Béla erhält einen überraschenden Anruf: Das Haus an der Zederstraße steht zum Verkauf. Dreißig Jahre ist es her, dass er dort mit Simone, Serdar und Kim in einer WG gewohnt hat. Seither sind sie alle in unterschiedliche Richtungen gegangen. Ist es eine gute Idee, jetzt zu viert das Haus ihrer Aufbruchsjahre zu kaufen? So gesetzt wollte Béla eigentlich gar nie werden. Wenn er nicht in den Spiegel schaut, hält er sich immer noch für jung. Aber wirklich jung ist nur seine Freundin Kaja, die gerade festgestellt hat, dass sie schwanger ist.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
hamburg.lesequeen
aus Bargfeld-Stegen
5/5
03.11.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein feiner zeitgenössischer Roman
FREUNDE VON FRÜHER
Micha Lewinsky
ET: 19.08.26
Dreißig Jahre ist es her, dass Béla mit Simone, Serdar und Kim in einer WG lebte. Damals waren sie jung, links und überzeugt davon, dass man es einmal ganz anders machen würde als die Generation vor ihnen. Sie wollten die Welt verändern und hatten große Träume. Inzwischen haben sich ihre Wege getrennt, der Kontakt ist immer seltener geworden.
Nun steht die alte Villa an der Zederstraße zum Verkauf. Serdar hat die Idee, das Haus gemeinsam mit seinen ehemaligen Mitbewohnern zu kaufen. So könnte er mit seiner Familie in der Wohnung bleiben, die er schon lange zu einer günstigen Miete bewohnt. Auch Béla ist zunächst begeistert von dem Gedanken, das alte Gemeinschaftsprojekt wieder aufleben zu lassen. Doch seine zwanzig Jahre jüngere Freundin hat ganz andere Vorstellungen von ihrer Zukunft. Und je länger Béla über den Hauskauf nachdenkt, desto mehr Zweifel kommen ihm. Kann er sich eine solche Investition überhaupt leisten? Und was wird aus den Menschen, die bereits in dem Haus wohnen? Will er wirklich zu einem derjenigen werden, gegen die sie früher gemeinsam aufbegehrt haben?
„An der Zederstraße war das alles noch kein Thema für uns. Niemand, den wir kannten, hatte Kinder. Man ging auf Reisen, machte Prüfungen und Partys oder Kunst. Wir rätselten, was wohl eines Tages aus uns werden würde. Dabei hätten wir einfach aus dem Fenster schauen können, auf den Spielplatz gegenüber, wo die müden Eltern ihre Kinder schon damals mit Karotten und Reiswaffeln fütterten. Wie alle typischen Zwanzigjährigen meinten wir, nie typische Vierzigjährige zu werden.“ (S. 80)
Micha Lewinsky hat einen wundervollen zeitgenössischen Roman geschrieben, der mit viel Humor und feiner Ironie vom Älterwerden erzählt. Gerne habe ich Béla durch seine Zweifel begleitet und mit ihm auf die Freunde von früher geblickt. Dabei geht es nicht nur um geplatzte Träume und die Frage, wie viel von den einstigen Idealen geblieben ist, sondern auch um Freundschaft, Verantwortung und verpasste Gelegenheiten. Besonders berührt hat mich die Geschichte seines Freundes Lexi. Haben wir nicht alle einen Menschen gekannt, der es nicht bis ins Erwachsenenalter geschafft hat?
Fazit:
Ein feiner zeitgenössischer Roman, den ich in einem Rutsch verschlungen habe. Pointiert, reflektierend und unterhaltsam, mit einem zarten Hauch von Ironie an genau den richtigen Stellen.
