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Produktbild: Nicht mit unserem Land
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Nicht mit unserem Land Eine ostdeutsche Positionsbestimmung

1

22,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

42474

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.09.2026

Verlag

Herder

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

20,9/13,3/2,7 cm

Gewicht

395 g

Farbe

Schwarz / Grau

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-451-07396-0

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

42474

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.09.2026

Verlag

Herder

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

20,9/13,3/2,7 cm

Gewicht

395 g

Farbe

Schwarz / Grau

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-451-07396-0

Herstelleradresse

Herder Verlag GmbH
Hermann-Herder-Str. 4
79104 Freiburg
DE

Email: kundenservice@herder.de

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  • BK

    3/5

    25.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die eigentlichen Ursachen der gesellschaftlichen Spaltung werden selten untersucht.

    Die Gedanken von Reiner Haseloff sind frei von Hysterie und politischer Lautstärke. Der Autor wirbt für Maß, Kompromiss, christliche Werte und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Er schreibt aus der Erfahrung eines Ostdeutschen, der Diktatur erlebt hat und deshalb Freiheit und Demokratie hoch schätzt. Doch je weiter man liest, desto deutlicher wird: Das Buch beschreibt vor allem, wie unsere Gesellschaft mit Konflikten umgehen sollte – nicht aber, warum diese Konflikte überhaupt entstanden sind. Haseloff spricht über Polarisierung, den Erfolg der AfD, die Verantwortung der demokratischen Mitte und den notwendigen Respekt vor Andersdenkenden. Vieles davon ist richtig. Doch die eigentlichen Ursachen der gesellschaftlichen Spaltung werden erstaunlich selten untersucht. Die Migrationskrise erscheint vor allem als politische und kommunikative Herausforderung, nicht als möglicher Ausdruck tiefgreifender kultureller und religiöser Konflikte. Gerade hier offenbart sich der größte blinde Fleck des Buches. Haseloff betont das christliche Menschenbild und verweist auf Gemeinsamkeiten der Religionen. So hebt er etwa die Menschenwürde auch im Koran hervor. Doch genau an dieser Stelle endet die Analyse. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den normativen Grundlagen des Islam sucht man vergeblich. Koran, Hadithe, Scharia, das Verhältnis von Religion und Staat oder die Frage, weshalb islamistisch motivierte Gewalt immer wieder auf dieselben religiösen Quellen verweist – all das bleibt weitgehend ausgeblendet. Dabei ist gerade diese Frage für viele Bürger längst zu einem zentralen politischen Thema geworden. Dasselbe Muster zeigt sich beim Thema AfD. Haseloff bemüht sich, ihre Wähler differenziert zu betrachten und sie nicht pauschal zu verurteilen. Gleichzeitig bleibt die Frage offen, ob der Aufstieg der Partei nicht auch deshalb erfolgt, weil etablierte Parteien bestimmte Probleme jahrelang nur unzureichend benannt und gelöst haben. Hier zeigt sich für mich das eigentliche Dilemma der CDU. Sie spricht über den Umgang mit Konflikten, aber immer seltener über deren Ursachen. Sie appelliert an Zusammenhalt, ohne die normativen Gegensätze konsequent zu analysieren, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt überhaupt erst gefährden. Dadurch entsteht der Eindruck, dass schwierige Themen zwar gesehen, aber nicht bis zu ihren Wurzeln durchdacht werden. Genau darin könnte auch einer der Gründe für den schwindenden Rückhalt der Union liegen. Viele Bürger erwarten heute nicht in erster Linie versöhnliche Worte, sondern eine schonungslose Analyse der Probleme. Wer zentrale Fragen ausklammert oder nur vorsichtig streift, überlässt ihre Beantwortung anderen Parteien. So bleibt nach der Lektüre ein zwiespältiger Eindruck. Das Buch ist klug geschrieben, staatsmännisch im Ton und frei von billiger Polemik. Aber gerade seine Besonnenheit führt dazu, dass es an den entscheidenden Konfliktlinien unserer Zeit vorbeigeht. Es beschreibt Symptome oft präzise, scheut jedoch die Analyse ihrer tieferen Ursachen. Am Ende liest man viele Seiten über die Bewahrung der politischen Mitte – und versteht zugleich, warum diese Mitte für immer mehr Menschen an Überzeugungskraft verliert. Nicht weil sie keine Antworten hätte, sondern weil sie manche Fragen gar nicht erst stellt.

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