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Wachs

Aus der Reihe detebe
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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Vera Bommer

Spieldauer

6 Stunden und 24 Minuten

Abo-Fähigkeit

Nein

Erscheinungsdatum

22.07.2026

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

1

Verlag

Diogenes Verlag

Sprache

Deutsch

EAN

9783257696776

Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Mit Family Sharing können Sie Hörbücher innerhalb Ihrer Familie (max. sechs Mitglieder im gleichen Haushalt) teilen. Sie entscheiden selbst, welches Hörbuch Sie mit welchem Familienmitglied teilen möchten. Auch das parallele Hören durch verschiedene Familienmitglieder ist durch Family Sharing möglich. Um Hörbücher zu teilen oder geteilt zu bekommen, muss jedes Familienmitglied ein Konto bei einem tolino-Buchhändler haben.

Gesprochen von

Vera Bommer

Spieldauer

6 Stunden und 24 Minuten

Abo-Fähigkeit

Nein

Erscheinungsdatum

22.07.2026

Hörtyp

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Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

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Diogenes Verlag

Sprache

Deutsch

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9783257696776

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  • Bewertung

    5/5

    26.05.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Großartige Unterhaltung

    Paris im Jahre 1733 Marie Biheron, die 14-jährige Tochter des Apothekers hegt den großen Wunsch, die Anatomie zu studieren und wünscht sich sehnlichst eine Leiche. Tatsächlich gelingt es ihr ihre wissenschaftlichen Studien vorzunehmen und ihre Erkenntnisse weiterzugeben. Dazu erstellt sie Wachsmodelle des Körpers und seiner Organe. Marie geht in die Zeichenschule von Madeleine Basseport, die die Pflanzenzeichnerin im Jardin du Roi ist. „Madeleine Basseporte war eine hochgewachsene Schönheit, von einer solchen Gattung und Art, dass sie Gegaffe, Gerede, Geseufze auf sich zog und im schlimmsten Fall auch Gefechte, (…)“ Die beiden Frauen werden ein Paar, leben ihr Leben gegen jede gesellschaftliche Norm, beide sind klug und selbstbewusst, forschen, die eine zeichnet und erfasst die Pflanzen, die andere die Anatomie der Menschen. Und während die beiden Frauen die Welt systematisch erfassen, zerfällt der Rest um sie. Die 73- jährige Marie erlebt den Beginn der neuen Republik, sie war 4 1/2 Jahre bettlägerig, rappelt sich wieder auf, versteht jedoch die Welt nicht mehr. In der Sprache einer Chronistin zieht uns die Autorin in die Welt des 18. Jahrhunderts, mitten ins Geschehen in das Leben dieser ungewöhnlichen Frauen aber auch den gesellschaftlichen Umbrüchen und Tumulten der Zeit. Voller Phantasie und Poesie, entfaltet die Autorin ihre Erzählkunst, schildert skurrile Situationen, alles mit großartigem Feinsinn und Humor beobachtet. Männer erscheinen in unwichtigen Nebenrollen, und wenn, dann sind sie schwach, auch Diderot, der große Denker der Revolution kommt nicht gut davon. Saint-Pierre mit seinem Roman „Paul und Virginie“ wird verrissen. Kluge und witzige Dialoge zeigen die Intelligenz dieser beiden Frauen, die ihre Rolle in einer männerdominierten wissenschaftlichen Welt fordern. Ein sprachliches Feuerwerk mit historischen Bezügen und doch neu zusammengefügt. Ein Buch, das ich in einem Zug gelesen habe. Unbedingte Leseempfehlung Berenberg 2025

  • Bewertung

    Book Circle Community

    5/5

    05.12.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zwischen Wachs und Blüten: Wissen und Verlangen

