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St. Pauli in den 1920er-Jahren - ein Schmelztiegel der Kulturen im ersten Chinatown Deutschlands. Polizist Peder Hansen sucht dort den Mörder seines Bruders. Doch er ist nicht der Einzige mit einer Mission: Li Lim, Auftragskiller der Shanghaier Triaden, soll einen Oppositionellen töten. Als Hansen tiefer in die Unterwelt von St. Pauli vordringt, gerät er an seinen größten Feind: Woo Chong, Herrscher über das Nachtleben und mutmaßlicher Mörder seines Bruders. Schließlich bleibt Hansen nur eine Wahl: Er muss sich mit Li Lim verbünden …
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Bewertung
5/5
18.04.2026
Buch (Taschenbuch)
Zwischen Schatten und Bündnissen
Die Geschichte entführt in ein faszinierendes und zugleich düsteres St. Pauli der 1920er-Jahre, das als brodelnder Schmelztiegel verschiedenster Kulturen lebendig wird. Besonders das Setting rund um das erste Chinatown Deutschlands verleiht dem Roman eine ungewöhnliche und atmosphärisch dichte Kulisse, die sofort in ihren Bann zieht.
Im Zentrum steht der Polizist Peder Hansen, dessen persönliche Suche nach dem Mörder seines Bruders ihn immer tiefer in die Abgründe der Unterwelt führt. Parallel dazu sorgt die Figur des Auftragskillers Li Lim für zusätzliche Spannung. Seine eigene Mission bringt eine internationale Dimension ins Spiel und schafft ein packendes Katz-und-Maus-Spiel zwischen Loyalität, Pflicht und Überleben.
Die Begegnung mit Woo Chong als mächtigem Gegenspieler verstärkt die bedrohliche Dynamik der Handlung. Besonders reizvoll ist die sich entwickelnde, widerwillige Allianz zwischen Hansen und Li Lim, die nicht nur für überraschende Wendungen sorgt, sondern auch moralische Grauzonen auslotet.
Insgesamt verspricht der Roman eine mitreißende Mischung aus historischem Krimi, Milieustudie und Actionthriller. Wer atmosphärisch dichte Schauplätze, komplexe Figuren und ein spannungsgeladenes Zusammenspiel unterschiedlicher Kulturen schätzt, dürfte hier voll auf seine Kosten kommen.
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.
MiLi
aus G
5/5
24.02.2026
Buch (Taschenbuch)
Chinatown in St. Pauli
Dieses Buch spielt in den 1920er Jahren in Hamburg.Das erste Chinatown in Deutschland.
Der Polizist Peder Handsen sucht den Mörder seines Bruders in der Unterwelt Chinatowns.
Doch er ist nicht allein auf Mission, gleichzeitig bewegt sich Li Lim in Hamburg der Auftragskiller der Shanghaier Triaden.
Peder dringt immer tiefer in die Unterwelt und trifft auf seinen größten Feind Woo Chong , der Herrscher über das Nachtleben und mutmaßlicher Mörder seines Bruders.
Peder bleibt nur eine Wahl , er muss sich mit Li Lim verbünden.
Das Buch haben eine Autorin und ein Autor gemeinsam geschrieben und beide waren für mich unbekannt.
Das Cover und der Klapptext haben mich angezogen und natürlich auch der Hintergrund Chinatown in Hamburg.
Es lag schon eine Weile bei mir, da ich doch Angst hatte mich nicht ins Buch zu finden evtl zwecks der fremden Namen.
Angefangen damit wurde meine Angst sehr schnell beiseite geschoben.
Die Charaktere wurden sehr gut beschrieben und auch mit den Fremdländischen Namen traten für mich keinerlei Probleme auf.
So war ich sehr schnell in Chinatown angekommen.
Der Schreibstil war sehr flüssig spannend und verständlich.
Auch wurde hierzu sehr gut Recherchiert.
Ich denke kaum jemand weiß von Chinatown in Hamburg, ich wusste es nicht.
Es war ein Buch ganz nach meinem Geschmack und natürlich wurde die Fährte so gelegt das ich fast bis zum Schluss gerätselt habe wer nun der Mörder ist.
Es kam aber doch ganz anders als ich es erwartet habe. Und ich habe sehr mit einer gewissen Dame mitgefiebert, aber mehr verrate ich nicht.
Für jeden der gerne Historik mit Krimi liest.
Nun hoffe ich auf einen zweiten Band denn der Schluss gibt Raum zur Hoffnung.
Deshalb gibt es von mir eine klare Lese Empfehlung.
Pia Goldetzky
aus Köln
5/5
23.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein historischer Krimi, der…
Ein historischer Krimi, der sich nicht nur um Mord und Ermittlungen dreht, sondern um Kulturbegegnungen, Macht, Identität mitten im brodelnden Hamburg der 1920er Jahre... Ich erwartete viel Klischee, etwas "Exotik" fürs Feuilleton und bekam das genaue Gegenteil. Was mich sofort beeindruckte, die Erzählhaltung... Anette Strohmeyer und Eric Niemann schreiben, als hätten sie verstanden, wie gefährlich es ist, Geschichte aus einer einzigen Perspektive zu erzählen. Ihr Hamburg ist rau, und das frühe Chinatown ist kein pittoresker Hintergrund sondern eine vielschichtige Gemeinschaft. Mit eigenen Stimmen, eigenen Widersprüchen, eigener Würde... Ich habe sehr geschätzt, dass die chinesischen Figuren hier nicht bloß Projektionsflächen für westliche Ängste oder Fantasien sind. Li Lim, der Auftragskiller, ist kein Stereotyp des sog. "geheimnisvollen Ostens", sondern eine komplexe, ambivalente Figur. Der Roman hat einen erstaunlich feinen Ton, kein moralischer Zeigefinger, keine Übererklärung, sondern RESPEKT... Für die Menschen, für die Zeit, für das Dazwischen. Und genau das macht ihn für mich so wertvoll. Dieses Buch schaut hin und versteht wie leicht wir einander verfehlen können. Toll!
