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Şeyda Kurt

1. Zeit der Monster

Zeit der Monster

Gesprochen von
50

15,99 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Verkaufsrang

2266

Gesprochen von

Şeyda Kurt

Spieldauer

7 Stunden und 21 Minuten

Abo-Fähigkeit

Nein

Book Tropes

Found Family

Erscheinungsdatum

21.07.2026

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

128

Verlag

Tacheles!

Sprache

Deutsch

EAN

9783864848797

Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Mit Family Sharing können Sie Hörbücher innerhalb Ihrer Familie (max. sechs Mitglieder im gleichen Haushalt) teilen. Sie entscheiden selbst, welches Hörbuch Sie mit welchem Familienmitglied teilen möchten. Auch das parallele Hören durch verschiedene Familienmitglieder ist durch Family Sharing möglich. Um Hörbücher zu teilen oder geteilt zu bekommen, muss jedes Familienmitglied ein Konto bei einem tolino-Buchhändler haben.

Verkaufsrang

2266

Gesprochen von

Şeyda Kurt

Spieldauer

7 Stunden und 21 Minuten

Abo-Fähigkeit

Nein

Book Tropes

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Erscheinungsdatum

21.07.2026

Hörtyp

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Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

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128

Verlag

Tacheles!

Sprache

Deutsch

EAN

9783864848797

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  • SternchenBlau

    5/5

    10.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Herausfordernd

    Auf Şeyda Kurts ersten Roman müsst ihr euch einlassen. "Zeit der Monster" fordert gleich mehrfach heraus: durch das große Figureninventar, das Einflechten von Lyrik in die Prosa, das Schwanken zwischen Dystopie und Utopie, die vielen Bezüge, die von Aramäisch über Syrischem Reich, Industriegeschichte,, Giftgasproduktion, verschiedenen Weltreligionen. Literatur und Politik umfassen. Es ist so ein Buch, bei dem ich das Gefühl hatte, nur die Hälfte verstanden zu haben, weil selbst bei den Assoziationen, die ich entdeckt habe, glaube, dass ich das mehr dazu lesen müsste. Das fängt schon beim Titel an, der auf ein Zitat von Antonio Gramsci verweist, der diese Zeit nicht einfach so festhält, sondern durchaus einen Weg daraus hinausweist: «Die alte Welt liegt im Sterben, die neue ist noch nicht geboren. Es ist die Zeit der Monster.» Dieses Heilsversprechen auf eine Welt findet sich auch immer wieder im Text, aber lässt sich leichter entdecken, wenn man das Gramsci Zitat (er)kennt. Die Lektüre stellt daher auch ein intellektuelles Vergnügen dar, was lässt sich hier finden und deuten. Und Kurt gibt ja auch zahlreiche Hinweise, erklärt gerade auch historische Zusammenhänge so stimmig und poetisch, dass es eine Freude ist. «Noch so eine große Frage, diesmal zu groß, um sie zu begreifen. Die Antworten schienen immer den Fragen hinterherzueilen, unerreichbar. Was wäre, wenn? Was wäre ...? Was wäre, wenn man einen Menschen doch retten könnte? Dunkel spürte sie, dass es gelingen konnte. Dass diese verlorene Gestalt dort vorne aus dem Gemeinschaftsgarten doch vielleicht ein Mensch war, der zu retten war.» Die Welt, die hier im Sterben liegt, ist unsere, vielleicht in nur noch wenigen Jahren. Kurt schildert einen "Sumpf" und seine Menschen, beide abgehängt, vergessen. Alle müssen sich hier durchschlagen und warten alle auf Befreiung, Erlösung und glauben doch nicht mehr so richtig daran. Falsche Prophet*innen, echte oder falsche Prophezeiungen, wer weiß das schon so genau? Der Roman kreist so auch immer um ganz aktuelle Themen wie Populismus, das Scheitern von Sozialpolitik, das Imstichlassen von Kommunen, die Marginalisierung und Diskriminierung von Menschen mit Migrationsgeschichte, von Frauen, Queers und Menschen mit Behinderung. Kurt gibt genau diesen Marginalisierten viele kleine und große Geschichten voll sperriger Schönheit. Das ist nicht geradlinig und folgt doch einer Struktur mit herber Schönheit. Sieben Tage, wie der Schöpfungsmythos. Immer wieder eine Ich-Erzählerin, die uns nicht wirklich an die Hand, aber Hintergrundinfos gibt, die oft viel später ihre Wirkung entfalten. Dieser Sumpf ist von Perlen, Edelsteinen und Silberbechern durchsetzt, wie dieser hier: «Manchmal mehrstöckige Betonskelette, von denen ich nie weiß, ob sie Ruinen sind oder neue Hochhäuser im Werden. Vielleicht sind sie beides zugleich.» "Zeit der Monster" ist herausfordernd, aber lohnend, und lädt definitiv zum Wiederlesen ein. Ich empfehle das Buch, aber nur, wenn ihr bereit seid euch darauf einzulassen. Gefällig oder leicht ist hier nichts.