    Marie Biheron und Madeleine Basseporte hat es wirklich gegeben, auch wenn wir heute kaum mehr etwas über ihr Leben wissen – eben weil sie „nur“ Frauen waren. Christine Wunnicke folgt den historischen Spuren, aber sie dichtet natürlich auch hinzu und schafft damit ein eigenwilliges, schillerndes Bild zweier Frauen, die sich für Wissenschaft und Kunst entschieden haben und, trotz aller Widerstände, ein Leben lang miteinander verbunden blieben. Wer eine lineare, leicht zugängliche Erzählung erwartet, wird vermutlich enttäuscht sein. Wunnicke erzählt sprunghaft, wechselt zwischen Szenen vor und nach der Französischen Revolution, ohne dass die Stränge klar miteinander verknüpft sind. Manchmal beginnt ein Kapitel scheinbar aus dem Nichts, und man muss sich wie auf neuem Terrain erst zurechtfinden. Dazu kommt die Fülle an wissenschaftlichen, lateinischen und veralteten Wörtern. Man kann sie ignorieren oder nachschlagen – in jedem Fall hemmen sie den Lesefluss. Aber vielleicht ist genau das beabsichtigt: Es geht hier nicht um eine Geschichte, die „von A nach B“ verläuft, sondern um Literatur als Erfahrung. Sprünge, Brüche, Leerstellen – all das zwingt dazu, immer wieder neu einzutauchen, immer wieder anders zu lesen. Für manche mag das mühsam sein, für mich war es die eigentliche Faszination. Besonders beeindruckt hat mich eine Szene, in der die beiden Frauen zum ersten Mal intim werden. Wunnicke schreibt das ohne platt zu werden, ohne je das Wort „Sexualität“ in den Mund zu nehmen – und doch ist alles geladen mit Andeutungen, Bildern, einer fast mystischen Erotik. Ich erinnere mich nicht, je etwas Vergleichbares gelesen zu haben. Die Sprache insgesamt ist poetisch und literarisch, zugleich unterhaltsam, oft auch humorvoll. Gerade diese Mischung aus Ernst und Witz, aus Anatomie und Andacht, aus Politik und Intimität macht das Buch so besonders. Wachs ist kein Buch zum bloßen Konsumieren. Es ist eine Herausforderung – und gerade deshalb lohnend. Weitere Rezensionen auf Deutsch findest du auf meinem Goodreads- und LovelyBooks-Profil.

  • Eva

    5/5

    15.09.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Morbide, ironisch und voller Leichenteile

    Die Tochter eines Apothekers braucht eine Leiche. Sie will sezieren, sie will üben und die Familie unterstützen. Sie will die beste Anatomin werden und in die französische Geschichte eingehen. Das wird sie später auch. Marie Marguerite Bihéron wird Zeichnerin und Bildnerin von anatomischen Wachspräparaten. Sie wird damit Weltruhm erlangen. Im Jahre 1759 lud der Chirurg und Enzyklopädist Sauveur François Morand sie ein, vor der Académie des Sciences zu sprechen. Ihr detailliertes und naturgetreues Modell einer schwangeren Frau und eines Fötus waren weltbewegend. Auch der Kronprinz von Schweden, Gustav III., war begeistert. Der Roman verfolgt zwei Zeitstränge. Wachs erzählt von den Jahren vor, während und nach der französischen Revolution und von der Zeit der Aufklärung, die die bestehende Ordnung infrage stellen muss. Verstand, Fortschritt und die Wissenschaft rücken hier ins Zentrum, Gleichheit und Toleranz sind gefordert. So erscheint auch die homosexuelle Beziehung der beiden Frauen auf der literarischen Leinwand, wie selbstverständlich, ohne den Text zu dominieren. Ganz nebenbei tauchen die grossen Köpfe der historischen Gegenwart auf, auch Diderot zum Beispiel lässt sich in der Anatomie unterrichten. Wachs ist ein grandioser historischer Roman, ein komplexes Portrait der Zeit, obwohl der Text auf unter 200 Seiten Platz hat. Er rankt sich um zwei ungewöhnliche Frauen, die über 50 Jahre in einer Liebesgeschichte verbunden sind, so unterschiedlich sie auch waren. Wie viel Mut und Glauben und Können waren im 18. Jahrhundert notwendig, um eine Branche zu erobern, die Männern vorbehalten war? Der Kraftakt findet in allen Varianten Ausdruck, laut und leise und in einer hinreissenden Sprache. Sie ist voller Ironie und ausserdem seltsam altertümlich, es ist fast eine eigene Kunstsprache. Vielleicht hat es etwas damit zu tun, dass die historische Wirklichkeit keine Wirklichkeit ist, es ist vielmehr eine Annahme, wie es hätte sein können. Vieles lernt Marie in London, in Frankreich galt nun das auseinandernehmen von Leichen als wirklich nicht schädlich. So ist der Text auch absolut eklig, morbide, sensationell wissenschaftlich, anatomisch blutig und nie das Menschliche verlierend. Frauen, vermute ich, werden deshalb in allem so gut, weil man es ihnen so schwer macht, schreibt Madeleine an Linné, bevor sie diesen Brief, wie alle anderen, verbrennt. Ihre Lebensgefährtin Madeleine Basseport kämpft als bekannte Zeichnerin ebenso mit der Männerherrschaft und gegen die Ungerechtigkeit der Ungleichbehandlung der Geschlechter. Sie fand ihre Bestätigung als Pflanzenmalerin des Jardin du Roi, eine gerechte Bezahlung jedoch nie. Dieser Roman ist auch ein feministisches Buch, vielleicht auch ein bisschen queer, und eine augenzwinkernde Satire auf Weiblichkeitsfantasien, er ist eine Hymne auf jedes Schaffen und Denken abseits der Norm und eine Ode an eine Frau, die ihren eigenen Weg geht. Tragisch und komisch. Gegen alle Widerstände. Und gegen die Unvernunft.