5/5
hallobuch, Silke Schröder
aus Hannover
5/5
12.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wunderbar selbstironische Story über das unvermeidliche Coming of Oldness
In “Freunde von früher” erzählt Micha Lewinsky von Freundschaften und WG-Erfahrungen, vom Erwachsenwerden und dem Wunsch nach einem anderen Leben, von glücklichen Fügungen und verpassten Lieben. Mit seiner Figur des Béla fragt er pointiert humorvoll, aber auch nachdenklich, was von alten Träumen heute übrig geblieben ist, und ob die Vergangenheit wirklich so rosa war, wie sie oft in der Erinnerung erscheint. Er erzählt von den Höhen und Tiefen des WG-Lebens, von wechselnden Liebschaften und den Tücken der Haushaltskasse und auch davon, wer schließlich irgendwann seine eigenen Wege geht. Mit Béla schafft er einen “ewigen Jugendlichen”, der sich mit Verve gegen das Älterwerden stemmt – angefangen bei seinen Freundinnen, die stets gleich alt bleiben. Lässig-humorvoll, mit viel Ironie, aber auch ernsten Untertönen gelingt Micha Lewinsky in “Freunde von früher” eine wunderbar selbstironische Story über das unvermeidliche Coming of Oldness.
Alrik Gerlach
Thalia Book Circle Community
5/5
16.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wenn die alten Träume plötzlich wieder vor der Tür stehen
Freunde von früher hat bei mir einen Nerv getroffen, bei dem man irgendwann feststellt: Verdammt, wann ist das eigentlich passiert? Béla und seine alten WG Freunde stehen plötzlich vor der Frage, ob aus dem früheren Traum vom gemeinsamen Haus wirklich Lebensplan werden soll. Klingt erstmal nach Immobilienkauf, ist aber viel mehr eine witzige Reise durch Erinnerungen, alte Ideale und die Erkenntnis, dass man sich selbst gern für jünger hält, als der Spiegel behauptet.
Béla fand ich herrlich menschlich. Einerseits hängt er an dem Typen, der er früher war, andererseits merkt man ständig, dass das Leben längst weitergelaufen ist. Genau diese kleinen inneren Reibereien machen ihn sympathisch. Dazu kommen die Treffen der alten Freunde, bei denen Vergangenheit und Gegenwart ziemlich komisch aufeinanderprallen.
Micha Lewinsky schreibt locker, pointiert und mit viel Selbstironie. Ich musste öfter grinsen, gleichzeitig steckt zwischen den humorvollen Szenen viel Nachdenkliches über Freundschaft, Erwachsenwerden und die Frage, was von unseren alten Träumen übrig bleibt. Kein Roman mit großem Knall, sondern einer, der sich angenehm festsetzt und einen beim Zuklappen noch weiterdenken lässt.
Bewertung
5/5
25.08.2026
eBook (ePUB)
Wer wollten wir damals sein und wer sind wir heute?
Es ist leicht und unterhaltsam, gleichzeitig auch tiefgründig und berührend. Throw Back in die 90er Jahre, viel Nostalgie, Charme mit Bezug auf Heute: Wer wollten wir damals sein und wer sind wir jetzt? Mir hat das Buch so gut gefallen, dass ich es gleich meiner Freundin zum Geburtstag geschenkt habe und sie mochte es auch.
Bewertung
aus Buchen
4/5
19.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mein Hasenherz schlägt schneller
Bela ist ein Mann Anfang Fünfzig und befindet sich mitten im Midlife, also noch keine Krise, aber die Erinnerungen an seine Zeit mit Freunden in der WG sind nostalgisch.
Seine Freundin Katja hat den Vorteil, dass sie jung ist. Und dann auch noch schwanger. Bela weiß nicht genau, wie er das finden soll.
Er ist ein typisch zweifelnder, unsicherer Protagonist, der aber nur wenig an den von Micha Lewinskys ersten Roman „Sobald wir angekommen sind“ erinnert.
In mehreren Passagen geht es in die Vergangenheit, sogar Kindheit. Es wird gezeigt, was Bela geprägt hat.
Das Absurde von dem Buch hat „Freunde von Früher“ nicht. Es ist aber nicht schlecht geschrieben und ich könnte mir den Stoff gut als Fernsehfilm vorstellen.
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