diesen Film sehen. Wenn er auf der Bühne steht, die Kamera seine Bewegungen einfängt und das Publikum außer sich gerät, werden wir in eine Zeit zurückversetzt, die Michael stark mitgeprägt hat. Die musikalischen Szenen gehören daher zu den stärksten des Films.
Michael erzählt nur den ersten Teil dieser Geschichte und endet 1988 auf einem großen Höhepunkt. Ein zweiter Film soll folgen. Nach diesem Start bin ich mehr als gespannt darauf, wie er mit der sehr viel schwierigeren Geschichte umgehen wird, die noch vor dem Superstar liegt.
Yasemin Kaplan
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