Gertie G.
aus Wien
5/5
20.09.2025
eBook (PDF)
Hier ist wenig, wie es scheint
Das Autoren-Duo Anette Strohmeyer und Eric Niemann entführt uns in das Hamburg der 1920er-Jahre. Es ist die Zeit kurz nach dem Ende des Großen Krieges, wie man den Ersten Weltkrieg damals genannt hat. Die Wirtschaft liegt darnieder, an Körper und Geist versehrte Soldaten betteln auf den Straßen, weil es weder Unterkünfte noch Sozialsystem gibt. Besonders schwer haben es jene Kriegsversehrte, die eine Gesichtsverletzung davongetragen haben und sich kaum in die Öffentlichkeit trauen. Man nennt sie „Gueules Cassées, zerhauene Visagen". Einige engagierte Frauen fertigen Gesichtsmasken für diese Männer an, um ihnen ein wenig ihrer Würde zurückzugeben. Gleichzeitig leben einige wenige, wie der Reeder Alfred Möller auf großem Fuß. Seine Tochter Tessa treibt sich heimlich in Chinatown herum und lernt Li Lim kennen, der einen besonderen Auftrag hat.
Zahlreiche kleinere und größere Verbrechen halten die Polizei, wie den Ordnungspolizisten Peder Hansen in Atem, der zusätzlich noch den Mörder seines Bruders Claas sucht und ihn unter den Chinesen vermutet. Muss sich Peder mit einem Chinesen verbünden, um den Mörder seines Bruder zu entlarven?
Die Sucht nach Betäubung von Hunger und Schmerzen lassen den illegalen Opiumhandel blühen. Nicht immer sind er nur die Chinesen, die Nutzen daraus ziehen. Ohne Verbindungen zu Hamburger Kaufleuten könnte auch die Chinatown von St. Pauli nicht so florieren. So ist auch hier der Fall, das der Drahtzieher des groß angelegten Opiumschmuggels kein Chinese ist, sondern ein Verbrecher, der sich hinter einer Maske eines dieser Kriegsversehrten versteckt.
Dutzende Chinesen, die auf der Suche nach einem besseren Leben auf deutschen Schiffen angeheuert haben, sehen sich nach ihrer Ankunft in Hamburg der Hoffnung beraubt und leben wieder prekär. Nur ganz wenige Chinesen schaffen es, mit Wäschereien oder Imbissstuben Erfolg zu haben. Akzeptiert werden sie von den Hanseaten nicht, zumal sie als Drehscheibe des Opiumhandels und Bandenkämpfe gelten.
Meine Meinung:
Mir hat dieser historische Krimi im Hamburg der 1920er-Jahre sehr gut gefallen. Allerdings habe ich Ähnliches schon einmal gelesen. Selbst der Name des gejagten Phantoms Keyser, hat bei mir ein déjà vu hinterlassen. Es wird mir schon wieder einfallen, welcher Krimi (Krimi-Reihe) das war. Weshalb ich recht bald eine Idee hatte, wer hinter den Verbrechen steckt. Aber das behindert diese fesselnde Lektüre nicht im geringsten.
Dieser Krimi zeigt deutlich die Doppelmoral der Wohlhabenden. Der Reeder, der den Tod seiner Beschäftigten billigend in Kauf nimmt, nur um Profite zu machen, werden ebenso an den Pranger gestellt, wie korrupte Polizisten. Die einen halten die Hand auf, um Razzien zu verraten und andere, wie höhere Chargen lassen sich ihr Wohlwollen und Wegschauen durch weibliche Dienstleistungen bezahlen.
Um sich in der fesselnden Geschichte gut zurecht zu finden, gibt es zu Beginn ein Personenverzeichnis, das schon auf Grund der vielen chinesischen Namen eine große Hilfe ist.
Der Krimi ist flott geschrieben, so dass die knapp 450 Seiten nur so verfliegen. Hin und wieder wird das eine oder andere Klischee bemüht, was aber nicht weiter stört.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem historischen Krimi, der mich sehr gut unterhalten hat, 5 Sterne und hoffe auf die angedeutete Fortsetzung.
S.
aus Berlin
5/5
10.09.2025
eBook (ePUB 3)
Hamburg in den Zwanzigern In…
Hamburg in den Zwanzigern In den Zwanzigern geht es in Hamburg wild zu. Viele Chinesen verdingen sich als Heizer auf Ozeandampfern, um dann in Deutschland einem armseligen Leben in China zu entkommen. Nicht alle gehen legaler Arbeit nach, der Opiumhandel blüht. Anette Strohmeyer lässt den Leser einen Blick in eine unübersichtliche, aber ausgesprochen vielschichtige Welt werfen. Kurz nach dem Krieg kämpfen Verwundete ums Überleben, arm dran sind die entstellten Opfer der Giftgasangriffe. Mit Masken kaschieren sie ihre zerstörten Gesichter. Chinesische Bosse kämpfen um die Vorherrschaft, zwielichtige Gestalten begehen unvorstellbare Grausamkeiten, überall gibt es Korruption. Auf der anderen Seite gibt es Zusammenhalt, Kampf gegen das Verbrechen und ja, auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Liest sich fantastisch, interessant und spannend.
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