  • Bewertung

    5/5

    24.07.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ungewöhnlich und aufwühlend

    Schon das Cover von Zeit der Monster wirkt ungewöhnlich und weckt Neugier. Die Gestaltung passt sehr gut zur Atmosphäre des Romans: geheimnisvoll, düster und gleichzeitig voller Energie. Sie spiegelt die Stimmung eines Stadtviertels wider, das zwischen Hoffnung und Untergang schwankt. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die junge Sanya, die in einem heruntergekommenen Viertel lebt, in dem sich das Gerücht einer bevorstehenden Apokalypse immer weiter verbreitet. Eine geheimnisvolle Begegnung verändert ihren Blick auf die Welt. Mehr möchte ich zur Handlung nicht verraten, da gerade das Entdecken der verschiedenen Erzählstränge einen großen Teil des Leseerlebnisses ausmacht. Şeyda Kurt setzt gesellschaftliche Themen wie Ausgrenzung, Armut, Zusammenhalt, Desinformation und den Einfluss von Verschwörungserzählungen auf eine sehr originelle Weise um. Der Roman zeigt eindrucksvoll, wie Menschen in Krisenzeiten nach Orientierung suchen und welche Kraft Gemeinschaft entwickeln kann. Dabei steht weniger eine klassische Handlung im Vordergrund als die Atmosphäre und die vielen Gedanken, die das Buch anstößt. Der Schreibstil ist bildgewaltig und poetisch. Das macht den Roman sprachlich sehr besonders, hat mir als Leserin aber auch viel Aufmerksamkeit abverlangt. Manchmal empfand ich die Erzählweise als etwas sprunghaft, sodass ich einzelne Zusammenhänge erst später verstanden habe. Wer eine geradlinige Geschichte erwartet, könnte deshalb Schwierigkeiten mit dem Buch haben. Ich würde aber auch nicht ausschließen, dass ich vielleicht einfach nicht aufmerksam genug gelesen habe. Die Figuren wirken trotz der außergewöhnlichen Handlung authentisch. Besonders gefallen hat mir, dass sie nicht eindeutig gut oder böse sind, sondern unterschiedliche Stärken, Ängste und Widersprüche besitzen. Vor allem die Wahlfamilie rund um Sanya vermittelt, wie wichtig Solidarität und gegenseitige Unterstützung sein können. Die Vielschichtigkeit der Figuren ist mir wirklich positiv im Kopf geblieben, denn ich habe oft bei neueren Büchern das Gefühl, dass Autoren sich immer häufiger an flachen und angepassten Figuren bedienen. Insgesamt ist Zeit der Monster kein leichtes Buch, sondern eine anspruchsvolle und außergewöhnliche Lektüre. Ich empfehle den Roman allen, die literarische, experimentelle Geschichten mögen und Freude daran haben, zwischen den Zeilen zu lesen. Wer sich darauf einlässt, wird mit einem ungewöhnlichen und nachdenklich stimmenden Leseerlebnis belohnt und hat auch nach dem Lesen noch länger was vom Buch. Eine Empfehlung von mir.

  • seitenwald

    5/5

    07.07.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Fiebertraum

    Schon das Cover mit den „vereisten“ Fingerspitzen verweist auf die Distanz zwischen den Figuren - nach einem Streit mit ihrer Ziehmutter Mira verschwindet Nabu, die geliebte Schwester Sanyas; anonym kündigt Mira in den sozialen Medien den nahenden Weltuntergang an, um die Bewohner des von der Politik vergessenen Viertels für eine Revolution zu begeistern, für den Kampf um bessere Lebensumstände in der verarmten Gegend. Die Figuren werden plastisch beschrieben, so dass man sie mit ihrem Temperament und ihren Schrullen quasi vor Augen hat. Die nahende Dystopie scheint sich auch physisch anzukündigen, immer mehr Menschen kränkeln vor sich hin; Straßen werden willkürlich durch Sabotageakte überflutet. Die Ereignisse werden aus wechselnder Perspektive, in Kapiteln von sieben Tagen und „bald danach“ erzählt - angefangen bei Sanya, die als Ziehkind bei Mira und deren Kindern Nabu und Yousip aufwächst. Mitunter ändert sich der Stil von reiner Prosa hin zur Form eines Gedichtes. Die vielen Figuren werden gleich zu Beginn in einer Liste aufgeführt. Viele Charaktere werden lebendig mit ihren inneren Gedanken und ihren Geheimnissen beschrieben. Mysteriös bleibt bis zum Schluss die Figur der Agoman, die Sanya zufällig getroffen hat und die sich ihr anschließt. Das Buch ist nicht einfach zu verstehen und sehr vielschichtig. Verschiedene gesellschaftliche und politische Probleme werden angesprochen, wie ein kaputt gespartes Viertel, Hoffnungslosigkeit, heimliche verbotene Liebe, physische Gewalt aufgrund von unterschiedlichen politischen Positionen; auch Gefühle wie das schmerzliche Vermissen einer Person und unerwiderter, weil unmöglicher Liebe. Spannend wird erzählt, welche Reaktionen der angekündigte angebliche Weltuntergang bei den Figuren auslöst. Das Ganze ist nicht geradeaus und klar erzählt, die Figuren bleiben mit ihren Motiven und Ansichten geheimnisvoll. Ein Roman für Leser:Innen, denen eine geradeaus erzählte, klare Geschichte zu einfach ist und die gerne selbst reflektieren, welche Symbolik sich hinter den Ereignissen versteckt.