  • musicartsandbooks

    5/5

    09.09.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zwei bemerkenswerte Frauenleben

    Zwei historische Figuren erwachen hier zum Leben - und wie! Christine Wunnicke entführt uns ins Frankreich des 18 Jahrhunderts, das Jahrhundert der französischen Revolution. Die Apothekerstochter Marie Biheron, die schon als junges Mädchen Leichen seziert, um anatomische Wachsmodelle zu bilden und die deutlich ältere Madeleine Basseporte, botanische Zeichnerin und Maries Lehrerin verlieben sich ineinander und werden ein Paar. Und von der Verbundenheit dieser beiden konträren und sich zugleich perfekt ergänzenden Frauen erzählt die Geschichte in chronologisch wechselnden Kapiteln. Wir erfahren viel über das Leben Maries und Madeleines und ihrer künstlerischen und wissenschaftlichen Tätigkeiten immer im Angesicht einer vollends männlich dominierten Gesellschaft und vor dem Hintergrund dieses Tod en masse bringenden 18.Jahrhunderts. Für diesen Roman braucht es trotz seines relativ geringen Umfangs eine gewisse Konzentration, denn der Text ist durchaus anspruchsvoll, belässt es manchmal nur in hingetupften Andeutungen, erzeugt dadurch von der ersten Seite an eine wahnsinnig intensive Atmosphäre und macht Lust, ihn immer weiter und weiter zu inhalieren. Ich liebe es, wenn die Erzählsprache zur Zeit des Geschehens passt und finde es besonders wertvoll, wenn alte Begriffe und Wörter gepflegt werden, und genau das bietet dieser Roman. "Wachs" ist ein schmaler Band, er ist aber umso gehaltvoller, erzählt eine wunderschöne Geschichte in grausiger Zeit, und er steht völlig zu Recht auf der Longlist des diesjährigen Deutschen Buchpreises.

  • yellowdog

    5/5

    31.08.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Elegant und raffiniert

    Manchmal gibt es Bücher, die haben so einen tollen Anfang, das man sie nicht vergisst. Wunnickes Wachs gehört dazu. Das erste Kapitel ist grandios geschrieben und hat einen Witz, der zugleich auch dazu dient, die eindrucksvolle Hauptfigur vorzustellen. Marie Biheron, die in Frankreich des 18.Jahrhunderts lebte. Sie war Künstlerin und machte anatomische Wachsmodellation. Mit der Blumenmalerin Madeleine Basseport kommt eine weitere wunderbare Figur hinzu. Erst war sie Maries Zeichenlehrerin, dann hatten sie eine lang andauernde Beziehung. Es gibt eine zweite Zeitebene, in der der junge Edmé sich um die inzwischen alte Marie kümmert. Auch das ist eine enge Beziehung. Christine Wunnicke, die schon lange ein literarischer Geheimtipp ist, gestaltet ihr Buch stilistisch sehr elegant. Ihre Sprache ist raffiniert.

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