  • Sophie D.

    aus Berlin

    5/5

    30.06.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein absolutes Highlight!

    "Zeit der Monster" hat mich wirklich überrascht. Es ist eines dieser Bücher, das nicht einfach nur gelesen werden will, sondern mit einem arbeitet. Es ballert. Und an manchen Stellen tut es richtig weh. Ich finde, man muss sich Zeit dafür nehmen. Ich brauchte ein bisschen, um reinzukommen, und ich musste mich bewusst darauf einlassen. Aber genau das macht dieses Buch so besonders. Es fordert einen heraus, lässt einen nicht los und bringt Gedanken ins Rollen, die noch lange nach dem Lesen bleiben. Als Feministin hat mich das Buch auf eine ganz besondere Weise abgeholt. Es zeigt, wie eng Macht, Gewalt und Ungleichheit miteinander verwoben sind, ohne dabei hoffnungslos zu werden. Es erinnert daran, dass Fürsorge, Solidarität und Zärtlichkeit keine Nebensache sind, sondern eine Form von Widerstand. Seyda Kurts "Radikale Zärtlichkeit" hat damals unglaublich viel in mir verändert. "Zeit der Monster" hat etwas Ähnliches in mir ausgelöst. Natürlich auf eine ganz andere Art, aber mit derselben Kraft. Ich habe mich ertappt gefühlt, war wütend, traurig und gleichzeitig voller Hoffnung. Für mich ist das kein Buch, das man einfach zuklappt und abhakt. Es bleibt. In den Gedanken, im Bauch und im Herzen. Und genau deshalb möchte ich es von Herzen empfehlen.

  • Bewertung

    5/5

    30.06.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Unsere Zeit der Monster ist jetzt!

    Zeit der Monster ist für mich eines dieser Bücher, die man nicht einfach liest und wieder weglegt. Es ist ein Buch, das nachhallt – und eines, das ich definitiv noch ein zweites Mal lesen möchte, weil ich das Gefühl habe, beim ersten Lesen längst nicht alles erfasst zu haben. Schon die Gestaltung hat mich begeistert. Das Cover ist wunderschön, aber auch das Layout im Inneren trägt dazu bei, dass sich das Buch besonders anfühlt. Besonders beeindruckt hat mich die Selbstverständlichkeit, mit der Seyda Kurt alternative Lebensrealitäten erzählt. Queere Menschen, Menschen mit Migrationsgeschichte, polyamore oder andere Beziehungsformen, Figuren, deren Geschlecht gar nicht eindeutig benannt wird – all das ist einfach da. Nicht als Statement, nicht als performative Repräsentation, sondern als selbstverständlicher Teil einer Welt. Genau solche Bücher brauchen wir mehr: Bücher, die unterschiedliche Lebensweisen nicht erklären oder rechtfertigen müssen, sondern sie einfach existieren lassen. Auch thematisch hat mich das Buch sehr bewegt. Die Idee der "Zeit der Monster" – dass jede Zeit der Krisen und der Dunkelheit zugleich immer auch eine Zeit der Hoffnung ist – hat mich lange beschäftigt. Hoffnung ist oft kaum sichtbar, wenn wir mitten in einer Krise stecken. Häufig erkennen wir sie erst rückblickend. Gleichzeitig zeigt das Buch, wie sehr wir dazu neigen, die Vergangenheit in beide Richtungen zu verklären: entweder als bessere Zeit oder als etwas, das wir um jeden Preis hätten verhindern müssen. Ein Gedanke, den ich besonders stark mitnehme, ist der Appell, weniger Energie darauf zu verwenden, gegen Vergangenes oder Bestehendes anzukämpfen, sondern stattdessen den Mut zu haben, etwas grundlegend Neues aufzubauen. Nicht nur gegen etwas zu kämpfen, sondern für etwas. Gerade in einer Zeit, die von gesellschaftlicher Spaltung geprägt ist, in der einzelne Menschen geopfert werden und vieles in einer zähen Masse aus Ohnmacht und Stillstand zu versinken scheint, fühlt sich diese Frage unglaublich aktuell an. Über allem steht schließlich die große Frage: Was kann uns retten? Und vielleicht noch wichtiger: Kann uns überhaupt etwas retten? Und wo finden wir Hoffnung, wenn sie kaum noch sichtbar scheint? Zeit der Monster gibt darauf keine einfachen Antworten. Aber gerade das macht das Buch so wertvoll. Es fordert dazu auf, die eigenen Gewissheiten zu hinterfragen und Hoffnung nicht als naiven Optimismus zu verstehen, sondern als etwas, das aktiv gesucht und geschaffen werden muss.

Kundinnen und Kunden meinen

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